Wir übersetzen die Beiträge von Global Voices in viele Sprachen, damit die Bürgermedien aus aller Welt für alle zugänglich werden.

Erfahre mehr zu Lingua-Übersetzungen  »

· Mai, 2015

Artikel vom Kurzmeldungen vom Mai, 2015

Soll in der städtischen Hochbahn über Abtreibung diskutiert werden?

Die Einwohner von Medellín, Kolumbien, fragen sich, ob die Hochbahn ein geeigneter Ort ist, um über Abtreibung zu reden. Die Problematik ist auf die im öffentlichen Nahverkehrssystem laufende Werbekampagne  #ladecisiónestuya [Die Entscheidung liegt bei Dir] zurückzuführen, die von Jaime Andrés (@JAIM3_ANDR3S) geteilt worden ist:

#LaDecisionEsTuya [Die Entscheidung liegt bei Dir] pic.twitter.com/Nbaq2zJHXn

— Jaime Andrés (@JAIM3_ANDR3S) May 26, 2015

Die Kampagne ist von einer Non-Profit-Organisation geführt worden, die Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit anbietet und mit der Botschaft verbindet: “398.000 Abtreibungen sollten nicht illegal sein”.

Unter dem Schlagwort #Abortonoesculturametro [Abtreibung gehört nicht zur Kultur der Metro] teilen die Bürger der Stadt ihre Meinungen für und gegen Schwangerschaftsabbrüche. Sie tun dies auf die gleiche Art und Weise, wie es Tag für Tag in den Zügen des Massenverkehrsmittels geschieht, wenn durch Bildmaterial Botschaften verbreitet werden. Im Hashtag bezieht man sich auf “Metro-Kultur”, um auf die in Medellíns Metro herrschenden kulturellen Regeln hinzuweisen.

Peru richtet zweisprachiges spanisch-awajunisches Standesregister ein

Delegación de la comunidad awajún en visita al Congreso Peruano. Foto en Flickr con licencia (CC BY 2.0).

Eine Delegation der Awajun bei ihrem Besuch im peruanischen Kongress. Foto via Flickr, Lizenz CC BY 2.0

Der 21. Mai steht für den Nationalen Tag der Kultur und Sprachenvielfalt. Eine gute Gelegenheit, um den Anlass gebührend zu feiern, dass Perus Nationales Identifikations- und Zivilstandsregister (Reniec) ein zweisprachiges awajunisch-spanisches Standesregister gestartet ist:

Las actas generadas de esta manera tendrán el mismo valor oficial que las actas tradicionales en castellano, y sus copias certificadas podrán obtenerse en cualquier agencia o Plataforma Virtual Multiservicios (PVM) del Reniec.

Die dadurch geschaffenen Dokumente werden den gleichen amtlichen Charakter haben wie die Dokumente auf Spanisch und die beglaubigten Kopien werden in jeder Behörde oder auf der virtuellen Multiservice-Plattform des Reniec verfügbar sein.

Die Awajún sind eine ethnische Gemeinschaft aus der peruanischen Amazonasregion. Ihre Sprache wird von 7.000 Peruanern in den Departements Amazonas, Cajamarca, Loreto und San Martin gesprochen.

Auf Twitter teilten einige Nutzer ihre Bemerkungen und Bilder zu diesem neuen Register:

Reniec richtet im Internet das erste zweisprachige Zivilstandsregister (spanisch-awajunisch) Amerikas ein.

Ich habe einmal Awajun gelernt. Das hatte ich ganz vergessen.

Das erste zweisprachige awajunische Zivilstandsregister hat etwas Neues: Seine Eintragungen, abgesehen davon, dass sie manuell sind, werden auf Awajunisch sein.

Uruguay: 11-jährige Schwangere lehnt Abtreibung ab

11-jährige Schwangere, die einen Abbruch ablehnt, verursacht Kontroverse.

Kürzlich hatten wir über eine 10-jährige Schwangere in Paraguay berichtet, die ihren Angaben zufolge von ihrem Stiefvater vergewaltigt worden ist und wegen der Gesetzeslage des Landes außerstande war, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. In Uruguay, wo in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft ein Abbruch legal wäre, gibt es jetzt den Fall einer 11-jährigen, die sich dagegen wehrt und damit das ganze Land schockiert.

Dieses Mädchen, das angabegemäß eine geistige Behinderung hat, wurde vom 41-jährigen Großvater ihrer Halbschwester vergewaltigt. Der Mann ist jetzt in Gewahrsam und wird wegen Vergewaltigung angeklagt, wie die uruguayischen Behörden der französischen Nachrichtenagentur AFP mitteilten.

Familienangehörige, Ärzte, soziale Einrichtungen und die Medien haben das Mädchen dazu ermuntert, die Schwangerschaft abzubrechen. Man hat sogar auf die Regierung Druck ausgeübt, um zu versuchen, das Mädchen zu diesem Schritt zu zwingen, wie Pangea Today berichtet. Die Reaktion fiel jedoch nicht zu ihren Gunsten aus:

“Es besteht kein Risiko für das Leben des Kindes. Deshalb können wir sie nicht zwingen, die Schwangerschaft abzubrechen”, sagte die Direktorin des INAU [Institut für Kinder und Jugend], Monica Silva.

Pakistaner nutzen Twitter, um ihre Bedenken wegen des neuen Gesetzes gegen Computerkriminalität zu artikulieren

tweetstormDer pakistanische Entwurf eines Gesetzes zur Prävention von Computerkriminalität hat unter regionalen und internationalen Menschenrechtsorganisationen Bedenken laut werden lassen, weil es sowohl die Meinungsfreiheit als auch den Schutz der Privatsphäre in Pakistan gefährden könnte.

Im Catalyst Woman blog berichtet Mariam:

After the dedicated efforts of numerous advocacy groups, ngos and private citizens, the National Assembly’s Standing Committee on Information Technology and Telecommunication has agreed to a public hearing of the Prevention of Electronic Crimes (PEC) Bill 2015 this Friday, 22 May in Islamabad.

Nach den engagierten Bemühungen zahlreicher Interessengruppen, Nichtregierungsorganisationen und privater Bürger, hatte sich Pakistans Ständiger Ausschuss für Informationstechnologie und Telekommunikation zu einer öffentlichen Anhörung wegen des Gesetzentwurfs zur Prävention von Computerkriminalität bereit erklärt, nämlich am Freitag, den 22. Mai in Islamabad.

Die Einladungen zu dieser “öffentlichen” Anhörungen führten aber lediglich dazu, dass nur sechs Leute vor einem Komitee von 20 Mitgliedern erschienen sind. Die Gemeinsame Aktion gegen Pakistans Gesetzentwurf zur Prävention von Computerkriminalität & die Allianz für Internetzugang kommentieren:

This is contrary to the spirit of a “public hearing.”

The Joint Action Committee members are definitely among the stakeholders, but we are not the only ones. Instead of hand-picking selected invitees, we call upon the NA Standing Committee on IT to conduct the public hearing in a proper manner, by opening it to all concerned members of the public and invite the entire print and electronic media too, in the spirit of transparency and openness.

Das widerspricht den Grundsätzen für öffentliche Anhörungen.

Die Mitglieder des Aktionskomitees gehören definitiv zu den Betroffenen, aber wir sind beileibe nicht die Einzigen. Anstelle handverlesener Einladungen fordern wir den Ständigen Ausschuss für IT dazu auf, die öffentliche Anhörung in gehöriger Weise durchzuführen, indem sie für alle betroffenen Bevölkerungsteile geöffnet wird, einschließlich der Vertreter der Druck- und Online-Medien. Die Anhörung soll im Geiste der Transparenz und Offenheit erfolgen.

Das Catalyst Woman-Blog schlägt einen #Tweetstorm vor, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Bedenken gegen die derzeitige Fassung des Gesetzentwurfs zur Prävention von Computerkriminalität zu lenken. “Alle Aspekte dieses neuen Gesetzes sollten öffentlich diskutiert werden”, schreibt Mariam in ihrem Blog.

Afrikas Zweitsprachen

Don Osborne diskutiert einen auf der Webseite der Olivet Nazarene University veröffentlichten Artikel mit einer Grafik, aus der für die meisten Länder der Welt die jeweiligen Zweitsprachen hervorgehen. Er hebt zwei folgenschwere Probleme dieser Betrachtungsweise hervor:

The first issue is assuming that “The most spoken language in any country is often obvious; usually, it’s the official language of the country.” In Africa this often is not the case, if by “most spoken” one counts number of speakers. An example is Mali, whose linguistic profile was explored on this blog in discussing the long-tail of languages – Bambara is certainly more used than the official French.

Official language is a category that doesn't lend itself to ranking use of languages in Africa, beyond the (admittedly important) context of official use and its spillover to popular use. In the case of two countries at least, this runs into additional problems:
•South Africa has 11 official languages (the Olivet site incorrectly lists only one of them – Zulu – as official). So one of the official languages will be second most spoken. Perhaps that is Xhosa as indicated, but the model focusing on official languages hasn't worked here.
•Rwanda has three official languages (Kinyarwanda, French, and English), and Central African Republic two (Sango and French). Since the site doesn't consider these official languages in discussing second most widely spoken, it is reduced to stating that Swahili is “second” most used in Rwanda, and that indigenous languages are used in CAR – which doesn't tell us much.

Es wird unterstellt, dass “die meistgesprochene Sprache eines jeden Landes häufig ganz offensichtlich” ist, wenn man die jeweilige Amtssprache zugrunde legt. Zum Beispiel Mali: Das linguistische Profil des Landes ist in dem Blog anhand einer stark abflachenden und sehr breiten Häufigkeitsverteilung untersucht worden. Danach wird jedoch [das als Zweitsprache bezeichnete] Bambara weitaus häufiger gesprochen als das offizielle Französisch.

Der Begriff “Amtssprache” ist eine Kategorie, die nicht hinreicht, um in Afrika die Rangfolge der Sprachen jenseits des anerkannt wichtigen Kontextes des amtlichen Gebrauchs und der Ausstrahlung auf ihre tatsächliche Nutzung zu bestimmen. Bei zwei Ländern führt dieser Gesichtspunkt zu weiteren Problemen:

  • Südafrika hat 11 Amtssprachen (die Olivet Webseite listet fälschlicherweise davon nur eine einzige, nämlich Zulu, auf). Deshalb wird wohl eine dieser Amtssprachen als Zweitsprache fungieren. Wahrscheinlich ist es das auf der Webseite richtig angezeigte Xhosa, aber das auf die Amtssprache fokussierte Analysemodell hat an dieser Stelle versagt.
  • Ruanda hat drei Amtssprachen (Kinyarwanda, Französisch und Englisch) und die Zentralafrikanische Republik zwei (Sango und Französisch). Da die Webseite diese Amtssprachen nicht als Zweitsprachen in Betracht zieht, wird die Analyse auf die Erkenntnis reduziert, dass in Ruanda Swahili die Zweitsprache ist und das in der Zentralafrikanischen Republik die indigenen Sprachen diese Funktion übernehmen; ein nicht besonders hilfreiches Ergebnis.

Hier ist Teil 2 der Diskussion.

Palästina: Wie weit haben Israelis ihre Siedlungen seit 1948 ausgedehnt?

Der in Beirut ansässige Journalist Adam Rasmi teilt eine Infografik von “Visualizing Palestine”, die zurückverfolgt, wie weit sich die israelischen Siedlungsgebiete seit 1948 ausgedehnt haben:

Weitere Infografiken von “Visualizing Palestine” gibt es hier.

#IchWarAuchEingeschlafen: Schlafende lateinamerikanische Ärzte viral verbreitet

Es ist ein trendiges Thema unter dem Hashtag #YoTambienMeDormi [#IchWarAuchEingeschlafen]. Innerhalb einer Woche gab es 17.500 Kommentare auf Twitter. Die Geschichten zehntausender Ärzte in Mexiko und Lateinamerika, die in den sozialen Netzwerken Fotos teilen, auf denen sie während ihrer langen Krankenhausschichten schlafend abgebildet sind, haben sich viral verbreitet.

Alles begann, als ein Blogger einen Mediziner kritisierte, der nach einer Meldung von BBC schlafend auf einem Foto abgebildet war.

“Wir wissen, dass diese Arbeit ermüdend ist. Aber sie haben die Pflicht, in jedem Augenblick ihrer Verantwortung gerecht zu werden, wenn dutzende kranker Leute ihre ganze Aufmerksamkeit brauchen”, ist im Noti-Blog zu lesen, wo das Foto eines Internisten am Allgemeinkrankenhaus 33 in Monterrey, Mexiko, abgebildet ist, der um 3 Uhr morgens eingeschlafen war, als er gerade dabei war, für den 18. Patienten dieser Nacht den Behandlungsbericht auszufüllen.

Ich war auch eingeschlafen, denn wir sind keine Maschinen, sondern Menschen wie jeder andere

Ergänzend zur Solidaritätsbekundung ist diese spontane Kampagne auch eine Gelegenheit gewesen, zu zeigen, wie aufopfernd in diesem Berufsstand gearbeitet wird mit langen Schichten ohne Essen und ohne Schlaf, die nicht immer finanziell honoriert werden und auch nicht immer unter berufsüblichen Bedingungen ablaufen.

Burundi: Die humanitäre Krise, über die niemand spricht

50000 refugees have fled Burundi ( here at the border with Tanzania)  photo via Jamii Forums

50.000 Menschen sind aus Burundi geflohen (hier an der Grenze zu Tansania), Foto via Jamii Forums

Nachdem der burundische Präsident Nkurunziza seine Kandidatur für eine dritte Amtszeit bekannt gegeben hat  (was nach burundischer Verfassung unzulässig ist), breitet sich in dem Land eine schwere humanitäre Krise aus. Mindestens 50.000 Menschen sind aus dem Land geflohen, nachdem es Berichten zufolge in mehreren Städten zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen war. In den sozialen Medien wurden Informationen darüber unter den Hashtags #burundichaos oder #sindumuja verbreitet. Die folgende Infografik bietet eine Übersicht zur Situation der Flüchtlinge (Stand: 8. Mai)

UPDATE: Laut @Refugees sind im vergangenen Monat 50.000 Menschen nach Tansania, in die Demokratische Republik Kongo und nach Ruanda geflohen

Bangladesch, Mexiko und Syrien siegen bei den Bobs 2015

Die Gewinner der Best of the Blogs (Bobs) 2015, einem Preis, den die Deutsche Welle jährlich ausrichtet, sind jetzt bekannt gegeben worden. Onlineprojekte aus Bangladesch, Mexiko und Syrien wurden von einer internationalen Jury ausgewählt.

Projekte in 14 Sprachen standen in den Kategorien gesellschaftlicher Wandel, Privatsphäre und Sicherheit sowie Kunst und Medien im Wettbewerb. Dazu kommt der Publikumspreis.

Dieses Jahr erstmalig im Rahmen der Bobs ausgelobt wird der „Deutsche Welle Freedom of Speech Award“, der an den saudi-arabischen Blogger Raif Badawi vergeben wird, der seit Februar in Haft sitzt.

Die Bobs feiern dieses Jahr ihren 11. Geburtstag. Global Voices erhielt 2005 die Auszeichnung “Bester Weblog” in der Kategorie englischsprachiger Blogs.

Die Welt (der sozialen Medien) ist ein Dorf, seht selbst

Die in Kyoto lebende Mitherausgeberin des Kyoto Journals, Lucinda Cowing, erlebte kürzlich einen verrückten Moment glücklichen Zusammentreffens in der Welt der sozialen Medien.

Cowing schrieb auf ihrer Facebook-Seite (ihr Profil ist zwar privat, aber das folgende Zitat ist genehmigt):

Woaaa, talk about “it's a small world” moment. I had a suspicion the girl opposite me was taking a sneaky phone picture on the Eiden the other weekend. Sure enough, that photo appeared on Instagram, and now, a friend of mine living in Beijing sees it and says he's sitting opposite the Taiwanese girl who took it.

Boaaah, ich teile mit euch einen “die Welt ist ein Dorf”-Moment. Am vorletzten Wochenende hatte ich in der Kyotoer Straßenbahn den Eindruck, dass die mir gegenüber sitzende junge Frau mich heimlich mit ihrem Smartphone fotografiert. Wie kann es auch anders sein: Das Foto tauchte bei Instagram auf. Ein Freund von mir, der in Peking lebt, hat die Aufnahme gesehen und erzählte mir, dass dieses fotografierende Mädchen aus Taiwan ihm jetzt gegenüber sitzt.

Next stop

A photo posted by tammytu (@tammytu) on

Cowing's friend in Beijing then posted a photo on Facebook of Instagram user tammytu, who snapped the photo during a recent sightseeing trip to Kyoto.

11061281_10152965789215892_3950658542451398206_n

Photo: Will Wilcox

The two women are now friends, according to Cowing.

Südostasiatische Migrationsrouten und Statistiken

southeast asia migrant crossingsDie Internationale Organisation für Migration hat eine Karte herausgegeben, aus der die Routen ersichtlich sind, die von Bootsflüchtlingen aus Bangladesch und Myanmar genommen worden sind, als sie in verschiedenen südostasiatischen Ländern Zuflucht gesucht haben.

Die IOM schätzt, dass seit 19. Mai 2015 immer noch 4.000 Flüchtlinge auf offener See ausharren, während 3.200 bereits in Malaysia und Indonesien angekommen sind.

Malaysia und Indonesien hatten die Flüchtlinge ursprünglich abgewiesen, jetzt sind beide Länder jedoch zur Rettung derjenigen bereit, die von Schleusern schikaniert worden sind.

In Perus Hauptstadt blüht sie wieder: Die für ausgestorben gehaltene Lima-Orchidee

Variedades de orquídea.

Verschiedene Orchideenarten. Fotos: Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0.

Mehr als 50 Jahren glaubte man, dass die Lima-Orchidee ausgestorben sei. Aber von einem Team des zum peruanischen Landwirtschaftsministerium gehörenden National Forest and Wildlife Service kommen jetzt gute Nachrichten:

Los especialistas encontraron ejemplares de dicha orquídea, típica de las lomas de la cuenca del río Rímac, en las cercanías de dicho cuerpo de agua. Pronto corrió el rumor sobre la mítica flor, que se creía desaparecida desde hace más de cincuenta años.

Einige Exemplare dieser Orchideen, die für die Berge der Rimac-Flußniederung typisch sind, wurden von einem Expertenteam in Wassernähe gefunden. Das Gerücht über die mystische Pflanze war schnell in aller Munde. Die Orchidee galt seit über einem halben Jahrhundert als ausgestorben.

Die Neuigkeit fand bei Twitter ein großes Echo:

Die Lima-Orchidee “Chloraea undulata” ist wieder da, obwohl sie für ausgestorben gehalten wurde. Freut euch darüber.

Jetzt liegt es an den Behörden und an der Bevölkerung, sie zu bewahren und zu schützen.

Neue Partnerschaft: Global Voices & The Balochistan Point

10672355_625780204207965_4155202294766020208_nGlobal Voices freut sich über die neue Partnerschaft mit Balochistan Point, einer englischsprachigen Nachrichtenseite, welche lückenhaft dokumentierte Ereignisse aus Pakistans südwestlicher Provinz aufarbeitet.

The Balochistan Point wurde 2010 gegründet und fokussiert sich auf Neuigkeiten aus einer Gegend, welche von Pakistans nationalen Online- Rundfunk- und Printmedien weitestgehend ignoriert wird.

Adnan Amir, Redakteur bei Balochistan Point hofft, dass “bisher unbeachtete Nachrichten aus Belutschistan durch die Zusammenarbeit mit Global Voices nun eine weltweite Leserschaft finden werden.”

Belutschistan ist zwar Pakistans größte aber am dünnsten besiedelte Provinz. Gleichzeitig dabei auch Pakistans Ärmste und Unterentwickeltste, obwohl reich an natürlichen Ressourcen wie Kohle, Gas und Kupfer. Der Balochistan Point erklärt:

The electronic and print media in Pakistan in general, and in Balochistan, in particular has failed to highlight the most important issues of Balochistan. Therefore, there is a stronger need than ever for an alternative platform to report the ignored issues about Balochistan […]

We stand for human rights, democracy, social and economic justice. The newspaper aims to mirror Balochistan. The volunteers of Balochistan Point launched it to keep reporting on human rights abuse, political, social and economic issues of Balochistan. Our center of focus is Balochistan but we are not limited to it. We also report on important issues at a national level that has implications for the Balochistan province and its people.

Generell in Pakistan, speziell aber in Belutschistan, verfehlen die elektronischen und gedruckten Medien das Ziel, auf die wirklich wichtigen Angelegenheiten in Belutschistan aufmerksam zu machen. Deshalb besteht heute mehr denn je die Notwendigkeit, alternative Plattformen, welche über die ignorierten Zustände in Belutschistan berichten, ins Leben zu rufen […]

Wir stehen für Menschenrechte, Demokratie sowie für soziale und ökonomische Gerechtigkeit. Die Zeitung will ein Spiegel von Belutschistan sein. Die Freiwilligen von Balochistan Point haben das Projekt gestartet, um über Menschenrechtsverletzungen, über politische, soziale und ökonomische Gerechtigkeit in Belutschistan berichten zu können. Das Zentrum der Angelegenheiten ist zwar Belutschistan selbst, wir sind aber nicht ausschließlich auf diese Region limitiert. Wir wollen ebenso über wichtige nationale Ereignisse, welche Auswirkungen auf die Provinz Belutschistan und ihre Einwohner hat, berichten.

Genauso wie Global Voices wird Balochistan Point durch Freiwilligenarbeit angetrieben und hat “immer eine offene Tür für ehrgeizige Autoren.” Inhalte von Balochistan Point werden nun regelmäßig auf der Global Voices Website veröffentlicht werden, manchmal auch in editierter Form, um sie besser für eine weltweite Leserschaft aufzubereiten.

Die Partnerschaft startet mit den folgenden drei Artikeln: Pakistan: Der lebensgefährliche Kampf gegen Kinderlähmung, Wie der Aufstand an einer Bushaltestelle die Öffentlichen Verkehrmittel in der Hauptstadt Belutschistans lahmlegte (auf Englisch) und Für die kämpfende Pakistanische Airline kommt Belutschistan zum Schluss (auf Englisch).

Global Voices Checkdesk verfolgt Reaktionen auf Mursi-Prozess

Faten Bushehri verfolgt am Global Voices Checkdesk die Reaktionen auf den Prozess gegen Ägyptens früheren Präsidenten Mohammed Mursi, der am 16. Mai zum Tode verurteilt worden ist. Global Voices Checkdesk ist ein Projekt, das in Zusammenarbeit mit Meedan's Checkdesk Nachrichten überprüft.

Mursi ist beschuldigt worden, mit ausländischen Extremisten zusammengearbeitet  und im Januar 2011 mitten in der ägyptischen Revolution während eines Aufstandes im Gefängnis Wadi Natrun mehrere Islamisten befreit zu haben. Unter seinen 105 Mitangeklagten waren etwa 70 Palästinenser, denen eine Mitgliedschaft in der Hamas vorgeworfen wurde. Sie sind in Abwesenheit angeklagt und verurteilt worden. Unter den zum Tode verurteilten Palästinensern waren Hassan Salameh, der seit 1994 in einem israelischen Gefängnis einsaß, sowie der bereits verstorbene Raed Attar.

Mursi wurde ein Jahr nach der Revolution, die Anfang 2011 Husni Mubarak entmachtete, zum Präsidenten Ägyptens gewählt. Mubarak regierte Ägypten mehr als 30 Jahre lang. Mursis Regierung wurde bereits im Juli 2013 jäh beendet, nachdem bei massiven Demonstrationen seine Amtsenthebung gefordert wurde. Anschließend übernahm die ägyptische Armee die Macht, angeführt vom kommandierenden General der ägyptischen Armee und Verteidigungsminister Abdel Fattah el-Sisi, der jetzt Ägyptens Präsident ist.

Die nächste gerichtliche Anhörung findet am 2. Juni statt.

Durch den ganz oben eingefügten Link können weitere Stories hochgeladen und überprüft werden. Wer im Team von Global Voices Checkdesk mitarbeiten möchte, kann sich bei der Autorin dieses Beitrags melden.

Irans Evin-Gefängnis wird zum Park

Cartoonist Touka Neyestani’s take on the news. Image produced for ICHRI, and used with permission.

Wie der Cartoonist Touka Neyestani die Nachricht verarbeitet. Der für ICHRI angefertigte Cartoon wird mit freundlicher Genehmigung hier abgebildet.

Dieser Beitrag ist zuerst auf iranhumanrights.org erschienen und wird in Zusammenarbeit mit der Internationalen Kampagne für die Menschenrechte im Iran veröffentlicht.

Teherans Bürgermeister  Mohammad Bagher Ghalibaf sagte in der vergangenen Woche, dass die Teheraner Stadtverwaltung sich darauf vorbereitet hat, mit der iranischen Justiz zu verhandeln, um den im Nordwesten Teherans gelegenen Evin-Gefängniskomplex in einen öffentlichen Park umzuwandeln. Jahrzehntelang hat das berüchtigte Evin-Gefängnis zu den wichtigsten Einrichtungen des Iran gehört, in denen politische Gefangene inhaftiert, verhört, gefoltert und exekutiert worden sind. Einige der schlimmsten Zeugenberichte über Folterungen und erzwungene Geständnisse im Evin-Gefängnis stammen aus mindestens drei räumlich getrennten Stationen, die von Irans Ministerium für Geheimdienst und der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) ohne Kontrolle durch die iranische Justiz betrieben worden sind.

Weiße Bänder erinnern an Menschen, die auf der Flucht nach Europa ums Leben kommen

IMGP1195

Weiße Bänder sollen in Würzburg neugierig machen und zur Diskussion über Flucht und Asylpolitik anregen. Bild der Facebookseite von Asyl-AK, Verwendung des Fotos genehmigt.

Seit dem 8. Mai kann man in Würzburg an verschiedenen Orten auf weiße Bänder treffen. Sie sind an Ampeln befestigt, an Brücken und Laternen. Sie sollen auf die Menschen aufmerksam machen, die auf der Flucht im Mittelmeer und an der EU-Außengrenze ums Leben kommen.

Der Arbeitskreis Asyl der Katholischen Hochschulgemeinde Würzburg und die asylpolitische Gruppe des Arbeitskreises “Mehr als 16a” haben zu dieser Aktion aufgerufen und schreiben:

Die Bänder sollen sichtbare und bleibende Zeichen von Betroffenheit sein. Sie sind ein Mahnmal für die Opfer der Festung Europa. Ein Mahnmal, das uns, die Bewohner_innen dieser Festung, daran erinnern soll, dass tatenlos zuschauen keine Option ist. Dass man handeln muss, um die eigene Menschlichkeit zu bewahren, wenn täglich Menschen auf dem Weg in unsere kleine, scheinbar heile Welt sterben.

Mit der Aktion fordert die Gruppe “Mehr als 16a”, deren Name sich vom Artikel 16a des Grundgesetzes ableitet, in dem das Asylrecht sowie seine Einschränkungen beschrieben werden:

Wir fordern legale und sichere Einreisemöglichkeiten für Flüchtende! Wir fordern sichere Fährverbindungen für Flüchtende über das Mittelmeer! Wir fordern das Ende der unmenschlichen Abschottungspolitik! Wir fordern den sofortigen Stopp der Kriminalisierung von Migration!

Die Aktion soll über die nächsten Wochen und Monate von Einzelpersonen weiter getragen werden, plant die Gruppe. Restaurants, Cafés und Läden, die sich an der Aktion beteiligen und die auf der Facebookseite des Asyl-AK genannt werden, stellen Schuhkartons mit weißen Bändern zur Verfügung, aus denen sich alle bedienen können, die in der Würzburger Innenstadt ebenfalls ein Zeichen setzen wollen.

Chilenische Echtzeit-Video App startet mit dem Boston Marathon

Die Anwendung RhinoBirdTV wurde von dem Chilenen Felipe Heusser entwickelt, der die Nichtrregierungsorganisation Ciudadano Inteligente gegründet hat. Sie ermöglicht es den Nutzerinnen und Nutzern, Videos in Echtzeit zu übertragen. Die Macher von RhinoBirdTV hoffen, dass ihr Produkt dazu beitragen wird, eine demokratische Welt zu gestalten, indem Grenzen gesprengt werden und Menschen durch einfach weiterzuverbreitenden Live-Videos miteinander in Kontakt kommen.

RhinoBird.TV, imagen extraída de Twitter, utilizada con autorización

RhinoBird.TV. Foto von Twitter, Verwendung genehmigt.

RhinoBirdTV hatte die Inbetriebnahme der Android-Version auf den 20. April datiert, dem Tag des 119., jährlich stattfindenden Boston Marathon. Nutzerinnen und Nutzer konnten Live-Videos der Veranstaltung senden und empfangen, indem sie dem Hashtag #bostonmarathon folgten.

Auf Twitter wurde RhinoBirdTV enthusiastisch und mit hohen Erwartungen willkommen geheißen:

Weit entfernt vom Marathon ist da ein Wunderwerk, “made in Chile” in den USA.

Die Ziellinie des Boston Marathon in Echtzeit. Boston Marathon von den Menschen für die Menschen.

Die Chilenen in Boston sind die Meister. Sie trotzen der Kälte und dem Regen, um zu unterstützen.