Wir übersetzen die Beiträge von Global Voices in viele Sprachen, damit die Bürgermedien aus aller Welt für alle zugänglich werden.

Erfahre mehr zu Lingua-Übersetzungen  »

· Mai, 2015

Artikel vom Kurzmeldungen vom Mai, 2015

Soll in der städtischen Hochbahn über Abtreibung diskutiert werden?

Die Einwohner von Medellín, Kolumbien, fragen sich, ob die Hochbahn ein geeigneter Ort ist, um über Abtreibung zu reden. Die Problematik ist auf die im öffentlichen Nahverkehrssystem laufende Werbekampagne  #ladecisiónestuya [Die Entscheidung liegt bei Dir] zurückzuführen, die von Jaime Andrés (@JAIM3_ANDR3S) geteilt worden ist:

#LaDecisionEsTuya [Die Entscheidung liegt bei Dir] pic.twitter.com/Nbaq2zJHXn

— Jaime Andrés (@JAIM3_ANDR3S) May 26, 2015

Die Kampagne ist von einer Non-Profit-Organisation geführt worden, die Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit anbietet und mit der Botschaft verbindet: “398.000 Abtreibungen sollten nicht illegal sein”.

Unter dem Schlagwort #Abortonoesculturametro [Abtreibung gehört nicht zur Kultur der Metro] teilen die Bürger der Stadt ihre Meinungen für und gegen Schwangerschaftsabbrüche. Sie tun dies auf die gleiche Art und Weise, wie es Tag für Tag in den Zügen des Massenverkehrsmittels geschieht, wenn durch Bildmaterial Botschaften verbreitet werden. Im Hashtag bezieht man sich auf “Metro-Kultur”, um auf die in Medellíns Metro herrschenden kulturellen Regeln hinzuweisen.

Peru richtet zweisprachiges spanisch-awajunisches Standesregister ein

Delegación de la comunidad awajún en visita al Congreso Peruano. Foto en Flickr con licencia (CC BY 2.0).

Eine Delegation der Awajun bei ihrem Besuch im peruanischen Kongress. Foto via Flickr, Lizenz CC BY 2.0

Der 21. Mai steht für den Nationalen Tag der Kultur und Sprachenvielfalt. Eine gute Gelegenheit, um den Anlass gebührend zu feiern, dass Perus Nationales Identifikations- und Zivilstandsregister (Reniec) ein zweisprachiges awajunisch-spanisches Standesregister gestartet ist:

Las actas generadas de esta manera tendrán el mismo valor oficial que las actas tradicionales en castellano, y sus copias certificadas podrán obtenerse en cualquier agencia o Plataforma Virtual Multiservicios (PVM) del Reniec.

Die dadurch geschaffenen Dokumente werden den gleichen amtlichen Charakter haben wie die Dokumente auf Spanisch und die beglaubigten Kopien werden in jeder Behörde oder auf der virtuellen Multiservice-Plattform des Reniec verfügbar sein.

Die Awajún sind eine ethnische Gemeinschaft aus der peruanischen Amazonasregion. Ihre Sprache wird von 7.000 Peruanern in den Departements Amazonas, Cajamarca, Loreto und San Martin gesprochen.

Auf Twitter teilten einige Nutzer ihre Bemerkungen und Bilder zu diesem neuen Register:

Reniec richtet im Internet das erste zweisprachige Zivilstandsregister (spanisch-awajunisch) Amerikas ein.

Ich habe einmal Awajun gelernt. Das hatte ich ganz vergessen.

Das erste zweisprachige awajunische Zivilstandsregister hat etwas Neues: Seine Eintragungen, abgesehen davon, dass sie manuell sind, werden auf Awajunisch sein.

Uruguay: 11-jährige Schwangere lehnt Abtreibung ab

11-jährige Schwangere, die einen Abbruch ablehnt, verursacht Kontroverse.

Kürzlich hatten wir über eine 10-jährige Schwangere in Paraguay berichtet, die ihren Angaben zufolge von ihrem Stiefvater vergewaltigt worden ist und wegen der Gesetzeslage des Landes außerstande war, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. In Uruguay, wo in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft ein Abbruch legal wäre, gibt es jetzt den Fall einer 11-jährigen, die sich dagegen wehrt und damit das ganze Land schockiert.

Dieses Mädchen, das angabegemäß eine geistige Behinderung hat, wurde vom 41-jährigen Großvater ihrer Halbschwester vergewaltigt. Der Mann ist jetzt in Gewahrsam und wird wegen Vergewaltigung angeklagt, wie die uruguayischen Behörden der französischen Nachrichtenagentur AFP mitteilten.

Familienangehörige, Ärzte, soziale Einrichtungen und die Medien haben das Mädchen dazu ermuntert, die Schwangerschaft abzubrechen. Man hat sogar auf die Regierung Druck ausgeübt, um zu versuchen, das Mädchen zu diesem Schritt zu zwingen, wie Pangea Today berichtet. Die Reaktion fiel jedoch nicht zu ihren Gunsten aus:

“Es besteht kein Risiko für das Leben des Kindes. Deshalb können wir sie nicht zwingen, die Schwangerschaft abzubrechen”, sagte die Direktorin des INAU [Institut für Kinder und Jugend], Monica Silva.

Pakistaner nutzen Twitter, um ihre Bedenken wegen des neuen Gesetzes gegen Computerkriminalität zu artikulieren

tweetstormDer pakistanische Entwurf eines Gesetzes zur Prävention von Computerkriminalität hat unter regionalen und internationalen Menschenrechtsorganisationen Bedenken laut werden lassen, weil es sowohl die Meinungsfreiheit als auch den Schutz der Privatsphäre in Pakistan gefährden könnte.

Im Catalyst Woman blog berichtet Mariam:

After the dedicated efforts of numerous advocacy groups, ngos and private citizens, the National Assembly’s Standing Committee on Information Technology and Telecommunication has agreed to a public hearing of the Prevention of Electronic Crimes (PEC) Bill 2015 this Friday, 22 May in Islamabad.

Nach den engagierten Bemühungen zahlreicher Interessengruppen, Nichtregierungsorganisationen und privater Bürger, hatte sich Pakistans Ständiger Ausschuss für Informationstechnologie und Telekommunikation zu einer öffentlichen Anhörung wegen des Gesetzentwurfs zur Prävention von Computerkriminalität bereit erklärt, nämlich am Freitag, den 22. Mai in Islamabad.

Die Einladungen zu dieser “öffentlichen” Anhörungen führten aber lediglich dazu, dass nur sechs Leute vor einem Komitee von 20 Mitgliedern erschienen sind. Die Gemeinsame Aktion gegen Pakistans Gesetzentwurf zur Prävention von Computerkriminalität & die Allianz für Internetzugang kommentieren:

This is contrary to the spirit of a “public hearing.”

The Joint Action Committee members are definitely among the stakeholders, but we are not the only ones. Instead of hand-picking selected invitees, we call upon the NA Standing Committee on IT to conduct the public hearing in a proper manner, by opening it to all concerned members of the public and invite the entire print and electronic media too, in the spirit of transparency and openness.

Das widerspricht den Grundsätzen für öffentliche Anhörungen.

Die Mitglieder des Aktionskomitees gehören definitiv zu den Betroffenen, aber wir sind beileibe nicht die Einzigen. Anstelle handverlesener Einladungen fordern wir den Ständigen Ausschuss für IT dazu auf, die öffentliche Anhörung in gehöriger Weise durchzuführen, indem sie für alle betroffenen Bevölkerungsteile geöffnet wird, einschließlich der Vertreter der Druck- und Online-Medien. Die Anhörung soll im Geiste der Transparenz und Offenheit erfolgen.

Das Catalyst Woman-Blog schlägt einen #Tweetstorm vor, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Bedenken gegen die derzeitige Fassung des Gesetzentwurfs zur Prävention von Computerkriminalität zu lenken. “Alle Aspekte dieses neuen Gesetzes sollten öffentlich diskutiert werden”, schreibt Mariam in ihrem Blog.

Afrikas Zweitsprachen

Don Osborne diskutiert einen auf der Webseite der Olivet Nazarene University veröffentlichten Artikel mit einer Grafik, aus der für die meisten Länder der Welt die jeweiligen Zweitsprachen hervorgehen. Er hebt zwei folgenschwere Probleme dieser Betrachtungsweise hervor:

The first issue is assuming that “The most spoken language in any country is often obvious; usually, it’s the official language of the country.” In Africa this often is not the case, if by “most spoken” one counts number of speakers. An example is Mali, whose linguistic profile was explored on this blog in discussing the long-tail of languages – Bambara is certainly more used than the official French.

Official language is a category that doesn't lend itself to ranking use of languages in Africa, beyond the (admittedly important) context of official use and its spillover to popular use. In the case of two countries at least, this runs into additional problems:
•South Africa has 11 official languages (the Olivet site incorrectly lists only one of them – Zulu – as official). So one of the official languages will be second most spoken. Perhaps that is Xhosa as indicated, but the model focusing on official languages hasn't worked here.
•Rwanda has three official languages (Kinyarwanda, French, and English), and Central African Republic two (Sango and French). Since the site doesn't consider these official languages in discussing second most widely spoken, it is reduced to stating that Swahili is “second” most used in Rwanda, and that indigenous languages are used in CAR – which doesn't tell us much.

Es wird unterstellt, dass “die meistgesprochene Sprache eines jeden Landes häufig ganz offensichtlich” ist, wenn man die jeweilige Amtssprache zugrunde legt. Zum Beispiel Mali: Das linguistische Profil des Landes ist in dem Blog anhand einer stark abflachenden und sehr breiten Häufigkeitsverteilung untersucht worden. Danach wird jedoch [das als Zweitsprache bezeichnete] Bambara weitaus häufiger gesprochen als das offizielle Französisch.

Der Begriff “Amtssprache” ist eine Kategorie, die nicht hinreicht, um in Afrika die Rangfolge der Sprachen jenseits des anerkannt wichtigen Kontextes des amtlichen Gebrauchs und der Ausstrahlung auf ihre tatsächliche Nutzung zu bestimmen. Bei zwei Ländern führt dieser Gesichtspunkt zu weiteren Problemen:

  • Südafrika hat 11 Amtssprachen (die Olivet Webseite listet fälschlicherweise davon nur eine einzige, nämlich Zulu, auf). Deshalb wird wohl eine dieser Amtssprachen als Zweitsprache fungieren. Wahrscheinlich ist es das auf der Webseite richtig angezeigte Xhosa, aber das auf die Amtssprache fokussierte Analysemodell hat an dieser Stelle versagt.
  • Ruanda hat drei Amtssprachen (Kinyarwanda, Französisch und Englisch) und die Zentralafrikanische Republik zwei (Sango und Französisch). Da die Webseite diese Amtssprachen nicht als Zweitsprachen in Betracht zieht, wird die Analyse auf die Erkenntnis reduziert, dass in Ruanda Swahili die Zweitsprache ist und das in der Zentralafrikanischen Republik die indigenen Sprachen diese Funktion übernehmen; ein nicht besonders hilfreiches Ergebnis.

Hier ist Teil 2 der Diskussion.

Palästina: Wie weit haben Israelis ihre Siedlungen seit 1948 ausgedehnt?

Der in Beirut ansässige Journalist Adam Rasmi teilt eine Infografik von “Visualizing Palestine”, die zurückverfolgt, wie weit sich die israelischen Siedlungsgebiete seit 1948 ausgedehnt haben:

Weitere Infografiken von “Visualizing Palestine” gibt es hier.

#IchWarAuchEingeschlafen: Schlafende lateinamerikanische Ärzte viral verbreitet

Es ist ein trendiges Thema unter dem Hashtag #YoTambienMeDormi [#IchWarAuchEingeschlafen]. Innerhalb einer Woche gab es 17.500 Kommentare auf Twitter. Die Geschichten zehntausender Ärzte in Mexiko und Lateinamerika, die in den sozialen Netzwerken Fotos teilen, auf denen sie während ihrer langen Krankenhausschichten schlafend abgebildet sind, haben sich viral verbreitet.

Alles begann, als ein Blogger einen Mediziner kritisierte, der nach einer Meldung von BBC schlafend auf einem Foto abgebildet war.

“Wir wissen, dass diese Arbeit ermüdend ist. Aber sie haben die Pflicht, in jedem Augenblick ihrer Verantwortung gerecht zu werden, wenn dutzende kranker Leute ihre ganze Aufmerksamkeit brauchen”, ist im Noti-Blog zu lesen, wo das Foto eines Internisten am Allgemeinkrankenhaus 33 in Monterrey, Mexiko, abgebildet ist, der um 3 Uhr morgens eingeschlafen war, als er gerade dabei war, für den 18. Patienten dieser Nacht den Behandlungsbericht auszufüllen.

Ich war auch eingeschlafen, denn wir sind keine Maschinen, sondern Menschen wie jeder andere

Ergänzend zur Solidaritätsbekundung ist diese spontane Kampagne auch eine Gelegenheit gewesen, zu zeigen, wie aufopfernd in diesem Berufsstand gearbeitet wird mit langen Schichten ohne Essen und ohne Schlaf, die nicht immer finanziell honoriert werden und auch nicht immer unter berufsüblichen Bedingungen ablaufen.

Burundi: Die humanitäre Krise, über die niemand spricht

50000 refugees have fled Burundi ( here at the border with Tanzania)  photo via Jamii Forums

50.000 Menschen sind aus Burundi geflohen (hier an der Grenze zu Tansania), Foto via Jamii Forums

Nachdem der burundische Präsident Nkurunziza seine Kandidatur für eine dritte Amtszeit bekannt gegeben hat  (was nach burundischer Verfassung unzulässig ist), breitet sich in dem Land eine schwere humanitäre Krise aus. Mindestens 50.000 Menschen sind aus dem Land geflohen, nachdem es Berichten zufolge in mehreren Städten zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen war. In den sozialen Medien wurden Informationen darüber unter den Hashtags #burundichaos oder #sindumuja verbreitet. Die folgende Infografik bietet eine Übersicht zur Situation der Flüchtlinge (Stand: 8. Mai)

UPDATE: Laut @Refugees sind im vergangenen Monat 50.000 Menschen nach Tansania, in die Demokratische Republik Kongo und nach Ruanda geflohen

Bangladesch, Mexiko und Syrien siegen bei den Bobs 2015

Die Gewinner der Best of the Blogs (Bobs) 2015, einem Preis, den die Deutsche Welle jährlich ausrichtet, sind jetzt bekannt gegeben worden. Onlineprojekte aus Bangladesch, Mexiko und Syrien wurden von einer internationalen Jury ausgewählt.

Projekte in 14 Sprachen standen in den Kategorien gesellschaftlicher Wandel, Privatsphäre und Sicherheit sowie Kunst und Medien im Wettbewerb. Dazu kommt der Publikumspreis.

Dieses Jahr erstmalig im Rahmen der Bobs ausgelobt wird der „Deutsche Welle Freedom of Spe