Wir übersetzen die Beiträge von Global Voices in viele Sprachen, damit die Bürgermedien aus aller Welt für alle zugänglich werden.

Erfahre mehr zu Lingua-Übersetzungen  »

· Oktober, 2013

Artikel vom Kurzmeldungen vom Oktober, 2013

VIDEO: “No Woman, No Drive” verblüfft Saudi-Arabien

Saudische Aktivistinnen hatten den 26. Oktober als Aktionstag gewählt, an dem gegen das Fahrverbot für Frauen im Königreich protestiert werden sollte. Während in den sozialen Netzwerken unter Hochdruck über immer mehr Frauen am Steuer berichtet wurde [en, ar], verbreitete sich auch ein hervorragendes Remake des Klassikers “No Woman, No Cry” von Bob Marley geradezu mit Lichtgeschwindigkeit. Mit dem A-capella-Lied drücken die Macher ihre Unterstützung für die mutigen Frauen aus, die die konservativen, sexistischen Gesetze und pseudowissenschaftlichen Gründe herausfordern, die ihnen das Recht auf Bewegungsfreiheit vorenthalten:

Roma-Gemeinden in der Slowakei in hohem Maß vom wirtschaftlichen Fortschritt ausgeschlossen

A Roma village in Eastern Slovakia; photo by Slawojar, used under Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Ein Roma-Dorf in der Ost-Slowakei; Foto von Slawojar, verwendet unter den Lizenzbedingungen der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0.

Ungefähr 500.000 Roma, das heißt etwas weniger als 10 Prozent der Landesbevölkerung, leben heute in der Slowakei. Statistiken zeigen, dass die sozio-ökonomische Transformation des Landes während der letzten zwei Jahrzehnte, einschließlich des EU-Beitritts im Jahr 2004, radikal an ihnen vorbeiging. [Die pakistanische Tageszeitung] The Nation berichtet [en] über den fehlenden wirtschaftlichen Fortschritt und die mangelnde Integration der Roma-Gemeinden in diesem und anderen EU-Ländern:

Eine von den Vereinten Nationen im Jahr 2011 durchgeführte Studie zeigt einen anhaltenden, alarmierenden Unterschied der sozio-ökonomischen Indikatoren zwischen Roma und Nicht-Roma-Bürgern in der Slowakei.

Die Statistiken stehen in deutlichem Kontrast zu dem, was man von einem EU-Mitgliedsstaat erwarten würde: Nur 19 Prozent der erwachsenen Roma haben einen höheren Schulabschluss, verglichen mit 78 Prozent der Nicht-Roma. Mehr als 90 Prozent der Roma leben unter der staatlichen Armutsgrenze und ihre Arbeitslosenquote ist höher als 70 Prozent – mehr als doppelt so hoch wie die der Nicht-Roma.

Léonarda, 15, während eines Schulausflugs verhaftet und dann abgeschoben

Léonarda Dibrani, 15, befand sich gerade auf einer Exkursion mit ihren Schulkameraden, als sie von der französischen Polizei, in der Nähe von Levier, Frankreich, im Gewahrsam genommen wurde. Später wurde sie mit dem Rest ihrer Familie [fr] als illegale Immigranten in den Kosovo abgeschoben. Die Dibranis flohen vor ungefähr fünf Jahren aus dem Kosovo, weil sie Roma sind. Léonarda erzählt die Geschichte ihrer Abschiebung und die Zustände in denen sie jetzt lebt , ohne dabei Albanisch oder Serbisch sprechen zu können. In einem sozialen Zusammenhang in dem die Roma Bevölkerung häufig stigmatisiert wird, hat die französische Regierung versprochen eine Untersuchung  der Bedingungen der Festnahme durchzuführen. Das Schlagwort #Leonarda ist seit der Verhaftung ein großes Thema in französischen sozialen Netzwerken und mehr als 3000 Menschen haben bereits eine Petition für ihre Rückkehr unterschrieben. Viele Beobachter haben angemerkt, dass das Gesetz in diesem besonderen Fall angemessen angewendet worden sei.         

Massive Proteste gegen Atomkraft in Tokio

Protesters hold signs against nuclear power on the streets of Tokyo. The population's concerns over nuclear power in Japan have increased after the radioactive spill in Fukushima.<br /> Photo by KAZUMAC, copyright (c) Demotix (October 13, 2013)

Demonstranten mit Plakaten gegen Atomkraft auf den Straßen von Tokio. Die Bedenken der Bevölkerung bezüglich der Atomkraft in Japan sind seit dem Reaktorunglück von Fukushima gewachsen.
Foto von KAZUMAC, copyright (c) Demotix (13. Oktober 2013)

Am 13. Oktober 2013 marschierten tausende Menschen durch die Straßen Tokios um gegen Atomkraft zu demonstrieren. Bei einer Kundgebung unter dem Motto Goodbye Genpatsu [ja], forderten Japaner die Abschaffung von Atomkraftwerken und die Nutzung umweltfreundlicherer Energiequellen.

Kenzaburo Oe, Träger des Nobelpreis für Literatur von 1994, sprach [ja] auf einer Versammlung von ungefähr 2000 Personen im Hibiya Auditorium

3.11で多くの日本人は原発をなくすことを決意した。しかし、今、多くの政治家にはその決意がない。私たちは、子ども達が明日の世界を生きていけない場所を原子力によって作り出してしまった。その責任を自覚し、人間が本質的に生きていける世界を取り戻す必要がある

Nach dem Erdbeben vom 11. März 2011 haben Japaner sich bemüht, die Atomkraftwerke zu reduzieren. Heute jedoch hat kein Politiker mehr die nötige Entschlossenheit dafür. Durch die Atomkraft haben wir unseren Kindern für die Zukunft einen sehr unangenehmen Ort zum Leben hinterlassen. Wir müssen dafür die Verantwortung übernehmen und zu einer Welt zurückkehren, in der die Menschen essenziell [natürlich] leben können.

Iran: “Massaker” an 52 unbewaffneten iranischen Dissidenten im Irak

Irakische Sicherheitskräfte verübten [en], laut Aussage der im Exil lebenden Iraner, am frühen Sonntagmorgen, dem 1. September 2013, ein “Massaker” an 52 unbewaffneten iranischen Dissidenten, in deren Lager im Norden von Baghdad, Mujahedeen-e-Khalq [en]. Netzbürger von Balatarin, einer beliebten Plattform zum Teilen von Links, teilten [fa] eine Reihe von Fotos, Filmmaterial und Posts im Zusammenhang mit diesem Angriff.

Verrückt nach Fußball in Bhutan

Bhutan nimmt unter den 209 Fußball-Nationen Platz 207 auf der FIFA-Rangliste ein. Nichtsdestotrotz sind die Bhutaner laut einem Bericht von Sogyel Tobgyel [en] seit Kurzem völlig verrückt nach Fußball.

Begehung des ‘World Habitat Day’ in Kambodscha

[Alle Links führen, sofern nicht anders gekennzeichnet, zu englischsprachigen Seiten.]

Protesters decry land rights violations in Cambodia. Photo from Facebook of Licadho

Demonstranten prangern Landrechtsverletzungen in Kambodscha an. Foto aus Facebook von Licadho

Mehr als 500 Kambodschaner nahmen an einem Protestmarsch anlässlich des “World Habitat Day” in Phnom Penh teil, um auf Zwangsräumungen und Auseinandersetzungen um Landbesitz aufmerksam zu machen.

Chinesische Netzbürger reagieren: Was ist Patriotismus?

Im Zuge der Nationalfeiertage befragte Chinas Staatsmedium CCTV Leute auf der Straße: “Was ist Patriotismus?”. Ihr könnt euch die gewaltige Kluft zwischen Antworten von Jungen und Alten (oder Konservativen und Liberalen) vorstellen. Offbeat China hat einige Kommentare online übersetzt [en] und die Diskussion geht dort weiter, die Frage erörternd was denn nun Patriotismus für die Durchschnittsperson sei. Für manche ist es Nationalismus, für manche Progressivismus und für manche ist es die Gelegenheit zu einem sarkastischen Sticheln auf die Mächte. Einer sagte:

Patriot sein bedeutet zu immigrieren um des Landes Last zu reduzieren.

 

“Ohne Papiere bist du ein Niemand” in Kirgisistan

Hunderte Menschen, die in Kirgisistan leben, besitzen keine Ausweisdokumente des Landes. Dadurch sind diese Menschen “unsichtbar” für die Behörden, wie Diana Rahmanova schreibt [ru]:

Im Wesentlichen kannst du sagen, “Hier bin ich. Ich existiere. Ich lebe. Hier. Das ist mein Körper, mein Gesicht. Sieh mich an. Ich lüge nicht!”.

Aber diese Aussagen sind keine große Hilfe, wenn man mit einer staatlichen Institution zu tun hat, sei es ein Krankenhaus, die Polizei oder eine Schule …

Wie man sagt, ohne Papiere bist du ein Niemand. Du bist “unsichtbar”, du existierst nicht!

Die Bloggerin postet auch Präsentationen und Videos (auf Russisch) von einer vor kurzem stattgefundenen Veranstaltung, welche die Probleme der Menschen ohne Ausweispapiere in dem Land zum Thema hatte.

Online-Kampagne für Frieden in Mosambik

Das Blog Mozmaniacos [pt] hat eine Online-Kampagne für den Erhalt des Friedens in Mosambik gestartet, der nach zwanzig Jahren angesichts der jüngsten Ereignisse mehr als gefährdet ist. Unter dem Hashtag #MozQuerPaz (#MozWillFrieden) können Nutzerinnen und Nutzer auf Facebook, Twitter und Instagram ihre Fotos und persönliche Nachrichten veröffentlichen, um die Kampagne zu unterstützen.

Projekt zum Schutz von Haien in Thailand

Das eShark [en] Projekt in Thailand wurde vor dem Hintergrund eines gemeldeten Rückgangs [en] von Hai-Sichtungen in Thailand um 95 Prozent ins Leben gerufen.

Die Erkenntnisse aus dem eShark Projekt in Thailand werden dazu genutzt werden, um ein Bewusstsein für den Rückgang der Haipopulationen in Thailand zu schaffen. Zusätzlich soll dieses Projekt dabei helfen, die Durchsetzung von geschützten Meeresgebieten zu verbessern und die Wichtigkeit von fangfreien Zonen zu betonen.

Dandin.me: Eine Plattform für Nachwuchstalente im Nahen Osten

Seit dem 10. Oktober ist die innovative, unabhängige Plattform Dandin.me offiziell online. Abdel-Rahman Hussein, einer der in Ägypten lebenden Gründer der Website, erklärt die Ziele des Projekts:

The rationale behind it was our desire to create an audio platform that would manage to encompass a wide array of emerging talent in the region, in their respective arenas. It is a platform for expression, in whatever guise, and the flip side of that is the hope that this expression finds an engaged audience via the platform.

Ausschlaggebend für die Website war unser Wunsch danach, eine Audio-Plattform zu schaffen, die einen Raum für aufstrebende Talente aus den unterschiedlichsten Gebieten in der Region bietet. Hier können sich Nachwuchstalente in verschiedenster Art und Weise ausdrücken und wir hoffen, dass über die Website eine Interaktion mit den Hörern stattfindet.

Screenshot of Dandin.me front page.

Screenshot der Startseite von Dandin.me.

“Stoppt die Bedrohung von Familienmitgliedern iranischer Journalisten”

Eine Gruppe iranischer Netzbürger und Internetaktivisten schrieb [fa] einen  offenen Brief [fa] an den iranischen Präsidenten Hassan Rouhani und forderte ihn auf, seine Autorität einzusetzen, um der Bedrohung [en] von Familienmitgliedern iranischer Journalisten ein Ende zu machen. Über 100 Personen im Iran und Ausland unterzeichneten diesen offenen Brief.

 

Nepalesischer Journalist wegen des Teilens von Nachrichten auf Facebook verhaftet

Laut einem Bericht von Aakar Anil [en] wurde der Herausgeber der nepalesischen Wochenzeitschrift Share Bazaar Weekly, Dinesh Acharya,  am 30. September 2013 in Kathmandu, Nepal, verhaftet, nachdem er einen Nachrichtenartikel auf einer Facebook-Seite geteilt hatte. Die Anklage lautete auf Verstoß gegen den kontroversen Paragraph 47 des Gesetzes zum elektronischen Geschäftsverkehr, nachdem ein Industrieller eine Beschwerde eingereicht hatte.

Costa Rica: ‘Grüne Richter’ gegen illegale Bauunternehmer

Auf Culture Unplugged ist ein kurzer Dokumentarfilm [auf Englisch] mit dem Titel “Costa Rica, ein Land steht zum Verkauf” zu sehen:

Zwischen dem Pazifik und der Karibik ist das kleinste Land in Mittelamerika nun der Verteidiger der Artenvielfalt des Planeten. Seit einigen Jahren jedoch hat der Erfolg des Ökotourismus Costa Rica in eine unkontrollierbare Verstädterung getrieben. Heutzutage steht das Land zum Verkauf, ungeachtet der Artenvielfalt. Deswegen hat der Staat das Umweltgericht gegründet. Der Kampf ist eröffnet und die “grünen” Richter haben den illegalen Bauunternehmern den Krieg erklärt.

Hunger auf Haiti

Warum – wenn das Land Essenshilfen im Wert von mindestens einer Billion US-Dollar zwischen 1995 und dem Erdbeben von 2010 bekommen hat – ist Hunger im Aufmarsch?

Haiti Grassroots Watch [en] untersucht “Beschwerden und Gerüchte über den Missbrauch oder die negativen Effekte von Essenshilfen.

Unterwäsche-Bombardement auf Nordkorea?

Eine schwedische Unterwäschemarke startete eine irrwitzige Werbekampagne mit dem Titel “Weapons of Mass Seduction” (deutsch: Massenverführungswaffen), die verspricht 450 Paar kostenlose Unterwäsche aus der Luft auf das Land abzuwerfen, aus dem bis zum 31. Oktober die meisten Votes kommen. Bis jetzt war Nordkorea auf Platz eins mit 5.500 abgegebenen Stimmen und die Neuigkeit hat viele Kommentare in südkoreanischen Onlinetreffpunkten generiert.