· September, 2013

Artikel vom Kurzmeldungen vom September, 2013

Warum Laos eine hohe Kinder- und Müttersterblichkeit hat

Dee Harlow führt zur Erklärung, warum Laos die höchste Kinder- und Müttersterblichkeit in Südostasien hat, mehrere Faktoren an:

Viele Faktoren tragen dazu bei, dass werdende Mütter nicht die von ihnen benötigte Betreuung erhalten, darunter geographische Abgelegenheit, fehlende Infrastruktur und jahreszeitliche Einschränkungen beim Reisen auf schlechten Straßen, fehlende Transportmöglichkeiten oder Geld zu deren Bezahlung, geringes Wissen um die Gesundheitsanforderungen bei der Schwangerenvorsorge oder die dafür vorhandenen Dienste sowie die familiäre Priorität für den Lebensunterhalt zu sorgen und andere Pflichten im Haushalt.

Unterernährung während der Schwangerschaft, welche in Laos vorherrschend ist, kann zu einem geringen Geburtsgewicht des Säuglings führen, was wiederum zu schlechter Gesundheit bei Kleinkindern führt, woraus schließlich eine erhöhte Sterblichkeit durch Krankheit oder Seuchen resultiert.

In der Zentralafrikanischen Republik “hoffen wir immer noch auf ein friedliches Zusammenleben”

Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik. CC License-BY-2.0

Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik. CC License-BY-2.0

Während der Konflikt zwischen den Rebellen der “Séléka” und der Zentralafrikanischen Republik weiter wütet, steigt die Anspannung in der Stadt Bossangoa. Die Einwohner befürchten, dass der Konflikt in offene Kämpfe zwischen Christen und Muslimen übergeht. Einige hoffen jedoch noch auf eine Beruhigung der Lage, unter ihnen der Imam der zentralen Moschee [fr]:

C’est notre pays, nous sommes aussi natifs. Mais nos frères chrétiens nous prennent toujours pour des étrangers. Ils nous assimilent à leur malheur et nous ne comprenons pas. Nous demandons aussi la paix..

Dies ist auch unser Land, wir sind hier geboren. Aber unsere christlichen Brüder sehen uns immer noch als Fremde an. Sie halten uns für die Ursache ihrer Probleme und wir wissen nicht warum. Auch wir hoffen immer noch auf Frieden..

Die humanitäre Notlage im Land verschlimmert sich täglich. Hippolyte Donossio berichtet, dass im Lauf des Wochenendes 150 Menschen getötet und Tausende von Häusern durch die Rebellen niedergebrannt wurden.

Osttimor: „Alphabetisierung bleibt auf der Strecke“

"East Timor waiting for school to start", Same (06/09/2010). Photo by john.hession on Flickr (CC BY 2.0)

„Osttimor wartet auf den Schulbeginn“, Same (06/09/2010). Foto von john.hession auf Flickr (cc-by 2.0)

Zum Weltalphabetisierungstag am 8. September präsentierte [en] die The Asia Foundation in ihrem Blog „In Asia“ erschreckende Zahlen über die Qualität des Bildungssystems von Osttimor, ein Land, in dem „Bildung, insbesondere Alphabetisierung, zu oft auf der Strecke bleibt“:

World Bank research found that 70 percent of first grade students in Timor-Leste were unable to read a single word of a simple text passage randomly selected in either of the country’s official languages, Portuguese or Tetun.

Eine Untersuchung der Weltbank ergab, dass 70 Prozent der Erstklässler in Osttimor nicht in der Lage waren ein einziges Wort eines zufällig ausgewählten Textabschnitts zu lesen, und das in keiner der beiden Amtssprachen des Landes, Portugiesisch und Tetum.

Der Blogbeitrag ‘The Silent Crisis in Timor-Leste’s Development Trajectory‘ [en] der beiden Ländervertreter der The Asia Foundation in Osttimor, Susan Marx [en], und Mário F. Costa Pinhero [en], geht auf die viel diskutierte Sprachpolitik des jüngsten asiatischen Landes ein. Wie Global Voices 2011 berichtete [en], gibt es in Osttimor sechzehn Amtssprachen und dutzende Dialekte. Der Beitrag beschreibt die Fortschritte und Hindernisse der Regierungsstrategie und stellt fest, dass „die größte Herausforderung darin liegt, dass es keine echte Kultur des Lesens gibt.“

Iran: Zugang zu Facebook und Twitter erneut gesperrt

Internetnutzer im Iran konnten am Dienstag nicht auf Facebook und Twitter zugreifen [en]. Zahlreiche Blogger und Nachrichtendienste berichteten  [fa], dass Facebook und Twitter am Montag, den 16. September, zum ersten Mal seit 2009 für Nutzer im Iran weitgehend zugänglich war. Von Seiten der iranischen Behörden wurde der Vorfall als technische Panne abgetan [en].

Sri Lanka: Erzwungene Geburtenkontrolle in drei Dörfern

Die Internetseite Groundviews [en] berichtet, dass die Mütter von Kindern unter fünf Jahren aus drei Dörfern des Distrikts Kilinochchi im Norden Sri Lankas zum Bezirkskrankenhaus der Stadt Veravil zitiert wurden, um ihre Kinder wiegen zu lassen und eine Impfung zu erhalten. Laut des Berichts haben Ärzte und Krankschwestern durch verbale Nötigung und die Manipulation medizinischer Informationen die Frauen zu Etonogestrel-Implantaten – das sind subkutane Implantate langfristig wirkender Verhütungsmittel – überredet.

Vietnamesischer Blogger erhebt Stimme gegen staatliche Repressionen

Nguyen Bac Truyen legte bei einer Menschenrechtsveranstaltung in Genf Zeugnis ab über die Repressionen, unter denen Blogger und Aktivisten in Vietnam leiden:

Seit der vietnamesische Präsident Truong Tan Sang Ende Juli von einem Besuch bei Präsident Obama in den Vereinigten Staaten zurückgekehrt ist, sind die Unterdrückungsmaßnahmen durch die Regierung in eine neue, gewaltsamere Phase übergegangen. Blogger und Aktivisten werden direkt ins Visier genommen. Die Geheimpolizei misshandelt uns und schüchtert uns ein. Sie schrecken vor nichts zurück, um vietnamesische Menschenrechtsaktivisten, Blogger und Regimekritiker zu terrorisieren und zu unterdrücken.

Social Media Week diskutiert Prinzipien einer kollaborativen Welt

Alle Links in diesem Artikel führen, soweit nicht anders gekennzeichnet, zu englischsprachigen Webseiten.

#smw13

Folgt @socialmediaweek auf Twitter oder den Hashtags der Veranstaltung: #SMW13 (allgemein), #SMWBerlin#SMWBog (Bogota), #SMWChicago#SMWLDN (London), #SMWLA (Los Angeles), #SMWMumbai#SMWSP (São Paulo), #SMWTo (Toronto).

Die weltweite Veranstaltung Social Media Week, die “Menschen, Unternehmen und Organisationen zusammenbringt, um zu erkunden, wie wir uns als Gesellschaft vernetzen und kommunizieren”, wurde heute am 23. September 2013 eröffnet.

Es ist in diesem Jahr bereits die zweite Ausgabe dieser weltweiten Konferenz, die zeitgleich an Orten wie Berlin, Bogotá, Chicago, London, Los Angeles, Mumbai, São Paulo und Toronto stattfindet. Über 1.000 Veranstaltungen sind geplant, die “den sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Einfluss sozialer Medien untersuchen”.

Das weltweite Leitthema des fünften Jahres der Social Media Week lautet “Offen & vernetzt: Prinzipien für eine kollaborative Welt”.

Siehe auch den Beitrag auf Global Voices – Italien: Social Media Week in Mailand und weltweit (2010)

Iran: Facebook und Twitter wieder zugänglich

Zahlreiche Blogger und Nachrichtendienste berichteten [fa], dass Facebook und Twitter am Montag, den 16. September, zum ersten Mal seit 2009 für Internetnutzer im Iran weitgehend zugänglich war.  Außenminister Javad Zarif [de] und zahlreiche andere iranische Politiker nutzen Facebook und Twitter.

Erster Langspielfilm Osttimors feiert Premiere

[Alle Links führen zu englischsprachigen Webseiten.]

Co-Director Bety Reis. A Guerra Da Beatriz is co-written by Irim Tolentino, an award winning Timorese author, and Luigi Acquisto.  Stella Zammataro is the producer and Jose Da Costa from Dili Film Works is co-producing. The crew is made up of over thirty Timorese across all departments. Four Australian crew, with a long connection to East Timor, also worked on the film.

Co-Regisseurin Bety Reis und die Filmcrew, die aus mehr als 30 Timorern aus allen Teilen des Landes besteht.

Heute, am 17. September 2013, findet in Díli die Erstaufführung des ersten in Osttimor produzierten und gedrehten Langspielfilms namens A Guerra da Beatriz (Der Krieg der Beatriz) statt. Die Liebesgeschichte umfasst die Jahre der indonesischen Besetzung und geht darüber hinaus (1975 – 2009):

[Und trifft auf] die bewegendsten Themen des modernen Osttimors: Vergebung, Versöhnung und Gerechtigkeit.

Die Produzenten des Films, FairTrade Film und Dili Film Works, vertrauten einer Fundraising-Kampagne, um den Film zu verwirklichen. Auch eine im Frühjahr 2011 gestartete Crowdfunding-Kampagne auf indiegogo und einer Reihe von wöchentlichen Drehzeiten, die auf der Facebook-Seite von A Guerra da Beatriz veröffentlicht wurden, halfen bei der Finanzierung des Filmes.

Altersarmut am Bankschalter

“Mama Miez” beschreibt in ihrem Blog “Bis einer heult“, in dem sie gewöhnlich von Erlebnissen mit ihren Kindern berichtet, eine Begegnung, welches ihr das Thema Altersarmut sehr nahe brachte. Sie schreibt:

„14,58 Euro“, höre ich den Bankberater hinter mir sagen. Und dann noch etwas lauter: „Sie haben vierzehn Euro achtundfünfzig auf ihrem Konto.“ Mich schaudert es und unwillkürlich drehe ich mich etwas zur Seite, um die Dame doch wieder sehen zu können. Sie lässt traurig den Kopf hängen, hat die Hände im Schoß gefaltet und seufzt. Was sie dem Bankberater antwortet verstehe ich nicht, aber seine Antwort ist freundlich: „Na ja, ein bisschen mehr als Nichts ist es schon.“

Ich wende mich wieder dem Bankschalter zu und sehe, wie der Bankberater in die Kasse greift und vor der Dame zwei 5 Euro Scheine auf den Tisch legt. Ich sehe ihm an, wie zerrissen er ist, wie unwohl er sich im Moment fühlen muss und weiß genau, dass er ihr zwei 5 Euro Scheine gibt, damit es ein bisschen mehr aussieht, als es eigentlich ist. Der Kloß in meinem Magen wird dicker und schwerer.

Wie sich die Geschichte weiterentwickelte, kann man hier nachlesen.