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· August, 2013

Artikel vom Kurzmeldungen vom August, 2013

Kolumbien: Streik weitet sich aus

Der landesweite Streik in Kolumbien, der am 19. August als Agrar-Streik seinen Anfang nahm [en], weitet sich immer mehr aus und erfährt inzwischen aus weiten Teilen der Gesellschaft Unterstützung. In Colombia Reports [en] schreibt Steven Cohen:

Mehr als 10.000 Menschen haben am vergangenen Montagabend in den großen Ballungszentren Kolumbiens an sogenannten “cacerolazos” — Proteste, bei denen die Demonstranten mit Töpfen und Pfannen Lärm erzeugen — teilgenommen und dadurch ihre Unterstützung für den Agrar-Streik zum Ausdruck gebracht. Zudem haben weitere Berufsgruppen wie die der Bergarbeiter, Transportunternehmer und des Gesundheitspersonals angekündigt sich den Protesten der Landwirte anzuschließen.

[…]

In Kolumbien rufen immer mehr Menschen die Regierung dazu auf, die Anliegen der Streikenden ernst zu nehmen und Maßnahmen zu ergreifen, um die katastrophale wirtschaftliche Lähmung zu bekämpfen, die sich auf zahlreiche Teile des Landes bereits negativ auswirkt.

Hong Kong: Menschen, die in Käfigen leben

Hong Kong artist, Kwong Chi Kit worked in conjunction with a local poverty concern group, SoCO (the Society for Community Organisation), created miniature 'cage people' as part of an anti-poverty campaign. More from Hongwrong.com

Der Künstler Kwong Chi Kit aus Honk Kong arbeitete zusammen mit einer lokalen Interessengruppe gegen Armut, der SoCO (Society for Community Organisation – Gemeinschaft für Gemeinschaftsorganisation); sie kreierten Mini- ‘Käfigmenschen’ als Teil einer Anti-Armutskampagne. Mehr auf Hongwrong.com

Eine Lektion in Würde aus Syrien

Dieser Beitrag ist Teil unseres Dossiers Überleben in Syrien [en].

Auf seiner Facebook-Seite [ar] verleiht der “Rebellenzeichner von Hauran” seinem Zynismus Ausdruck bezüglich des arabischen Schweigens nach den “Angriffen mit Chemiewaffen” [en] auf Ghouta, einem Vorort von Damaskus. Er postet eine Zeichnung, auf der ein Araber einem syrischen Kind ein Flugblatt aushändigt. Es soll das Kind darüber informieren, wie es sich selbst vor chemischen Kampfstoffen schützen kann. Das Kind überreicht daraufhin dem Araber eine Anleitung zum Leben in Würde.

Quelle: “Rebellenzeichner von Hauran” auf Facebook

Überfüllte Gefängnisse in Indonesien

Leopold Sudaryono behandelt das Problem der Gefängnisüberfüllung [en] in Indonesien. 2011 gab es 114.000 Gefangene im Land. Gefängnisse waren Berichten zufolge um 45 Prozent des Durchschnitts überfüllt. Unter den Faktoren, die zu dem Problem beitragen, sind der Mangel an alternativen Strafoptionen und Verspätungen in der Verwaltung des Kriminaljustizsystems.

In the Indonesian context, prison overcrowding is a sign of a disintegrating criminal justice system, in which law enforcement agencies prioritise the function of their own institutions at the expense of other parts of the system.

Im indonesischen Kontext ist Gefängnisüberfüllng ein Zeichen für ein bröckelndes Kriminaljustizsystem, in welchem die Strafverfolgungsbehörden die Funktion ihrer eigenen Institutionen zu Lasten anderer Teile des Systems zur Priorität machen.

Indigene Guatemalteken halten friedlichen Protest ab

Im Rahmen des Internationalen Tages der indigenen Bevölkerungen demonstrierten Indigene in ganz Guatemala für die Einhaltung ihrer Rechte.

Cultural Survival berichtete [en] von den friedlichen Prostesten am 9. August 2013:

Die allgemeine Stimmung der Protestler richtete sich, so die indigene Anführerin Paulina Culum, “gegen die Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Korruption, die [indigene] Gemeinden in Guatamala seit über 500 Jahren heimsuchen, und es heute noch tun”.

Auf der umfassenden Liste der Initiativen und Forderungen, die während der Proteste präsentiert wurden, war auch der Gesetzesentwurf 4087 [en] der Bewegung für Gemeinderadios, welcher die Legalisierung von Gemeinderadios im Land vorschlägt.

Diese Übersetzung wurde von unserer ehrenamtlichen Übersetzerin Barbara Rühling angefertigt.

Iran: inhaftierter Blogger im Hungerstreik

Hossein Ronaghi Malki [en], ein inhaftierter Blogger, der derzeit eine 15-jährige Haftstrafe im Gefängnis verbüßt, hat letzte Woche einen Hungerstreik angetreten [en]. Eine Facebook-Kampagne ist gestartet worden, um ihn zu unterstützen [en].

Bukarest, nicht Budapest: Ein Schokoriegel erklärt den Unterschied

Die Hauptstädte von Rumänien und Ungarn, Bukarest und Budapest also, werden so oft verwechselt, dass diejenigen, die sich in der Region nicht auskennen oft Flugtickets nach Bukarest buchen, wenn sie doch eigentlich nach Budapest wollten und umgekehrt. Tatsächlich hatten 400 Fußballfans aus Spanien letztes Jahr einen Flug zum 2012 Europa League-Finale nach Budapest gechartert. Ihr einziges Problem war, dass das Finale in Wirklichkeit in Bukarest war.

Bucharest, Not Budapest; one of the official images of the ROM chocolate advertising campaign.

Bukarest, nicht Budapest; eines der offizielen Bilder der ROM Werbekampagne.

Ein rumänischer Chocolatier hat eine Kampagne gestartet um diese Verwirrung auf deliziös-originelle Weise aufzuklären. Das Video im Anschluss und ein Podcast von PRI's The World, erklärt mehr darüber und über weitere Bemühungen, um Reisenden zu helfen die beiden osteuropäischen Städte auseinanderzuhalten, während ein Reise- und Kunstblog weitere Bilder der kompletten Werbekampagne zur Verfügung stellt.

Historiker nimmt pessimistischen Abschied von Mazedonien

Der Historiker, Analytiker und Blogger [en] Harald Schenker, der seit 1999 in Mazedonien gelebt hat und nun in die Schweiz zieht, hat mit seinem Abschied [en] von einem “gescheiterten Mazedonien” zu Aufruhr in den sozialen Netzwerken geführt. In seiner Abschiedsnotiz diagnostiziert er den Untergang des Landes und ruft dazu auf, die mazedonische Gesellschaft wiederherzustellen. Der Artikel hat bereits mehr als 900 Likes bei Facebook und wurde über 80-mal auf Twitter geteilt.

(more…)

Wikipedia auf Guaraní

In diesem Jahr hat das spanischsprachige Wikipedia die Grenze von einer Millionen Artikeln überschritten und ein Benutzerhandbuch auf Guaraní herausgegeben. Die Idee dahinter ist, die Guaraní-sprechende Netzgemeinschaft dieser großartigen Plattform wiederzubeleben. Bislang gibt es lediglich 20 Aufsätze in der Sprache.

[…]

Wenn Du Dich an diesem Projekt beteiligen möchtest, dann lade das Handbuch Wikipedia auf Guaraní [gn] herunter und trete der Community Vikipetã [gn] bei!

Maricarmen Sequera schreibt über Wikipedia auf Guaraní in ihrem Blog Hallucina [es].

Eine brasilianische Fußballmannschaft setzt sich gegen Rassismus ein

Ein Video [pt], das am 12. August veröffentlicht wurde, zeigt einige der Hauptspieler – mit verschiedenen Hautfarben – der brasilianischen Mannschaft Grêmio de Porto Alegre [pt], um über Rassismus zu sprechen. Die Initiative unterstützt eine neue Regelung der FIFA, die die Strafen für rassistisches Verhalten im Fußball verschärft [pt]. Die Regelung wurde im Mai einstimmig verabschiedet.

Während in Europa die Kampagnen und Diskussionen um Rassismus im Laufe der Jahre lauter geworden sind, wird das Thema in Brasilien innerhalb der Stadien noch wenig besprochen.

In dem Video, erzählt Zé Roberto, ein Mittelfelderspieler von Grêmio und ehemalige Spieler in der brasilianischen Nationalmannschaft, dass er als Spieler nie von Rassismus betroffen war, aber bevor er eine Karriere im Sport machte, wurde er in einem Jobinterview wegen seiner Hautfarbe diskriminiert. Defensiver Mittelfelderspieler Matheus Biteco erinnert sich an einen Moment aus seiner Kindheit, als ein Wachmann im Supermarkt ihn, seinen Vater und seinen Bruder Guilherme, der auch bei Grêmio spielt, angegriffen hat.

Die Kampagne wurde auch in den sozialen Medien durch das Hashtag #azulpretoebranco (#blauweissundschwarz), in Bezug auf die Farben der Mannschaft, geteilt.

Amina kehrt Femen wegen „Islamophobie“ den Rücken

Die tunesische Frauenrechtlerin Amina, die Anfang August aus dem Gefängnis entlassen wurde, hat der Femen-Bewegung den Rücken gekehrt weil sie den Mitgliedern Islamophobie vorwirft. Folgendes Statement findet sich auf Femens Internetseite:

FEMEN bestätigt die Trennung von der tunesischen Aktivistin Amina Tyler aufgrund von Meinungs-verschiedenheiten bezüglich der Methoden in islamischen Ländern (…) FEMEN appelliert an neue Heldinnen, die bereit sind, für ihren Mut zu kämpfen, die verkommenen Grundfesten der islamistischen Welt zu erschüttern. Freiheit für die Frauen des Ostens!“

Amina Sboui stellte dieses Bild auf die Femen Website. Quelle: Creative Common License Maolofreira

Amina Sboui stellte dieses Bild auf die Femen Website. Quelle: Creative Common License Maolofreira

Am 15t. August veröffentlichte Amina ein weiteres „oben ohne“ Bild bevor sie ihre Entscheidung, die Bewegung zu verlassen, verkündete. Dieser Aufruhr trägt nicht gerade zu einem besseren Verständnis von Femens Zielen bei.

Ägypten: Gefangen zwischen einem Zombie und einem Vampir!

Die aktuelle Situation in Ägypten ist für jeden eine Herausforderung: für Diplomaten, Bürger und Kommentatoren. Das Militär hat unverhältnismäßige Gewalt angewendet, um Sit-ins der Muslimbrüder und ihrer Anhänger zur Unterstützung des früheren Präsidenten Mohammed Mursi aufzulösen. Um diese komplexe Situation darzustellen, zeigt der ägyptische Künstler Ganzeer das Militär als Vampir und Mohammed Mursi (der die Muslimbrüder verkörpert) als Zombie. Der Text lautet:

Der eine isst euer Gehirn. Der andere saugt euer Blut.

Gefangen zwischen einem Zombie und einem Blutsauger

“Gefangen zwischen einem Zombie und einem Blutsauger” Kunst von Ganzeer.

Das Bild ist auch auf Arabisch verfügbar.

Iran: Mehr als 200 Leute bei Rockkonzert verhaftet

Sazmakhfi schreibt, dass 220 Leute bei einem Rockkonzert am Freitag in Teheran verhaftet wurden. Iranische Sicherheitskräfte erlaubten der iranischen Metalband Dawn of Rage nicht, ihr Konzert zu spielen.

Zurück aus Deutschland: Arbeiter in Mosambik warten auf zugesagten Lohn

Jeden Mittwoch versammeln sich Dutzende Mosambikaner in den Hauptstraßen der Hauptstadt Maputo und schwenken deutsche Flaggen oder halten sie in der Hand. Sie werden “Magermans” genannt, das bedeutet, dass sie aus Deutschland zurückgekehrt sind. Seit über 20 Jahren demonstrieren sie nun für die noch ausstehenden Lohnzahlungen aus der Zeit nach der Unabhängigkeit, als die sozialistische Regierung über 18.000 Mosambikaner in die damalige DDR geschickt hatte.

Als sie nach der Unabhängigkeit 1975 ihr Land verließen, wurden sie geschickt, um “sich weiterzubilden, zu arbeiten und Wissen über den Wiederaufbau zu erlangen”, erklärt ein Video von Adam Thomas:

Als die Mauer 1989 fiel, kamen viele zurück. Sie hatten nicht das gefunden, wonach sie gesucht hatten und seitdem demonstrieren sie.

Ein Bericht [en] von Louise Sherwood bei IPS News zeigt, dass “die Arbeiter 40 Prozent ihres Lohns erhalten haben, und dass die restlichen 60 Prozent nach Mosambik geschickt wurden”:

Ein Dokument [von 2002], im Besitz der Magermans, und von der Bundesregierung veröffentlicht, zeigt, dass die ehemalige DDR 74,4 Millionen Dollar an Löhnen und 18,5 Millionen Dollar an Sozialabgaben gezahlt hat. Dies entspricht pro Arbeiter ungefähr 5.000 Dollar. Die mosambikanische Regierung erkannte aber nur einen kleineren Betrag der geschuldet wird an und hat begonnen, einigen Arbeitern zwischen 10.000 und 15.000 Meticais [251 – 377 €] zu zahlen.