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· April, 2014

Artikel vom Kurzmeldungen vom April, 2014

Kleiner etymologischer Überblick über die Namen afrikanischer Länder

Netafrique.net erklärt [fr] die Herkunft der Namen von 51 afrikanischen Ländern:

Wusstet ihr schon, dass Burkina Faso in den Sprachen Moré und Dioula “Land der rechtschaffenen Menschen” bedeutet? Dass die Côte d'Ivoire ihren Namen dem an der Küste betriebenen Handel mit Elfenbein verdankt? Dass der Name des Landes Kamerun auf das portugiesische Wort für “Krabben” zurückgeht? Hinter den Namen der Länder Afrikas verbirgt sich häufig eine Geschichte, die entweder mit der Kolonialzeit oder mit autochthonen Völkern und Stämmen verbunden ist.

Weitere Etymologien lauten [Auswahl der Übersetzerin]:

Komoren
Der Name kommt aus dem Arabischen, Djaza'ir al Qamar, was “Mondinseln” bedeutet.

Eritrea
Eritrea wurde so benannt von den italienischen Kolonisten, ausgehend vom lateinischen Namen des Roten Meers, Mare Erythraeum.

Madagaskar
Der Begriff leitet sich vom Namen der Insel in madagassischer Sprache ab, Madagasikara, der seinerseits auf das Proto-Malaiische zurückgeht und “Ende der Welt” bedeutet – ein Verweis auf den langen Weg, den es zurückzulegen galt, um vom Herkunftsort eines Teils der Bevölkerung – Südostasien – zur Insel zu gelangen.

Namibia
Namibia kommt vom Namen der Wüste Namib an der Atlantikküste. Namib bedeutet in der Sprache Nama “Gegend, in der es nichts gibt”.

Venezuela: Schlussfolgerungen aus dem Dialog

"El mapa que no queremos ver". Imagen del usuario Juan Carlos Aristimuño en Flickr. Usada bajo licencia  Atribución-SinDerivadas 2.0 Genérica (CC BY-ND 2.0).

“Die Karte, die wir nicht sehen wollen”, Bild von Juan Carlos Aristimuño auf Flickr. Verwendung unter der Lizenz Atribución-SinDerivadas 2.0 Genérica (CC BY-ND 2.0).

Daniel Lara Farías [es] schreibt [es] auf dem Portal infoCIUDADANO über den Dialog [en] zwischen der Regierung und der Opposition. Er kritisiert den Präsidenten der Nationalversammlung, Diosdado Cabello:

Da Diosdado selbst innerhalb der Fraktion der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas unglaubwürdig ist, ist das Parlament nicht in der Lage, zu debattieren. Es muss daher ein Dialog im Miraflores-Palast [der offiziellen Residenz des Präsidenten von Venezuela] geführt werden, dem internationale und geistliche Bürgen beiwohnen. Denn dank der Art und Mittel von Diosdado kann niemand mehr an die Gespräche eines Regimes glauben, das mitten in einer Plenarsitzung eine Vertreterin der Opposition als Prostituierte bezeichnet, einem Abgeordneten der Demokratischen Aktion [sozialdemokratische Partei] den Kopf einschlägt und dem Rest das Rederecht verwehrt. Das heißt, Diosdado hat Verhandlungen im Parlament untersagt.

Er kritisiert aber auch den Oppositionspolitiker Henrique Capriles:

Hat aber Capriles Recht, wenn er sagt, dass die politische Krise im April 2013 ihren Anfang hatte, als er der Wahlen beraubt worden sei, dann bleibt einem nichts anderes übrig, als auch ihn dafür verantwortlich zu machen. Er verbrachte ein Jahr damit, träge fortzufahren, ohne aufs Gaspedal zu drücken. Ein Jahr später entzündet sich am Frust der Bürger Gewalt, die wissen, dass sich ihre Probleme auftürmen und die Regierung sich nicht daran macht, sie zu lösen. Wir können die Regierung nicht abwählen, weil die Wahlen fest sind. Wer sind die Verantwortlichen? Diejenigen auf der Straße, die sich der Bedrohung von Gefängnis, Tod und Verfolgung aussetzen? Oder die, die die Wahlen gestohlen haben und die Trottel, die es zugelassen haben, selbst der Wahlen beraubt zu werden?

إنترنت_شفاف# – Beteilige dich an #Internet_transparent

Sitc

Das Programm “Transparenz und Rechenschaftspflicht” des Support for Information Technology Center (SITC) [en] [Zentrums für Informationstechnologie-Support] organisierte am 7. April einen Tag, an dem Blogger zum Thema “Transparenz der Tätigkeiten von Unternehmen, die Internetdienste anbieten” schreiben sollten. Ziel war es, einen Dialog über in Ägypten tätige Unternehmen und ihre Arbeitsweise zu starten. Es ging außerdem darum, inwieweit diese Unternehmen Transparenzstandards erfüllen, die dem Verbraucherschutz dienen und was die Mindestanforderung für die Umsetzung eines gewissen Werts an Transparenz erforderlich ist, um die Rechte von Nutzern sicherzustellen.

Der Tag, an dem auf Twitter und Facebook unter dem Hashtag #إنترنت_شفاف [#internet_transparent] gebloggt wurde, stieß eine Diskussion zur Transparenz der National Telecommunication Regulatory Authority [en] [Nationale Aufsichtsbehörde für Telekommunikation] an, die Internetdienstanbieter in Ägypten reguliert und die dafür garantieren soll, dass transparent Maßnahmen zum Datenschutz insbesondere der Internetnutzer ergriffen werden. Er regte zudem eine Diskussion über Gesetzesänderungen an, die bezüglich der Transparenz von Internetdienstanbietern und zum Schutz der Rechte von Internetnutzern in Ägypten gefordert werden.

Registriere dich und folge SITC auf Twitter [ar], der Facebookseite [ar] und der Veranstaltungseite auf Facebook [ar].

El Salvador: Blumenteppiche zur Karwoche in Ayutuxtepeque

Anlässlich der Karwoche zogen die Autoren des Blogs Hunnapuh [es] durch die Hauptstraßen des Bezirks von Ayutuxtepeque in San Salvador und fotografierten die verschiedenen Blumenteppiche, die für die Karfreitagsprozession “Santo Entierro” gelegt werden.

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Vorbereitung eines Blumenteppichs. Verwendung des Fotos durch den Blog Hunnapuh gestattet.

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Blumenteppich für die Karwoche. Verwendung des Fotos durch den Blog Hunnapuh gestattet.

Peru: Fahrradfahren zur Rettung des Kulturerbes

Wie können zwei so unterschiedliche Hobbys wie Fahrradfahren und Archäologie zusammenkommen? Nils Castro berichtet in einem Beitrag [es] als Gastblogger auf Lima Milenaria über seine Erfahrungen. 

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Nils sagt, dass, obwohl er die Facebook-Gruppe Círculo Ciclísta Protector de las Huacas [es] gegründet hatte – Radtour zum Schutz der Huacas [Begräbnisstätten der indigenen Bevölkerung] – nicht viel später eine Pyramide auf der archäologischen Fundstätte El Paraíso [Das Paradies] Schaden erlitt [en]. Daraufhin wurden Fahrradführungen durch verschiedene Huacas von Lima organisiert. An einer ersten Tour nahmen 70 Personen teil, mittlerweile haben neun weitere Besuche stattgefunden. Er fügt hinzu:   

Die erste Lektion, die wir bei diesen neun Ausflüge gelernt haben, war, dass viele Leute aus Lima weder ihre Stadt noch ihr vorspanisches Erbe kennen, das hier beheimatet ist. Zugleich gibt es aber auch nur begrenzt wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema und die daran beteiligten Regierungsorganisationen sind sehr bürokratisch und verfügen über nicht genug Mittel, was ihren Versuch, die Orte zu schützen, behindert.

Nichtsdestoweniger haben uns unsere Fahrradtouren gezeigt, dass es jedes Mal mehr Bürger gibt, die bereits sind, etwas an der Situation zu ändern. Verschiedene Gemeinschaften und Aktivisten setzen sich dafür ein, unser materielles und immaterielles Erbe zu bewahren. Sie schließen sich zu Netzwerken zusammen, um unsere kulturellen Reichtümer sichtbar zu machen.

An diesem Sonntag, dem 27. April, lädt Nils dazu ein, sich einem weiteren Fahrradausflug [es] durch mehrere Huacas anzuschließen, die im Flußtal des Río Rímac liegen.

Französischer Ökonom Piketty sieht Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Stabilität von Demokratien

Der französische Ökonom und Professor an der École d’Économie de Paris [eine Kooperation mehrerer französischer Hochschulen und zweier Forschungszentren im Großraum Paris] Thomas Piketty hat vor Kurzem sein neues Buch “Capital in the Twenty-First Century” [Kapital im 21. Jahrhundert] veröffentlicht, das unter Wirtschaftswissenschaftlern und Politikern Aufsehen erregt hat [en]. Pikettys zentrale Annahme ist, dass Ungleichheit nicht zufällig entsteht [en], sondern als Konsequenz aus exzessivem Kapitalismus hervorgeht. Piketty geht auch davon aus, dass Ungleichheit demokratische Prozesse bedrohen kann [en], wie [während der Staatsschuldenkrise] in Griechenland zu beobachten gewesen sei. An dieser Theorie zur Ungleichheit gibt es aber auch reichlich [en] Kritik.

Increase in the annual income of the top 1% of wealthy persons in the U.S. before economic crises using data initially published as Thomas Piketty and Emmanuel Saez (2003) on wikimedia commons CC-NC-3.0

Zunahme des jährlichen Einkommens der obersten ein Prozent der reichsten Menschen in den USA vor der Wirtschaftskrise. Die Darstellung beruht auf Daten, die 2003 durch Thomas Piketty und Emmanuel Saez unter Wikimedia Commons CC-NC-3.0 veröffentlicht wurden.

Die obersten ein Prozent in den USA

Bloggen zu politischen Themen in Vietnam

Die vietnamesische Bloggerin Đoan Trang hat die Beobachtung gemacht [en], dass sich eine immer größer werdende Zahl vietnamesischer Blogger mit Menschenrechten und anderen politischen Themen beschäftigt, indem sie:

Kommentare und Analysen verfassen und zusätzliche Fakten zusammentragen. Trotz ihrer emotionalen Art, die eine gewisse Unprofessionalität verrät, füllen sie ein Vakuum, das die Massenmedien nicht schließen, da sie in den meisten Fällen Neuigkeiten berichten ohne tiefergehende Untersuchungen hervorzubringen.

Aber nur wenige schreiben auf Englisch:

Auch wenn viele Fortschritte gemacht wurden, richten sich alternative Medien noch meistens an eine vietnamesische Leserschaft. In anderen Worten “sprechen Blogger noch zu sich selbst” oder “schreiben nur für ihre Mitbürger”. Nachrichten auf Englisch, wenn überhaupt, rücken nur zufällig ins Blickfeld ausländischer Journalisten, wenn ihre individuellen Kontakte und Netzwerke sie auf die Menschenrechtssituation in Vietnam aufmerksam machen.

Chile: Ist der Großbrand von Valparaíso auf Nachlässigkeit der Gemeinderegierung zurückzuführen?

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Foto des Großbrandes in Valparaíso von Flickr-Nutzer Leonardo Maldonado (CC BY-NC 2.0).

Ein Bericht [es] des chilenischen “Centre for Investigative Journalism” wirbelt eine Geschichte auf, in der es um Nachlässigkeit und Korruption geht und darüber, wie lokale Behörden seit 2012 von der Gefahr wussten, den der enorme Wildwuchs des Strauchwerks an den Hängen und Schluchten rund um Valparaíso darstellt, ebenso wie die starke Zunahme an Müllkippen in der Umgebung. All das hat den Boden für Großbrände bereitet. Aber nicht einmal die Feuer, die sich 2013 entzündeten, haben zu einer Reaktion der Lokalregierung geführt. Die Suche nach den Verantwortlichen hat somit jetzt begonnen.

Inmitten der Verwüstungen, die der gewaltige Großbrand in Valparaíso hinterlassen hat, wird nun ein neuer Untersuchungsausschuss vom Abgeordnetenhaus einberufen. Das Ziel: Das Ausmaß bestimmen und die Verantwortlichen dieser jüngsten Korruptionsaffäre in der Stadtverwaltung identifizieren […]. Die Untersuchung dieses neuesten regionalen Skandals, der wieder einmal die Aufmerksamkeit auf eine Milliarden US-Dollar lenkte, die angeblich bei politischen Kampagnen zweckentfremdet wurden, wird möglicherweise das deutlichste Bild zeichnen vom Umfang, den Korruption in den Regionalregierungen hat und davon, dass es keine einzige Partei gibt, die nicht in der Sache verwickelt ist.

Das “Brustbügeln” in Kamerun in der Schusslinie

Josiane Kouagheu greift [fr] die Praktik des “Brustbügelns” in Kamerun an:

Ich wollte niemals über dieses allzu sensible Thema sprechen. Es geht mir zu nahe. Wohin ich auch schaue, sehe ich in meinem Umfeld zu viele Opfer. Ich wollte schweigen. Aber was soll man tun, wenn um einen herum das Fernsehen, das Internet, die Zeitungen und andere Medien, die die weibliche Schönheit preisen, auf gewisse Menschen nicht den geringsten Einfluss haben, die weiterhin sagen: “Die Brüste meiner Tochter sollen nicht zu schnell wachsen! Sie müssen unbedingt massiert werden…”

Ihre Werkzeuge

Ein Stein, Schalen von Kochbananen und die Blätter des Ngwollne-Baums (ich spreche es in meiner Muttersprache aus), die über einem Holzfeuer erhitzt werden. Und Brustbinden!

Sobald alles heiß genug ist, wird es auf der nackten Brust platziert. Es wird wieder und wieder massiert. Das kleine Mädchen, das den Vorgang meistens für normal hält, schreit vor Schmerzen. Sie leidet. Aber ihre Mutter sagt ihr, dass alles in Ordnung und die Behandlung gut für sie sei.

Manche Frauen schnüren die Brust ihrer Tochter nach den Massagen ein. Verwendet werden Binden aus Stoff mit vielen Gummibändern, diese sollen die Brust der jungen Mädchen zusammendrücken, sie flacher machen…

Ich möchte ganz einfach unseren Müttern, Tanten und Großmüttern sagen: Lasst die Brüste eurer Töchter, Nichten, Enkelinnen in Ruhe. Wir fordern alle Mütter auf:

Bitte Mama, lass meine Brüste in Ruhe!  

Hier klicken [en], um einen Dokumentarfilm über diese Praktik anzuschauen.

Deutsche Digitale Bibliothek öffnet Tür zu Kultur und Wissenschaft

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Logo der DDB, zur allgemeinen Nutzung.

Am 31. März wurde die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) freigeschaltet, in der jeder kostenlos online nach Büchern, Bildern und anderen Dokumenten suchen kann.

Sie wird von Bund, Ländern und Kommunen finanziert und von einem Kompetenznetzwerk beteiligter Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen getragen. Bislang haben sich knapp 2.100 Institutionen registriert, um ihre Bestände einzubringen. Das Portal wird kontinuierlich erweitert und soll bis zu 30.000 Partner gewinnen.

Ausgeklügelte Suchfunktionen und die “zentrale Zugänglichkeit” der DDB verbessern Recherchemöglichkeiten in Forschung, Lehre und Wirtschaft. In einer Rede anlässlich der Präsentation der ersten Vollversion erklärt die Kulturstaatsministerin Monika Grütters:

Im Gegensatz zu manchen kommerziellen Anbietern […] folgen die Angebote der DDB nicht dem Streben nach den größten Klickzahlen, sondern allein ihrer Qualität und Relevanz für das Bemühen, den Bürgerinnen und Bürgern auch im Netz einen authentischen und umfassenden Zugang zu unserem kulturellen Erbe zu eröffnen.

Es gehe auch darum, die “digitale Souveränität” zu wahren, so twittert die DDB:

Denn die DDB versteht sich als Beitrag zu einer demokratischen Wissensgemeinschaft:

Dahinter steht der Gedanke, dass Demokratie aktive Mitwirkung benötigt – und dafür Identifikation und Transparenz, also Information.

Ein Twitternutzer kommentiert:

#EPNStop: Menschenkette in Mexiko gegen #LeyTelecom

Am Samstag, dem 26. April 2014 wurde in Mexiko-Stadt, der Hauptstadt Mexikos, eine Menschenkette gebildet, um gegen ein geplantes Telekommunikationsgesetz [en] zu demonstrieren. Mit der Kette sollten die offizielle Residenz des mexikanischen Präsidenten Los Pinos [en] mit dem Betriebsgelände des Medienunternehmens Televisa auf dem Hügel Chapultepec verbinden, einer Strecke von ungefähr sieben Kilometern. Aber die Polizei hinderte die Demonstranten daran, nach Los Pinos vorzudringen, so dass die Menschenkette in der Avenue Chivatito startete, in der Nähe der Veranstaltungshalle Auditorio Nacional.

Von den Netzwerken auf die Straßen, TT [Trendthemen] auf Twitter, Menschenströme auf der Straße zur Verteidigung der Freiheit.

Die Menschenkette schließt sich von Televisa bis zum Auditorio.

So sieht die Menschenkette von oben aus, sie können es nicht verheimlichen ;)

In diesem kurzen Video [es] des Nutzers Animal Político [politisches Tier] sieht man einige Schnappschüsse des Protests, der im Anschluss an die Menschenkette stattfand:

Das folgende Video [es] des Nutzers Frank Sánchez ist eines von vielen, das das Bewusstsein für die Bedrohung der Meinungsfreiheit und der Menschenrechte schaffen soll, die das Gesetz darstellt.

Andere wiederum gehen davon aus, dass der Protest von Carlos Slim organisiert worden sei, da sich das Telekommunikationsgesetz negativ auf sein Geschäft auswirken könnte. Twitternutzer verwendeten daher als Verweis auf eine der größten Betriebe des Unternehmens von Slim, Telmex, den Hastag #Telmexkette, um ihren Überlegungen Ausdruck zu verleihen und im Versuch, der #Menschenkette im Rahmen eines “Kampfs um das Trendthema”  entgegenzuwirken.

Diese Menschenkette wirkt wie eine Telmexkette. Da wo ich herkomme, nennt man es [durch die Regierung für Wahlen mit Bussen] herangekarrte Leute.

Auf den Straßen ergriffen einige die Gelegenheit, für ihr Recht auf Protest einzustehen und kritisierten diejenigen, die weiter schweigen.

Es ist mehr wert… Menschenkette, nicht noch mehr Macht an die Macht.

Auf dem T-Shirt steht: Ein trotteliger Protest ist mehr wert als ein Trottel, der nicht protestiert.

Zur gleichen Zeit verkündete der Kongress, die Abstimmung über das Gesetz werde bis Juni vertagt:

Sie vertagen bis zum Juni die Debatte zum Telekommunikationsgesetz. Sie wollen, dass es zur gleichen Zeit diskutiert wird wie die Weltmeisterschaft.

Gebt nicht dem Westen die Schuld für die Probleme Afrikas

Gershom Ndhlovu argumentiert [en], Afrikas politische Führungseliten begingen einen Fehler, wenn sie den Westen für die Probleme Afrikas verantwortlich machten:

Beim letzten EU-Afrika-Gipfel, der in Belgien stattfand, wiederholte Zambias Präsident Michael Chilufya Satadas, was andere afrikanische Staatsoberhäupter in der Vergangenheit über den Westen gesagt hatten, dass er durch den Verkauf von Waffen und anderer militärischer Ausrüstung zu den Kriegen auf dem Kontinent beitrage. Sata wurde durch die Nachrichtenseite Oeil d'Afrique zitiert. Er habe der Versammlung mitgeteilt, dass Afrika über keine einzige Waffenfabrik verfüge, mit der Konflikte angeheizt werden und dass Europa verantwortlich sei für die Konflikte auf dem Kontinent, da die Waffen, die in den Konflikte benutzt werden, in den Ländern des Westens hergestellt werden würden. “Die meisten armen Kindersoldaten, die in die Konflikte in Afrika verwickelt werden, tragen Waffen, die in Europa produziert werden und Tausende Dollar kosten. Diese armen Kinder könnten sich diese Waffen gar nicht leisten”, sagte Sata.

Im Afrika nach der Unabhängigkeit gab es einige Putsche, Gegenputsche und Bürgerkriege. Sicher, die meisten davon wurden in verrauchten Hinterzimmern ausbaldowert, wenn Diplomaten aus dem Westen auf Militärführer trafen und dazu teure Weine und Spirituosen nippten und sie nicht nur damit köderten, die Kontrolle über nationale Ressourcen zu gewinnen, wenn sie denn alle radikalen Führer mit antiwestlicher Gesinnung vertrieben, sondern sie auch mit ihrem Geld lockten. Auf diese Art sind größenwahnsinnige Tyrannen wie Mobutu Sese Seko an die Macht gekommen und konnten dadurch auch an der Macht bleiben.

Aber die Schuld an allen oder den meisten der derzeitigen Konflikte in Afrika westlichen Ländern und europäischen Waffenfabriken zuzuschieben, ist unaufrichtig und heißt, wie ein Vogel Strauß den Kopf in den Sand zu stecken. Es ist armselig, dass afrikanische Länder heute immer noch ihre früheren Kolonialherren dafür verantwortlich machen, dass ihre Ökonomien scheitern, wo das doch eindeutig auf Korruption, Misswirtschaft und schiere Inkompetenz zurückzuführen ist.

Mexiko: Internationale Organisationen, Aktivisten und Autoren gegen #LeyTelecom

Mehrere internationale Organisationen, die sich für digitale Rechte stark machen, haben dem mexikanischen Kongress einen Brief [en] geschrieben, in dem sie die internationale Unterstützung deutlich machen, die es für die freie Meinungsäußerung und Internetfreiheit in Mexiko gibt. Der Brief ist unterzeichnet von der Electronic Frontier Foundation, Vía Libre, Digital Rights NGO und weiterer Intellektueller und Experten.

Die Unterzeichner sind sich einig, das jede Regulierung von Telekommunikation und Rundfunk, die durch den mexikanischen Kongress genehmigt wird, den Verfassungsgrundsätzen und den internationalen Menschenrechten entsprechen sollte, denen sich Mexiko verpflichtet hat. Sie haben zudem einen Aufruf verfasst, die Resolution der Vereinten Nationen [en] zum Recht auf Privatsphäre im digitalen Zeitalter zu befolgen sowie die gemeinsame Erklärung zu Überwachungsprogrammen und ihre Wirkung auf die Meinungsfreiheit und die 13 internationalen Grundsätze [es] für die Anwendung der Menschenrechte in der Kommunikationsüberwachung, um die Achtung der Menschenrechte im Internet sicherzustellen.

ContingenteMX veröffentlichte dazu dieses Video [es] auf Youtube:

Aufruf in Taiwan: Zum Schutz der Leopardkatze Bauvorhaben stoppen

A small leopard cat. Photo is taken by the Wildlife First Aid Station and reprinted by leopardcatgo. CC BY-NC 2.0

Ein Leopardkatzenjunges. Foto der Wildlife First Aid Station, verbreitet durch leopardcatgo.

Die Leopardkatze zählt in Taiwan zu den gefährdeten Tierarten [en]. Die Großkatzen leben in den Wäldern und Dschungel, sowohl in den Ebenen als auch in hügeligem Gelände und da ihre Streifgebiete und Reviere sehr groß sind [en], wird ihr Lebensraum in Taiwan schnell durch neue Bauvorhaben gestört. Das taiwanesische Umweltevaluierungskomitee hat am 16. April 2014 den Antrag der Regierung des Landkreises Miaoli vorläufig abgelehnt, eine Straße durch den Lebensraum der Leopardkatzen zu bauen, nachdem es eine Reihe von Protesten [zh] und Petitionen [en] gegeben hatte. Damit wurde das Bauvorhaben aber nicht fallen gelassen und es wird in dieser Region weitere Entwicklungsprojekte geben. Eine Facebookseite [zh] informiert und mobilisiert Menschen, die sich am Schutz der Leopardkatze in Taiwan beteiligen möchten.

Guyana: Untersuchung zu Walter Rodney

In Guyana gibt es zwei unterschiedliche Auffassungen bezüglich des Untersuchungsausschusses, der sich mit dem Tod des politischen Aktivisten Walter Rodney beschäftigt: Die Nachrichtenseite Barbados Underground berichtet [en], der Gewerkschaftsbund “Guyana Trades Union Congress” vertrete seine eigenen Interessen bei der Wahrheitsfindung. Der Blog Propaganda Press [en] dagegen lehnt die Untersuchung ab und schlägt vor, den Prozess zu boykottieren.

Gabriel García Márquez starb im Alter von 87

Der kolumbianische Nobelpreisträger Gabriel García Márquez starb am Donnerstag, den 17. April 2014, in Mexiko-Stadt. Er wurde 87 Jahre alt. Der kolumbianische TV-Sender Caracol veröffentlichte eine Chronologie [es] seines Lebens.

Der Twitter-Nutzer Pepin Balongo drückte seine Trauer wie folgt aus:

Hundert Jahre Einsamkeit wird es nicht mehr geben, ab jetzt wird es eine Ewigkeit in Einsamkeit sein. Lebewohl, Gabo [García Márquez’ Spitzname].

Ägypter wendet sich an Youtube, um gegen Wehrpflicht in Ägypten zu protestieren

Ein ägyptischer Aktivist spricht sich auf Youtube gegen die Wehrpflicht [en] in der ägyptischen Armee aus, die für Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren gilt.

Adam schreibt in einer Email an Global Voices Online:

Ich bin Ägypter und Kriegsdienstverweigerer. Ich bin gegen den Dienst in der ägyptischen Armee, weil ich Kriege und Gewalt hasse. Ich habe dieses Video auf Arabisch aufgenommen und ins Englische übersetzt. Ich hoffe, ihr übertragt es auf eurem Videokanal, so dass Ägypter und die Welt meine Ansichten kennenlernen. Denn Menschen wie ich, die den Wehrdienst in der Armee verweigern, werden von den Medien nicht vernommen. Ich hoffe, ihr könnt mir helfen, denn ich will die Ägypter von der Militärregierung und der Herrschaft durch die Religion befreien. Ich befürworte westliche Demokratie.

In diesem Video, das englische Untertitel hat, sagt Adam (Ahmad):

Ich bin Ahmad (alias Adam) aus Ägypten. Ich möchte euch von der Wehrpflicht in Ägypten erzählen. Ich bin absolut gegen die Wehrpflicht. Ich verweigere den Dienst in der ägyptischen Armee, denn es ist eine kriminelle Armee, die Tausende von Demonstranten und Unschuldigen in der Mohamed Mahmoud Street und auf dem Tahrir-Platz in Kairo und in vielen anderen Regionen Ägyptens getötet hat.

Er fügt hinzu:

Die Wehrpflicht ist eine Erniedrigung, Versklavung und Zwangsarbeit für Tausende arme Ägypter, die jedes Jahr eingezogen werden, um dann in Privatunternehmen und den Gutshöfen ägyptischer Armeegeneräle ohne Lohn oder Bezahlung zu schuften. Jeder, wirklich jeder ägyptische Soldat, der beim Heer gedient hat, weiß ganz genau, über welche Guthaben Armeegeneräle auf ihren Bankkonten verfügen. Armeegeneräle besitzen auch Immobilien, die sie auf illegalem Weg erworben haben. Sie stehlen dem Land sein Vermögen und Eigentümer.

Madagaskar: Bekanntgabe der neuen Regierung unter Premierminister Roger Kolo

Die Nachrichtenseite Tananews hat die vollständige Liste der 31 Mitglieder [fr] der neuen madagassischen Regierung veröffentlicht. Die Facebookseite Mitsangana Madagascar weist darauf hin, dass auf der Liste sechs Frauen [fr] stehen sowie sieben Minister, die bereits für die vorherige Regierung tätig waren. Der ehemalige Premierminister Beriziky wünscht der neuen Regierung auf Twitter alles Gute:

Amtsübergabe an meinen Nachfolger @kolo_roger. Danke an alle Madagassen.

Kambodscha: Historischer Überblick über Land- und Wohnungsprobleme

Hallam Goad untersucht [en] in einer Arbeit, die auf dem Blog City of Water [en] veröffentlicht wurde, die Herausforderungen und Fragen, die sich in den letzten zwei Jahrzehnten Kambodscha bezüglich seiner Stadtentwicklung [en] gestellt haben:

Phnom Penh hat sich fast buchstabengetreu an den klischeehaften Mustern der neuen Schwellenländern orientiert und die arme Stadtbevölkerung die Schattenseiten [der Stadtplanung] aufgebürdet. Was nur wenige erkennen ist, dass das hätte vermieden werden können.

Seit 1990 wurden 150.000 Einwohner verdrängt und damit hat sich die Sache alles andere als positiv entwickelt. In vielen Fällen hat sie sogar verkompliziert und verschlimmert, was zu dem Zeitpunkt bereits heikel war.

Myanmar nach der Diktatur: Wie steht es um die Literatur?

Der Autor von The Dissident Blog James Byrne schätzt [en] den Stand burmesischer Literatur im Myanmar nach der Diktatur folgendermaßen ein:

Als ich letztes Jahr im Land war, wurden Gedichte über den arabischen Frühling gelesen. Es gab andere über die schlechte Behandlung burmesischer Bauern. Es gab Satiren über Stromausfälle und Kurzgeschichten, die einen Anfang und eine Mitte, aber kein Ende hatten. All das wäre vor nur wenigen Jahren umgehend verboten worden.

Er beobachtete auch eine Herausforderungen, die noch thematisiert werden muss:

Wenn man weiter nachbohrt und mit vielen Schriftstellern im Land spricht, dann bleibt schließlich doch das Misstrauen gegenüber der Regierung und jeder kulturellen Organisation aus dem Westen.