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Afrikas Zweitsprachen

Don Osborne diskutiert einen auf der Webseite der Olivet Nazarene University veröffentlichten Artikel mit einer Grafik, aus der für die meisten Länder der Welt die jeweiligen Zweitsprachen hervorgehen. Er hebt zwei folgenschwere Probleme dieser Betrachtungsweise hervor:

The first issue is assuming that “The most spoken language in any country is often obvious; usually, it’s the official language of the country.” In Africa this often is not the case, if by “most spoken” one counts number of speakers. An example is Mali, whose linguistic profile was explored on this blog in discussing the long-tail of languages – Bambara is certainly more used than the official French.

Official language is a category that doesn't lend itself to ranking use of languages in Africa, beyond the (admittedly important) context of official use and its spillover to popular use. In the case of two countries at least, this runs into additional problems:
•South Africa has 11 official languages (the Olivet site incorrectly lists only one of them – Zulu – as official). So one of the official languages will be second most spoken. Perhaps that is Xhosa as indicated, but the model focusing on official languages hasn't worked here.
•Rwanda has three official languages (Kinyarwanda, French, and English), and Central African Republic two (Sango and French). Since the site doesn't consider these official languages in discussing second most widely spoken, it is reduced to stating that Swahili is “second” most used in Rwanda, and that indigenous languages are used in CAR – which doesn't tell us much.

Es wird unterstellt, dass “die meistgesprochene Sprache eines jeden Landes häufig ganz offensichtlich” ist, wenn man die jeweilige Amtssprache zugrunde legt. Zum Beispiel Mali: Das linguistische Profil des Landes ist in dem Blog anhand einer stark abflachenden und sehr breiten Häufigkeitsverteilung untersucht worden. Danach wird jedoch [das als Zweitsprache bezeichnete] Bambara weitaus häufiger gesprochen als das offizielle Französisch.

Der Begriff “Amtssprache” ist eine Kategorie, die nicht hinreicht, um in Afrika die Rangfolge der Sprachen jenseits des anerkannt wichtigen Kontextes des amtlichen Gebrauchs und der Ausstrahlung auf ihre tatsächliche Nutzung zu bestimmen. Bei zwei Ländern führt dieser Gesichtspunkt zu weiteren Problemen:

  • Südafrika hat 11 Amtssprachen (die Olivet Webseite listet fälschlicherweise davon nur eine einzige, nämlich Zulu, auf). Deshalb wird wohl eine dieser Amtssprachen als Zweitsprache fungieren. Wahrscheinlich ist es das auf der Webseite richtig angezeigte Xhosa, aber das auf die Amtssprache fokussierte Analysemodell hat an dieser Stelle versagt.
  • Ruanda hat drei Amtssprachen (Kinyarwanda, Französisch und Englisch) und die Zentralafrikanische Republik zwei (Sango und Französisch). Da die Webseite diese Amtssprachen nicht als Zweitsprachen in Betracht zieht, wird die Analyse auf die Erkenntnis reduziert, dass in Ruanda Swahili die Zweitsprache ist und das in der Zentralafrikanischen Republik die indigenen Sprachen diese Funktion übernehmen; ein nicht besonders hilfreiches Ergebnis.

Hier ist Teil 2 der Diskussion.

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