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Artikel vom Kurzmeldungen

Wieder ein Skandal in der russisch-orthodoxen Kirche – ein Priester trägt eine 36.000 € teure Armbanduhr

Image: St. Petersburg Archdiocese

Image: St. Petersburg Archdiocese

Die russisch-orthodoxe Kirche ist in einen weiteren Skandal verwickelt: schuld daran ist das Handgelenk eines ihrer obersten Priester in St. Petersburg. Es handelt sich dabei um Metropolit Varsonofiyas, von dessen Griechenlandreise die Erzdiözese kürzlich aufgenommene Fotos veröffentlichte. Auf einem der fröhlichen Bilder entdeckten Journalisten etwas, das wie eine Rolex Daytona 116509 aussieht – eine Armbanduhr, die im Einzelhandel ungefähr 2,5 Millionen Rubel (36.000 Euro) kostet.

Varsonofiya besuchte am 23. Oktober den Athos, wo er sich mit dem Abt des Klosters, das innerhalb des Zuständigkeitsbereichs der russisch-orthodoxen Kirche liegt, traf.

Gemäß Varsonofiyas eigenem Bericht gratulierte er dem Abt zu seiner Wahl in diese neue Position und schenkte ihm ein Heiliges Kreuz. Aus diesem Anlass veröffentlichte die Kirche mehrere Fotos von dem Treffen, darunter ein Bild, das enthüllte, was wie Varsonofiyas sehr teure Armbanduhr aussah.

Die Uhrenserie Cosmograph Daytona wurde von Rolex im Jahr 1963 eingeführt und speziell für “die Ansprüche von professionellen Rennfahrern” entworfen. Berichten zufolge sagte ein Uhrmacher in St. Petersburg der Fontanka-Nachrichtenagentur, dass eine Rolex Daytona 116509 auf dem russischen Schwarzmarkt wahrscheinlich für ungefähr 25.000 Euro gekauft werden könne.

Das Pressebüro der Erzdiözese von St. Petersburg teilte mit, dass sich Varsonofiya noch in Griechenland aufhalte und dass man mit einer Erklärung zu der Armbanduhr deshalb bis zu seiner Rückkehr warten müsse.

Eine ähnliche Kontroverse gab es vor vier Jahren, als einige Internet-Nutzer bemerkten, dass die russisch-orthodoxe Kirche einige Fotos des Patriarchen Kirill bearbeitet hatte, um seine 30.000 Dollar (27.000 Euro) teure Breguet Armbanduhr zu verbergen. Zum Leidwesen der Kirche vergaßen die Foto-Bearbeiter jedoch, die Spiegelung der Uhr auf der Tischplatte zu entfernen.

Zuerst leugnete die Kirche diese Geschichte, machte aber später einen “unerfahrenen Mitarbeiter” dafür verantwortlich.

Image: Patriarchia.ru

Image: Patriarchia.ru

Außerhalb des russischen Klerus wurde der langjährige offizielle Sprecher Putins, Dmitry Peskov, im August 2015 zum Mittelpunkt eines politischen Skandals, als Anti-Korruptions-Aktivisten auf seinen Hochzeitsfotos eine 620.000 Dollar (5,6 Millionen Euro) teure Richard Mille RM 52-01 entdeckten. Peskow behauptete, die Uhr sei ein Geschenk seiner Braut und bestand darauf, dass ihr Wert nur 3.500 Dollar (3.200 Euro) betragen würde, obgleich es nicht das erste Mal war, dass er mit dieser Uhr auf einem Foto zu sehen war.

Diese Geschichte war eine der ersten und größten Enthüllungen des Aktivisten Alexey Navalny über den enormen persönlichen Reichtum einzelner Personen in Putins innerem Kreis. Über das vergangene Jahr hinweg hat Navalny ähnliche Ergebnisse seiner Recherchen veröffentlicht.

Nicht alle Märchen brauchen Prinzessinnen

Prinzessinnen vs. außergewöhnliche Frauen. Erzählungen, inspiriert von Frida Kahlo und Violeta Parra.

Der argentinische Verlag Sudestada hat die Kinderbuchreihe „Antiprinzessinnen“ vorgestellt, deren Heldinnen die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo und die chilenische Komponistin Violeta Parra sind.

Diese leben weder in Schlössern noch warten sie auf einen wunderschönen Prinzen, der sie retten wird. Was sie gemein haben: Sie sind zwei Lateinamerikanerinnen, die den Stereotypen ihrer Zeit entkamen.

In einem Interview mit der Webseite Verne verriet die Autorin Nadia Fink:

“Las Antiprincesas seguirán siendo latinoamericanas porque decidimos contar la historia de Nuestra América, en un continente que nos late y nos identifica. Un poco es contraponerlos a los relatos de las princesas en un entorno continental de Europa, alejado de nuestra cultura y nuestro paisaje”.

Die Antiprinzessinnen werden immer Lateinamerikanerinnen sein, weil wir uns dazu entschlossen haben, die Geschichte „Unseres Amerikas“ auf einem Kontinent spielen zu lassen, der in uns pulsiert und mit dem wir uns identifizieren. Auch wollen wir ein bisschen unsere Geschichten den Prinzessinnenmärchen aus Europa entgegensetzen, dessen Kultur und Landschaft nicht die unseren sind.

Neue Statistik: Am glücklichsten ist man in Lateinamerika

Die glücklichsten (und unglücklichsten) Länder der Welt wurden ermittelt.

Gallup interviewte 150.000 Erwachsene aus 148 Ländern mit Fragen wie: “Hast du gestern gelächelt oder gelacht?” und: “Hast du gestern etwas Interessantes gelernt oder gemacht?”. Dies diente zur Ermittlung des Indexes Positiver Erfahrungen. Laut Angaben von Quartz befinden sich die führenden Länder, was positive Emotionen betrifft, überraschenderweise alle in Lateinamerika – angefangen bei Paraguay bis nach Nicaragua.

In der Umfrage wurde ein Maßstab von 0 bis 100 verwendet, wobei herauskam, dass der Index-Durchschnitt 2014 bei 71 von 100 liegt – “genauso wie schon 2013 und auch die Jahre davor seit 2006.”

Das Land mit der geringsten positiven Wertung ist der Sudan (47 von 100). Genauso gering sind die Werte für Tunesien, Serbien, in der Türkei und auch anderswo, offensichtlicherweise dank der Kriege und anderer Formen politischer Instabilität.

In Bolivien und El Salvador zum Beispiel antworteten 59 Prozent der Befragten mit “Ja” auf alle Fragen, sowohl zu den positiven, als auch negativen Emotionen. Diese Nationen haben somit sehr hohe “emotionale” Werte erzielt.

“Ist es nicht an der Zeit, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen?”

Wann werden wir wohl endlich aufhören, Afrika als armen hilfsbedürftigen Empfänger und uns (Europa oder „den Westen“) als gönnerhaften Geber darzustellen? Warum werden deutsche Jugendliche als handlungsfähig dargestellt, während afrikanische Jugendliche als handlungsunfähige Opfer ihrer Lebenswirklichkeit gezeigt werden? […] Ist es nicht an der Zeit, dass wir Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten, Schülerinnen und Schülern in Afrika auf Augenhöhe zu begegnen?

Diese Fragen stellt Katrin Zinoun, Redakteurin bei Global Voices und freie Autorin, Übersetzerin und Dozentin, Ende Juni auf ihrem Blog.

Anlass gab ihr ausgerechnet der bundesweite und jährlich stattfindende Aktionstag der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ der Aktion Tagwerk. Teilnehmende Schüler(innen) gehen dafür einen Tag anstatt zur Schule arbeiten und spenden ihren Lohn für Bildungsprojekte in afrikanischen Ländern. Laut Auskunft der Aktion Tagwerk engagierten sich dieses Jahr 181.000 Schüler(innen) aus 618 Schulen.

Katrin schaute sich das Kampagnenvideo an und kommt zu dem Schluss, dass hier Stereotype nicht bekämpft, sondern verfestigt werden. Die Kommunikation finde nicht auf Augenhöhe statt und es würden keine Gelegenheiten zur Vernetzung mit Jugendlichen in Afrika geschaffen.

Katrin erinnert uns damit auch an unsere Mission. Wir schreiben oft über Menschen, die marginalisiert werden. Die Vorstellung, dass wir für sie sprechen können, ist vollkommen falsch. Stattdessen wollen wir ihnen mit Empathie begegnen, ihnen zuhören und sie ihre eigenen Geschichten erzählen und ihre eigenen Programme gestalten lassen. Dabei können dann die modernen Kommunikationsmittel, die Aktion Tagwerk nennt, tatsächlich eine wichtige Rolle spielen.

Irakische Startups ein Jahr nach dem IS

Ahmed Marwan berichtet auf Wamda, einer Plattform für Existenzgründerinnen und -gründer aus Nahost und Nordafrika, über einige irakische Startup-Unternehmen ein Jahr, nachdem die IS an Macht zugenommen hat.

Er erklärt:

But what is more uncertain than calculating the success probability of a startup working in a city less than 50 km away from the turmoil caused by ISIS?
That is exactly what it’s like to be an entrepreneur in Baghdad: they’re operating under conditions of extreme uncertainty.

Aber was ist unsicherer als die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Startups in einer Stadt zu berechnen, die weniger als 50 Kilometer von den Unruhen durch die IS entfernt ist?

Marwan nennt einige Beispiele für irakische Startups und kommt zu dem Schluss:

These young guys and the other entrepreneurs have proved one thing: entrepreneurship in Iraq has unlimited potential in the face of adversity.

The pressing security situation, Iraq’s financial crisis and damaged infrastructure, investors’ unfamiliarity with startups, and other big obstacles are all valid arguments for the doubters and naysayers in the debate about the future of entrepreneurship in Iraq.

But entrepreneurs beg to differ and they keep doing what they are best at: surviving in this brutal market and striving to make a name for themselves.

Diese jungen Leute und andere Unternehmerinnen und Unternehmen haben eines bewiesen: Unternehmertum hat im Irak angesichts der Widrigkeiten unbegrenztes Potenzial.

Die akute Sicherheitslage, Iraks Finanzkrise und seine zerstörte Infrastruktur, dass Investorinnen und Investoren mit Startups nicht vertraut sind und weitere große Hindernisse sind für die Zweifler und Neinsager in der Diskussion über die Zukunft von Unternehmertum im Irak stichhaltige Argumente.

Aber Unternehmerinnen und Unternehmer bitten darum, dass differenziert wird und sie tun weiterhin das, was sie am besten können: In diesem brutalen Markt überleben und darum kämpfen, sich einen Namen zu machen.

Die Top 100 Dokumentationen, die “wir nutzen können, um die Welt zu verändern”

Seit Jahren werden Dokumentationen zum Thema sozialer Wandel gefördert und diskutiert. Nun hat die Internetseite Films for Action eine Liste mit den einflussreichsten und provokativsten Dokumentationen herausgegeben. Von Kritik in verschiedensten Bereichen bis hin zu Mainstreammedien und der Unternehmenswelt werden Ideen und Lösungen vorgestellt, die aus vielen Teilen der Weltbevölkerung hervorgehen. Die Liste der Filme präsentiert eine Reihe von Ideen, die viele als ausschlaggebend und diskussionswürdig betrachten.

Sie beinhaltet Dokumentationen, wie The Economies of Happiness (2011), die ab August frei verfügbar sein wird, und The Crisis of Civilization (2011), die Verfilmung eines Buches von Nafeez Mosaddeq Ahmed.

Documentaries have an incredible power to raise awareness and create transformative changes in consciousness both at the personal and global levels […] All of the films have been selected because they are either free to watch online, or can be rented online. There are several films we would have loved to add to this list, but they currently don't have an accessible way to view them. As that changes, we'll be updating this list over time. Enjoy!

Dokumentationen haben eine unglaubliche Macht das Bewusstsein der Menschen zu schärfen und es sowohl auf einer persönlichen als auch auf einer globalen Ebene zu verändern […] Alle Filme wurden ausgewählt, da sie entweder kostenlos online zugänglich sind oder online ausgeliehen werden können. Es gibt einige Filme, die wir gerne zu der Liste hinzugefügt hätten, doch sind sie momental leider nicht zugänglich. Wir werden die Liste mit der Zeit erneuern, wenn weitere Filme verfügbar werden.

Thailand: Die Erhaltung historischer Filme

Das thailändische Filmarchiv hat historische Filme und alte Nachrichtensendungen auf YouTube hochgeladen.

Einer der Filme heißt Chok Song Chun (Doppeltes Glück) und war 1927 der erste Stummfilm Thailands. Heute sind nur mehr 55 Sekunden des Films erhalten und zeigen eine Kampfszene, sowie eine Verfolgungsjagd mit dem Auto.

Hed Mahassajan (Der wundersame Vorfall) des Regisseurs Payut Ngaokrachang ist ein weiterer seltener Film und zudem der erste thailändische Animationsfilm, veröffentlicht 1955. Payut ist als “Walt Disney Thailands” bekannt. In diesem animierten Stummfilm wird Payut Zeuge eines Verkehrsunfalls in Bangkok.

Blättere dich durch die Geschichte Madagaskars mit diesen vintage Fotografien

Online Photo Museum of Madagascar with their Permission

Mit freundlicher Genehmigung des Online Fotomuseums von Madagaskar

Der Zugang zu einer visuellen Geschichte der meisten ehemaligen Kolonialländer Afrikas ist normalerweise ein schwieriges Unterfangen, da die früheren Kolonialmächte den Zugang zu ihren Archiven beschränken. Helihanta RAJAONARISON und Tsiry Fy-Tia SOLOFOMIHANTA aus Madagaskar versuchten, dieses Problem zu lösen und die Geschichte Madagaskars der Öffentlichkeit schmackhaft zu machen, indem sie ein Online Museum für Madagaskar mit einer Sammlung an alten Fotografien ins Leben riefen.

Die Webseite ging am 27. Juli 205 online und bietet einen Einblick in das Alltagsleben in Madagaskar zwischen 1850 und 1960. Die Kollektion wurde in vier Hauptperioden unterteilt: Vorkoloniale Zeit, Kolonialzeit, Große Bauunternehmungen, Alltagsleben und Unabhängigkeit.

Demonstrationen im Times Square gegen iranischen Atomdeal

Letzten Mittwoch formierte