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Artikel vom Kurzmeldungen

Nicht alle Märchen brauchen Prinzessinnen

Prinzessinnen vs. außergewöhnliche Frauen. Erzählungen, inspiriert von Frida Kahlo und Violeta Parra.

Der argentinische Verlag Sudestada hat die Kinderbuchreihe „Antiprinzessinnen“ vorgestellt, deren Heldinnen die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo und die chilenische Komponistin Violeta Parra sind.

Diese leben weder in Schlössern noch warten sie auf einen wunderschönen Prinzen, der sie retten wird. Was sie gemein haben: Sie sind zwei Lateinamerikanerinnen, die den Stereotypen ihrer Zeit entkamen.

In einem Interview mit der Webseite Verne verriet die Autorin Nadia Fink:

“Las Antiprincesas seguirán siendo latinoamericanas porque decidimos contar la historia de Nuestra América, en un continente que nos late y nos identifica. Un poco es contraponerlos a los relatos de las princesas en un entorno continental de Europa, alejado de nuestra cultura y nuestro paisaje”.

Die Antiprinzessinnen werden immer Lateinamerikanerinnen sein, weil wir uns dazu entschlossen haben, die Geschichte „Unseres Amerikas“ auf einem Kontinent spielen zu lassen, der in uns pulsiert und mit dem wir uns identifizieren. Auch wollen wir ein bisschen unsere Geschichten den Prinzessinnenmärchen aus Europa entgegensetzen, dessen Kultur und Landschaft nicht die unseren sind.

Neue Statistik: Am glücklichsten ist man in Lateinamerika

Die glücklichsten (und unglücklichsten) Länder der Welt wurden ermittelt.

Gallup interviewte 150.000 Erwachsene aus 148 Ländern mit Fragen wie: “Hast du gestern gelächelt oder gelacht?” und: “Hast du gestern etwas Interessantes gelernt oder gemacht?”. Dies diente zur Ermittlung des Indexes Positiver Erfahrungen. Laut Angaben von Quartz befinden sich die führenden Länder, was positive Emotionen betrifft, überraschenderweise alle in Lateinamerika – angefangen bei Paraguay bis nach Nicaragua.

In der Umfrage wurde ein Maßstab von 0 bis 100 verwendet, wobei herauskam, dass der Index-Durchschnitt 2014 bei 71 von 100 liegt – “genauso wie schon 2013 und auch die Jahre davor seit 2006.”

Das Land mit der geringsten positiven Wertung ist der Sudan (47 von 100). Genauso gering sind die Werte für Tunesien, Serbien, in der Türkei und auch anderswo, offensichtlicherweise dank der Kriege und anderer Formen politischer Instabilität.

In Bolivien und El Salvador zum Beispiel antworteten 59 Prozent der Befragten mit “Ja” auf alle Fragen, sowohl zu den positiven, als auch negativen Emotionen. Diese Nationen haben somit sehr hohe “emotionale” Werte erzielt.

“Ist es nicht an der Zeit, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen?”

Wann werden wir wohl endlich aufhören, Afrika als armen hilfsbedürftigen Empfänger und uns (Europa oder „den Westen“) als gönnerhaften Geber darzustellen? Warum werden deutsche Jugendliche als handlungsfähig dargestellt, während afrikanische Jugendliche als handlungsunfähige Opfer ihrer Lebenswirklichkeit gezeigt werden? […] Ist es nicht an der Zeit, dass wir Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten, Schülerinnen und Schülern in Afrika auf Augenhöhe zu begegnen?

Diese Fragen stellt Katrin Zinoun, Redakteurin bei Global Voices und freie Autorin, Übersetzerin und Dozentin, Ende Juni auf ihrem Blog.

Anlass gab ihr ausgerechnet der bundesweite und jährlich stattfindende Aktionstag der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ der Aktion Tagwerk. Teilnehmende Schüler(innen) gehen dafür einen Tag anstatt zur Schule arbeiten und spenden ihren Lohn für Bildungsprojekte in afrikanischen Ländern. Laut Auskunft der Aktion Tagwerk engagierten sich dieses Jahr 181.000 Schüler(innen) aus 618 Schulen.

Katrin schaute sich das Kampagnenvideo an und kommt zu dem Schluss, dass hier Stereotype nicht bekämpft, sondern verfestigt werden. Die Kommunikation finde nicht auf Augenhöhe statt und es würden keine Gelegenheiten zur Vernetzung mit Jugendlichen in Afrika geschaffen.

Katrin erinnert uns damit auch an unsere Mission. Wir schreiben oft über Menschen, die marginalisiert werden. Die Vorstellung, dass wir für sie sprechen können, ist vollkommen falsch. Stattdessen wollen wir ihnen mit Empathie begegnen, ihnen zuhören und sie ihre eigenen Geschichten erzählen und ihre eigenen Programme gestalten lassen. Dabei können dann die modernen Kommunikationsmittel, die Aktion Tagwerk nennt, tatsächlich eine wichtige Rolle spielen.

Irakische Startups ein Jahr nach dem IS

Ahmed Marwan berichtet auf Wamda, einer Plattform für Existenzgründerinnen und -gründer aus Nahost und Nordafrika, über einige irakische Startup-Unternehmen ein Jahr, nachdem die IS an Macht zugenommen hat.

Er erklärt:

But what is more uncertain than calculating the success probability of a startup working in a city less than 50 km away from the turmoil caused by ISIS?
That is exactly what it’s like to be an entrepreneur in Baghdad: they’re operating under conditions of extreme uncertainty.

Aber was ist unsicherer als die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Startups in einer Stadt zu berechnen, die weniger als 50 Kilometer von den Unruhen durch die IS entfernt ist?

Marwan nennt einige Beispiele für irakische Startups und kommt zu dem Schluss:

These young guys and the other entrepreneurs have proved one thing: entrepreneurship in Iraq has unlimited potential in the face of adversity.

The pressing security situation, Iraq’s financial crisis and damaged infrastructure, investors’ unfamiliarity with startups, and other big obstacles are all valid arguments for the doubters and naysayers in the debate about the future of entrepreneurship in Iraq.

But entrepreneurs beg to differ and they keep doing what they are best at: surviving in this brutal market and striving to make a name for themselves.

Diese jungen Leute und andere Unternehmerinnen und Unternehmen haben eines bewiesen: Unternehmertum hat im Irak angesichts der Widrigkeiten unbegrenztes Potenzial.

Die akute Sicherheitslage, Iraks Finanzkrise und seine zerstörte Infrastruktur, dass Investorinnen und Investoren mit Startups nicht vertraut sind und weitere große Hindernisse sind für die Zweifler und Neinsager in der Diskussion über die Zukunft von Unternehmertum im Irak stichhaltige Argumente.

Aber Unternehmerinnen und Unternehmer bitten darum, dass differenziert wird und sie tun weiterhin das, was sie am besten können: In diesem brutalen Markt überleben und darum kämpfen, sich einen Namen zu machen.

Die Top 100 Dokumentationen, die “wir nutzen können, um die Welt zu verändern”

Seit Jahren werden Dokumentationen zum Thema sozialer Wandel gefördert und diskutiert. Nun hat die Internetseite Films for Action eine Liste mit den einflussreichsten und provokativsten Dokumentationen herausgegeben. Von Kritik in verschiedensten Bereichen bis hin zu Mainstreammedien und der Unternehmenswelt werden Ideen und Lösungen vorgestellt, die aus vielen Teilen der Weltbevölkerung hervorgehen. Die Liste der Filme präsentiert eine Reihe von Ideen, die viele als ausschlaggebend und diskussionswürdig betrachten.

Sie beinhaltet Dokumentationen, wie The Economies of Happiness (2011), die ab August frei verfügbar sein wird, und The Crisis of Civilization (2011), die Verfilmung eines Buches von Nafeez Mosaddeq Ahmed.

Documentaries have an incredible power to raise awareness and create transformative changes in consciousness both at the personal and global levels […] All of the films have been selected because they are either free to watch online, or can be rented online. There are several films we would have loved to add to this list, but they currently don't have an accessible way to view them. As that changes, we'll be updating this list over time. Enjoy!

Dokumentationen haben eine unglaubliche Macht das Bewusstsein der Menschen zu schärfen und es sowohl auf einer persönlichen als auch auf einer globalen Ebene zu verändern […] Alle Filme wurden ausgewählt, da sie entweder kostenlos online zugänglich sind oder online ausgeliehen werden können. Es gibt einige Filme, die wir gerne zu der Liste hinzugefügt hätten, doch sind sie momental leider nicht zugänglich. Wir werden die Liste mit der Zeit erneuern, wenn weitere Filme verfügbar werden.

Thailand: Die Erhaltung historischer Filme

Das thailändische Filmarchiv hat historische Filme und alte Nachrichtensendungen auf YouTube hochgeladen.

Einer der Filme heißt Chok Song Chun (Doppeltes Glück) und war 1927 der erste Stummfilm Thailands. Heute sind nur mehr 55 Sekunden des Films erhalten und zeigen eine Kampfszene, sowie eine Verfolgungsjagd mit dem Auto.

Hed Mahassajan (Der wundersame Vorfall) des Regisseurs Payut Ngaokrachang ist ein weiterer seltener Film und zudem der erste thailändische Animationsfilm, veröffentlicht 1955. Payut ist als “Walt Disney Thailands” bekannt. In diesem animierten Stummfilm wird Payut Zeuge eines Verkehrsunfalls in Bangkok.

Blättere dich durch die Geschichte Madagaskars mit diesen vintage Fotografien

Online Photo Museum of Madagascar with their Permission

Mit freundlicher Genehmigung des Online Fotomuseums von Madagaskar

Der Zugang zu einer visuellen Geschichte der meisten ehemaligen Kolonialländer Afrikas ist normalerweise ein schwieriges Unterfangen, da die früheren Kolonialmächte den Zugang zu ihren Archiven beschränken. Helihanta RAJAONARISON und Tsiry Fy-Tia SOLOFOMIHANTA aus Madagaskar versuchten, dieses Problem zu lösen und die Geschichte Madagaskars der Öffentlichkeit schmackhaft zu machen, indem sie ein Online Museum für Madagaskar mit einer Sammlung an alten Fotografien ins Leben riefen.

Die Webseite ging am 27. Juli 205 online und bietet einen Einblick in das Alltagsleben in Madagaskar zwischen 1850 und 1960. Die Kollektion wurde in vier Hauptperioden unterteilt: Vorkoloniale Zeit, Kolonialzeit, Große Bauunternehmungen, Alltagsleben und Unabhängigkeit.

Demonstrationen im Times Square gegen iranischen Atomdeal

Letzten Mittwoch formierte sich eine Demonstration im New Yorker Times Square gegen den Atomdeal, vereinbart zwischen dem Iran und den P5+1 Staaten (USA, England, Deutschland, Frankreich, Russland und China). Es sollte eine Botschaft an den amerikanischen Kongress für ein Veto des Deals gesendet werden. Associated Press beschrieb die Veranstaltung als großteils “aus pro-Israel Unterstützern bestehend”. Die Veranstalter jedoch sagen, dass an den “Demonstrationen Amerikaner aller Konfessionen und politischer Richtungen teilnahmen.” Der Kongress hat 60 Tage um eine Übereinkunft zu begutachten, welche die Sanktionen gegen den Iran, im Austausch für Maßnahmen der iranischen Regierung gegen die Entwicklung von Atomwaffen, aufhebt.

Der Korrespondent für BBC Persian, Bahman Kalbasi, mischte sich unter die Masse um Details aus der Veranstaltung zu twittern, er kritisierte dabei auch Medien wie CBS, welche die Veranstalltung als ‘gedrängt’ beschrieben.

Etwa 1000 oder so Demonstranten gegen den #IranDeal im Times Square, mit einem Ballon, der einen Atompilz darstellen soll, und #Israel Flaggen.

“Wir lassen den persischen Tiger aus dem Käfig”, sagt Herr Zuckerman. Er ist der erste Sprecher während der #IranDeal Demonstrationen.

Es spricht gerade ein Nachrichtensprecher von FOX. Sie sagt, dass die Demonstranten in New York die westliche Zivilisation vor dem #Iran retten wollen.

Nein, sie haben ihn (den Times Square) nicht überfüllt.

Global Voices kooperiert mit Sin Embargo México

Global Voices Latin America recently join forces with Mexican news site Sin embargo.

Global Voices Lateinamerika hat sich kürzlich mit dem mexikanischen Nachrichtenportal Sin Embargo zusammengetan.

Global Voices Lateinamerika und das mexikanische Nachrichtenportal Sin Embargo haben sich kürzlich darauf geeinigt, mit vereinten Kräften erstmals in Mexiko und Lateinamerika veröffentlichte Beiträge einem weltweiten Publikum zugänglich zu machen.

Sin Embargo ist ein spanischsprachiges Nachrichtenmagazin aus Mexiko, das selbst recherchierte Geschichten und investigative Beiträge publiziert. Die Seite ist 2011 unter dem Motto “rigoroser Journalismus” gegründet worden und gehört zu Mexikos populärsten Informationsportalen. Pro Monat hat die Seite durchschnittlich 4,6 Millionen Besucher und 10 Millionen Seitenaufrufe.

Während viele Nachrichtenportale lediglich Inhalte aus anderen Quellen aggregieren, glaubt Gründungsherausgeber Jorge Zepeda Patterson, “die einzige Möglichkeit, eine bedeutende Anzahl von Besuchern zu interessieren besteht darin, eigene Inhalte zu erarbeiten”.

Ab Juli übersetzt und veröffentlicht Global Voices auf seinen spanisch- und englischsprachigen Webseiten Beiträge von Sin Embargo. Einige dieser Geschichten werden durch unser Lingua-Projekt möglicherweise in bis zu 30 Sprachen übersetzt. Dies ist der erste Beitrag, den Global Voices im Rahmen seiner Kooperation veröffentlicht: Mexiko war Hacking Teams größter Kunde für Spionagesoftware [auf Englisch].

Serbische Behörden beschlagnahmen Facebook-Konto wegen angeblicher Drohungen gegen Premier Vucic

Screenshot of the Facebook status in question, in which Milivojevic allegedly threatens Serbian Prime Minister Vucic.

Bildschirmfoto der fraglichen Facebook-Chronik mit den angeblichen Drohungen von Milivojevic gegen den serbischen Premier Vucic.

In Serbien ist im Laufe des vergangenen Jahres die Verhaftung von Personen aufgrund ihrer privaten Beiträge in sozialen Medien fast schon zur Gewohnheit geworden. Während der Überschwemmungskatastrophe im Mai 2014 inhaftierte die Polizei mehr als ein Dutzend Personen wegen angeblicher Panikmache in den sozialen Medien. Zu dieser Zeit war das Land jedoch tatsächlich im nationalen Notstand. Einige von ihnen verbrachten mehrere Tage in Haft.

Anfang Juli 2015 verhaftete die Polizei in der serbischen Stadt Aleksinac Dejan Milivojevic, weil er in seinem Facebook-Profil angeblich das Leben des Premierministers Alexander Vucic bedroht hat. Sie nahmen seinen Computer und andere Kommunikationsgeräte mit und beschlagnahmten auch sein Facebook-Benutzerkonto, indem sie sein Passwort änderten und Milivojevic aus seinem eigenen Konto aussperrten.

Die serbische Nichtregierungsorganisation Share Defense nannte die Übernahme des Benutzerkontos eine “sehr aggressive Maßnahme auf fragwürdiger Rechtsgrundlage, insbesondere unter dem Gesichtspunkt des internationalen Datenschutzes und der Grundsätze zur Meinungsfreiheit”. Das Team der Rechtsberater von Share Defense erklärte auf ihrer Webseite die juristischen Aspekte dieses Falls:

Ovakav opis postupanja policije izdvaja aleksinački slučaj od sličnih istraga pokrenutih zbog komentara na društvenim mrežama, i otvara problem nejasnih ovlašćenja policije u digitalnom okruženju. Naime, pristup policije privatnom fejsbuk profilu nedvosmisleno predstavlja povredu tajnosti sredstava komuniciranja koja je zagarantovana članom 41 Ustava Republike Srbije. Odstupanja su moguća isključivo uz odluku suda koja bi se konkretno odnosila na sporni fejsbuk profil, o čemu za sada nema pouzdanih informacija. Dejanu Milojeviću je onemogućen pristup privatnom fejsbuk nalogu, čime mu je ograničena sloboda izražavanja i informisanja.

Policija je prilikom pretresa oduzela Milojevićev kompjuter i telefone (u skladu sa članom 147 Zakonika o krivičnom postupku), na šta ima pravo i bez posebne sudske odluke. Međutim, pretraživanje podataka o komunikaciji koji se čuvaju na tim uređajima nije moguće bez sudskog naloga.

Die Beschreibung der polizeilichen Vorgehensweise unterscheidet den Fall Aleksinac von ähnlich gelagerten Untersuchungen, die aufgrund von Kommentaren in den sozialen Netzwerken eingeleitet worden sind und stellt die Frage nach den Rechten der Polizei in der Sphäre des Digitalen. Besonders, dass sich die Polizei Zugang zu einem privaten Facebook-Profil verschafft hat, stellt ohne Zweifel eine Verletzung des Kommunikationsgeheimnisses dar, das in Artikel 41 der Verfassung der Republik Serbien garantiert ist. Eine Ausnahme wäre nur auf Grundlage eines Gerichtsbeschlusses möglich und der hätte sich auf das fragliche Facebook-Profil beziehen müssen […]  Dejan Milivojevic ist der Zugang zu seinem Facebook-Konto verwehrt worden, sodass seine Meinungsfreiheit und sein Recht auf freien Zugang zu Informationen eingeschränkt worden sind.

Bei der Hausdurchsuchung (gemäß Paragraf 147 der Strafverfahrensordnung) nahm die Polizei Milivojevics Computer und Telefone an sich, wozu sie auch ohne richterlichen Beschluss befugt ist. Allerdings ist die Beschlagnahme von Informationen aus dem Kommunikationsverkehr, die auf derartigen Geräten gespeichert sind* ohne Vorliegen eines Gerichtsbeschlusses nicht erlaubt. [*Hervorhebung des Autors]

Obwohl Milivojevic nicht länger Zugang zu seinem Facebook-Konto hat, ist die Aktualisierung seiner Chronik, die zu der polizeilichen Hausdurchsuchung und zur Anschuldigung führte, er habe den Premierminister bedroht, in seinem Profil immer noch öffentlich zu sehen:

Браћо и сестре, враг је однео шалу!!! Дајте да се организујемо да неко убије говнара и да ослободимо земљу. Доста је било, стварно!!!

Brüder und Schwestern, der Spaß geht zu weit!!! Lasst uns jemanden organisieren, den Mistkerl zu killen und das Land zu befreien. Genug ist genug, wirklich!!!

Weder in dieser Aktualisierung noch in den Kommentaren ist der Name des Premierministers genannt, obwohl ein Kommentator danach fragt, auf wen Milivojevic sich mit der Bezeichnung Mistkerl bezieht. Milivojevic fordert in seinen Antworten auf die Kommentare auch ein Lynchen, ergänzt jedoch später in einem Kommentar,  “selbstverständlich, ich habe wegen des Tötens nur gescherzt; ich lehne Gewalt ab, sogar die gegen so einen Wurm und Penner”.

Venezuelas Beitrag zu den Oscars spricht eine indigene Sprache

“Gone with the River” von Mario Crespo ist Venezuelas Beitrag für den besten fremdsprachigen Film…

Lo que lleva el río (“Gone With the River”) des kubanisch-venezolanischen Filmemachers Mario Crespo Dauna ist ein venezolanischer Film, der nahezu komplett in Warao gedreht wurde, der Sprache, die von dem indigenen Volk im Flussdelta des Orinoco gesprochen wird. Er ist Venezuelas Filmbeitrag zu den Academy Awards für den besten fremdsprachigen Film.

 schreibt in Remezcla:

The story follows an indigenous woman named Dauna who is marked by difference within her community. Torn between her love for Tarsicio or her desire to pursue studies outside of her village, Dauna’s decision to challenge the expectations of her traditional culture lead to suffering and, ultimately, reconciliation.”

Der Film erzählt die Geschichte von Dauna, einer Frau, die einem indigenen Volk angehört und sich durch ihre Andersartigkeit von ihrer Gemeinde unterscheidet. Hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Tarsicio und ihrem Wunsch, außerhalb ihres Dorfes zu studieren, fordert Dauna mit ihrer Entscheidung ihre traditionelle Kultur heraus, was zu Leiden und schließlich zu Versöhnung führt.

Er war einer der auserwählten Filme, die dieses Frühjahr innerhalb der Sonderreihe “NATIVe” auf der BERLINALE gezeigt wurden. Hier ist der Trailer:

Global Voices am 7. September bei der Socialbar in Bonn

Am nächsten Montag, den 7. September 2015 wird Global Voices auf Deutsch, vertreten durch Anne Hemeda und Lena Nitsche, bei der Socialbar in Bonn zu Gast sein. Fokus des Kurzvortrags werden Ziele und Arbeitsweisen sein, zudem werden wir euch unsere internationale Gemeinschaft, die hinter dem Projekt steht vorstellen.

Los geht es um 18:00 Uhr bei Engagement Global, Tulpenfeld 7, 53111 Bonn. Weitere Referenten dieser Ausgabe der Veranstaltungsreihe werden die Rheinische Tagespost sowie die Zentrale für Freiraum und Subkultur sein. Die deutschlandweite Veranstaltungsreihe will zu einem verstärkten Austausch zwischen Projekten, Aktivisten und Organisationen beitragen, die sich mit dem Themenfeld Potentiale des Internets auseinandersetzen.

Global Voices lässt die Filterblase platzen

Katrin Zinoun, Redakteurin für Global Voices auf Deutsch und freie Autorin, Übersetzerin und Dozentin beschreibt im Juni auf dem Blog von Engagement Global, einem deutschen Service für entwicklungspolitisches Engagement, wie Global Voices globales Lernen fördert.

Zwar ermögliche das Internet den Zugang zu Informationen aus aller Welt, zugleich schränkten die Algorithmen der sozialen Medien aber ein, was wir zu sehen bekommen. Damit bewegen wir uns im weltweiten Netz doch wieder nur in unserer eigenen Filterblase.

Mit Global Voices werden uns Diskussionen zugänglich, die sich in sozialen Netzwerken abspielen, zu denen wir keinen Zugang haben, beispielsweise dem russischen Internet oder in arabischen Tweets. Vor allem aber lernen wir die Perspektiven der Personen kennen, die uns ihre eigenen Geschichten berichten, erklärt Katrin:

Bei Global Voices wird aus einer anderen Perspektive berichtet, als es in den traditionellen Mainstreammedien der Fall ist. Selbst bei globalen Nachrichtenereignissen berichten die Autoren von Global Voices aus der Perspektive der Menschen vor Ort. Sie schauen nicht von außen auf eine Situation, sondern die Stimmen, die gesammelt, zusammengefasst und übersetzt werden, kommen aus der jeweiligen Situation selbst.

Global Voices kann sowohl im Schulunterricht eingesetzt werden, als auch für Selbstlerner(innen) und dient nicht zuletzt uns Mitwirkenden selbst, unseren Horizont ständig zu erweitern und unsere Perspektive zu verändern.

Die 500-seitige, medizinische Enzyklopädie eines Stammes aus dem Amazonas

Das Volk der Matsés in Brasilien und Peru hat eine 500-seitige Enzyklopädie ihrer traditionellen Heilkunst erstellt!

Der Amazonas Regenwald beheimatet Millionen von Pflanzen, die als wichtige Inhaltsstoffe zukünftiger Medikamente dienen könnten. Aus diesem Grund finanzieren viele pharmazeutische Unternehmen und sogar die US-amerikanische Regierung Projekte zur Erforschung des ursprünglichen Pflanzenwissens einheimischer Schamanen und Heiler in dieser Region, für die Entwicklung neuer Medikamente.

Das Volk der Matsés lebt in Peru und Brasilien und hat eine Gesundheitsenzyklopädie mit mehr als 500 Seiten geschaffen, in der sie ihre traditionellen medizinischen Praktiken auflisten, um das Wissen ihrer Vorfahren für die jüngere Generation zu erhalten. Der Großteil der Schamanen ist alt und ohne Lehrlinge. Wenn sie sterben, stirbt auch ihr weitreichendes Wissen.

Um aber Biopiraterie zu vermeiden, bleiben die Informationen bei den Matsés; die Enzyklopädie gibt es nur in ihrer Stammessprache und wird nur in den Dörfern des Stammes verteilt. Weitere Schutzmaßnahmen sind: “Es werden keine wissenschaftlichen Namen benutzt, damit man die lokale Pflanzenart nicht identifizieren kann, keine Pflanzenart wird im Detail abgebildet, damit sie von anderen nicht identifiziert werden kann.”

“Die [Matsés Enzyklopädie traditioneller Medizin] ist die erste vollständige und abgeschlossene Aufzeichnung des medizinischen Wissens der Schamanen eines Amazonas Stammes, geschrieben in ihrer eigenen Sprache und mit ihren eigenen Worten,” erklärt Christopher Herndon, der Präsident und Mitbegründer von Acaté, Mongabay in einem Interview.

Nach Angaben der Pachamama Alliance, eine globale Gemeinschaft für eine nachhaltige Zukunft, geht die Gesundheit und das Wohlergehen der westlichen Welt oft auf die Kosten indigener Völker. Nachdem die pharmazeutischen Unternehmen realisiert haben, dass ihre Forschungen bessere Ergebnisse erzielen, wenn sie mit der indigenen Bevölkerung kooperieren und ihr Wissen anzapfen, könnten die Stämme des Regenwaldes Gefahr laufen, die Kontrolle über ihre Ressourcen zu verlieren.

Once the pharmaceutical companies have developed the drug, they file patents claiming exclusive rights to the medical use of the plant – hence limiting or even denying access to the plants that indigenous peoples have relied upon for centuries.

Wenn die pharmazeutischen Unternehmen erstmal ein Medikament entwickelt haben, beantragen sie das Patent für die Exklusivrechte zur medizinischen Nutzung der Pflanze – und beschränken somit oder verwehren der indigenen Bevölkerung sogar den Zugang zu der Pflanze, auf die sich der Stamm schon seit Jahrhunderten verlassen hat.

Aus diesem Grund wurde auf der 10. Konferenz der Parteien für die Konvention zur Erhaltung der Biodiversität im Jahr 2010 das Nagoya-Protokoll über die Verteilung von Zugang und Gewinn angenommen. Dieses Protokoll spricht besonders die Probleme der Bioprospektion und der Rechte der indigenen Bevölkerung auf Zugang zu den Ressourcen des Regenwaldes, auf ihr geistiges Eigentum und auf angemessene Entschädigung an.

Acaté, eine Non-Profit-Organisation aus San Francisco, half den fünf Schamanen bei der Erstellung ihrer Enzyklopädie. In der Enzyklopädie ist jeder Eintrag unter einem Krankheitsnamen vermerkt, mit Erörterungen für die Diagnose der Krankheit anhand ihrer Symptome. Dies soll zum Verständnis über den Ursprung der Krankheit und die richtige Medizin, hergestellt aus für die Behandlung spezifischen Pflanzen, führen. Die Einträge klären die Leser auch über alternative Behandlungsmethoden auf.

Die Idee hinter dem Projekt ist, die Stämme weniger von konventionellen Ärzten und westlicher Medizin abhängig zu machen, während sie gleichzeitig ihre Autarkie behalten.

Angriff in Ostula (Mexiko): Unterschiedliche Ansichten von Armee und Zivilisten

Die meisten Links in diesem Bericht führen auf spanischsprachige Seiten.

In Mexiko hat die unabhängige Untersuchungskommission SubVersiones ein Video veröffentlicht, das die am 19. Juli 2015 in der indigenen Nahua Gemeinschaft in Santa María de Ostula vorgefallenen Ereignisse in chronologischer Reihenfolge zeigt. Dieser Tag endete mit vier Verwundeten und einem toten Kind, nachdem mexikanische Soldaten während einer Festnahmeaktion angeblich das Feuer auf Zivilisten eröffneten. Geplant war die Festnahme des Anführers einer Selbstverteidigungsgruppe.

Das Video von SubVersiones leitet mit Aufnahmen der Dorfbewohner, bewaffnet mit Stöcken, ein. Sie schreien den Soldaten unter anderem zu, sich auf die Suche nach dem entlaufenen Drogenbaron Joaquín El Chapo Guzman zu machen. Kurz danach werden Schüsse aus einem Militärfahrzeug abgefeuert, die vermutlich auch jene Kugeln beinhalteten, welche einen getötet und vier verwundet haben.

Einige Dorfbewohner attackierten die Soldaten mit Steinen, offenbar der Versuch ihr Vordringen aufzuhalten:

En varios momentos se puede observar que el ejército se parapeta en posición de tiro. En otras escenas se aprecian los gases lacrimógenos lanzados por la policía estatal. Estas imágenes contradicen la versión oficial que niega las agresiones del ejército que sostiene que los tiros fueron al aire. La magnitud del operativo es también una muestra de que esta acción estuvo dirigida no sólo a Semeí Verdía sino a desestructurar la organización comunitaria.

An verschiedenen Stellen kann man beobachten, dass die Armee in Schießbereitschaft stand. In anderen Szene sieht man das von der Polizei geworfene Tränengas. Diese Bilder widersprechen der offiziellen Version, welche bestreitet, dass die Armee irgendwelche Angriffe ausgeführt oder Schüsse abgefeuert hat, außer in die Luft. Das beträchtliche Ausmaß der Operation ist auch Beweis dafür, dass die Aktion nicht nur darauf abziehlte Semeí Verdía festzunehmen, sondern auch das Ziel hatte, die Selbstorganisation der Gemeinschaft zu zerstören.

Die Beschreibung durch Subversiones unterstützt die Anschuldigungen der Bewohner Ostulas, dass das Militär offen auf Zivilisten geschossen hat.

Andererseits wies die Koordinationsgruppe Michoacans die Behauptung zurück, Soldaten hätten an diesem Tag das Feuer auf einheimische Demonstranten in der Gemeinde Aquila eröffnet. General Felipe Gurrola, verantwortlich für die Spezialsicherheitseinheit in Michoacan, sagte auf einer Pressekonferenz:

El Grupo Antimotines respondió a la agresión con la activación de gases lacrimógenos y de humo, con el propósito de dispersar a los manifestantes; el caos fue aprovechado por civiles armados que se retiraron del lugar y se ocultaron entre la maleza.

Die Bereitschaftspolizei reagierte mit Tränen- und Rauchgas auf den Angriff, um die Demonstranten auseinanderzutreiben; bewaffnete Zivilistengruppen nutzen das Chaos aus und zogen sich später zurück um sich im Dickicht zu verstecken.

Der YouTube-Nutzer Victor Americano lud ein Video hoch, das den Standpunkt eines Soldaten während jener von General Gurrola beschriebenen Attacke zeigt:

Das Militär hebt hervor, dass am 19. Juli nicht nur Zivilisten gelitten haben. Angeblich wurde mindestens ein Soldat durch ein Stück Schrapnell verletzt.

Con ello está claro que sí hubo disparos por parte de civiles armados el domingo anterior, en el puente de Ixtapilla, en contra de elementos del Ejército Mexicano

Mit diesem [Beweis] ist es eindeutig, dass letzten Sonntag auf der Ixtapilla Brücke auch bewaffnete Zivilisten auf angehörige der mexikanischen Armee geschossen haben.

Für mehr Hintergründe:

50 Farbfotografien zeigen den Alltag in der Ukraine 1942

Woman and child in rural Ukraine, 1942. Photo courtesy of www.vintage.es, used under Creative Commons 2.0 license.

Frau mit Kind in der ländlichen Ukraine, 1942. Foto mit freundlicher Genehmigung von www.vintage.es. Nutzung unter der Creative Commons Lizenz 2.0.

Währen die Proteste gegen die Regierung seit ihrem Beginn am 21. November 2013 weiterhin den Alltag in der Ukraine belasten, wirft ein vintage Fotoblog den Blick auf eine andere harte Zeit in der Geschichte des Landes zurück – mit 52 unglaublichen Farbfotografien aus dem Alltag in der Ukraine 1942.

1942 war die Ukraine, wie viele andere europäische Länder, von den Nationalsozialiten besetzt. Daran erinnert auch InfoUkes seine Leser:

Hitler appointed the Nazi philosopher Alfred Rosenberg (1893-1946) head of the Ostministerium (East Ministry) in charge of administering the territory of Ukraine. Before the war Rosenberg was pro-Ukrainian and anti-Muscovite (Russian). He planned to establish a Greater Ukraine state taking territory from Western Russia. However, Hitler had a different idea. He thought Ukrainians should get no preferential treatment and personally appointed Erich Koch to rule Reichskommissariat Ukraine (eastern Ukraine) with an iron fist.
Koch, as a member of the superior German Herrenvolk master race, started a reign of terror and oppression in Ukraine. Koch often said that the Ukrainian people were inferior to the Germans, that Ukrainians were half-monkeys, and that Ukrainians “must be handled with the whip like the negroes.” He once said that “no German soldiers would die for these niggers [Ukrainians].”

Hitler ernannte den Nazi-Philosophen Alfred Rosenberg (1893-1946) zum Chef des Ostministeriums, verantworlich für die Verwaltung des Territoriums der Ukraine. Vor dem Krieg war Rosenberg pro-ukrainisch und anti-russisch. Er plante die Errichtung eines großukrainischen Staates für den er dem Westen Russlands Territorium nehmen wollte. Hitler hatte jedoch eine andere Idee. Er fand, die Ukrainer sollten keine bevorzugte Behandlung bekommen und ernannte Erich Koch um das Reichskommissariat der Ukraine (Ostukraine) mit eiserner Faust zu regieren.
Koch, ein Mitglied der überlegenen deutschen Rasse des Herrenvolkes, begann seine Terrorherrschaft und Unterdrückung in der Ukraine. Koch sagte oft, dass die ukrainische Bevölkerung den Deutschen unterlegen sei. Sie seien Halbaffen und müssen “wie Neger mit der Peitsche behandelt werden”. Einmal sagte er auch, dass “kein deutscher Soldat für diese [ukrainischen] Neger sterben würde.”

Die Fotos auf Vintage Everyday zeigen jedoch eine andere Seite der Geschichte. Egal wie grausam die Zeiten sind, die Menschen tendieren dazu alles in ihrer Macht stehende für ein normales Leben zu tun, sogar in der Nazi-okkupierten Ukraine, während der Zweite Weltkrieg an allen Fronten wütet.

Workeer.de: Eine Arbeitsplatzbörse für Geflüchtete

Screenshot der Seite workeer.de

Screenshot der Seite workeer.de

Workeer ist die erste Arbeitsplatzbörse Deutschlands, die sich speziell an Geflüchtete richtet. Durch diese Plattform soll ein Raum sowohl für Geflüchtete, als auch Arbeitgeber geschaffen werden, um den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt und zu geeigneten Arbeitskräften zu erleichtern.

Die Jobbörse entstand im Juli 2015 im Rahmen der Abschlussarbeit der Studenten David Jakob und Philipp Kühn. Für sie sind Flüchtlinge motivierte, engagierte und oft gut ausgebildete Arbeitskräfte, die durch ihre oft besondere Lebensgeschichte, kulturellen Prägungen und Erfahrungen Unternehmen nachhaltig bereichern können. Laut den beiden Gründern hat die Jobbörse viele Potentiale, nicht nur Geflüchtete und Arbeitgeber zu verbinden. Sie betonen, dass die Integration von Flüchtlingen in den deutsch Arbeitsmarkt das gesellschaftliche Klima nachhaltig verändern könne. Auf ihrer Webseite schreiben sie:

Ein gelungener Einstieg von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist für die gesamte Gesellschaft ein Erfolg. Flüchtlinge sind nicht länger auf Sozialleistungen angewiesen, sondern können ihren Lebensunterhalt eigenständig bestreiten. Als Steuerzahler tragen sie dann sogar zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Deutschlands bei. Auch der positive Effekt auf die Integration von Flüchtlingen und deren Lebensgefühl führt im Endeffekt zu einem verbesserten Gesellschaftsklima und ist damit nicht zu unterschätzen. Von einer gelungenen Integration in den Arbeitsmarkt, kann unsere Gesellschaft nur profitieren.

Die Plattform soll für die speziellen Anforderungen und Kenntnisse geflüchteter Arbeitssuchender ausgerichtet sein. So können Profile angelegt werden, die zum Beispiel Sprachkenntnisse hervorheben. Arbeitgeber sollen in Zukunft auch spezielle Beratungen und Hilfsangebote erhalten, die die bürokratischen Hürden erleichtern sollen. Das Projekt befindet sich zur Zeit noch in der Testphase und soll bis Ende 2015 offiziell gestartet werden. Die Initiatoren bitten um Feedback, das bis zum Start der offiziellen Version Ende 2015 berücksichtigt werden soll.

Papst Franziskus in Lateinamerika: “Ideologien nehmen ein schlechtes Ende, sie dienen keinem Zweck!”

Pope Francis lashes out against ideologies: “Ideologies end up poorly. They do not work. Ideologies have an incomplete or sick or bad relationship with people. Ideologies do not take into account the people. For proof, just look at the last century. Where did those ideologies lead? To dictatorship, every time, always. Think of the people, but don't let the people think.”

Papst Franziskus schlägt auf Ideologien ein: “Ideologien enden erbärmlich. Sie funktionieren nicht. Ideologien haben eine unvollständige oder kranke oder schlechte Beziehung zu den Menschen. Ideologien berücksichtigen den Menschen nicht. Zum Beweis reicht es, sich das vergangene Jahrhundert anzusehen. Wohin haben diese Ideologien geführt? Zu Diktatur, zu jeder Zeit, immer: Ideologie denkt für die Leute, aber lässt die Leute nicht selber denken.”

Papst Franziskus hat seine achttägige Tour durch Südamerika beendet, wo er in den drei Ländern, die er besuchte, Messen abhielt:  Ecuador, Bolivien und Paraguay. Die Botschaft des Pontifex konzentrierte sich auf Frieden und auf die Notleidenden.

Außerdem appellierte er, man solle “fair bleiben und sich von Korruption fernhalten”.

Am Samstag, den 11. Juli, hielt er in Asuncion allerdings eine besonders politische Rede:

Ideologies end badly; they serve no purpose. Ideologies have a relationship to the people that is absent, unhealthy or evil. Ideologies don't take into account the people. In the last century ideologies have ended in dictatorships. [Ideologies] think of the people, but don't let the people think.

Ideologien sind schlecht, sie dienen keinem Zweck. Es gibt kein Verhältnis zwischen Ideologie und Menschen, diese Beziehung ist ungesund und teuflisch. Ideologien berücksichtigen den Menschen nicht. Die Ideologien des vergangenen Jahrhunderts endeten in Diktatur. [Ideologien] denken für die Leute, aber lassen die Leute nicht selber denken.

Iranisch-Kurdischer Aktivist, als Jugendlicher verschwunden, Monate nach angekündigter Exekution wieder aufgetaucht

Uncertainty exists over Saman Naseem's death after international pressure to prevent his execution. Image taken from the Amnesty International campaign to stop Saman Naseem's execution.

Nach internationalem Druck zur Verhinderung seiner Exekution bestand Unsicherheit über den Tod von Saman Naseem. Das Bild entstammt der Amnesty International-Kampagne: Stoppt Saman Naseems Hinrichtung. Foto: Amnesty International.

Saman Naseem, ein jugendlicher kurdischer Aktivist, der seit seiner für Februar geplanten Hinrichtung eine Zeitspanne von fünf Monaten durchlebte, war am vergangenen Wochenende von seinem Gefängnis aus dazu in der Lage, seine Verwandten anzurufen, berichtete Amnesty International. Einen Tag vor seiner angekündigten Hinrichtung wurde er an einen unbekannten Ort gebracht, der sich nun als das Gefängnis Zanjan herausgestellt hat. Weder seine Familie noch die Anwälte erhielten bis jetzt irgendwelche Informationen über seinen Verbleib.

Global Voices verfolgt die Geschichte des 22-jährigen Saman Naseem seit dem vergangenen Winter, als Menschenrechtler dazu aufriefen, den kurdischen Aktivisten freizulassen, der zum Zeitpunkt der Verhaftung wegen des Vorwurfs Mitglied einer bewaffneten kurdischen Oppositionsgruppe zu sein, noch ein Teenager war.

Aktivisten und Rechtsanwälte, die an Naseems Fall arbeiten, sowie seine Familie wurden über den Stand des Verfahrens und über seinen Verbleib im Dunkeln gelassen, nachdem der Hinrichtungstermin aufgehoben worden ist. Es wurde bis zur letzten Minute gearbeitet, verschiedene Kampagnen übten international Druck auf den Iran aus, um die für den 19. Februar vorgesehene Exekution zu stoppen. Sein Todesurteil und auch seine Inhaftierung sind sowohl nach iranischem Recht als auch gemäß den internationalen Verpflichtungen des Landes gesetzwidrig, weil Naseem zum Zeitpunkt der Verhaftung noch minderjährig gewesen ist (er war erst 17 Jahre alt).

In einer Stellungnahme für Naseems Amnesty-Kampagne erklärte Philip Luther, Direktor von Amnesty International für den Mittleren Osten und Nordafrika:

The welcome revelation that Saman Naseem was not executed and will receive a retrial is incredible news for his relatives, but raises very troubling questions about what the authorities have been doing to him while they held him in secret.

Die erfreuliche Enthüllung, dass Saman Naseem nicht hingerichtet worden ist und ein Wiederaufnahmeverfahren bekommt, ist für seine Angehörigen eine unglaubliche Nachricht. Aber dadurch werden auch beunruhigende Fragen aufgeworfen, nämlich was die Behörden mit ihm getan haben, seitdem sie ihn verstecken.

Den Jemen über seine Literatur kennenlernen: Sechs lesenswerte zeitgenössische Autoren

Auf dem Blog Arabic Literature (in English), von M. Lynx Qualey werden sechs zeitgenössische jemenitische Autoren vorgestellt, die es wert sind, entdeckt zu werden.

Die Autorin des Blogs stellt klar:

As you might expect from a troubled nation with relatively little modern literary output, there aren't many translations of Yemeni work available in English. However, there are some, as several Yemeni authors have received regional and international acclaim.

Wie man es von einem unruhigen Land mit relativ wenig Output moderner Literatur erwarten würde, sind nicht viele Werke als Übersetzungen ins Englische verfügbar. Allerdings gibt es ein paar englische Übersetzungen, weil einige jemenitische Autoren regionale und internationale Anerkennung gefunden haben.

Diese Autoren sind: Mohammad Abdul-Wali, Zaid Mutee Dammaj, Ali al-Muqri, Wajdi al-Ahdal, Nadia Alkowkabani und Shawqi Shafiq.

Qualey wurde von dem Artikel “Politische Krise und Jemens literarischer Aufstand”, in der Yemen Times vom 23. März 2015 dazu inspiriert, über diese jemenitischen Schriftsteller zu schreiben. In dem Artikel werden andere renommierte Autoren wie Marwan Ghafory, Mohammed Algharbi AmranHabib Sorori, Safa’a Al-Habal, Ahmed Al-Sakkaf, Samir Abdulfattah und Ramzia Al-Iryani erwähnt.

Es geht darum, wie die politische Krise die Verlagsbranche beeinflusst hat und darum, dass die Situation des Landes die Schriftsteller dazu bewege zu schreiben. Sie versuchen in ihren Werken zu reflektieren, was um sie herum passiert. Im Artikel heißt es weiterhin, dass der anhaltende politische Aufruhr möglicherweise kein gutes Omen für den Jemen sei, doch wenn 2014 einen Vorgeschmack geliefert hat, dann seien die Aussichten für die nationale Literaturszene sehr vielversprechend.