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· Dezember, 2013

Artikel vom Kurzmeldungen vom Dezember, 2013

Kuba nimmt Konsulartätigkeiten in den USA vorübergehend wieder auf

Die kubanische Interessenvertretung in Washington, die als Auslandsvertretung Kubas in den USA fungiert, hat seine Konsulartätigkeiten vorübergehend bis zum 17. Februar 2014 wieder aufgenommen. Diese Entscheidung wurde getroffen, nachdem die amerikanische M&T Bank angedeutet hatte, man werde die Schließung der Konten der kubanischen Auslandsvertretung in den USA verschieben.

Die offizielle Ankündigung durch die kubanische Interessenvertretung besagt, dass das Land “weiterhin nach einer neuen Bank sucht, die den Betrieb der Konten übernimmt und, insofern dies gelingt, in der Lage sein wird, dauerhaft konsularische Dienstleistungen im üblichen Rahmen anbieten zu können.”

Gemäß der Website Café Fuerte, [es] wird geschätzt, dass “während der Urlaubszeit im Dezember ca. 80.000 Menschen von den USA aus nach Kuba reisen werden.”

Am 12. Juli dieses Jahres [en] informierte die M&T Bank die kubanische Interessenvertretung darüber, dass man in Zukunft keine Bankdienstleistungen mehr für Auslandsvertretungen anbieten werde. In der Folge sahen sich die kubanische Interessenvertretung und die permanente Vertretung Kubas bei den Vereinten Nationen mit der Situation konfrontiert, die Geschäftsbeziehung kurzfristig beenden und ein neues Finanzinstitut zur Durchführung ihrer Bankgeschäfte suchen zu müssen.

Die kubanische Interessenvertretung war daraufhin gezwungen, seine Konsulartätigkeiten bis auf Weiteres einzustellen.

Presseurop, eine Website mit europäischen Nachrichten, soll geschlossen werden

Die Europäische Kommission beendet die Finanzierung von Presseurop, der größten Nachrichtenwebsite über europäische Politik, am 22. Dezember. Die Website sammelt und übersetzt die wichtigsten internationalen Nachrichten in 10 Sprachen. Leserinnen und Leser können die Nachrichten dank der mehrsprachigen Plattform  [fr] in der Sprache ihrer Wahl teilen und kommentieren. Der Blog Décrypter la communication européenne  schreibt, [fr] diese Entscheidung sei symptomatisch für die immer stärkere Isolierung europäischer Politik in den Medien. Hier [en] kann eine Online-Petition zur Unterstützung von Presseurop unterzeichnet werden.

Ein Blog über die einfache und zugleich unmögliche Aufgabe des Literaturübersetzens

flores-azuisDer britische Schriftsteller, Redakteur und Übersetzer Daniel Hahn [en] beschreibt in seinem Blog [en], wie er den Roman Blue Flowers der brasilianischen Autorin Carola Saavedra aus dem Portugiesischen ins Englische übersetzt, ein Problem, das „einfach und gleichzeitig unlösbar“ ist:

In den nächsten paar Monaten werde ich versuchen, zu beschreiben, was bei mir Vergnügen bzw. Frust beim Übersetzen eines Romans auslöst. Ich werde versuchen, Einblick in die Vorgänge zu gewähren, die in diese Arbeit einfließen. Ich werde versuchen, zu vermitteln, wie man sich fühlt, wenn man sich in die Schreibweise einer anderen Person so vollständig und aufmerksam einlebt, dass man manchmal denkt, man könnte sie selbst nachahmen, und zwar so gut – samt aller Freude und allen Eigenarten –, dass die eigene Schreibweise mit der des Autors bzw. der Autorin identisch scheint, und dass man scheinbar eine magische Transformation durchführt, deren Magie darin liegt, dass gar nichts verändert wird. (Ja, natürlich abgesehen davon, dass dabei jedes einzelne Wort entfernt und ersetzt wird.)

Das Buch beginnt mit einem Liebesbrief an einen nicht genannten Empfänger, und schon dieser einfache Beginn mit einem Brief eröffnet viele unerwartete Möglichkeiten [en]. Die gesamte Beitragsreihe bis jetzt finden Sie hier [en].

Japan: 1.000 Tage nach dem Erdbeben und Tsunami

Am 4. Dezember 2013 ist es genau 1.000 Tage her, dass Japan am 11. März 2011 zuerst von einem schweren Erdbeben und danach von einem Tsunami getroffen wurde. 15.000 Menschen verloren dabei ihr Leben, ganze Regionen Japans wurden vollständig zerstört und im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kam es zu einer Kernschmelze. Eine im letzten Monat vom japanischen Amt für Wiederaufbau durchgeführte Studie ergab [ja], dass noch immer 277.609 Evakuierte nicht in ihre alte Heimat zurückkehren konnten. 84% von ihnen stammen aus der Präfektur Fukushima.

Ehemaliger Student und Tiananmen-Aktivist bittet Regierung von Hong Kong, ihn zu verhaften

Wu’er Kaixi [en], ehemaliger Student und Aktivist bei den 1989 stattfindenden Protesten am Tiananmen Square (Platz des himmlischen Friedens), landete heute (25. November) am Flughafen Hong Kong International Airport, angeblich für den Weiterflug. Er weigerte sich jedoch, ins Flugzeug zu steigen und bat die Regierung Hong Kongs ihn zu verhaften, da er seit 1989 zu den meist gesuchten flüchtigen Straftätern Chinas gehört. Er erklärte seine Beweggründe in einer Ansprache an die Bürger Hong Kongs:

Warum versuche ich mich verhaften zu lassen, als jemand der von der chinesischen Regierung gesucht wird? Und warum versuche ich das in Hong Kong, das nach dem Verfassungsprinzip “Ein Land, Zwei Systeme” eigene Gesetze hat? Und darüber hinaus, warum mache ich das in der Transit-Halle vom Hong Kong International Airport?  Die Erklärung liegt darin, dass dies meine letzte Möglichkeit ist.  Seit 2009 habe ich in Macau, Japan und den Vereinigten Staaten ähnliche Versuche unternommen, um entweder in China einzureisen oder in chinesische Botschaften zu gelangen, um mich direkt den Anschuldigungen der chinesischen Regierung zu stellen, aber jedesmal wird mir die Einreise bzw. der Zutritt verweigert. Das, was ich heute tue, ist das Ergebnis des absurden Verhaltens der chinesischen Regierung, die zwar meine Verhaftung angeordnet hat, gleichzeitig jedoch mir die Einreise nach China untersagt.

“Ich bin ein deutscher Straßenhändler in Dakar”

Straßenhändler zu sein ist kein einfacher Job, vor allem nicht in Senegal. Und doch hat sich Sebastian Prothmann, ein gebürtiger Deutscher, dafür entschieden, nachdem er in Dakar, Senegal, vor einigen Monaten angekommen war. Das folgende Video zeigt Prothmann bei der Arbeit [fr]:

Prothmann erklärt in einem Interview für den Blog Dakaroiseries wie er zu dieser ungewöhnlichen Tätigkeit [fr] in einem westafrikanischen Land gekommen ist:

Au début de mon séjour j’ai rencontré un jeune homme qui a lors de notre premier contact manifesté son désir ardent de quitter le Sénégal. J’étais curieux de comprendre son ‘’monde vécu’’ pour aboutir à des interprétations socio-culturelles sur  son envie  d’émigrer. Il était marchand ambulant. Donc, un jour je lui ai demandé si je pouvais l’accompagner dans sa routine quotidienne. Ce qu’il a accepté. Il m’a donc fait faire un premier tour, soi-disant pour mon apprentissage.  Il en  était réjoui, car on a fait de bons bénéfices [..] Avec cet engagement, j’ai eu plus des prises de conscience dans le secteur informel, communément appelé aussi « Dóor waar », qui joue un rôle fondamental pour la jeunesse sénégalaise. [..] j’étais souvent confronté à une incrédulité frappante quant à mes origines. La plupart des personnes n’ont pas cru qu’un homme blanc peut s’investir dans un tel travail. Plusieurs fois j’étais aussi confronté à une confiance plus élaboré á mon égard. Il y avait des considérations selon lesquels moi en tant que Blanc devait vendre des produits de bonne qualité.

Zu Beginn meines Aufenthalts (in Senegal) traf ich einen jungen Mann, der bei unserer ersten Begegnung seinen drängenden Wunsch äußerte, den Senegal zu verlassen. Ich war neugierig, warum er weg wollte und wie sein Alltag aussah, um die soziokulturellen Interpretationen für seinen Wunsch, weg zu gehen, zu begreifen. Er war ein Straßenhändler. Deshalb fragte ich ihn eines Tages, ob ich ihn bei seinen täglichen Aktivitäten begleiten dürfte und er war einverstanden. Darauf lies er mich eine Tour als Verkäufer machen, vermutlich um mich anzulernen. Er freute sich, weil er ein paar gute Geschäfte machte […] Dank dieser neuen Arbeit bekam ich ein besseres Verständnis für den informellen Bereich, der allgemein als “door waar ” bekannt ist und der im Leben der jungen Senegalesen eine wesentliche Rolle spielt. […] Wenn wir auf meine Wurzeln zu sprechen kamen, schlug mir häufig Ungläubigkeit entgegen. Die meisten Leute wollten nicht glauben, dass ein weißer Mann sich hier mit einer solchen Arbeit beschäftigen kann. Einige Male stellte ich auch fest, dass man mir mehr Vertrauen für meine Produkte entgegenbrachte als den anderen Straßenhändlern. Es herrscht ein allgemeines Denken vor, dass vermuten lässt, ein Weißer müsste qualitativ hochwertige Waren verkaufen.