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· September, 2015

Artikel vom Kurzmeldungen vom September, 2015

Venezuelas Beitrag zu den Oscars spricht eine indigene Sprache

“Gone with the River” von Mario Crespo ist Venezuelas Beitrag für den besten fremdsprachigen Film…

Lo que lleva el río (“Gone With the River”) des kubanisch-venezolanischen Filmemachers Mario Crespo Dauna ist ein venezolanischer Film, der nahezu komplett in Warao gedreht wurde, der Sprache, die von dem indigenen Volk im Flussdelta des Orinoco gesprochen wird. Er ist Venezuelas Filmbeitrag zu den Academy Awards für den besten fremdsprachigen Film.

 schreibt in Remezcla:

The story follows an indigenous woman named Dauna who is marked by difference within her community. Torn between her love for Tarsicio or her desire to pursue studies outside of her village, Dauna’s decision to challenge the expectations of her traditional culture lead to suffering and, ultimately, reconciliation.”

Der Film erzählt die Geschichte von Dauna, einer Frau, die einem indigenen Volk angehört und sich durch ihre Andersartigkeit von ihrer Gemeinde unterscheidet. Hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Tarsicio und ihrem Wunsch, außerhalb ihres Dorfes zu studieren, fordert Dauna mit ihrer Entscheidung ihre traditionelle Kultur heraus, was zu Leiden und schließlich zu Versöhnung führt.

Er war einer der auserwählten Filme, die dieses Frühjahr innerhalb der Sonderreihe “NATIVe” auf der BERLINALE gezeigt wurden. Hier ist der Trailer:

Global Voices am 7. September bei der Socialbar in Bonn

Am nächsten Montag, den 7. September 2015 wird Global Voices auf Deutsch, vertreten durch Anne Hemeda und Lena Nitsche, bei der Socialbar in Bonn zu Gast sein. Fokus des Kurzvortrags werden Ziele und Arbeitsweisen sein, zudem werden wir euch unsere internationale Gemeinschaft, die hinter dem Projekt steht vorstellen.

Los geht es um 18:00 Uhr bei Engagement Global, Tulpenfeld 7, 53111 Bonn. Weitere Referenten dieser Ausgabe der Veranstaltungsreihe werden die Rheinische Tagespost sowie die Zentrale für Freiraum und Subkultur sein. Die deutschlandweite Veranstaltungsreihe will zu einem verstärkten Austausch zwischen Projekten, Aktivisten und Organisationen beitragen, die sich mit dem Themenfeld Potentiale des Internets auseinandersetzen.

Global Voices lässt die Filterblase platzen

Katrin Zinoun, Redakteurin für Global Voices auf Deutsch und freie Autorin, Übersetzerin und Dozentin beschreibt im Juni auf dem Blog von Engagement Global, einem deutschen Service für entwicklungspolitisches Engagement, wie Global Voices globales Lernen fördert.

Zwar ermögliche das Internet den Zugang zu Informationen aus aller Welt, zugleich schränkten die Algorithmen der sozialen Medien aber ein, was wir zu sehen bekommen. Damit bewegen wir uns im weltweiten Netz doch wieder nur in unserer eigenen Filterblase.

Mit Global Voices werden uns Diskussionen zugänglich, die sich in sozialen Netzwerken abspielen, zu denen wir keinen Zugang haben, beispielsweise dem russischen Internet oder in arabischen Tweets. Vor allem aber lernen wir die Perspektiven der Personen kennen, die uns ihre eigenen Geschichten berichten, erklärt Katrin:

Bei Global Voices wird aus einer anderen Perspektive berichtet, als es in den traditionellen Mainstreammedien der Fall ist. Selbst bei globalen Nachrichtenereignissen berichten die Autoren von Global Voices aus der Perspektive der Menschen vor Ort. Sie schauen nicht von außen auf eine Situation, sondern die Stimmen, die gesammelt, zusammengefasst und übersetzt werden, kommen aus der jeweiligen Situation selbst.

Global Voices kann sowohl im Schulunterricht eingesetzt werden, als auch für Selbstlerner(innen) und dient nicht zuletzt uns Mitwirkenden selbst, unseren Horizont ständig zu erweitern und unsere Perspektive zu verändern.

Neue Statistik: Am glücklichsten ist man in Lateinamerika

Die glücklichsten (und unglücklichsten) Länder der Welt wurden ermittelt.

Gallup interviewte 150.000 Erwachsene aus 148 Ländern mit Fragen wie: “Hast du gestern gelächelt oder gelacht?” und: “Hast du gestern etwas Interessantes gelernt oder gemacht?”. Dies diente zur Ermittlung des Indexes Positiver Erfahrungen. Laut Angaben von Quartz befinden sich die führenden Länder, was positive Emotionen betrifft, überraschenderweise alle in Lateinamerika – angefangen bei Paraguay bis nach Nicaragua.

In der Umfrage wurde ein Maßstab von 0 bis 100 verwendet, wobei herauskam, dass der Index-Durchschnitt 2014 bei 71 von 100 liegt – “genauso wie schon 2013 und auch die Jahre davor seit 2006.”

Das Land mit der geringsten positiven Wertung ist der Sudan (47 von 100). Genauso gering sind die Werte für Tunesien, Serbien, in der Türkei und auch anderswo, offensichtlicherweise dank der Kriege und anderer Formen politischer Instabilität.

In Bolivien und El Salvador zum Beispiel antworteten 59 Prozent der Befragten mit “Ja” auf alle Fragen, sowohl zu den positiven, als auch negativen Emotionen. Diese Nationen haben somit sehr hohe “emotionale” Werte erzielt.

“Ist es nicht an der Zeit, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen?”

Wann werden wir wohl endlich aufhören, Afrika als armen hilfsbedürftigen Empfänger und uns (Europa oder „den Westen“) als gönnerhaften Geber darzustellen? Warum werden deutsche Jugendliche als handlungsfähig dargestellt, während afrikanische Jugendliche als handlungsunfähige Opfer ihrer Lebenswirklichkeit gezeigt werden? […] Ist es nicht an der Zeit, dass wir Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten, Schülerinnen und Schülern in Afrika auf Augenhöhe zu begegnen?

Diese Fragen stellt Katrin Zinoun, Redakteurin bei Global Voices und freie Autorin, Übersetzerin und Dozentin, Ende Juni auf ihrem Blog.

Anlass gab ihr ausgerechnet der bundesweite und jährlich stattfindende Aktionstag der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ der Aktion Tagwerk. Teilnehmende Schüler(innen) gehen dafür einen Tag anstatt zur Schule arbeiten und spenden ihren Lohn für Bildungsprojekte in afrikanischen Ländern. Laut Auskunft der Aktion Tagwerk engagierten sich dieses Jahr 181.000 Schüler(innen) aus 618 Schulen.

Katrin schaute sich das Kampagnenvideo an und kommt zu dem Schluss, dass hier Stereotype nicht bekämpft, sondern verfestigt werden. Die Kommunikation finde nicht auf Augenhöhe statt und es würden keine Gelegenheiten zur Vernetzung mit Jugendlichen in Afrika geschaffen.

Katrin erinnert uns damit auch an unsere Mission. Wir schreiben oft über Menschen, die marginalisiert werden. Die Vorstellung, dass wir für sie sprechen können, ist vollkommen falsch. Stattdessen wollen wir ihnen mit Empathie begegnen, ihnen zuhören und sie ihre eigenen Geschichten erzählen und ihre eigenen Programme gestalten lassen. Dabei können dann die modernen Kommunikationsmittel, die Aktion Tagwerk nennt, tatsächlich eine wichtige Rolle spielen.