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· November, 2013

Artikel vom Kurzmeldungen vom November, 2013

Wie soziale Medien die Politik in Kambodscha verändern

Colin Meyn erklärt [en], wie die “rasante Verbreitung von sozialen Medien die politische Landschaft in Kambodscha verändert”. Die junge, sich nach einem Wechsel sehnende Wählerschaft, hatte zusammen mit dem aggressiven Wahlkampf, den die Opposition über das Internet geführt hat, einen großen Einfluss bei den jüngsten Wahlen. Interessanterweise erwähnte auch der Premierminister Facebook einige Male in seiner ersten großen Rede anlässlich der Eröffnung des Parlaments: “Die Regierung hat keine Absicht, Facebook zu verbieten. Ich möchte die Leute aber dazu aufrufen, Facebook nicht zu einem Werkzeug werden zu lassen, mit dem die gesellschaftliche Stabilität beschädigt und Menschen beleidigt werden.”

Südkoreaner wütend über endlose Schund-Seifenoper

Obwohl sich das Genre der K-Dramas (südkoreanische Seifenopern) international anscheinend großer Beliebtheit erfreut, erhitzen sich die Gemüter in Südkorea zunehmend an den darin wiederkehrenden Mustern und den klischeehaften Drehbüchern und Charakteren. Als sich kürzlich die größte Rundfunkanstalt des Landes, KBS, dazu entschied, eine schlecht geschriebene Seifenoper mit dem Titel „Princess Aurora“ zu verlängern, die viele als „eine Beleidung für die Intelligenz der Zuschauer“ bezeichnen, haben Internetuser eine Unterschriftenaktion gestartet. Und diese eher ungewöhnliche Online-Petition [ko] mit dem Ziel, dass die Sendung abgesetzt und die extrem mächtige Drehbuchautorin Im Sung-han [en] gestürzt wird, findet immer mehr Zuspruch. In der ersten Runde der Petition wurden die angepeilten 10.000 Unterschriften innerhalb einer Woche bereits übertroffen, in der zweiten Runde haben bereits 7.000 Nutzer unterzeichnet.

FIFA bestraft Kroatien und Griechenland für rassistisches Fan-Verhalten

Kroatien und Griechenland lauten seit November 2013 zwei weitere Namen auf der wachsenden Liste von Fußballnationalmannschaften, die von der FIFA aufgrund rassistischen Verhaltens seiner Anhänger oder Teammitglieder mit einer Geldbuße bestraft wurden. Seit Mai 2013 greift die FIFA zu härteren Sanktionen gegen Rassismus und Diskriminierung. FIFA-Präsident Sepp Blatter gab kürzlich bekannt, dass die global agierende Organisation mit schärferen Bestrafungen gegen diese Probleme vorgehen müsse. Die FIFA sei zu diesem Zweck nun sogar bereit, „Mannschaften von Wettbewerben auszuschließen oder ihnen Punkte abzuziehen“. Al Jazeera macht nähere Angaben [En] zu den Geldbußen, die den nationalen Fußballverbänden von Kroatien und Griechenland auferlegt wurden:

Der kroatische Fußballverband muss für die Vorfälle im Rahmen der 2:1-Niederlage gegen Belgien am 11. Oktober in Zagreb 35.000 Schweizer Franken (38.000 $ [28.400 €]) zahlen.

„Kroatische Fans zeigten den rechtsradikalen Gruß, wie er während des zweiten Weltkriegs von der faschistischen Ustascha-Bewegung verwendet wurde“, berichtete die Fanbeobachtungs-Organisation FARE [Football Against Racism in Europe] der FIFA.

Der Fußballverband Griechenlands wurde hingegen mit einer Strafe von 30.000 Schweizer Franken (32.500 $ [24.300 €]) belegt. Grund dafür ist, dass während der Partie zwischen Griechenland und der Slowakei (1:0) am 11. Oktober rechtsradikale Banner gezeigt wurden.

Jemen: Eine Eule vor meinem Fenster

Der jemenitische Blogger Abdulkader Alguneid findet eine Eule vor seinem Fenster:

Er twittert über das seltene Ereignis:

Vom Winde vermüllt: Plastiktüten landen auf der venezolanischen Halbinsel Paraguaná

Die Fotogalerie von Silvia Castro, zu sehen auf der Website Prodavinci, zeigt Bewohner der Halbinsel Paraguaná in Venezuela mit Plastiktüten auf dem Kopf. Damit wollen sie auf den Schaden aufmerksam machen, den Müll und Plastiktüten auf der Halbinsel anrichten.

Auf Prodavinci wird erklärt [es]:

Aufgrund ihrer geographischen Lage ist die Halbinsel Paraguaná eine Art unfreiwillige Sammelstelle für einen großen Teil des Mülls von der Küste Venezuelas. Zusätzlich sind hier hohe Windgeschwindigkeiten von bis zu 35 km/h an der Tagesordnung. Diese Winde nehmen Plastiktüten und anderen leichten Abfall auf, der sich in der heimischen Vegetation der Cardones und Cujíes verfängt. Auf diese Weise wird das Gebiet immer mehr vom Müll vereinnahmt und ein verheerendes Landschaftsbild gezeichnet.

14 inspirierende einminütige Filme über die Umwelt

TVE (Fernsehen für die Umwelt) präsentiert die Videos der 14 Finalisten seines globalen Umweltfilm-Wettbewerbs [en].

Teilnehmer aus der ganzen Welt produzierten einminütige Filme über Themen in Zusammenhang mit Klimawandel, nachhaltiger Entwicklung und Artenvielfalt.

Bis zum 19. Dezember 2013 kann jeder für seinen Lieblingsfilm abstimmen.

87 Migranten verdursten im Norden von Niger

Am 30. Oktober starben 87 Menschen beim Versuch, das Mittelmeer zu erreichen, nachdem sie in der Sahara von ihren Fahrern zurückgelassen worden waren, als diese sich auf die Suche nach Hilfe machten. Die erschütternde Geschichte [en] einer der Überlebenden, der 14jährigen Shafa, wirft ein Licht auf die Notlage vieler Migranten, die versuchen Europa zu erreichen, und auf die Hindernisse, welchen sie sich gegenübersehen. In einem Artikel mit dem Titel  “Sterben vor den Toren Europas” veranschaulicht Philippe Rekacewicz, ein französischer Kartograf, die Geschichte des mühevollen Weges der Migranten von Afrika nach Europa mithilfe einer Kartenreihe [fr]:     

"Dying at the gates of Europe" by Philippe Rekacewicz  on Le Monde Diplomatique

“Sterben vor den Toren Europas” von Philippe Rekacewicz in “Le Monde Diplomatique”

Sieg gegen die Todesstrafe in Puerto Rico

Das Justizministerium der Vereinigten Staaten hat die Anwendung der Todesstrafe in Puerto Rico modifiziert. Wie der Justizminister, Eric Holder, mitteilte, wird die generelle Anwendung dieser Strafe abgeschafft.

Puerto Rico hat seit 1927 keinen Angeklagten hingerichtet und 1929 die Todesstrafe per Gesetz verboten. Später im Jahr 1952 wird dieses Verbot in die Verfassung berücksichtigt, wo es bis heute verankert ist. Die US-Bundesregierung verabschiedet 1994 das Omnibus Crime Control Act (Gesetz zur Bekämpfung des Verbrechens), das eine Föderalisierung bestimmter Verbrechen, und letztendlich, die Anwendung der Todesstrafe in Puerto Rico erlaubt, und dabei seinen kolonialen Status hervorhebt.

Daniel Nina, der für die Online-Zeitschrift El Post Antillano schreibt, kommentierte folgendes:

Diese Modifizierung ist ein großer Sieg für die Coalición contra la Pena de Muerte de Puerto Rico (Koalition gegen die Todesstrafe in Puerto Rico). Diese Organisation fordert seit Jahren, dass die Bundesvorschrift für die Todesstrafe in Puerto Rico nicht angewendet wird. Holder selbst erkennt an, dass, kulturell gesprochen, die Bevölkerung in Puerto Rico gegen die Todesstrafe ist und die Fälle sehr kostspielig sind, so dass es sich nicht lohnt, sie zu beantragen, da die Gerichte sie am Ende nie anwenden.