Russisches Internet auf Deutsch

Absurdisten, VKontakte, der Mond Putin, TJournal, ein Hundeherz, Twitters Katz- und Mausspiel, Tor auf russisch, Auswanderung in Zeiten des Internets, virtuelle Schützengräben, aufregende Stangentänze am Weltkindertag, die Rückkehr des Tomatenterroristen und vieles mehr illustriert: Das russische Internet ist anders.

Russlands selbstbewusste Netzbürger haben völlig eigene soziale Netzwerke, digitale Medien und Online-Bezahlsysteme. Das russische Internet ist in sich geschlossen und distanziert, mit einem ausgeprägten Hang zur Selbstgenügsamkeit. Ein Spannungsfeld aus digitalen Freiheitsrechten, staatlicher Kontrolle und politischem Dirigismus.

„Russisches Internet auf Deutsch“ ist Teil des RuNet Echo, einem Global Voices-Projekt. Es wird durch das Open Society Institute finanziert und will das Verständnis des russischen Internets (RuNet) und der damit verbundenen Online-Communities erweitern und vertiefen.

RuNet Echo

Die Redakteure Tetyana Lokot und Kevin Rothrock recherchieren und analysieren das zunehmend komplexere RuNet und untersuchen und verifizieren dazu Originalberichte, Studien und Übersetzungen zu aktuellen Themen rund um Russland. Dabei beobachten sie insbesondere, wie relevante Themen von verschiedenen Akteurinnen und Akteuren in Blogs, Foren, sozialen Medien und in anderen Internetmedien reflektiert werden.

Neben der Rolle des Internets in der russischsprachigen Zivilgesellschaft und Politik, sowie dem Wandel der russischsprachigen Medienlandschaft und der Online-Communities, interessiert die Macherinnen und Macher des RuNet die Internetstrategie Russlands und ihre Auswirkungen auf Meinungsfreiheit, Sicherheit und Cyberkrieg.

Es folgen die Beiträge, die wir seit Beginn 2014 ins Deutsche übersetzt haben:

Verwässert der Kreml Russlands Recht auf Vergessenwerden? [17. Juni 2015]

Images edited by Kevin Rothrock.

Fotobearbeitung: Kevin Rothrock.

Aus gut unterrichteten Quellen in der Duma hat RBC erfahren, dass der Gesetzgeber damit einverstanden ist, aus der ersten Fassung des Gesetzentwurfs einen strittigen Passus zu entfernen, der es Privatpersonen ermöglicht hätte, Suchmaschinen zur Löschungen von Links zu zwingen, die sich auf jede Art von persönlichen Informationen beziehen, die älter als drei Jahre sind.

Russischer Gesetzgeber stimmt in erster Lesung für das Recht auf Vergessenwerden [16. Juni 2015]

Only one Russian lawmaker voted against the first draft of the "right to be forgotten" legislation. Images mixed by Tetyana Lokot.

Nur ein einziger russischer Abgeordneter stimmte in erster Lesung gegen den Entwurf eines Gesetzes für das Recht auf Vergessenwerden. Fotomontage: Tetyana Lokot.

423 der 450 Abgeordneten des Parlaments haben dem Gesetz zugestimmt. Dmitry Gudkow (von der Partei Gerechtes Russland) war der Einzige, der gegen das Recht auf Vergessenwerden votiert hat [andere enthielten sich der Stimme].

Russland treibt Recht auf Vergessenwerden voran, obwohl die Internetbranche protestiert [11. Juni 2015]

Imaged edited by Tetyana Lokot.

Fotobearbeitung: Tetyana Lokot.

Der Suchmaschinengigant Yandex sagte gegenüber dem Nachrichtenportal Meduza, dass ein derartiges Gesetz verfassungsmäßige Informationsrechte verletzen und Suchmaschinen mit unbegründeten und ungewöhnlichen rechtlichen Zwängen belasten würde. Beleidigende und kränkende Informationen, sagt Yandex, würden sowieso im Internet auffindbar bleiben, wenn sie auf Webseiten, wie sozialen Netzwerken, verbreitet worden sind.

Russische Aktivistinnen protestieren mit Stilettos und Hundehalsband gegen Sadisten-Gesetz [6. Juni 2015]

Polina Nemirovsky (left) and Olga Borisova (right), June 2, 2015. St. Petersburg, Russia. Photo: Facebook.

Polina Nemirowsky (links) und Olga Borisowa (rechts) am 2. Juni 2015 in St. Petersburg. Foto via Facebook.

Der russische Gesetzgeber arbeitet an einer Vorschrift, die Gefängnisbeamten mehr Rechte bei der Überwältigung unkooperativer Gefangener einräumt. Das “Sadisten-Gesetz”, wie es Kritiker nennen, ist Ende Mai in die Duma eingebracht worden. Es würde die Bedingungen ändern, unter denen Beamte Gewalt anwenden dürfen: Die Bandbreite der von diesem neuen Gesetz gedeckten Fälle würde vom einfachen Ungehorsam bis zum Ausbruch aus dem Gefängnis reichen. Das Gesetz würde sogar Maßnahmen mit Todesfolgen legalisieren.

Russlands Trollfabrik vor Gericht zerren [2. Juni 2015]

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Fotobearbeitung: Kevin Rothrock.

Vor zwei Wochen hat eine Frau namens Ludmilla Sawtschuk bekannt gegeben, dass sie Russlands bekannteste Trollfabrik verklagt. Sawtschuk sagt, sie sei Journalistin und habe im ersten Quartal 2015 verdeckt in dieser Agentur gearbeitet.

Sie ist davon überzeugt, dass die Finanzierung der russischen Trolle aus Mitteln der Regierung erfolgt: “Für mich ist das nicht nur ein “harmloses” Abschöpfen von Haushaltsmitteln. Dort wird nicht nur geschuftet, es geht auch darum, dass die Jugend korrumpiert wird. Ganz allgemein ausgedrückt: Wir reden hier über die Anstiftung zum Fremdenhass und über andere Verzerrungen.”

Russland will Twitter erneut besiegt haben: Hier steht, was wirklich geschah [1. Juni 2015]

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Fotobearbeitung: Kevin Rothrock.

Die russische Zensur nimmt nicht zum ersten Mal für sich in Anspruch, Twitter überzeugt zu haben, bestimmte Inhalte zurückzuhalten. Wie schon früher, ist auch Moskaus aktuelle Mitteilung, dass Twitter “32 Links entfernt” habe, unrichtig und ziemlich missverständlich.

Wie sicher sind Internet-Suchmaschinen vor der russischen Zensur? [1. Juni 2015]

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Fotobearbeitung: Kevin Rothrock.

Die russische Legislative, weitgehend verantwortlich für ein ganzes Heer widersprüchlicher Gesetze zur Untersagung von Obszönitäten in Filmen, von Adoptionen russischer Waisen sowie mit dem Ziel der Einschränkung von “Schwulen-Propaganda”, meldet sich mit einer neuen Idee zurück: Die aktuelle Forderung lautet, dass Internet-Suchmaschinen für die von ihnen indexierten Inhalte zur Verantwortung gezogen werden können.

Ist Wladimir Kara-Murzas Krankenhauseinweisung Zufall oder böse Absicht? [1. Juni 2015]

Der Ablauf der Ereignisse, nämlich die Veröffentlichung des Exposés, gefolgt von einer abrupten Verschlechterung des Gesundheitszustandes eines Koordinators von Offenes Russland, hat weit verbreitete Spekulationen entfacht, wonach Kara-Murzas Erkrankung keine natürlichen Ursachen haben könne.

Hat Russland das Anonymisieren im Internet wirksam genug unterbunden? [28. Mai 2015]

Ein russisches Gericht hat entschieden, Teile der Internetpräsenz von RosKomSvoboda zu blockieren, einer russischen Organisation für Internetfreiheit und Menschenrechte. Die Seite sei ein Anonymisierer. Diese Gerichtsentscheidung ist alarmierend, weil in Russland gegenwärtig weder Anonymisierer noch vergleichbare Programme gesetzlich verboten sind. RosKomSvoboda zeigte sich überrascht, dass man die Seite als Anonymisierer einstufe, da sie derartige Programme nicht zur Verfügung stelle, sondern nur Texte mit Anleitungen für Internetnutzer.

Liebe Staatsdiener der Ukraine: Russlands Sicherheitsdienste danken für Ihre Kooperation! [26. Mai 2015]

Eine Gruppe von Journalisten spielte ukrainischen Beamten einen Streich, weil sie russische Email-Dienste nutzen. Dadurch sollten sie auf die Gefahren ihres sorglosen Umgangs mit dem Thema Informationssicherheit aufmerksam gemacht werden.

Russland programmiert “Vorhersagemodell” zur Überwachung von Protesten im Internet [19. Mai 2015]

Der Direktor des Zentrums zur Erforschung der Legitimität politischer Proteste will für die russische Regierung mit der Software “Laplacescher Dämon” Gruppen oder Profile in sozialen Medien überwachen, die von Freiwilligen in einer Datenbank gesammelt wurden und nach “Soziologen und Politologen” gefiltert worden sind. Er sei damit in der Lage, Vorbereitungen für Proteste zu erkennen, lange bevor sie tatsächlich stattfinden. Klingt verrückt? Klingt sehr nach RuNet!

Wladimir Putin und die profitable Heimatliebe seiner staatsnahen Motorradbruderschaft [19. Mai 2015]

Der Name “Nachtwölfen” lässt schon große Dinge erwarten. Der russische Motorradclub erlangte internationale Berühmtheit und kam jetzt bis nach Deutschland…

The Night Wolves ride their growing renown all the way to the bank. Image edited by Kevin Rothrock.

Die Nachtwölfe bringen ihren wachsenden Einfluss direkt zur Bank. Fotobearbeitung: Kevin Rothrock.

Herr Bürokrat, Russlands “faltige” junge Frauen würden gerne etwas mit Ihnen besprechen [16. Mai 2015]

Aufschrei im RuNet: #FaltigeFrau (#сморщеннаяженщина) schlägt zurück und grüßt den Ombudsmann für Kinder. Der nämlich hatte Bedenken gegen die Heirat eines 17-jährigen Mädchens mit einem wesentlich älteren Polizeioffizier in Tschetschenien als Prüderie abgetan.

A selection of #WrinkledWomen flashmob participants. Instagram screenshot.

Einige Teilnehmer am Flashmob #FaltigeFrau. Instagram Bildschirmfoto.

PayPal blockiert Spenden für den Druck von Boris Nemtsows Kriegsbericht aus der Ukraine [15. Mai 2015]

PayPal hat die Autoren der Reportage “Putin.Krieg” darüber informiert, dass der Bezahlservice nicht dazu dient, “Spenden zur Finanzierung von Aktivitäten politischer Parteien oder für politische Zwecke in Russland zu sammeln”.

Russlands unermüdliche Absurdisten [9. Mai 2015]

Monstration 2015 in Novosibirsk. Top left, clockwise: "A Platypus Will Save the World," "We are made from a different kind of dough," "Soon it will be Sunny," "We aren't Monsters," "From Communism to Idiotism," and "Bees Against Honey!" Images from VKontake.

Monstration 2015 in Nowosibirsk. Von oben links im Uhrzeigersinn: “Ein Schnabeltier wird die Welt retten”, “Wir sind aus einem anderen Teig gemacht”, “Bald scheint die Sonne”, “Wir sind keine Monster”, “Vom Kommunismus zum Idiotismus”, “Bienen gegen Honig”. Fotos: VKontake.

Alljährlich am 1. Mai veranstalten tausende Russen in einer Handvoll sibirischer Städte eine öffentliche Feier der Absurditäten. In diesem Jahr waren die Parolen und Kostüme genauso entzückend unverschämt wie immer.

Was ist mit Russlands bestem unabhängigen Radiosender passiert? [29. April 2015]

Im vergangenen November sah es so aus, als würde Russland das Echo Moskau verlieren, eine der am längsten bestehenden, hoch angesehenen und weit verbreiteten Nachrichtenquellen. Der Chefredakteur des Senders, Alexej Wenediktow, kämpfte infolge eines Skandals, in den einer seiner Reporter verwickelt war, um seinen Job. Und dann passierte es. Das Echo Moskau, das die Russen kennen und lieben gelernt hatten, schien langsam dahinzuschwinden…

Wadim Jelistratow von TJournal über die russische Adaption von ‘Homeland’ [17. März 2015]

Wadim Jelistratow von TJournal hat sich die erste Folge der neuen russischen TV-Serie mit dem Titel Rodina (“Heimat”)  angesehen und erklärt, warum man die russische Adaption nicht einfach als Flop abtun könne.

Russischer Politiker der Opposition Boris Nemtsov in Moskow erschossen [28. Februar 2015]

Boris Nemtsov, ehemaliger russischer Vizeministerpräsident, prominenter Politiker der Opposition und einer der schärfsten Putin Kritiker wurde in Moskau erschossen. Der Mord passierte in Moskaus Innenstadt auf einer Brücke südlich des Roten Platzes und nur wenige Schritte vom Kreml entfernt.

Wie der Krieg in der Ukraine Familien und Freunde über das Internet auseinanderreißt [12. Februar 2015]

“Der endgültige Höhepunkt war erreicht, als sie blutige Bilder von Toten in Donezk auf meiner Facebookseite posteten, mit Kommentaren wie ´Diesen hier hast du auf dem Gewissen. Schläfst du nachts gut damit?´ Ich hätte meinerseits mit Fotos und Anschuldigungen antworten können, aber das machen nur Idioten. Also habe ich angefangen, meine Verwandten zu blockieren.” (Nina aus St. Petersburg)

#FreeSavchenko: Hungerstreik der ukrainischen Pilotin im russischen Gefängnis geht in die 9. Woche [9. Februar 2015]

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Ein anonymes Photo von Nadiya Savchenko zirkuliert online.

Die ukrainische Militärpilotin Nadiya Savchenko, eine der ersten Frauen, die sich der Luftwaffe der Ukraine angeschlossen hatten, wurde im Juni 2014 in Donbad von einer Gruppe Kämpfern festgenommen, die durch Russland unterstützt werden. Später in Russland wurde sie der Komplizenschaft angeklagt im Zusammenhang mit der Tötung zweier russischer Journalisten während eines Militäreinsatzes. Seit ihrer Verhaftung haben ukrainische und internationale Aktivisten zahlreiche Kampagnen zu ihrer Verteidigung gestartet.

Stop the Music: Spotify bricht Markteinführung in Russland ab [4. Februar 2015]

Spotify, einer der weltweit größten Anbieter im Online Musikstreaming, bricht die Markteinführung ihrer Dienste in Russland ab. Als Grund hierfür nennt Spotify wirtschaftlich schwierige Zeiten sowie die neuen drakonischen Internetgesetze des Landes.

Alle Tweets der Präsidenten: Was Russen und Ukrainer über ihre politische Führung reden [13. Januar 2015]

Nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Russland werden die sozialen Medien immer stärker als Instrument der politischen Debatte und Diskussion genutzt. Ein neues RuNet-Projekt untersucht, auf welche Art und Weise die Menschen diskutieren, welche politischen Themen sie posten und wie die Inhalte beschaffen sind, die sich viral verbreiten.

Russische Regierung sanktioniert LGBT-Supportgruppe für die Andeutung, homosexuelle Jugendliche seien mutig [18. November 2014]

Die Gründerin eines Onlineprojekts für russische LGBT-Jugendliche, Lena Klimova, wurde offiziell wegen “homosexueller Propaganda” angeklagt. Hier dürfen wir mit Genehmigung von Lena Klimova einige Auszüge aus den laut ihr “schmackhaftesten Teilen” der von der Regierung gegen die Organisation erhobenen Anklagepunkte veröffentlichen.

Freut euch, liebe Russen! Das lang ersehnte „Meduza“ Portal ist jetzt zugänglich! [20. Oktober 2014]

Das neue Portal Meduza ist eine Mischung aus Nachrichtensammlungen und selbstständiger Berichterstattung und das Spannendste, das vor Kurzem im russischen Journalismus aufgetaucht ist.

Tod durch Erschießungskommando wegen eines Cartoons in der Ostukraine? [13. Oktober 2014]

Hat die Kultusministerin der Rebellenregierung von Luhansk tatsächlich vor einem Lokalgericht die Exekution einer ukrainischen Schriftstellerin wegen eines im Internet erschienenen Cartoons gefordert? Oder war diese bizarre Forderung nach der Todesstrafe Teil einer aus Kiew beeinflussten Propagandakampagne, mit dem Ziel den Ruf der “Terroristen” aus dem Osten zu schädigen?

Internetzensur: Kann die ISIS frei im russischen Netzwerk VKontakte Terroristen anwerben? [11. September 2014]

In einem ausführlichen Leitartikel legt die Internet- und Technologieseite Apparat offen, was sie den Beweis für den massiven Vormarsch der ISIS in den “freien” und “komfortablen” Raum des sozialen Netzwerks Vkontakte in Russland bezeichnen, nachdem ihre Konten auf Twitter und Facebook unter Druck geraten sind.

Die 7.000 Wikipedia-Edits der russischen Regierung [20. Juli 2014]

Beim Thema Wikipedia ist die russische Regierung wahrlich wie fleißige Bienchen. In den letzten zehn Jahren haben IP-Adressen, die der russischen Regierungen und ihren untergeordneten Ministerien und Behörden zugeordnet werden können, mehr als 7.000 Edits in der russischsprachigen Version der Online-Enzyklopädie getätigt.

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Collage von Kevin Rothrock

Die fünf unsensibelsten Reaktionen auf den Absturz von MH17 in der Ukraine [18. Juli 2014]

Russische Regierungsvertreter, sowie Politiker und Persönlichkeiten aus der Medienbranche waren mit ihren Reaktionen auf den Absturz des Flugs MH17 der Malaysia Airlines, das am 17. Juli über der Ostukraine abgestürzt war, schnell bei der Hand. Die Behörden in Kiew, Moskau und Donezk erhoben sofort mit Vorwürfen und beschuldigten sich gegenseitig, das Passagierflugzeug abgeschossen und die an Bord befindlichen Menschen getötet zu haben. Die Emotionen kochen hoch und einige besonders gefühllose Stellungnahmen irgendwelcher Gestalten in Moskau und Donezk haben im russischen Internet für Aufregung gesorgt. Dazu auch: Erste russische Reaktionen auf den Flugzeugabsturz in der Ostukraine [17. Juli 2014]

Die Tücken des Mondes Putin [1. Juli 2014]

In einer Diskussionsrunde an der UC Berkeley meldet sich ein seltsam aussehender Mann zu Wort. “Was ist”, begann der Mann, “wenn der ganze Terror und all die Hungersnot“ nicht das Werk des echten Stalin war, sondern das eines vorgeblichen Stalin? Eines teuflischen Stalin!” In den darauf folgenden Minuten gab sich der Moderator jede erdenkliche Mühe, weiterzumachen, aber die Diskussionsteilnehmer mussten sich trotzdem anhören, dass dieser Fremde an einen zweiten Stalin glaubte, der für die Schuld und die Verbrechen des Kommunismus verantwortlich zu machen sei. Daran schließt eine ähnliche Hypothese an, nämlich die der Theorie der “Zwei Putin”.

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Der Mond Putin, eine wörtliche Interpretation. Fotomontage von Kevin Rothrock

Ukraine: Wiederholt Putin die Fehler von Milošević? [30. Juni 2014]

Seit Russlands Annexion der Krim heben einige westliche Nachrichtenmagazine die Gemeinsamkeiten zwischen Putin und dem früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milošević hervor. Beide, Putin und Milošević, so der rote Faden, hätten in ihren Nachbarländern für Spannungen gesorgt, indem sie ihren Feinden Faschismus vorwarfen.

TJournal.ru: Schluss mit den Berichten über die Ukraine [27. Juni 2014]

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Das populäre Nachrichtenportal TJournal.ru unterbricht vorerst die bislang auf seiner Startseite veröffentlichte Rangliste der beliebtesten Nachrichten. Fotomontage von Kevin Rothrock.

Als Reaktion auf eine Flut antiukrainischer Propaganda in den russischen Massenmedien setzt das Internetportal TJournal vorübergehend seinen Service aus, die beliebtesten Nachrichten aus dem RuNet täglich zusammenzustellen. Nikita Likhaschew, TJournals Gründer und Herausgeber, sagte in einem Interview mit RuNet Echo:

Из-за повышенного внимания российских СМИ к теме украинского конфликта новостная повестка стала слишком политизирована, на время вытеснив все остальные темы дня из общей картины. Наблюдая за медиатором и за реакцией читателей, мы поняли, что в таких условиях он не отвечает нашим высоким требованиям к формированию разносторонней картины дня, и решили временно снять его.

Russlands Massenmedien berichten immer intensiver über den Konflikt in der Ukraine, sodass die Nachrichten politisch dominiert sind und im Moment alle anderen Themen des öffentlichen Interesses völlig in den Hintergrund drängen. Wir haben die Nachrichtensoftware und die Reaktion unserer Leser beobachtet und festgestellt, dass der Service nicht unserem hohen Standard gerecht wird, von den Ereignissen eines Tages ein abwechslungsreiches Bild zu zeichnen. Deshalb haben wir entschieden, diesen Dienst vorübergehend auszusetzen.

Propagandakriege: Russisches Twitterprofil handelt vom amerikanischen “Fortschritt” im Irak [26. Juni 2014]

Jemand, der auf Russisch schreibt, hat die neuesten Herausforderungen der US-Regierung im Internet thematisiert und ein Twitterprofil eingerichtet, das eines der offiziellen Konten des Außenministeriums parodiert. Aufs Korn genommen wird ein russischsprachiger Informationskanal, den Washington nutzt, um Russlands Propaganda bezüglich der Ereignisse in der Ukraine zu kontern.

Russen sagen, die Sprecherin des US-Außenministeriums habe ein “Hundeherz” [25. Juni 2014]

Ein ungewöhnlicher Videoclip kursiert im russischen Internet; das vorerst letzte Ereignis in einer Reihe von Internet-Memen, die Jen Psaki angreifen, die Sprecherin des US-Außenministeriums. Dieser Clip zeigt eine Szene des 1988 herausgekommenen Sowjetfilms “Hundeherz”…

Könnte Snowden Russlands Alfred Kinsey werden? [24. Juni 2014]

Edward Snowden ist der Alfred Kinsey des Internetzeitalters. So argumentierte der russische Journalist Dmitri Gubin und fragt sich, welchen Einfluss die totale Überwachung durch die Regierung auf zukünftige soziale Normen haben könnte.

Russisches Bürokratenrennen zur Überwachung des Internets [23. Juni 2014]

Russlands Gesetzgeber und die Sicherheitsbehörden wetteifern um die Kontrolle des Internets. Mehr als zwei Jahre lang hat das Parlament Gesetz um Gesetz ausgespuckt und Internetnutzern immer neue Beschränkungen auferlegt. Durch diese neuen Regelungen schwillt den russischen Behörden der Kamm und sie können ab jetzt völlig legal alles, was ihnen im Internet nicht passt, zum Schweigen bringen, abschalten oder blockieren. Dabei hat der Kreml sorgfältig darauf geachtet, Russlands E-Business-Branche nicht zu gefährden…

Twitters Katz- und Mausspiel in Russland [23. Juni 2014]

In den Beziehungen zwischen dem Kreml und Twitter ist ein Muster erkennbar, wonach Moskau umfassende Forderungen an die Webseite stellt und anschließend angebotene Kompromisslösungen als Sieg der Souveränität Russlands verkauft.

Russischer Telefonschelm führt weißrussischen Diktator an der Nase herum [22. Juni 2014]

Die Anhänger von Bart Simpsons Spaßanrufen bei Moes Tavern freuen sich womöglich darüber, dass Russland eine große Onlinecommunity hat, die diesen Telefonschelmen gewidmet ist, wobei dort nicht alle so unschuldig sind wie er. Kürzlich scheint Vovan jedoch über die Stränge geschlagen zu haben, als er den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko am Telefon hinters Licht zu führen versuchte: Vovan behauptete, der Sohn des abgesetzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch zu sein. Während des Telefonats fragte der falsche Sohn nach politischem Asyl für seinen angeblichen Vater.

Russland sagt, das Internet verbreite Extremismus [21. Juni 2014]

Russlands Innenminister hat eine 10-Jahres-Strategie entwickelt, um dem gewaltbe