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Russisches Internet auf Deutsch

Absurdisten, VKontakte, der Mond Putin, TJournal, ein Hundeherz, Twitters Katz- und Mausspiel, Tor auf russisch, Auswanderung in Zeiten des Internets, virtuelle Schützengräben, aufregende Stangentänze am Weltkindertag, die Rückkehr des Tomatenterroristen und vieles mehr illustriert: Das russische Internet ist anders.

Russlands selbstbewusste Netzbürger haben völlig eigene soziale Netzwerke, digitale Medien und Online-Bezahlsysteme. Das russische Internet ist in sich geschlossen und distanziert, mit einem ausgeprägten Hang zur Selbstgenügsamkeit. Ein Spannungsfeld aus digitalen Freiheitsrechten, staatlicher Kontrolle und politischem Dirigismus.

„Russisches Internet auf Deutsch“ ist Teil des RuNet Echo, einem Global Voices-Projekt. Es wird durch das Open Society Institute finanziert und will das Verständnis des russischen Internets (RuNet) und der damit verbundenen Online-Communities erweitern und vertiefen.

RuNet Echo

Die Redakteure Tetyana Lokot und Kevin Rothrock recherchieren und analysieren das zunehmend komplexere RuNet und untersuchen und verifizieren dazu Originalberichte, Studien und Übersetzungen zu aktuellen Themen rund um Russland. Dabei beobachten sie insbesondere, wie relevante Themen von verschiedenen Akteurinnen und Akteuren in Blogs, Foren, sozialen Medien und in anderen Internetmedien reflektiert werden.

Neben der Rolle des Internets in der russischsprachigen Zivilgesellschaft und Politik, sowie dem Wandel der russischsprachigen Medienlandschaft und der Online-Communities, interessiert die Macherinnen und Macher des RuNet die Internetstrategie Russlands und ihre Auswirkungen auf Meinungsfreiheit, Sicherheit und Cyberkrieg.

Es folgen die Beiträge, die wir seit Beginn 2014 ins Deutsche übersetzt haben:

Verwässert der Kreml Russlands Recht auf Vergessenwerden? [17. Juni 2015]

Images edited by Kevin Rothrock.

Fotobearbeitung: Kevin Rothrock.

Aus gut unterrichteten Quellen in der Duma hat RBC erfahren, dass der Gesetzgeber damit einverstanden ist, aus der ersten Fassung des Gesetzentwurfs einen strittigen Passus zu entfernen, der es Privatpersonen ermöglicht hätte, Suchmaschinen zur Löschungen von Links zu zwingen, die sich auf jede Art von persönlichen Informationen beziehen, die älter als drei Jahre sind.

Russischer Gesetzgeber stimmt in erster Lesung für das Recht auf Vergessenwerden [16. Juni 2015]

Only one Russian lawmaker voted against the first draft of the "right to be forgotten" legislation. Images mixed by Tetyana Lokot.

Nur ein einziger russischer Abgeordneter stimmte in erster Lesung gegen den Entwurf eines Gesetzes für das Recht auf Vergessenwerden. Fotomontage: Tetyana Lokot.

423 der 450 Abgeordneten des Parlaments haben dem Gesetz zugestimmt. Dmitry Gudkow (von der Partei Gerechtes Russland) war der Einzige, der gegen das Recht auf Vergessenwerden votiert hat [andere enthielten sich der Stimme].

Russland treibt Recht auf Vergessenwerden voran, obwohl die Internetbranche protestiert [11. Juni 2015]

Imaged edited by Tetyana Lokot.

Fotobearbeitung: Tetyana Lokot.

Der Suchmaschinengigant Yandex sagte gegenüber dem Nachrichtenportal Meduza, dass ein derartiges Gesetz verfassungsmäßige Informationsrechte verletzen und Suchmaschinen mit unbegründeten und ungewöhnlichen rechtlichen Zwängen belasten würde. Beleidigende und kränkende Informationen, sagt Yandex, würden sowieso im Internet auffindbar bleiben, wenn sie auf Webseiten, wie sozialen Netzwerken, verbreitet worden sind.

Russische Aktivistinnen protestieren mit Stilettos und Hundehalsband gegen Sadisten-Gesetz [6. Juni 2015]

Polina Nemirovsky (left) and Olga Borisova (right), June 2, 2015. St. Petersburg, Russia. Photo: Facebook.

Polina Nemirowsky (links) und Olga Borisowa (rechts) am 2. Juni 2015 in St. Petersburg. Foto via Facebook.

Der russische Gesetzgeber arbeitet an einer Vorschrift, die Gefängnisbeamten mehr Rechte bei der Überwältigung unkooperativer Gefangener einräumt. Das “Sadisten-Gesetz”, wie es Kritiker nennen, ist Ende Mai in die Duma eingebracht worden. Es würde die Bedingungen ändern, unter denen Beamte Gewalt anwenden dürfen: Die Bandbreite der von diesem neuen Gesetz gedeckten Fälle würde vom einfachen Ungehorsam bis zum Ausbruch aus dem Gefängnis reichen. Das Gesetz würde sogar Maßnahmen mit Todesfolgen legalisieren.

Russlands Trollfabrik vor Gericht zerren [2. Juni 2015]

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Fotobearbeitung: Kevin Rothrock.

Vor zwei Wochen hat eine Frau namens Ludmilla Sawtschuk bekannt gegeben, dass sie Russlands bekannteste Trollfabrik verklagt. Sawtschuk sagt, sie sei Journalistin und habe im ersten Quartal 2015 verdeckt in dieser Agentur gearbeitet.

Sie ist davon überzeugt, dass die Finanzierung der russischen Trolle aus Mitteln der Regierung erfolgt: “Für mich ist das nicht nur ein “harmloses” Abschöpfen von Haushaltsmitteln. Dort wird nicht nur geschuftet, es geht auch darum, dass die Jugend korrumpiert wird. Ganz allgemein ausgedrückt: Wir reden hier über die Anstiftung zum Fremdenhass und über andere Verzerrungen.”

Russland will Twitter erneut besiegt haben: Hier steht, was wirklich geschah [1. Juni 2015]

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Fotobearbeitung: Kevin Rothrock.

Die russische Zensur nimmt nicht zum ersten Mal für sich in Anspruch, Twitter überzeugt zu haben, bestimmte Inhalte zurückzuhalten. Wie schon früher, ist auch Moskaus aktuelle Mitteilung, dass Twitter “32 Links entfernt” habe, unrichtig und ziemlich missverständlich.

Wie sicher sind Internet-Suchmaschinen vor der russischen Zensur? [1. Juni 2015]

Images edited by Kevin Rothrock.

Fotobearbeitung: Kevin Rothrock.

Die russische Legislative, weitgehend verantwortlich für ein ganzes Heer widersprüchlicher Gesetze zur Untersagung von Obszönitäten in Filmen, von Adoptionen russischer Waisen sowie mit dem Ziel der Einschränkung von “Schwulen-Propaganda”, meldet sich mit einer neuen Idee zurück: Die aktuelle Forderung lautet, dass Internet-Suchmaschinen für die von ihnen indexierten Inhalte zur Verantwortung gezogen werden können.

Ist Wladimir Kara-Murzas Krankenhauseinweisung Zufall oder böse Absicht? [1. Juni 2015]

Der Ablauf der Ereignisse, nämlich die Veröffentlichung des Exposés, gefolgt von einer abrupten Verschlechterung des Gesundheitszustandes eines Koordinators von Offenes Russland, hat weit verbreitete Spekulationen entfacht, wonach Kara-Murzas Erkrankung keine natürlichen Ursachen haben könne.

Hat Russland das Anonymisieren im Internet wirksam genug unterbunden? [28. Mai 2015]

Ein russisches Gericht hat entschieden, Teile der Internetpräsenz von RosKomSvoboda zu blockieren, einer russischen Organisation für Internetfreiheit und Menschenrechte. Die Seite sei ein Anonymisierer. Diese Gerichtsentscheidung ist alarmierend, weil in Russland gegenwärtig weder Anonymisierer noch vergleichbare Programme gesetzlich verboten sind. RosKomSvoboda zeigte sich überrascht, dass man die Seite als Anonymisierer einstufe, da sie derartige Programme nicht zur Verfügung stelle, sondern nur Texte mit Anleitungen für Internetnutzer.

Liebe Staatsdiener der Ukraine: Russlands Sicherheitsdienste danken für Ihre Kooperation! [26. Mai 2015]

Eine Gruppe von Journalisten spielte ukrainischen Beamten einen Streich, weil sie russische Email-Dienste nutzen. Dadurch sollten sie auf die Gefahren ihres sorglosen Umgangs mit dem Thema Informationssicherheit aufmerksam gemacht werden.

Russland programmiert “Vorhersagemodell” zur Überwachung von Protesten im Internet [19. Mai 2015]

Der Direktor des Zentrums zur Erforschung der Legitimität politischer Proteste will für die russische Regierung mit der Software “Laplacescher Dämon” Gruppen oder Profile in sozialen Medien überwachen, die von Freiwilligen in einer Datenbank gesammelt wurden und nach “Soziologen und Politologen” gefiltert worden sind. Er sei damit in der Lage, Vorbereitungen für Proteste zu erkennen, lange bevor sie tatsächlich stattfinden. Klingt verrückt? Klingt sehr nach RuNet!

Wladimir Putin und die profitable Heimatliebe seiner staatsnahen Motorradbruderschaft [19. Mai 2015]

Der Name “Nachtwölfen” lässt schon große Dinge erwarten. Der russische Motorradclub erlangte internationale Berühmtheit und kam jetzt bis nach Deutschland…

The Night Wolves ride their growing renown all the way to the bank. Image edited by Kevin Rothrock.

Die Nachtwölfe bringen ihren wachsenden Einfluss direkt zur Bank. Fotobearbeitung: Kevin Rothrock.

Herr Bürokrat, Russlands “faltige” junge Frauen würden gerne etwas mit Ihnen besprechen [16. Mai 2015]

Aufschrei im RuNet: #FaltigeFrau (#сморщеннаяженщина) schlägt zurück und grüßt den Ombudsmann für Kinder. Der nämlich hatte Bedenken gegen die Heirat eines 17-jährigen Mädchens mit einem wesentlich älteren Polizeioffizier in Tschetschenien als Prüderie abgetan.

A selection of #WrinkledWomen flashmob participants. Instagram screenshot.

Einige Teilnehmer am Flashmob #FaltigeFrau. Instagram Bildschirmfoto.

PayPal blockiert Spenden für den Druck von Boris Nemtsows Kriegsbericht aus der Ukraine [15. Mai 2015]

PayPal hat die Autoren der Reportage “Putin.Krieg” darüber informiert, dass der Bezahlservice nicht dazu dient, “Spenden zur Finanzierung von Aktivitäten politischer Parteien oder für politische Zwecke in Russland zu sammeln”.

Russlands unermüdliche Absurdisten [9. Mai 2015]

Monstration 2015 in Novosibirsk. Top left, clockwise: "A Platypus Will Save the World," "We are made from a different kind of dough," "Soon it will be Sunny," "We aren't Monsters," "From Communism to Idiotism," and "Bees Against Honey!" Images from VKontake.

Monstration 2015 in Nowosibirsk. Von oben links im Uhrzeigersinn: “Ein Schnabeltier wird die Welt retten”, “Wir sind aus einem anderen Teig gemacht”, “Bald scheint die Sonne”, “Wir sind keine Monster”, “Vom Kommunismus zum Idiotismus”, “Bienen gegen Honig”. Fotos: VKontake.

Alljährlich am 1. Mai veranstalten tausende Russen in einer Handvoll sibirischer Städte eine öffentliche Feier der Absurditäten. In diesem Jahr waren die Parolen und Kostüme genauso entzückend unverschämt wie immer.

Was ist mit Russlands bestem unabhängigen Radiosender passiert? [29. April 2015]

Im vergangenen November sah es so aus, als würde Russland das Echo Moskau verlieren, eine der am längsten bestehenden, hoch angesehenen und weit verbreiteten Nachrichtenquellen. Der Chefredakteur des Senders, Alexej Wenediktow, kämpfte infolge eines Skandals, in den einer seiner Reporter verwickelt war, um seinen Job. Und dann passierte es. Das Echo Moskau, das die Russen kennen und lieben gelernt hatten, schien langsam dahinzuschwinden…

Wadim Jelistratow von TJournal über die russische Adaption von ‘Homeland’ [17. März 2015]

Wadim Jelistratow von TJournal hat sich die erste Folge der neuen russischen TV-Serie mit dem Titel Rodina (“Heimat”)  angesehen und erklärt, warum man die russische Adaption nicht einfach als Flop abtun könne.

Russischer Politiker der Opposition Boris Nemtsov in Moskow erschossen [28. Februar 2015]

Boris Nemtsov, ehemaliger russischer Vizeministerpräsident, prominenter Politiker der Opposition und einer der schärfsten Putin Kritiker wurde in Moskau erschossen. Der Mord passierte in Moskaus Innenstadt auf einer Brücke südlich des Roten Platzes und nur wenige Schritte vom Kreml entfernt.

Wie der Krieg in der Ukraine Familien und Freunde über das Internet auseinanderreißt [12. Februar 2015]

“Der endgültige Höhepunkt war erreicht, als sie blutige Bilder von Toten in Donezk auf meiner Facebookseite posteten, mit Kommentaren wie ´Diesen hier hast du auf dem Gewissen. Schläfst du nachts gut damit?´ Ich hätte meinerseits mit Fotos und Anschuldigungen antworten können, aber das machen nur Idioten. Also habe ich angefangen, meine Verwandten zu blockieren.” (Nina aus St. Petersburg)

#FreeSavchenko: Hungerstreik der ukrainischen Pilotin im russischen Gefängnis geht in die 9. Woche [9. Februar 2015]

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Ein anonymes Photo von Nadiya Savchenko zirkuliert online.

Die ukrainische Militärpilotin Nadiya Savchenko, eine der ersten Frauen, die sich der Luftwaffe der Ukraine angeschlossen hatten, wurde im Juni 2014 in Donbad von einer Gruppe Kämpfern festgenommen, die durch Russland unterstützt werden. Später in Russland wurde sie der Komplizenschaft angeklagt im Zusammenhang mit der Tötung zweier russischer Journalisten während eines Militäreinsatzes. Seit ihrer Verhaftung haben ukrainische und internationale Aktivisten zahlreiche Kampagnen zu ihrer Verteidigung gestartet.

Stop the Music: Spotify bricht Markteinführung in Russland ab [4. Februar 2015]

Spotify, einer der weltweit größten Anbieter im Online Musikstreaming, bricht die Markteinführung ihrer Dienste in Russland ab. Als Grund hierfür nennt Spotify wirtschaftlich schwierige Zeiten sowie die neuen drakonischen Internetgesetze des Landes.

Alle Tweets der Präsidenten: Was Russen und Ukrainer über ihre politische Führung reden [13. Januar 2015]

Nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Russland werden die sozialen Medien immer stärker als Instrument der politischen Debatte und Diskussion genutzt. Ein neues RuNet-Projekt untersucht, auf welche Art und Weise die Menschen diskutieren, welche politischen Themen sie posten und wie die Inhalte beschaffen sind, die sich viral verbreiten.

Russische Regierung sanktioniert LGBT-Supportgruppe für die Andeutung, homosexuelle Jugendliche seien mutig [18. November 2014]

Die Gründerin eines Onlineprojekts für russische LGBT-Jugendliche, Lena Klimova, wurde offiziell wegen “homosexueller Propaganda” angeklagt. Hier dürfen wir mit Genehmigung von Lena Klimova einige Auszüge aus den laut ihr “schmackhaftesten Teilen” der von der Regierung gegen die Organisation erhobenen Anklagepunkte veröffentlichen.

Freut euch, liebe Russen! Das lang ersehnte „Meduza“ Portal ist jetzt zugänglich! [20. Oktober 2014]

Das neue Portal Meduza ist eine Mischung aus Nachrichtensammlungen und selbstständiger Berichterstattung und das Spannendste, das vor Kurzem im russischen Journalismus aufgetaucht ist.

Tod durch Erschießungskommando wegen eines Cartoons in der Ostukraine? [13. Oktober 2014]

Hat die Kultusministerin der Rebellenregierung von Luhansk tatsächlich vor einem Lokalgericht die Exekution einer ukrainischen Schriftstellerin wegen eines im Internet erschienenen Cartoons gefordert? Oder war diese bizarre Forderung nach der Todesstrafe Teil einer aus Kiew beeinflussten Propagandakampagne, mit dem Ziel den Ruf der “Terroristen” aus dem Osten zu schädigen?

Internetzensur: Kann die ISIS frei im russischen Netzwerk VKontakte Terroristen anwerben? [11. September 2014]

In einem ausführlichen Leitartikel legt die Internet- und Technologieseite Apparat offen, was sie den Beweis für den massiven Vormarsch der ISIS in den “freien” und “komfortablen” Raum des sozialen Netzwerks Vkontakte in Russland bezeichnen, nachdem ihre Konten auf Twitter und Facebook unter Druck geraten sind.

Die 7.000 Wikipedia-Edits der russischen Regierung [20. Juli 2014]

Beim Thema Wikipedia ist die russische Regierung wahrlich wie fleißige Bienchen. In den letzten zehn Jahren haben IP-Adressen, die der russischen Regierungen und ihren untergeordneten Ministerien und Behörden zugeordnet werden können, mehr als 7.000 Edits in der russischsprachigen Version der Online-Enzyklopädie getätigt.

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Collage von Kevin Rothrock

Die fünf unsensibelsten Reaktionen auf den Absturz von MH17 in der Ukraine [18. Juli 2014]

Russische Regierungsvertreter, sowie Politiker und Persönlichkeiten aus der Medienbranche waren mit ihren Reaktionen auf den Absturz des Flugs MH17 der Malaysia Airlines, das am 17. Juli über der Ostukraine abgestürzt war, schnell bei der Hand. Die Behörden in Kiew, Moskau und Donezk erhoben sofort mit Vorwürfen und beschuldigten sich gegenseitig, das Passagierflugzeug abgeschossen und die an Bord befindlichen Menschen getötet zu haben. Die Emotionen kochen hoch und einige besonders gefühllose Stellungnahmen irgendwelcher Gestalten in Moskau und Donezk haben im russischen Internet für Aufregung gesorgt. Dazu auch: Erste russische Reaktionen auf den Flugzeugabsturz in der Ostukraine [17. Juli 2014]

Die Tücken des Mondes Putin [1. Juli 2014]

In einer Diskussionsrunde an der UC Berkeley meldet sich ein seltsam aussehender Mann zu Wort. “Was ist”, begann der Mann, “wenn der ganze Terror und all die Hungersnot“ nicht das Werk des echten Stalin war, sondern das eines vorgeblichen Stalin? Eines teuflischen Stalin!” In den darauf folgenden Minuten gab sich der Moderator jede erdenkliche Mühe, weiterzumachen, aber die Diskussionsteilnehmer mussten sich trotzdem anhören, dass dieser Fremde an einen zweiten Stalin glaubte, der für die Schuld und die Verbrechen des Kommunismus verantwortlich zu machen sei. Daran schließt eine ähnliche Hypothese an, nämlich die der Theorie der “Zwei Putin”.

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Der Mond Putin, eine wörtliche Interpretation. Fotomontage von Kevin Rothrock

Ukraine: Wiederholt Putin die Fehler von Milošević? [30. Juni 2014]

Seit Russlands Annexion der Krim heben einige westliche Nachrichtenmagazine die Gemeinsamkeiten zwischen Putin und dem früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milošević hervor. Beide, Putin und Milošević, so der rote Faden, hätten in ihren Nachbarländern für Spannungen gesorgt, indem sie ihren Feinden Faschismus vorwarfen.

TJournal.ru: Schluss mit den Berichten über die Ukraine [27. Juni 2014]

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Das populäre Nachrichtenportal TJournal.ru unterbricht vorerst die bislang auf seiner Startseite veröffentlichte Rangliste der beliebtesten Nachrichten. Fotomontage von Kevin Rothrock.

Als Reaktion auf eine Flut antiukrainischer Propaganda in den russischen Massenmedien setzt das Internetportal TJournal vorübergehend seinen Service aus, die beliebtesten Nachrichten aus dem RuNet täglich zusammenzustellen. Nikita Likhaschew, TJournals Gründer und Herausgeber, sagte in einem Interview mit RuNet Echo:

Из-за повышенного внимания российских СМИ к теме украинского конфликта новостная повестка стала слишком политизирована, на время вытеснив все остальные темы дня из общей картины. Наблюдая за медиатором и за реакцией читателей, мы поняли, что в таких условиях он не отвечает нашим высоким требованиям к формированию разносторонней картины дня, и решили временно снять его.

Russlands Massenmedien berichten immer intensiver über den Konflikt in der Ukraine, sodass die Nachrichten politisch dominiert sind und im Moment alle anderen Themen des öffentlichen Interesses völlig in den Hintergrund drängen. Wir haben die Nachrichtensoftware und die Reaktion unserer Leser beobachtet und festgestellt, dass der Service nicht unserem hohen Standard gerecht wird, von den Ereignissen eines Tages ein abwechslungsreiches Bild zu zeichnen. Deshalb haben wir entschieden, diesen Dienst vorübergehend auszusetzen.

Propagandakriege: Russisches Twitterprofil handelt vom amerikanischen “Fortschritt” im Irak [26. Juni 2014]

Jemand, der auf Russisch schreibt, hat die neuesten Herausforderungen der US-Regierung im Internet thematisiert und ein Twitterprofil eingerichtet, das eines der offiziellen Konten des Außenministeriums parodiert. Aufs Korn genommen wird ein russischsprachiger Informationskanal, den Washington nutzt, um Russlands Propaganda bezüglich der Ereignisse in der Ukraine zu kontern.

Russen sagen, die Sprecherin des US-Außenministeriums habe ein “Hundeherz” [25. Juni 2014]

Ein ungewöhnlicher Videoclip kursiert im russischen Internet; das vorerst letzte Ereignis in einer Reihe von Internet-Memen, die Jen Psaki angreifen, die Sprecherin des US-Außenministeriums. Dieser Clip zeigt eine Szene des 1988 herausgekommenen Sowjetfilms “Hundeherz”…

Könnte Snowden Russlands Alfred Kinsey werden? [24. Juni 2014]

Edward Snowden ist der Alfred Kinsey des Internetzeitalters. So argumentierte der russische Journalist Dmitri Gubin und fragt sich, welchen Einfluss die totale Überwachung durch die Regierung auf zukünftige soziale Normen haben könnte.

Russisches Bürokratenrennen zur Überwachung des Internets [23. Juni 2014]

Russlands Gesetzgeber und die Sicherheitsbehörden wetteifern um die Kontrolle des Internets. Mehr als zwei Jahre lang hat das Parlament Gesetz um Gesetz ausgespuckt und Internetnutzern immer neue Beschränkungen auferlegt. Durch diese neuen Regelungen schwillt den russischen Behörden der Kamm und sie können ab jetzt völlig legal alles, was ihnen im Internet nicht passt, zum Schweigen bringen, abschalten oder blockieren. Dabei hat der Kreml sorgfältig darauf geachtet, Russlands E-Business-Branche nicht zu gefährden…

Twitters Katz- und Mausspiel in Russland [23. Juni 2014]

In den Beziehungen zwischen dem Kreml und Twitter ist ein Muster erkennbar, wonach Moskau umfassende Forderungen an die Webseite stellt und anschließend angebotene Kompromisslösungen als Sieg der Souveränität Russlands verkauft.

Russischer Telefonschelm führt weißrussischen Diktator an der Nase herum [22. Juni 2014]

Die Anhänger von Bart Simpsons Spaßanrufen bei Moes Tavern freuen sich womöglich darüber, dass Russland eine große Onlinecommunity hat, die diesen Telefonschelmen gewidmet ist, wobei dort nicht alle so unschuldig sind wie er. Kürzlich scheint Vovan jedoch über die Stränge geschlagen zu haben, als er den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko am Telefon hinters Licht zu führen versuchte: Vovan behauptete, der Sohn des abgesetzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch zu sein. Während des Telefonats fragte der falsche Sohn nach politischem Asyl für seinen angeblichen Vater.

Russland sagt, das Internet verbreite Extremismus [21. Juni 2014]

Russlands Innenminister hat eine 10-Jahres-Strategie entwickelt, um dem gewaltbereiten Extremismus zu begegnen und zur Waffe der Extremisten gehöre das Internet, so der Kreml.

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Ist das Internet Russlands größte extremistische Bedrohung? Fotomontage von Kevin Rothrock

Russlands unwiderstehlich lässige Putin-Aura [21. Juni 2014]

Im Westen ist Putin bestens bekannt für seinen Kult des übertriebenen Masochismus, den der Kreml endlos mit Fotos propagiert, die den Präsidenten bei äußerst männlichen und körperbetonten Aktivitäten zeigen, wie das Reiten mit nacktem Oberkörper, Kampfsport, das Steuern von Flugzeugen und so weiter. Jetzt kann man sich sogar Putin-T-Shirts kaufen: Sammelt alle fünfzehn!

Russland behauptet, Twitter bereits im Vorfeld des Moskau-Besuchs von Crowell geschultert zu haben [21. Juni 2014]

Ende Juni 2014 reiste Twitters Chef der weltweiten Public Policy Colin Crowell nach Moskau, um an einer Sitzung mit Russlands föderaler Behörde zur Regulierung der Telekommunikation, Roskomnadsor, teilzunehmen. Im Vorfeld dieses Besuchs behauptete Roskomnadsor, bei Twitter die Löschung des gefälschten Nutzerprofils eines Krimschen Politikers erzwungen zu haben. Zwar war das Konto tatsächlich gelöscht worden, doch hatte es gegen Twitters eigene Richtlinien verstoßen.

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Der Kreml bemüht sich eifrig, Twitter zu zeigen, wer der Boss ist. Fotomontage von Kevin Rothrock

Ist Russlands E-Demokratie fehlgeschlagen? [20. Juni 2014]

Im vergangenen Jahr hat der Kreml ein Onlineportal gestartet, bei dem Bürger Vorschläge und Stimmen für eigene Gesetzesinitiativen abgeben können. Dieses Experiment mit der E-Demokratie enttäuscht jedoch viele.

Komas, wie gemacht für die Komödianten unter Russlands Twitterern [18. Juni 2014]

Im Juni 2014 spekuliert ganz Russland, wie die Welt aussehen wird, die Michael Schumacher nach dem Erwachen aus seinem Koma vorfindet.

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Fotomontage von Kevin Rothrock.

Russlands undenkbare Hacker-Gruppe [18. Juni 2014]

In Russland gibt es eine Gruppe von Internetaktivisten, die sich “Humpty Dumpty” nennt und die kompromittierende Informationen aus der Politik öffentlich macht, die eigentlich niemand zu Gesicht bekommen sollte. Aber wer steckt hinter alledem? Welches Publikum wollen sie mit ihren Aktivitäten erreichen?

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Fotomontage von Kevin Rothrock.

In Russland verbreitet sich Tor explosionsartig [17. Juni 2014]

Von August 2013 bis Juni 2014 ist in Russland die durchschnittliche Anzahl der täglichen Nutzer des Netzwerks Tor – eine Software, die Anonymität bietet und der Zensur widersteht – um das Vierfache gestiegen.

Russische Auswanderung in Zeiten des Internets [12. Juni 2014]

Menschen gehen, um zu entkommen, um zu forschen und um sich zu entspannen, aber wirklich loslassen können sie nicht.

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Russische Auswanderung in Zeiten des Internets: “Die Letzten der Engländer” Gemälde von Ford Madox Brown, Fotomontage des Autors. Frei von Urheberrechten.

Treffen mit Putin: Branchenführer bringen Nutzer um ihre digitalen Rechte [11. Juni 2014]

Wladimir Putin nahm heute in Moskau an einem seit langem erwarteten Treffen mit den maßgeblichen Vertretern der russischen Internetbranche teil. Haben sie über Internetfreiheit gesprochen? Wohl kaum.

Aus den virtuellen Schützengräben der Ostukraine [8. Juni 2014]

Während die Gewalt in der Ostukraine keinerlei Anzeichen des Abflauens erkennen lässt, sind die militärischen Konfliktparteien – das proukrainische Freiwilligenbatallion “Donbass” und die bewaffneten Streitkräfte der Volksrepublik Donezk – nach wie vor in den sozialen Netzwerken aktiv, um Neuigkeiten über ihre militärischen Operationen zu verbreiten.

Jen Psaki, Staatsfeind Nummer 1 in Russlands Internet [5. Juni 2014]

“Psaki” ist für alles zum stigmatisierenden Sammelbegriff geworden, was den Russen an der US-amerikanischen Außenpolitik missfällt (besonders Amerikas Verwicklungen in der Ukraine).

Russische Stadt präsentiert am Weltkindertag aufregende Stangentänze [4. Juni 2014]

Letzten Sonntag feierte die Stadt Toljatti ihren 277. Geburtstag und den Weltkindertag. Ironischerweise war Toljatti im Rahmen einer Autoshow auch Gastgeberin aufregender Stangentänze. Was würde wohl die russische Konservative Jelena Misulina über die Art der Unterhaltung sagen, die Toljatti am internationalen Kindertag bietet?

3 Wege, die Russlands Regierung zur Überwachung des Internets plant [3. Juni 2014]

Ein neues russisches Gesetz wird am 1. August 2014 wirksam. Es fordert von einer Vielzahl von Webseiten und Internetdiensten, sich in einem staatlichen Register offiziell eintragen zu lassen. Seiten und Anwendungen, die es den Internetnutzern erlauben, miteinander zu kommunizieren, werden dazu verpflichtet, die Nutzerdaten sechs Monate lang auf in Russland stehenden Servern zu speichern und diese Informationen russischen Vollstreckungsbehörden zugänglich zu machen.

Russische Internetnutzer: Putin ist hinter euren digitalen Geldbörsen her [31. Mai 2014]

Ergänzend zu der ständig zunehmenden Zensur des RuNet sowie der Schließung oppositioneller Webseiten hat Russland jetzt den Online-Zahlungssystemen eine strenge Regulierung auferlegt. Die neue Gesetzgebung verbietet anonyme Online-Geldtransfers zwischen Privatpersonen.

Russland will jetzt um Nachrichten-Aggregatoren die Schlinge zuziehen [30. Mai 2014]

Wer das nächste Mal an einem Zeitungsstand vorbeigeht, sollte über die Person nachdenken, die darüber entscheidet, welche Publikationen in die Auslage kommen. Der Betreiber des Zeitungsstands versucht, durch einen Schnappschuss der Weltereignisse die Aufmerksamkeit der Passanten zu gewinnen. Wenn an einer Straßenecke Nachrichten präsentiert werden, ist es ein ziemlich simples Gewerbe. Sobald dasselbe im Internet geschieht, neigen einige Leute in der russischen Regierung dazu, vielleicht sogar Wladimir Putin, das Ganze wie ein Massenmedium erscheinen zu lassen.

Der ukrainische Krieg in Echtzeit [27. Mai 2014]

Am 23. Mai 2014 ist die ukrainische Gewalt noch brutaler geworden, wie das Facebook-Profil einer von Gewalt und Pessimismus geprägten, nachstaatlichen Bürgerarmee zeigt, die in der Region kämpft.

Das ist Russlands digitale Souveränität und, ja, Schulmädchen sind auch dabei [23. Mai 2014]

Russlands neue, staatlich geförderte, Internetsuchmaschine hat schon im Frühstadium Probleme, nämlich mit Suchanfragen über “Schulmädchen”.

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Fotomontage von Kevin Rothrock.

Russlands Hashtag-Aktivismus in der Ukraine [23. Mai 2014]

Russische Aktivisten wollen aus der Hashtag-Kampagne #BringBackOurGirls Kapital schlagen, indem sie dieses Kästchendenken auf zwei in der Ukraine festgehaltene russische Journalisten anwenden und auf eine ähnliche Welle der Empörung hoffen.

Flucht aus der Ukraine, oder: Die Rückkehr des Tomaten-Terroristen [22. Mai 2014]

Nachdem er auf Separatisten traf, wurde Andrej Morozow festgenommen und als Spion beschuldigt: “Ich kann es den Milizionären nicht verdenken, dass sie mich in Antrazyt gefoltert haben”, schrieb er später.

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In dieser Fotomontage erfindet Andrej Tselikow den russischen Kultfilm “Weiße Sonne der Wüste” neu: “Flucht aus der Ukraine, oder: Die Rückkehr des Tomaten-Terroristen

Die Verfolgung russischer Blogger endet nicht mit der Zensur [21. Mai 2014]

Regierungsfreundliche Internetaktivisten zielen jetzt auf ehrenamtliche Entwickler ab, die für Russlands Spitzenblogger und Oppositionsführer Alexej Nawalny arbeiten. Nawalny steht im Mai 2014 bereits monatelang ohne Zugang zum Internet unter Hausarrest. Seine Verfolgung ist Russlands unendliche Geschichte.

Sultan Suleimanow über die letzte Chance des RuNet [17. Mai 2014]

Suleimanow nahm an einem nur für geladene Teilnehmer bestimmten Treffen bei Roskomnadsor teil, der maßgeblichen Zensurbehörde Russlands, die damit beauftragt ist, ein kürzlich erlassenes Gesetzespaket durchzusetzen, das die Informationsfreiheit einschränkt. Suleimanow berichtet uns.

Countdown für das Ende von Twitter in Russland [16. Mai 2014]

Der stellvertretende Direktor von Russlands maßgeblicher Zensurbehörde Roskomnadsor hat damit gedroht, dass die Regierung Twitter oder Facebook komplett sperren könnte, das sei eine Sache von Minuten. Maxim Ksensow sagte gegenüber der Tageszeitung Iswestija, Twitter sei ein “globales Medium für politische Werbung”.

Russlands Weltraumkriege gehen zu Boden [15. Mai 2014]

Auch wenn das GPS vorerst sicher ist: Diese Episode illustriert so eine Art von resignativem Vertrauensverlust einiger Russen gegenüber ihrer eigenen Regierung. Russlands Weltraumkriege gehen damit zu Boden.

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Statt eines GPS Satelliten ist es auf dieser Fotomontage von Andrej Tselikow Dmitri Rogosin, der die Erde umkreist.

Russen hassen die bärtige Siegerin der Eurovision [11. Mai 2014]

Als sich Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest 2014 gegenüber Künstlerinnen und Künstlern aus den Niederlanden, Schweden und 34 anderen Ländern durchsetzt, reagierten Russen mit einem Humor und aber auch Homophobie.

Russlands Rosenkrieg [8. Mai 2014]

Nach dem tödlichen Feuer in Odessa und monatelangen Spannungen zwischen Moskau und Kiew ist es keine Überraschung, dass das ein Weltkriegsdenkmal zu einem wichtigen Austragungsort russischer Politik geworden ist. Ob an Kiews Heldenstadtdenkmal Blumen auszulegen sind, löst schließlich einen Rosenkrieg in Moskau aus.

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Rosenkrieg in Moskau

Das Crowdsourcing des ukrainischen Aufstands [4. Mai 2014]

Die Standorte von ukrainischen Soldaten und militärischen Ausrüstungen können von den Benutzern des russischen Sozialnetzwerkes Vkontakte mit der App “Militärische Landkarten” festgelegt werden. Nun teilen Blogger die Warnung der ukrainischen Regierung über Truppenbewegungen im Internet zu schweigen.

Spion, der historische Schlachten nachstellt, steht unter Beschuss [4. Mai 2014]

Der militärische Kommandeur der Separatisten in Slowjansk, Igor Strelkow, stellt gerne historische Schlachten nach und arbeitet angeblich für Russlands militärischen Geheimdienst.

Russlands Internet auf dem Weg nach Pjöngjang [2. Mai 2014]

Ab 1. August 2014 wird von jedem, der Inhalte ins Netz stellt, verlangt, sechs Monate lang alle Nutzerdaten physisch in Russland zu speichern.

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In Anlehnung an Ilja Repins berühmtes Gemälde “Die Wolgatreidler” schleppt auf dieser Fotomontage von Andrej Tselikow die Welt der sozialen Netzwerke und Suchmaschinen ihre Server nach Russland.

Der Kreml annektiert das Internet [30. April 2014]

In den vergangenen zwei Jahren hat sich die russische Regierung bis an die Zähne mit einem Regulierungsarsenal bewaffnet, das fast jede denkbare Form der Internetzensur zulässt. Im Sommer 2012 wurde ein staatliches Zentralregister eingerichtet. Es ist ein Schwarzbuch, in das einzelne Webseiten aufgenommen werden können oder sogar komplette Domains, wenn sie jugendgefährdende Inhalte verbreiten. Anfang dieses Jahres erhielt der Generalstaatsanwalt sogar die Befugnis, ohne Gerichtsbeschluss jede Webseite in das Register einzutragen, die nachweislich “Extremismus” fördere.

Von Igor Sechin zu Dick Cheney: Das Ende von Russlands Zuckerberg [29. April 2014]

Im Februar hatte Pawel Durow noch geulkt, dass es nichts gäbe, was den “langsamen Tod” von Facebook aufhalte. Was im April 2014 tatsächlich gestorben zu sein scheint, ist Durows Auflehnung gegen dieses soziale Netzwerk. Der Gründer des sozialen Netzwerks VKontakte war gefeuert worden, nachdem er sich gegen Zensur im Internet ausgesprochen hatte und ist aus VKontakte virtuell ausgewandert.

Auferstehung des Toten zum Kampf gegen die Ukraine [26. April 2014]

Falls Russlands Militärmanöver an der ukrainischen Grenze, begleitet von der hurrapatriotischen Rhetorik aus dem russischen Parlament, uns allen noch nicht genug Sorgen bereiten, sind die Blogger des RuNet gerne bereit, zu helfen: Der Blogger Alexander Sokoloff schlussfolgert aus den Fotos mit dem uniformierten Lobow im Verteidiungsministerium, dass der pensionierte Generalstabschef aktiviert worden sei, was nur eins bedeuten kann…

LiveJournal bekämpft aufkommende Zensur, aber nicht weitersagen [24. April 2014]

Ein Gesetzentwurf, der beliebte Webblogs mit den großen Medienhäusern auf dieselbe Stufe stellen wird und damit verpflichtet sein werden, sich staatlich zu registrieren, passiert im April 2014 die untere Kammer des russischen Parlaments, die Duma. Einige Giganten des RuNet holen daraufhin zum Gegenschlag aus.

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Fotomontage von Andrej Tselikow.

Die USA machen es dem Kreml mit seiner Propaganda leicht, mal wieder [24. April 2014]

Man stelle sich einfach vor, Russland würde in der Nähe des US-Marinekorps auf Okinawa eine Schule renovieren…

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Bruder Leichtfuß macht Fortschritte. Fotomontage von Kevin Rothrock.

 

Wie Dmitry Timchuk die russische Blogosphäre mürbe gemacht hat [23. April 2014]

Statt Moskaus Beitrag zur Popularisierung von Timchuk anzuerkennen, geben einige russische Blogger der NATO die Schuld. Seinen Kopf in den Sand zu stecken, macht das Leben manchmal leichter.

Mach's gut, Herr Durow, und danke für den Fisch! [21. April 2014]

Nach mehr als einem Jahr voller Gerüchte haben die Gesellschafter von Russlands größtem sozialen Netzwerk, VKontakte, den Gründer und Geschäftsführer Pawel Durow endgültig gefeuert. Es passte zu der langen Reihe von Merkwürdigkeiten in der internen Geschäftspolitik von VK, als das Unternehmen heute das Dienstverhältnis mit seinem Urheber auf eher technokratische Weise beendete. Die Begründung lautete nämlich, Durow habe sein Rücktrittschreiben vom 21. März 2014 nicht zurückgenommen.

Schlechte und ganz schlechte Nachrichten für Russlands Internetnutzer [19. April 2014]

Im April 2014 ist die russische Initiative zur Ausweitung der Medienregulierung auf die Blogosphäre noch nur ein Entwurf im Gesetzgebungsverfahren. Aber schon da gefährdete sie die Internetfreiheit des Landes.

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Fotomontage von Kevin Rothrock.

Russland: Zensur durch Gerichtsprozesse? [18. April 2014]

Anfang des Monats reichte der Minderheitsgesellschafter von VKontakte, der Investmentfonds United Capital Partners (UCP), eine Klage gegen Pawel Durow ein. Begründung: Verletzung seiner Treuepflichten bei der Gründung von Telegram.

Russlands größtes soziales Netzwerk sagt Nein zur Zensur [16. April 2014]

Pawel Durow, Gründer und Geschäftsführer von Russlands größtem sozialem Netzwerk VKontakte, nutzt Anfang 2014 wiederholt sein eigenes Profil als Plattform, um sich gegen Zensur im Internet auszusprechen. Nach mehr als einem Jahr voller Gerüchte feuern ihn schließlich die Gesellschafter von VKontakte endgültig.

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Pawel Durow, Fotomontage von Kevin Rothrock

Werden russische Blogs genauso reguliert wie Massenmedien? [12. April 2014]

Am 7. April 2014  gaben zwei russische Parlamentsabgeordnete bekannt, sie würden jetzt ein Gesetz zur Steuerung des Informationsflusses im RuNet vorschlagen. Dabei sollten Blogger mit mehr als 3.000 Lesern genauso reguliert werden wie alle Massenmedien in Russland. Die Regulierung würde Fakten-Checks, Angaben zu Altersfreigaben, die Befolgung von Wahlgesetzen und weitere Verpflichtungen erfordern.

Überdenkt Russland den Bitcoin? [12. April 2014]

Im Zusammenhang mit den russischen Aktivitäten in der Ukraine und den daraufhin durch die USA verhängten Wirtschaftssanktionen gegen den Kreml haben MasterCard und Visa bestimmte Transaktionen in Russland blockiert. Enthusiasten kryptografischer Währungen schlagen zur Lösung der entstandenen Zahlungsverkehrsprobleme die Digitalwährung Bitcoin vor.

Ein russischer Datengulag für amerikanische soziale Netzwerke? [5. April 2014]

Ein Stadtrat Moskaus versucht die Bemühungen der Regierung wiederzubeleben, Russlands “digitale Souveränität” zu erweitern. Am 3. April 2014 wird der stellvertretende Vorsitzende der Duma gebeten, er soll ein Gesetz erlassen, nachdem alle sozialen Netzwerke ihre Nutzerdaten in Servern auf russischem Boden speichern müssen.

Wie Russen die Internetzensur überlisten [24. März 2014]

Nur wenige Tage, nachdem Russlands Medienzensurbehörde Roskomnadzor oppositionelle Webseiten gesperrt hat, haben Verfechter der Redefreiheit ein einzigartiges System zur Umgehung der Zensur erschaffen – mit eindrucksvollen Gegenschlägen.

Sex-Boykott ukrainischer Frauen gegen russische Männer [23. März 2014]

Im Zuge von Russlands Annexion der Krim scheint es, als habe sich der Diskurs über internationale Sanktionen einfach zu einem weiteren eintönigen Moment europäischer Politik entwickelt. Diese Woche ereignete sich in der Ukraine ein Boykott, der derzeit die Aufmerksamkeit russischer Internetnutzer auf sich zieht. Ukrainische Frauen organisieren eine neue Kampagne mit dem Namen “Tu´s nicht mit einem Russen”.

Das neue Animemaskottchen der Krim, Natalia Poklonskaya [22. März 2014]

Natalia Poklonskaya, frisch durch die Regierung auf der Krim beförderte Staatsanwältin, hat die Herzen und Köpfe von RuNet erobert und überraschenderweise auch von Japan. Ein Video, das sie bei der Pressekonferenz anlässlich ihrer Amtsübernahme am 11. März zeigt, wurde auf Youtube bereits über Millionen Male angeschaut. Vielleicht, weil sie für die Ernsthaftigkeit ihres Amt scheinbar unvereinbar jung aussieht.

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Natalia Poklonskaya, Anfang 2014 durch die Regierung auf der Krim als Staatsanwältin ernannt, eroberte die Herzen von RuNet und Japan im Sturm.

Russlands Kampf um die Oscar-Nacht [6. März 2014]

Channel One sagt die Liveübertragung der Oscars in Russland ab und beschneidet bei der Ausstrahlung Jared Letos Rede – was steckt dahinter?

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Trauriges Selfie von DiCaprio. Online gefunden, Quelle unbekannt.

Russen zu Sherlocks Rückkehr [3. Januar 2014]

Russland hat eine lange Geschichte der Anglophilie, die bis in das Viktorianische Zeitalter zurückreicht. Während Großbritannien und Russland in den vergangenen Jahren unter einem angespanntes Verhältnis litten, hatte das kaum eine Wirkung auf die Meinung der gewöhnlichen Leute. Viele Russen erwarten daher die Neujahrsprämiere der dritten Staffel von Sherlock, der weit verbreiteten BBC-Adaption, mit Spannung.