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Auferstehung des Toten zum Kampf gegen die Ukraine

Images remixed by Andrey Tselikov.

Fotomontage von Andrej Tselikow.

Alle Links in diesem Artikel führen zu russischsprachigen Webseiten.

Falls Russlands Militärmanöver an der ukrainischen Grenze, begleitet von der hurrapatriotischen Rhetorik aus dem russischen Parlament, uns allen noch nicht genug Sorgen bereiten, sind die Blogger des RuNet gerne bereit, zu helfen!

Am 25. April 2014 hat Alexander Sokoloff, der bei LiveJournal einen weithin bekannten Militärblog führt, einen Beitrag veröffentlicht, um die Aufmerksamkeit seiner Leser auf Fotos zu lenken, die bei einem kürzlichen Treffen des russischen Verteidigungsministeriums aufgenommen worden sind. Es handelte sich um ein besonderes Meeting, weil Verteidigungsminister Sergej Shoigu den Beginn der Manöver bekanntgab, die uns alle so unruhig machen. Sokoloff schrieb, diese Fotos ließen sogar ihn, den alten Fahrensmann, regelrecht “zusammenzucken”.

Er meinte Aufnahmen, die einen 78 Jahre alten Mann in Militäruniform zeigen, bei dem es sich um General Wladimir Lobow handeln soll, dem letzten Generalstabschef der Sowjetunion. Nach den Ausführungen von Sokoloff ging er 1994 in den Ruhestand. Als Stabschef, so schrieb Sokoloff weiter, arbeitete Lobow in seiner aktiven Zeit Pläne für eine Invasion in Europa aus, bei der eine große Anzahl von Panzern eingesetzt werden sollte. Außerdem war Lobow 1981 als Inspekteur für ein sowjetisches Militärmanöver verantwortlich, das zu den größten der jüngeren Geschichte gehört.

Aus diesen Fotos mit dem uniformierten Lobow bei einem Treffen im Verteidigungsministerium zog Sokoloff den Schluss, dass der Mann reaktiviert worden sei, was nur eins bedeuten könne:

Российская Федерация действительно серьёзно готовится к полномасштабной войне и это последний намёк Западу, что в случае необратимого развития событий речь может пойти не о расчленении Украины по Днепру, а о расчленении Европы по Ла-Маншу.

Die Russische Föderation bereitet sich ernsthaft auf einen großangelegten Krieg vor. Dies ist der letzte Fingerzeig an den Westen. Wenn sich die Ereignisse künftig genauso entwickeln, wie bisher, wird es nicht länger bloß darum gehen, die Ukraine am [Fluss] Dnepr zu teilen. Dann werden am englischen Ärmelkanal die Grenzen neu gezogen.

Sokoloffs Beitrag hatte innerhalb eines einzigen Tages mehr als 1.000 Kommentare, von denen die meisten so ziemlich alle Facetten zwischen Überzeugung und Ungläubigkeit aufwiesen. Sein Posting wurde auch auf VKontakte und Facebook geteilt, besonders von Publikationen wie dem nationalistischen [Projekt] Sputnik & Pogrom

Daraufhin versuchte Marina Yudenich, eine Autorin mit guten Beziehungen zum Kreml und regierungsfreundliche Bloggerin, ihre Leser zu beruhigen. Indem sie sich über Feierabendstrategen wie Sokoloff lustig machte, bemerkte sie süffisant, dass Lobow zwar offiziell vor 20 Jahren aus dem Militärdienst ausschied, jedoch im Büro des “Generalinspekteurs” des russischen Verteidigungsministeriums nach wie vor als “führender Analyst” gilt. Als solcher ist er bei allen großen Treffen des Verteidigungsministeriums präsent; und wenn dem so ist, auch stets in Uniform. 

[Selbst] wenn wir Yudenichs Insider-Informationen für bare Münze nehmen, ist ein verheerender Krieg sehr viel weiter von der Realität entfernt, als paranoide Blogger ihren Lesern glauben machen wollen.

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