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Russlands größtes soziales Netzwerk sagt Nein zur Zensur

Iron Durov. Images remixed by Kevin Rothrock.

Der eiserne Durow. Fotomontage von Kevin Rothrock.

Pawel Durow, Gründer und Geschäftsführer von Russlands sozialem Netzwerk VKontakte, hat wieder einmal sein eigenes Profil als Plattform benutzt, um sich gegen Zensur im Internet auszusprechen. Am 16. April 2014 postete Durow ein zwar recht kurzes, aber ätzendes Status-Update [ru]. Er behauptete, dass VKontakte einem wachsenden Druck ausgesetzt war, um Alexej Nawalnys Antikorruptions-Community zu schließen. Davor hatte der Generalstaatsanwalt Nawalnys Blog auf LiveJournal in Russland sperren lassen [Global Voices Bericht]. Jedoch nicht ohne vorher noch den Service für alle russischen Nutzer lang und breit zu unterbrechen. In seiner heutigen Nachricht sagte Durow, dass VKontakte auch mit massenhaften Blockaden bedroht worden sei. RuNet Echo hat Durows Stellungnahme vollständig übersetzt:

13 марта 2014 года Прокуратура потребовала от меня закрыть антикоррупционную группу Алексея Навального под угрозой блокировки ВКонтакте. Но я не закрыл эту группу в декабре 2011 года и, разумеется, не закрыл сейчас.  За прошедшие недели на меня оказывалось давление с разных сторон. Самыми разными методами мне удалось выиграть больше месяца, но сейчас настала пора сказать – ни я, ни моя команда не собираемся осуществлять политическую цензуру. Мы не будем удалять ни антикоррупционное сообщество Навального, ни сотни других сообществ, блокировки которых от нас требуют. Свобода распространения информации – неотъемлемое право постиндустриального общества. Это право, без которого существование ВКонтакте не имеет смысла.

Am 13. März 2014 forderte der Generalstaatsanwalt mich dazu auf, Alexej Nawalnys Antikorruptions-Community zu stoppen. Andernfalls würde VKontakte [ganz] blockiert. Aber schon im Dezember 2011 hatte ich diese Gruppe nicht geschlossen und ich werde es auch jetzt nicht tun. In den vergangenen Wochen habe ich von allen Seiten Druck bekommen. Auf verschiedenen Wegen ist es mir gelungen, mehr als einen Monat Aufschub zu erlangen. Aber jetzt ist die Stunde der Wahrheit gekommen – weder ich noch mein Team werden uns dafür hergeben, politische Zensur zu ermöglichen. Wir werden Nawalnys Antikorruptions-Community kein Ende bereiten. Auch nicht den Hunderten anderer Gruppen, für die uns gleichlautende Aufforderungen vorliegen. In einer post-industriellen Gesellschaft ist die Freiheit der Informationsverbreitung ein unveräußerliches Recht. Ohne dieses Recht hätte die Existenz von VKontakte keinen Sinn.

[Pawel Durow tritt ab, Global Voices Bericht auf Englisch.]

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