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“Ist es nicht an der Zeit, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen?”

Wann werden wir wohl endlich aufhören, Afrika als armen hilfsbedürftigen Empfänger und uns (Europa oder „den Westen“) als gönnerhaften Geber darzustellen? Warum werden deutsche Jugendliche als handlungsfähig dargestellt, während afrikanische Jugendliche als handlungsunfähige Opfer ihrer Lebenswirklichkeit gezeigt werden? […] Ist es nicht an der Zeit, dass wir Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten, Schülerinnen und Schülern in Afrika auf Augenhöhe zu begegnen?

Diese Fragen stellt Katrin Zinoun, Redakteurin bei Global Voices und freie Autorin, Übersetzerin und Dozentin, Ende Juni auf ihrem Blog.

Anlass gab ihr ausgerechnet der bundesweite und jährlich stattfindende Aktionstag der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ der Aktion Tagwerk. Teilnehmende Schüler(innen) gehen dafür einen Tag anstatt zur Schule arbeiten und spenden ihren Lohn für Bildungsprojekte in afrikanischen Ländern. Laut Auskunft der Aktion Tagwerk engagierten sich dieses Jahr 181.000 Schüler(innen) aus 618 Schulen.

Katrin schaute sich das Kampagnenvideo an und kommt zu dem Schluss, dass hier Stereotype nicht bekämpft, sondern verfestigt werden. Die Kommunikation finde nicht auf Augenhöhe statt und es würden keine Gelegenheiten zur Vernetzung mit Jugendlichen in Afrika geschaffen.

Katrin erinnert uns damit auch an unsere Mission. Wir schreiben oft über Menschen, die marginalisiert werden. Die Vorstellung, dass wir für sie sprechen können, ist vollkommen falsch. Stattdessen wollen wir ihnen mit Empathie begegnen, ihnen zuhören und sie ihre eigenen Geschichten erzählen und ihre eigenen Programme gestalten lassen. Dabei können dann die modernen Kommunikationsmittel, die Aktion Tagwerk nennt, tatsächlich eine wichtige Rolle spielen.

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