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Der rätselhafte Tod des argentinischen Ermittlers, lässt erneut Fragen über das Bombenattentat von 1994 aufkommen

Marcha por la muerte del fiscal Alberto Nisman.

Eine Demonstration für den toten Staatsanwalt Alberto Nisman. Quinta de Olivos, Buenos Aires. Fotoaufnahme vom JMalievi in Flickr Konto unter Creative Commons Lizens.

Alberto Nisman war einer der berühmtesten Staatsanwälte Argentiniens. Über zehn Jahre lang war er der leitende Ermittler im Fall des Bombenanschlags von 1994, der auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Buenos Aires verübt wurde. Es war das schwerste Attentat in der Geschichte Argentiniens. Damals wurden 85 Menschen getötet und 300 Menschen verletzt. Genauso wie mit seinen Untersuchungen für das Bombenattentat von 1994, hat Nismans Tod, am 18. Januar 2015, das Land mit noch mehr offenen Fragen, als Antworten zurückgelassen.

Der erste, der die Nachricht über den Tod Nismans überbrachte, war der Journalist Damián Pachter. Seine Meldung auf Twitter lautete:

Gerade wurde ich über einen Vorfall im Haus des Staatsanwalts Alberto Nisman, informiert.

In einer Blutlache liegend, wurde der Staatsanwalt, Alberto Nisman, im Badezimmer seines Hauses in Puerto Madero aufgefunden. Er hat nicht geatmet. Ärzte sind anwesend.

Ein paar Tage später verließ Patcher Argentinien, “aus Angst um seine eigene Sicherheit”.  Zur Zeit befindet er sich in Israel. Durch den unerwarteten Tod wurden Leute auf der ganzen Welt wachgerüttelt, wie man hier auf dieser Twitter- Grafik deutlich erkennen kann:

El impacto del hashtag #MuertedeNisman en todo el mundo quedó plasmado en esta visualización desarrollada mediante la herramienta CartoDB.

Der weltweite Schock durch den #MuertedeNisman Hashtag, wurde durch diese Visualisierung verdeutlicht. Entwickelt mit dem Tool CartoDB.

Nur Stunden bevor Nisman vor dem Parlament erscheinen sollte, wurde er tot in seinem Heim in Buenos Aires aufgefunden, neben ihm lag eine Pistole. Unter den Internetnutzern wurde wild spekuliert, ob es nun Selbstmord oder Mord war. Nicht überraschen dürfte, dass der Vorfall sofort politisiert wurde:

@CFKArgentina: Dass der Tod des Staatsanwalt zeitlich so abgepasst wurde, nachdem er die Präsidentin beschuldigt hatte, ist wirklich ein Schlag gegen die Regierung http://t.co/4nke9yfyRz

Na klar, es ist gegen die Regierung, natürlich. Und der Mord, hat Nisman gar nicht geschadet. 

Lügt Berni? Lügt @CFKArgentina, oder lügen beide? Wer erzählte es CFK (Christina Fernándes de Kirchner)? Um welche Uhrzeit kam der Richter an?  http://t.co/PVYXSlNVQz

Der argentinischen Polizei zufolge, begann Nisman (51) Selbstmord und das nur Stunden bevor er vor dem Parlament sprechen sollte, um seine Klage gegen die Präsidentin, Cristina Fernández de Kirchner, vorzulegen. Er beschuldigte Kirchner eine geheime Abmachung mit dem Iran gemacht zu haben, um die vermutlichen Attentäter, des Anschlags von 1994, zu schützen.

Am Morgen des 18. Juli, 1994 detonierten vor dem Gebäude der Argentine Israelite Mutual Association, 300 Kilogramm Sprengstoff. Später stellten lokale und internationale Ermittler fest, dass vermutlich der Iran, der Verbindung zur libanesischen Hisbollah hat, verantwortlich für die Tat ist.

Allerdings weist die iranische Regierung jegliche Anschuldigungen zurück und hat mehrmals eine Zusammenarbeit mit den Ermittlern, trotz einer Verurteilung durch die Vereinten Nationen, abgelehnt.

2013 unterzeichneten Argentinien und der Iran ein Abkommen, genannt das ” Memorandum der Verständigung”, wofür eine “Wahrheitskommission” eingerichtet wurde, um die Vorkommnisse von 1994 aufzuklären. Die jüdische Gemeinde Argentiniens, die größte Lateinamerikas, bewertete das Abkommen als nicht positiv, es wäre zum Scheitern verurteilt, da es dem Iran an Interesse fehlte. Und tatsächlich hat das iranische Parlament dem Memorandum nie zugestimmt, da es Präsident Mahmoud Ahmadinejad auch nie zur Prüfung vorgelegt hatte.

Nisman behauptete, dass das Abkommen nur unterzeichnet wurde, um “Irans Unschuld vorzutäuschen” und auch, um den Handel von Getreide und Fleisch im Austausch mit Öllieferungen zwischen den zwei Ländern, zu vereinfachen.

Der Einzige, der jemals wegen des Sprengstoffattentats strafrechtlich verfolgt wurde, war Carlos Telleldín. Er hatte den Lastwagen, der die Selbstmord-Attentäter zum Anschlagsort brachte, zum Verkauf angeboten. Diejenigen, die hinter dem Attentat stecken, sind immer noch auf freiem Fuß.

Um mehr Details und Informationen über den Fall zu erhalten, bitte hier klicken.  

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