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Kolumbien: Die Vertriebenen von Ituango

Ituango ist eine Kleinstadt in den Bergen nördlich von Antioquia, 195 Kilometer entfernt von Medellín in Kolumbien. Die Einwohner haben immer wieder Leiden und Verluste ertragen, weil sie ihr Land aufgrund einer Art von Vertreibung durch die Guerilla und paramilitärische Feindseligkeiten verlassen mussten. Ituango ist eine reiche Region, aber arm zugleich, weil die Bewohner das hydro-elektrische Projektes von Pescadero-Ituango, welches die Regierung an ausländische Firmen auszuhändigen versucht, bekämpfen. Dieses Projekt würde Kolumbien zusätzliche Stromerzeugung liefern und das ist ein weiterer Grund für die bewaffneten Gruppen, sich Kontrolle über diese Natur-Region zu verschaffen.

Foto der Vertriebenen von Adriana Jaramillo genehmigt

Seit mehr als 30 Jahren werden die Bewohner gezwungen, ihre Häuser zu verlassen und Zuflucht in Schulen und dem Zentrum von Ituango zu suchen. Am 2. April dieses Jahres wurden mehr als 1.600 Einwohner vertrieben. Nach der Unterzeichnung eines Abkommens mit den lokalen Behörden von Ituango, in dem den Vertriebenen Sicherheit garantiert wird, ist die Mehrheit von ihnen langsam auf ihre Länder zurückgekehrt, doch leben noch viele in den improvisierten Unterkünften.

Einige Blogger, die in Ituango leben und zu HiperBarrio gehören, haben in diesem Zusammenhang über ihre Befürchtungen geschrieben. Zum Beispiel beschreibt Roxana vom Blog El Rincón del Pensamiento [es] die Situation in Ituango.

Se espera que esta triste situación se solucione pronto ya que esto no afecta solo a los desplazados sino que nos afecta a todos, por que es realmente triste ver a tanta gente lejos de sus tierras debido al poder del hombre.

Es besteht die Hoffnung, dass die traurige Situation bald gelöst wird, denn sie betrifft nicht nur die Vertriebenen, sondern alle. Es ist wirklich traurig, Leute als Folge menschlicher Macht weit weg von ihrem Land zu sehen.

Adriana in ihrem Blog Ituango: Tesoro por Descubrir [es] schreibt über die Vertriebenen Situation und stellt sie infrage.

No les parece que es injusto que se tengan que ir y dejar todo una ves más, para muchos es la quinta, para otras quizás han habido mas, debe ser horrible tener el miedo de que en cualquier momento te toca dejar todo de nuevo, nadie quisiera estar en ese lugar, me decia una señora “es preferible tomarse una agüita con sal en la casa de uno, que estar en un alberge esperando a que te den algo.

Glaubst du nicht auch, dass es ungerecht ist, dass sie wieder weggehen und alles hinter sich lassen müssen; für viele ist es ihre Farm, für andere vielleicht viel mehr. Es muss schrecklich sein Angst haben zu müssen, dass man jeden Augenblick alles liegen lassen muss. Eine Frau sagte mir “es ist besser im eigenen Haus Salzwasser zu trinken, als in einer Unterkunft darauf zu warten, dass jemand einem etwas gibt.”

Der Blog Hiperbarrio Ituango, La Belleza Oculta de Ituango [es] beschreibt die Vertriebenen:

El Estado les ha brindado un buen apoyo, con múltiples ayudas. Y aunque la gran mayoría ha podido regresar a sus casas, algunos aún se encuentran en la cabecera municipal, aunque en menor cantidad que la que había anteriormente.

Der Staat hat sie mit viel Hilfe unterstützt. Obwohl ein großer Teil von Ihnen nach Hause zurückkehren konnten, befinden sich einige immer noch in städtischer Pflege, auch wenn es weniger als vorher sind.

Der Blog La Colonia de Ituango [es] hat über das, was dort vor sich geht, geschrieben und erklärt das Problem:

Año tras año, los habitantes de la zona urbana asisten con desconfianza y hasta miedo a la llegada de cientos de familias campesinas que se instalan en albergues temporales, sin pensar en más que la inseguridad que pueden generar o lo feo que se ve el municipio con desplazados; sin contemplar las consecuencias de fondo que generan estos desplazamientos forzados que vienen presentándose desde hace 13 años, época de la primera incursión paramilitar en la zona. Fenómenos como la desocupación de territorios; pérdida de cosechas, animales, semillas nativas; reducción creciente de la soberanía alimentaria del municipio; empobrecimiento de los habitantes; deserción escolar; proliferación de enfermedades tropicales…
Nos tendría que cuestionar el hecho de que esta situación se repita año tras año, y en lugar de buscar el culpable entre los campesinos que vienen desplazados, nos debiéramos preocupar por el extenso territorio que desde unos treinta años atrás se encuentra en disputa en el municipio de Ituango. El Parque Paramillo comprende el 53% del área total del municipio, su zona de amortiguamiento cerca de otro 10% y para la construcción de la represa Pescadero-Ituango y la vía paralela, intervendrán la zona rivereña del río Cauca, en predios de 10 veredas del municipio.

Die Einwohner des Stadtgebietes stehen der Ankunft von Hunderten von Bauernfamilien, die in Notunterkünften leben, jedes Jahr sehr misstrauisch gegenüber und haben sogar Angst davor, was ihre Sicherheit betrifft und ihre Stadt voller Vertriebener zu sehen; ohne über die Folgen nachzudenken, die durch die erzwungenen Vertreibungen geschaffen werden, die seit 13 Jahren seit der ersten paramilitärischen Einmarsch in die Region, entstehen. Phänomene wie die Aufgabe des Landes; Verlust von Ernten, Tiere, einheimischen Samen, Verringerung der Ernährungssicherheit in der Gemeinde; Verarmung des Volkes; Verlassen der Schulen und die Ausbreitung von Tropenkrankheiten.

Wir müssen uns fragen, warum sich diese Situation Jahr für Jahr wiederholt und anstatt die Schuldigen unter den vertriebenen Bauern zu suchen sollten wir uns Sorgen über das riesige Gebiet machen, über dass man sich in den vergangen 30 Jahren in der Stadt von Ituango gestritten hat. Paramillo Park umfasst 53% des gesamten Stadtgebietes, die Pufferzone weitere 10% und für den Bau des Staudamms Pescadero-Ituango und eine Parallelstraße werden sie in dem Gebiet um den Cauca-Fluss die Felder von 10 Dörfern der Gemeinde benutzen.

In einem anderen Beitrag schreibt der Blog über die Rückkehr der Bewohner von Ituango , die sich im Stadtzentrum befanden:

Con el retorno de los campesinos que salieron de sus veredas en El Cedral y La Miranda, comenzará hoy el proceso de retorno de más de 1.500 ituanguinos que desde hace dos semanas permanecían en el casco urbano del municipio por la presión de los enfrentamientos que se vienen dando en sus regiones. (…). Este sábado regresarán los campesinos provenientes de Santa Ana y durante el fin de semana, hasta el martes, continuará el proceso gradual que ve terminar una situación de emergencia humanitaria que tenía ribetes muy difíciles de superar.

Mit der Rückkehr der Bauern, die ihre Dörfer in El Cedral und La Miranda verlassen hatten, beginnt heute der Prozess mehr als 1.500 Ituanguinos zurückzubringen. Für zwei Wochen waren sie im Stadtgebiet aufgrund des Drucks der Zusammenstöße in ihrer Region. (…). An diesem Samstag und am Wochenende werden die Bauern aus Santa Ana zurückkehren. Dieser Prozess wird schrittweise bis zum Dienstag fortgeführt und damit wird dann die humanitäre Notlage, die schwer zu überwinden war, zu Ende geführt.

Das ist die Realität für die Menschen in Ituango.

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