Wir übersetzen die Beiträge von Global Voices in viele Sprachen, damit die Bürgermedien aus aller Welt für alle zugänglich werden.

Erfahre mehr zu Lingua-Übersetzungen  »

Ein Immobilienwebsite-Betreiber aus Singapur nimmt's persönlich – und sagt der Diskriminierung den Kampf an

Zeit, Farbe zu bekennen: die Anti-Rassismus-Kampagne „Regardless of Race“. Foto von 99.co

Zeit, Farbe zu bekennen: die Anti-Rassismus-Kampagne „Regardless of Race“. Foto von 99.co

Nachdem er von einigen Immobilieneigentümern als Mieter abgelehnt wurde, weil seine Frau Inderin ist, ruft ein Website-Betreiber aus Singapur eine Kampagne gegen „Rassendiskriminierung bei der Wohnungsvergabe“ ins Leben.

Darius Cheung, Gründer der Immobilienwebsite 99.co, berichtet von seiner Wohnungssuche, bei der ihm erst bewusst geworden ist, wie weit Rassismus in Singapur verbreitet ist. Einige Immobilienmakler und Eigentümer verloren das Interesse an einem Geschäft mit ihm, sobald sie erfuhren, dass seine schwangere Frau ursprünglich aus Indien stammt.

Seine indisch-singapurische Frau Roshni Mahtani ist Unternehmerin und Gründerin von theAsianparent, einer Website für Eltern.

Zuerst war Darius noch verwundert darüber, dass einige Makler auf seine Anfragen nicht reagierten. Einer der Makler antwortete wage: „Das Profil passt nicht.“ Darius hakte nach und bekam seine Antwort:

Sorry your wife is Indian, landlord won’t rent to you. Next time please indicate earlier, so we both don’t waste time.

Tut uns leid, aber Ihre Frau ist Inderin; der Eigentümer möchte nicht an Sie vermieten. Sagen Sie uns beim nächsten Mal bitte früher Bescheid, damit wir nicht unser aller Zeit verschwenden.

Darius sieht in seinen Erfahrungen die Bestätigung dafür, dass es Rassismus in Singapur gibt:

I understand the idea of discrimination intellectually and recognise that it exists, but it was not until this moment that I caught a glimpse of what it actually means to be discriminated against.

Ich verstehe das Konzept von Diskriminierung auf intellektueller Ebene und mir ist klar, dass es sie gibt, aber erst in jenem Moment habe ich einen kleinen Einblick davon erhalten, was es tatsächlich bedeutet, wenn man diskriminiert wird.

Singapurs Bevölkerung ist von ethnischer Vielfalt geprägt und das Land rühmt sich seiner Regierung, die das harmonische Miteinander der verschiedenen Ethnien fördert. Jedoch haben ethnische Spannungen in den letzten Jahren zugenommen, was einige ultranationalistische Gruppen auf die Einwanderung ausländischer Arbeiter schieben.

Aus Sorge um die Zukunft seines Kindes hat Darius der Diskriminierung den Kampf angesagt. Sein Unternehmen hat eine neue Funktion mit dem Namen „All-races-welcome“ (Alle Rassen willkommen) bereitgestellt, wodurch Makler und Eigentümer Vorteile erhalten, wenn sie ihre Immobilienangebote durch den Zusatz „Regardless of race“ als offen für alle ungeachtet ihrer Rasse markieren:

Agents and landlords can now positively indicate that their rental listings can be listed to be open for all, regardless of their ethnicity, background or nationality. These listings will then be prominently featured on the 99.co homepage to prospective renters. The idea is to give renters peace of mind during their home search journey – reducing instances of rude comments and unpleasant experiences while enquiring about listings.

Makler und Eigentümer können nun aktiv ihre Immobilienangebote als offen für alle ungeachtet ihrer Ethnie, Abstammung und Nationalität aufführen lassen. Diese Angebote werden dann für potenzielle Mieter besonders gut sichtbar auf der Immobilienwebsite 99.co platziert. Somit können Mieter unbesorgt auf Wohnungssuche gehen, da es so zu weniger unhöflichen Kommentaren und unangenehmen Erfahrungen bei Immobilienanfragen kommt.

Darius hofft mit seiner Kampagne viele Leute dazu zu inspirieren, Farbe gegen Rassismus zu bekennen.

Er gibt Immobilieneigentümern auch zu bedenken, dass Rassendiskriminierung sich „aus wirtschaftlicher Sicht nicht lohnt“:

Our hope is that as more and more agents put up ‘All-races-welcome’ listings, it will build momentum to create a more inclusive rental market and landlords will start to realise that it is not just socially unacceptable to discriminate, but also economically unviable.

Wir hoffen, dass immer mehr Makler Angebote mit dem „All-races-welcome”-Siegel veröffentlichen und so zu einem toleranteren Immobilienmarkt beitragen, damit den Wohnungseigentümern bewusst wird, dass Diskriminierung nicht nur aus sozialer Sicht völlig inakzeptabel ist, sondern sich auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht lohnt.

Die Autorin, Aktivistin und Mitwirkende bei Global Voices Kirsten Han befürwortet die Initiative des Unternehmers. Sie erinnert politische Entscheidungsträger auch daran, dass generell Antidiskriminierungsgesetze benötigt werden:

Was wir *wirklich* brauchen, sind umfangreiche Antidiskriminierungsgesetze, aber die Beachtung des Themas durch eine Immobilienwebsite ist immerhin ein Anfang.

Unterhaltung beginnen

Für Autoren: Anmelden »

Richtlinien

  • Alle Kommentare werden moderiert. Sende nicht mehrmals den gleichen Kommentar, damit er nicht als Spam gelöscht wird.
  • Bitte geh respektvoll mit anderen um. Hass-Kommentare, Obszönes und persönliche Beleidigungen werden nicht freigeschaltet..