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Ein Buch ohne Gegenleistung in Havanna

Suelta masiva de libros en La Habana (Foto: Fernando Medina)

In Havanna wurden im Rahmen einer großen Aktion Bücher verschenkt. Foto von Fernando Medina

Alle Links in diesem Artikel führen zu spanischsprachigen Webseiten.

Dutzende Menschen kamen am Sonntag, dem 6. April, in einem Park in Kubas Hauptstadt Havanna zusammen, um sich gemeinsam an einer Aktion zu beteiligen, bei der Bücher verschenkt wurden. Bei der Initiative des Bloggers und Global Voices-Autors Rafael González, ging es darum, überall im Park Bücher zu hinterlegen, die auf der ersten Seite die Inschrift trugen: “Dieses Buch gehört der Person, die es findet, im Tausch dafür, dass sie es nach dem Lesen weitergibt, damit auch andere Menschen daran ihre Freude haben können.”

Die Initiative hatte ursprünglich auf Facebook begonnen, und wurde dann von González aufgegriffen, der Kontakt zu den Erfindern aufnahm. Lu Di Piertro beschrieb es so: 

Diese Idee stammt nicht von uns. Es gab sie schon längere Zeit, aber ich weiß nicht genau, wer eigentlich damit angefangen hat. Rodri, ein Freund von mir und einer der Mitorganisatoren, hatte die Idee, eine große Aktion zu organisieren, bei der Bücher verschenkt wurden. Er erzählte mir von seiner Idee und ich stimmte begeistert zu. [Diese Aktion] ist für uns aus vielerlei Gründen eine gute Sache […]: Weil Lesen wichtig ist, weil Schenken Freude macht, wegen der Aufregung, die man empfindet, wenn man loslässt, wegen des Gefühls der Unsicherheit, wenn man nicht weiß, was kommt und Vertrauen haben muss, weil so Solidarität gefördert wird und wegen des Gefühls, etwas sozial und kulturell zu teilen, das eigene Herz zu öffnen und Grenzen zu überschreiten.

Rodri Bristot, ebenfalls einer der Organisatoren, ergänzte:

Für mich persönlich steht hinter der Idee, diese riesige Verschenk-Aktion zu organisieren, ein etwas romantischer Gedanke: Ich glaube daran, dass es einige Dinge im Leben gibt, die frei sein sollten, wie Bildung und Lesen. Bücher sollten nicht nur für diejenigen sein, die es sich leisten können, dafür zu bezahlen sondern für alle Menschen. Menschen sollten Bücher an öffentlichen Orten finden können, ohne etwas dafür geben oder eine andere Art der Gegenleistung (Arbeit oder Geld) dafür erbringen zu müssen.

Varios marcadores fueron compartidos en la cita (Foto: Fernando Medina)

Viele Lesezeichen wurden während der Aktion geteilt. Foto von Fernando Medina

Am Morgen des 6. April verschenkte González zusammen mit einer Gruppe von etwa 50 Jugendlichen, Erwachsenen und Kindern im Park H y 21, im Stadtteil El Vedado in Havanna, Bücher. Menschen suchten hinter Parkbänken, unter Baumwurzeln auf der Verkehrsinsel im Zentrum und sprachen sogar Neuankömmlinge an, um Bücher aus erster Hand zu bekommen. 

Die kubanische Schriftstellerin Dazra Novak beschrieb dieses Erlebnis in ihrem Blog

Ich habe heute vier Bücher verschenkt – alle versehen mit dem Monat, Jahr und dem Namen der Stadt auf der ersten Seite – und ich hoffe, dass die Menschen, die sie finden, genauso viel Freude daran haben wie ich beim Lesen von zwei der Bücher und beim Schreiben der anderen zwei. Ich weiß nicht warum, aber ich habe den starken Verdacht, dass die Bücher irgendwann zu mir zurückkommen werden, damit ich sie dann wieder weitergeben kann. Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich, dass jeder das tun sollte – heute, morgen, immer.

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