Britische Mutante des COVID-19-Virus nun auch in Trinidad und Tobago

Eine Illustration des COVID-19-Virus von Robert Couse-Baker auf Flickr, CC BY 2.0

Mit insgesamt 7.450 registrierten Corona-Erkrankungen seit März 2020 und derzeit 343 aktiven Fällen sowie 133 Toten hat Trinidad und Tobago die Pandemie bisher gut gemeistert, verzeichnete nun allerdings seinen ersten Fall der COVID-19-Variante B.1.1.7. Beim Träger der B.1.1.7-Mutante handelt es sich um einen Staatsbürger Trinidad und Tobagos, der sich zuvor in Großbritannien aufgehalten hatte.

Das amerikanische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (CDC) gab an, dass diese spezielle besorgniserregende Mutante aus Großbritannien, von der angenommen wird, dass sie bis zu 70 Prozent leichter übertragbar ist, bis März 2021 durchaus zum dominanten Virenstamm des COVID-19-Virus werden könnte.

Um die Wahrscheinlichkeit einer Einschleppung der B.1.1.7-Mutante zu verringern, hat die Regierung Trinidad und Tobagos jüngst die Ausnahmeregelungen und Quarantänerichtlinien für Reisende aus Großbritannien angepasst. Seit dem 22. Dezember müssen nun alle, die aus Großbritannien einreisen, zusätzlich zu einem negativen PCR-Test (Polyamerase-Kettenreatkionstest), 14 Tage in staatlicher Quarantäne verbringen – das bedeutet, eine Woche länger als noch bei den vorherigen Regelungen.

Dies ist eine Maßnahme, die vielen Social-Media-Nutzern einleuchtet, insbesondere, da der Patient-0 der B.1.1.7-Mutante einen negativen PCR-Test, der vor der Abreise nicht älter als 72 Stunden war, vorweisen konnte:

Ein Rückkehrer aus Großbritannien hat die COVID-19-Mutante B.1.1.7 mit nach Trinidad und Tobago gebracht. Wie für die Einreise benötigt, lag 72 Stunden vor Abreise ein negativer PCR-Test vor. Geht nicht voreilig davon aus, dass alles ok ist. 🇹🇹 #Maskentragen #Desinfizieren #Händewaschen #Abstandhalten 😷

Nach der Ankunft in Trinidad und Tobago wurde der Patient in einer staatlichen Quarantäneeinrichtung unterbracht und, nachdem der COVID-19-Test positiv ausgefallen war, in ein staatliches Krankenhaus im Zentrum des Landes verlegt und dort isoliert. Die Mutante wurde durch Genomsequenzierung an der University of the West Indies festgestellt.

Reisende aus andern Ländern müssen sich weiterhin eine Woche lang in staatliche sowie eine weitere Woche in häusliche Quarantäne begeben. Außerdem müssen auch sie einen negativen PCR-Test vorweisen, der vor Abreise nicht älter als 72 Stunden sein darf.

In der vergangenen Woche wurden in Trinidad und Tobago durchschnittlich 20 neue COVID-19-Fälle pro Tag registriert.

Obwohl die meisten akzeptiert haben, dass die Einschleppung des neuen Virenstamms nach Trinidad und Tobago irgendwann unvermeidbar sein wird, fallen die Reaktionen im Netz auf die Nachricht gemischt aus: Manche der Netzbürger loben die Effizienz der Behörden, während andere sich Sorgen machen, was die Einschleppung der Mutante möglicherweise für andere Bereiche, wie beispielsweise die geplanten Schulöffnungen, bedeutet.

Der Druck, die Landesgrenzen wieder zu öffnen, war ein weiteres, viel diskutiertes Thema auf Twitter. Die Grenzen Trinidad und Tobagos sind seit Mitte März 2020 geschlossen. Obwohl es bereits Ausnahmeregelungen sowie Rückholaktionen gibt, sagen viele der im Ausland „gestrandeten“ Staatsbürger, dass die Prozesse nicht schnell genug ablaufen. Andere stellen deren Transparenz infrage. Darunter auch einige, die sogar Klage gegen die Regierung eingereicht haben.

Andererseits hat die Nachricht über das Auftauchen der B.1.1.7-Mutante in Trinidad und Tobago denen Aufschwung verliehen, die gegen eine Lockerung der Grenzbeschränkungen sind:

Ja, ja aber die Grenzen öffnen😐🤦🏽‍♂️ Auch wenn ich mit denen da draußen mitfühle, scheint es mir unsinnig, dies zu tun. Ich werde nie begreifen, warum diese Leute immer wieder versuchen die Pandemie zu politisieren. Einfach nur Kopfschütteln

Aber einige von euch fordern Grenzöffnungen. Stellt euch mal vor wir hätten die gegenwärtigen Quarantäneregelungen nicht; erst recht, wenn man bedenkt, dass die Infektionszahlen bereits steigen….

Währenddessen wurden Gerüchte über Grenzschließungen bis 2022 aufgrund des neuen Virenstamms vom obersten Gesundheitsbeamten des Landes, Dr. Roshan Parasram, zurückgewiesen.

Das Gesundheitsministerium setzt seine Aufklärungsarbeit fort und betont dabei, die Wichtigkeit Masken zu tragen, sich die Hände zu waschen und Abstand zu halten, um sich vor dem Virus zu schützen. Am 22. Januar wurde zudem eine virtuelle Konferenz abgehalten, um die Bevölkerung zusätzlich zu informieren.

Unterhaltung beginnen

Für Autoren: Anmelden »

Richtlinien

  • Alle Kommentare werden moderiert. Sende nicht mehrmals den gleichen Kommentar, damit er nicht als Spam gelöscht wird.
  • Bitte geh respektvoll mit anderen um. Hass-Kommentare, Obszönes und persönliche Beleidigungen werden nicht freigeschaltet..