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Uruguay legalisiert Verkauf und Produktion von Marihuana

marihuana

Foto von @T13 auf Twitter geteilt.

Nur mit den Stimmen der regierenden  Linksflügel-Koalition Frente Amplio und nach 12 Stunden intensiver Debatte hat der uruguaische Senat ein Gesetz verabschiedet, das Marihuana legalisiert. Das Gesetz, das Marihuana regulieren und kommerzialisieren soll wurde am Dienstag, dem 10. Dezember 2013 um 22.38 Uhr bestätigt.

Die Entscheidung hat Urugay auf die Titelseiten internationaler Nachrichtenmedien gebracht, die den Prozess mit großem Interesse verfolgten. Alles was jetzt noch zu tun ist, ist die Regulierungen einzusetzen und das Gesetz in Kraft treten zu lassen. Für diesen Prozess wurde eine sechsmonatige Zeitspanne angesetzt.

An der Basis hatte die parlamantarische Entscheidung Wellen geschlagen und Meinungen aufgewühlt. Unter den Argumenten der Opposition, die im Senat gegeben wurden, gab es Schwierigkeiten bei der Kongruenz mit dem Gesetz und das Argument, das dies keine gute Strategie im Kampf gegen illegalen Drogenhandel sei. Die Opposition erklärte außerdem, dass dieses Gesetz entgegen der Haltung der Regierung zu diesem Thema den Drogenkonsum befürworte.

Uruguaische Apotheken, die für den Verkauf von Marihuana für den medizinischen Gebrauch verantwortlich sein werden, sind nun auch in eine intensive Kontroverse[es] verwickelt, bei der einige die Droge verkaufen wollen und einige nicht.

Die UN hat für sich festgestellt, dass das uruguaische Gesetz zur Legalisierung von Marihuana internationale Abkommen verletzt, die das Land unterzeichnet hatte. Weiterhin warnte der Psychiatrische Verbund Uruguays [es]vor den Konsequenzen von Marihuana und seiner steigenden Popularität unter Jugendlichen. Psychiater sagten der Zeitung El País außerdem, dass die Droge in Zusammenhang mit der Abbrecherquote von Schülern stünde.

Informationen von Infobae [es] zufolge sagte Uruguays Präsident José Mujica, er hoffe Uruguay bekäme “eine helfende Hand und dass wir alle gemeinsam lernen, weil Uruguay nicht als das Land des freien Marihuana etikettiert werden solle. Nein. Nein. Darum geht es nicht. Dies ist eine Plage, wie Zigaretten eine Plage sind. Du wirst eine legale Portion bekommen und wenn du sie missbrauchst, wirst du registriert und medizinisch betrachtet.”

Auf internationalem Level hat das Gesetz sowohl Erwartungen als auch Zweifel generiert, da die Welt die Ereignisse mit Interesse und ausdrücklichen Bedenken betrachtet hat.

Meinungen wurden in sozialen Netzwerken, wie Twitter, ausgedrückt. Der Präsidentschaftskandidat für die konservative Partido Nacional, Jorge Larrañaga (@jorgewlarranaga), sagt:

Für Sicherheit und Gesundheit: Marihuana; für Freiheit: ein neues Gesetz. Für Bildung: nichts. Die Mehrheit wird für was-auch-immer genutzt.

Der User @charruasomos wiederum verteidigte das Gesetz:

[Antwort auf @NicoleOrtizCh's tweet] [Die Welt ist verrückt geworden, sie legalisieren Marihuana in Uruguay. Wie weit sind wir gekommen?]

@NicoleOrtizCh Nunja, mir scheint es ein GROßARTIGER SCHRITT VORWÄRTS und es nimmt illegale Drogenhändler aus dem Bild. Uruguay ist kein Land, das vor seinen Problemen davon läuft.

Die paraguaische Fernsehmoderatorin Lucía Sapena (@LuSapena) beschwerte sich über die internationale Verwirrung über die zwei Nationen:

Ich musste jetzt schon zwei ausländischen Freunden erklären, dass es Uruguay ist, wo Marihuana verkauft wird, nicht Paraguay! Verwirrte Leute.

Die Venezuelerin Yusnay Bleque (@yusnayb) drückte ihre Gedanken zu diesem Gesetz aus:

Uruguay wird zum ersten Land der Welt, das Marihuana legalisiert. Einfach schockierend. Sie denken nicht an die Gesundheit der Menschen. 

Der Argentinische Aktivist Alex Freyre (@AlexFreyre) verglich das Gesetz mit denen Argentiniens:

Marihuana IST NICHT HARMLOS, also MUSS ES REGULIERT WERDEN: Das derzeitige argentinische Gesetz 23737 ist nutzlos und fördert illegalen Drogenhandel.

Rubèn Jorge Castro (@elojodelciudada) twitterte über Schritte zur Legalisierung von Marihuana und gleichgeschlechtlicher Ehe:

Die Minderheit verhängte die gleichgeschlechtliche Ehe auf uns, die Minderheit verhängt [das] Marihuana [-gesetz] auf uns und während das geschieht, werden sie abgelenkt und Bildung zerfällt in Stücke. Mehr Gleichheit. Mehr Dummheit.

Andererseits sind laut Luis Alberto Borsari die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe [en], der Abtreibung [en] und nun der legalen Produktion und Vertreibung von Marihuana [en] Ursachen von Stolz.  In seinem Blog [es] schriebt er:

cuando nuestros hijos y nietos estudien todo esto en sus Libros de Historia, los imagino sacando pecho por lo hecho hoy, o cantando “Uruguay es el mejor País…”

Ich stelle mir vor, wie unsere Kinder und Enkelkinder voller Stolz sind, während sie über die heutigen Ereignisse in ihren Geschichtsbüchern lernen oder singen “Uruguay ist das beste Land…”

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