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Pakistans erste transgender Nachrichtensprecherin will Einstellung gegenüber ihrer Gemeinschaft ändern

Marvia Malik, 21, ist allem Anschein nach Pakistans erste transgender Nachrichtensprecherin. Screenshot eines Videos von VisualTV Live auf YouTube.

Marvia Malik schrieb Geschichte in Pakistans Medienlandschaft, als sie die erste transgender Nachrichtensprecherin des Landes wurde.

Die 21-jährige stammt aus Lahore und hat einen Bachelor-Abschluss für Journalismus. Sie bewarb sich bei Kohenoor News, einem privater Nachrichtensender, und wurde laut dem Chef des Senders aufgrund ihrer Leistungen eingestellt. Am 23. März ging Malik zum ersten Mal live auf Sendung.

#Pakistans erste transgender Nachrichtensprecherin jetzt live auf Sendung – Maavia Malik pic.twitter.com/uXJipyrEfL

In einem Interview mit der Zeitung Dawn erklärte Malik, deren erster Job Visagistin in einem Schönheitssalon war, wie sie die Chance auffasst, Nachrichtensprecherin zu sein:

Everywhere we go, a transgender person is looked down upon. But there’s nothing we can’t do; we’re educated, have degrees, but no opportunities, no encouragement. This is what I want to change […] I’m here to change my community’s destiny, not represent myself as an individual. […] I have set out on this journey to change lives of transgenders.

Überall wo wir hingehen, auf Transmenschen wird immer herabgeschaut. Aber es gibt nichts, was wir nicht tun können. Wir sind gebildet, wir haben Abschlüsse aber uns werden keine Chancen gegeben, keine Ermutigungen. Das will ich ändern […] Ich bin hier, um das Schicksal meiner Gemeinschaft zu ändern und nicht, um nur für mich als Individuum zu sprechen. […] Ich habe diese Reise angetreten, damit ich Leben der Transgender-Gemeinschaft ändern kann.

Maliks Erfolg wurde von Stars, Journalisten und Aktivisten in Pakistan und über die Grenzen des Landes hinaus gepriesen. Der britisch-pakistanische Schauspieler und Aktivist Riz Ahmed lobte sie kürzlich in einem Instagram-Post und kommentierte:

In some ways Pakistan has been ahead of the curve in certain aspects of trans rights. In other ways, it has lagged behind. Hoping we can all learn from each other in paving the way to greater inclusion.

Auf gewisse Art ist Pakistan der Zeit voraus in Hinblick auf bestimmte Aspekte der Trans-Rechte. Andererseits jedoch, hinkte es hinterher. Ich hoffe, wir all können von einander lernen, Wege hin zu mehr Inklusion zu bereiten.

Pakistan blickt zurück auf eine gemischte Vergangenheit bezüglich der Behandlung von Gender-Minderheiten.

Der Begriff “Transgender” bezieht sich in Pakistan und an anderen Orten in Süd-Asien normalerweise auf eine konkretere Gruppe Menschen auch bekannt als Hijras, die weder als vollständig männlich noch weiblich angesehen werden. Aktivisten und Nichtregierungsorganisationen kämpfen schon lange für ihre offzielle Anerkennung. Durch ein bahnbrechendes Urteil von Pakistans oberstem Gericht aus dem Jahr 2011 mussten für die landesweiten Wahlen Daten in der Transgender-Gemeinschaft erhoben und ihre Mitglieder als Wähler registriert werden.

2017 wurde in Pakistan zum ersten Mal ein Pass ausgestellt, in dem beim Geschlecht ein X, welches das 3. Geschlecht kennzeichnet, vermerkt und zu Beginn diesen Jahres wurde die ersten Führerscheine an Transmenschen ausgestellt.

Transmenschen sehen sich in Pakistan jedoch noch immer Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Viele von ihnen haben Schwierigkeiten, eine Anstellung zu finden und müssen sich gezwungenermaßen mit Betteln oder Sexarbeit über Wasser halten.

Malik sprach im ihrem Interview mit Dawn von dieser Realität und sagte, sie hoffe, daran konkret etwas zu ändern:

She wants to push for a law making mandatory for families to give transgender persons their share in property as a boy or girl is. “Transgenders are forced to dance and beg because they have no other means to make ends meet. When they are shunned by families, they have nowhere else to go. My trans friends who have masters degrees don’t have jobs which is why they end up on streets or become sex workers. This is why I want to push for a law so a transgender if disowned, can make a living out of the share in the property.”

Sie fordert ein Gesetz, das Familien dazu verpflichtet, Transgmenschen ihr Eigentumsanteil zu geben, wie dies bei Jungen und Mädchen der Fall ist. “Transmenschen sind gezwungen, zu tanzen und zu betteln, weil sie anders nicht über die Runden kommen. Wenn sie von ihren Familien verstoßen wurden, können sie nirgendwo anders hin. Meine Trans-Freunde mit Abschlüssen habe keine Anstellungen, weswegen sie auf der Straße enden oder in die Prostitution abrutschen. Deshalb möchte ich, dass ein Gesetz durchgebracht wird, welches besagt, dass verstoßene Trans-Menschen mit den ihnen zustehenden Eigentumsanteilen ihr Auskommen haben.”

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