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Initiative für Erzählkunst will urbane Sprachvielfalt bewahren

Geschichtenerzählen, von Flickr-Nutzer Daniele Rossi, unter Verwendung der Lizenz CC BY-NC-ND 2.0.

Kann es eine Möglichkeit geben, hier und jetzt trotz einer Sprachbarriere mit jemandem in Verbindung zu treten? Für Steven Bird und Robyn Perry, Gründer der Initiative Treasure Language Storytelling (TLS) [Sprachschatz Erzählkunst] ist das Erzählen von Geschichten in ihrer ursprünglichen Sprache eine mögliche Antwort darauf.

Global Voices berichtete vor Kurzem über eine andere Initiative von Steven Bird, den Unübersetzbaren Blog. Hier allerdings liegt der Fokus von TLS nicht auf dem geschriebenen, sondern auf dem gesprochenen Wort. Es handelt sich dabei um einen Versuch, die Sprachenvielfalt von großen Städten zu erhalten und zu würdigen. Tatsächlich besteht in urbanen Gegenden wie Melbourne und Darwin in Australien oder in Oakland in den Vereinigten Staaten, wo TLS bereits seit 2015 Veranstaltungen durchgeführt hat, das Risiko, dass kleine und nicht ganz so kleine Sprachen nicht an die dort geborenen Kinder weitergegeben werden. Für die Macher des Projekts gilt:

The mass extinction of the world's languages can be avoided if we create cities that embrace diversity – safe spaces where inhabitants do not need to forget who they are in order to belong.

Das Massensterben der Sprachen der Welt kann vermieden werden, wenn wir Städte schaffen, die Diversität annehmen – sichere Räume, in denen Einwohner nicht vergessen müssen, wer sie sind, um dazuzugehören.

Während „zuhören oft damit verbunden ist, zu verstehen“ bezwecken diese Veranstaltungen stattdessen „das Zuhören, um zu schätzen, zu fühlen, anzuknüpfen“. In diesem Format stellen Geschichtenerzähler ihre Geschichte zunächst in ihrer eigenen Sprache vor und übersetzen oder erklären sie dann auf Englisch. Auch wenn die Teilnehmer keine professionellen Geschichtenerzähler sind, so führen ihre Hingabe und ihre Darstellung dazu, dass sich die Zuhörerschaft darauf einlässt. Sie rufen Lachen und Emotionen hervor, als sei die Sprache nicht länger eine Barriere.

Das nachfolgende Video zeigt beispielsweise eine traditionelle Geschichte aus Burkina Faso, die in der Sprache Dafing erzählt wird. Während dieser Runde ergreift die Geschichtenerzählerin Rassidatou Konate auch die Gelegenheit, die für ihr Land typischen Gebräuche der Erzählkunst zu erläutern.

In einer anderen Veranstaltung erzählt John Nyamusara die Fabel vom Hasen und dem Pavian in der Sprache Shona aus Simbabwe:

Nachdem er die Bedeutung seiner Fabel erklärt hat, wird John Nyamusara gefragt: „Wie ist das zu einem Publikum zu sprechen, das Ihre Sprache nicht versteht?“ Mit einem breiten Grinsen teilt er sein Gefühl der Inklusivität:

They were listening! They were attentive… They were with me!

Sie haben zugehört! Sie waren aufmerksam… Sie waren ganz bei mir!

Auf den Vimeo- und YouTube-Kanälen des Mutterprojekts Aikuma kann man Geschichten sehen, die auf Tagalog, Chochenyo, Ewe und vielen weiteren Sprachen erzählt werden.

Bislang haben die Veranstaltungen von Treasure Language Storytelling in drei Städten stattgefunden, und die Organisatoren hoffen, dies auszuweiten. Alle, die von dem Projekt inspiriert sind, können mit TLS in Kontakt treten, um ihre eigenen Geschichtenerzählaufführungen zu organisieren.

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