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Gesetze und gesellschaftliche Einstellung gefährden Mädchen in Myanmar

Was können wir Mädchen am Internationalen Mädchentag sagen? „Lerne fleißig und arbeite hart, um deine Träume zu verwirklichen. Wir wünschen allen Mädchen, dass ihre Träume wahr werden.” Mädchen in einem Lager für intern Vertriebene in Kachin. Foto und Post von Plan International in Myanmar. Mit Genehmigung verwendet.

Am 11. Oktober 2016 feierte Plan International den Internationalen Mädchentag in einem der Lager für intern Vertriebene im Kachin-Staat im Norden Myanmars. Die Mädchen, die an der Feier teilnahmen, leben aufgrund des neu entfachten Konflikts zwischen der Kachin Independent Army und dem Militär Myanmars seit sechs Jahren in dem Lager in der Nähe der Grenze zu China.

Während der Veranstaltung hoben die Mädchen verschiedene Themen hervor, wie zum Beispiel die Notwendigkeit von Schutz vor Gewalt und die Verbesserung der Sicherheit in den Lagern, vor allem nachts. Die Lagerverwaltung betonte die Probleme von jungen Frauen:

We are living in a very crowded environment and in some households there are 8-9 people, including older boys. Privacy is a big issue in this camp so we must take responsibility for the safety of girls in our families and communities, as girls are more at risk than boys.

Die Lager sind sehr überfüllt. In manchen Haushalten leben acht bis neun Personen, darunter ältere Jungen. Privatsphäre ist ein großes Thema in diesem Lager. Deshalb müssen wir Verantwortung für die Sicherheit der Mädchen in unseren Familien und Gemeinschaften übernehmen, da sie gefährdeter sind als Jungen.

Mädchen und Frauen in Myanmar sind tatsächlich der Gefahr von Gewalt und Misshandlung ausgesetzt. Seitdem 2011 eine neue zivile Regierung eingesetzt wurde, findet in Myanmar ein gesellschaftlicher Wandel hin zu einer demokratischeren Gesellschaft statt. Der Kampf für Gleichberechtigung und gegen geschlechtsspezifische Gewalt ist hierbei ein wichtiges Ziel. Dennoch sind viele Frauen in Myanmar weiterhin der Gefahr von Misshandlung ausgesetzt, da es keine entsprechenden Gesetze gibt. Kulturelle Akzeptanz und Schweigen bezüglich häuslicher Gewalt führen dazu, dass Frauen solchen Misshandlungen oft machtlos gegenüber stehen.

Seit kurzem erhalten Fälle von häuslicher Gewalt gegenüber minderjährigen Mädchen dank der Öffnung der lokalen Medien mehr öffentliches Interesse. Letzten Monat erhielten zwei Mädchen, 16 und 17 Jahre alt, die als Hausangestellte in einer Schneiderei in Rangun angestellt waren, landesweite Aufmerksamkeit, als ein Lokaljournalist über die körperlichen Misshandlungen und die Gefangenschaft berichtete, die sie fünf Jahre lang erleiden mussten.

Zu weiterer öffentlicher Empörung kam es, als die Nationale Menschenrechtskommission Myanmars (MNHRC) eine Entschädigungszahlung mit der Familie, die die Mädchen misshandelt hatte, aushandelte, anstatt rechtliche Schritte gegen sie einzuleiten. Die Polizeieinheit zur Bekämpfung von Menschenhandel reichte schließlich die Klage ein. Außerdem forderte ein Abgeordneter die Entlassung von Mitgliedern des MNHRC aufgrund ihres Fehlverhaltens bezüglich des Falls.

Ein Post über die Bemerkung eines Mitglieds des MNHRC, der sich viral im Internet verbreitete, spiegelt die Haltung der Gesellschaft gegenüber jungen Hausangestellten wider.

“အိမ်ဖော်ကိုရိုက်တာဘာဆန်းလဲ ကျွန်မလည်းကျွန်မအိမ်ဖော်ကိုရိုက်တာပဲ” လို့ မီဒီယာတွေရှေ့မှာ ဝန်ခံသွားသည့် MNHRC commissioner ဒေါ်မြမြအား ဥပဒေနှင့်အညီ အရေးယူပေးရန် ပြည်သူများမှ တောင်းဆိုပါသည်။
#MNHRC #ChildAbuse #ChildLabor

„Was ist so besonders daran, sein Dienstmädchen zu schlagen? Das mache ich auch.” Es sollten rechtliche Schritte gegen diesen MNHRC-Kommissar, Daw Mya Mya, eingeleitet werden, der das gegenüber den Medien zugegeben hat.
#MNHRC #ChildAbuse #ChildLabor

Außerdem wurde durch den Tod einer Hausangestellten in Singapur die Gewalt thematisiert, der junge Mädchen aus Myanmar, die im Ausland arbeiten, ausgesetzt sind. Al Jazeera veröffentlichte ein Video einer investigativen Recherche über illegale Geschäfte mit minderjährigen Mädchen aus Myanmar, die als Hausangestellte nach Singapur geschickt werden. Zu den Qualen, die diese Mädchen erleiden, gehören physische Gewalt, Vergewaltigung und Gefangenschaft.

Der vor kurzem von Plan International veröffentlichte Bericht ‘Counting the Invisible’ betont die weltweit mangelhaften Daten der Regierungen über Kinder, vor allem Mädchen, die Misshandlungen und Ungleichheit ausgesetzt sind. Die Kinderrechtsorganisation stellte fest, dass die Regierungen nicht in der Lage sein werden, die Misshandlungen und die Ungleichheit zu beenden, die Millionen von Mädchen erleiden, solange es keine besseren Statistiken über ihre Lebensumstände gibt. Der Bericht führt aus:

Currently no credible statistics exist worldwide that show the real life challenges of girls, such as how many drop out of school due to early marriage, pregnancy or sexual violence, or how many girls become mothers under the age of 15.

Momentan gibt es weltweit keine verlässlichen Statistiken, die die Schwierigkeiten abbilden, mit denen Mädchen konfrontiert sind, zum Beispiel die Anzahl der vorzeitigen Schulabbrüche aufgrund von früher Heirat, Schwangerschaft oder sexueller Gewalt, oder wie viele Mädchen Mütter werden, die jünger als 15 Jahre alt sind.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass diese Fälle das Fehlen von Daten und von Schutz durch die Regierung in Bezug auf geschlechtsspezifische Gewalt in Myanmar zeigen. Weiterhin machen diese Fälle die Notwendigkeit der öffentlichen Aufmerksamkeit für soziale Reformen deutlich.

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