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Selfies, ‘Sandwich Partys’ und die ‘Hunger Games': Wie Aktivisten das thailändische Kriegsrecht herausfordern

Armed soldiers stand on guard during an operation to control anti-coup protesters in Bangkok. Photo by Matthew Richards, Copyright @Demotix (5/25/2014)

Bewaffnete Soldaten stehen in Bangkok Wache um Demonstranten zu kontrollieren, die an einem Anti-Staatsstreich Protest teilnehmen. Foto von Matthew Richards, Copyright @Demotix (5/25/2014)

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Fast sechs Monate sind vergangen seit eine Militärjunta die Macht über die thailändische Regierung ergriffen hat und der gewählte Landesführer, Yingluck Shinawatra, durch einen Staatsstreich am 22. Mai verdrängt wurde. Die Junta setzte schnell die Verfassung des Landes außer Kraft, löste die Legislative auf, verhängte Sanktionen auf freie Meinungsäußerungen und Versammlungen, und inhaftierte vorübergehend mehrere Politiker.

Dessen ungeachtet nutzten thailändische Bürger soziale Medien, um ihre Meinung zu sagen und auf die Bedingungen in ihrem Land aufmerksam zu machen. Die folgenden Bilder sind in den letzten sechs Monaten entstanden: 

1. Putsch-Selfies

Interessant oder etwas Besonderes – ‘Kein Selfie ist wie ein thailändisches Putsch-Selfie'…

Die Junta brachte am 22. Mai Hunderte von bewaffneten Soldaten und schwere Waffen in die Hauptstadt. Einige Menschen näherten sich direkt den Soldaten um ‘Putsch-Selfies’ zu machen, dies setzte einerseits ein politisches Statement und diente andererseits dazu, Informationen über die Truppenaktivitäten an die Außenwelt zu schicken.

2. Verhaftungen und Inhaftierungen

Für diejenigen, die die Frau mit dem roten Tape über ihrem Mund nicht kennen, sie ist eine Journalistin (eine Mutige).

Die Junta ließ Politiker und mehrere demokratische Aktivitsten “vorladen”.  Einige von ihnen, die zunächst eine Aussage verweigerten, wurden gefangen genommen und inhaftiert. Ihnen drohen nun mehrere Jahre im Gefängnis.

3. Sandwich-Verbot

Some students organized a picnic against the coup but it was stopped by police forces. The police and students shared some sandwiches. Photo by Atiwat Silpamethanont, Copyright @Demotix (6/6/2014)

Einige Studierende organisierten ein Picknick gegen den Putsch, aber es wurde durch Polizeikräfte gestoppt. Die Polizisten und Studierende teilten sich einige Sandwichs. Foto von Atiwat Silpamethanont, Copyright @Demotix (6/6/2014)

Die Junta verhängte schnell Beschränkungen auf alles was als politischer Widerstand wahrgenommen wurde. Nachdem politische Treffen von mehr als fünf Menschen verboten waren, organisierten Aktivisten ‘Sandwich Partys’ in sozialen Netzwerken. Die Junta erkannte dies schnell und ermahnte Aktivisten damit aufzuhören.

4. Änderungen von Textbüchern

Student activists protesting in front of the Thai Education Department. Image by Nattanan Warintarawet (second from right).

Studentische Aktivisten protestieren vor dem thailändischen Bildungsministerium. Bild von Nattanan Warintarawet (Zweiter von rechts).

Kurz nach der Machtergreifung verbot die Junta Lesungen, Treffen und Demonstrationen, die sie als gefährlich einstuften. Studierende und Fakultäten, die sich dem Verbot widersetzten wurden festgenommen und inhaftiert. Die Junta ordnete zudem eine Erinnerung für die “12 Werte” an, die sich auf die Ehrerbietung für die Autorität beziehen, und verfolgte die Bewegungen derjenigen, die sie in Frage stellt. Die Junta veränderte darüber hinaus Geschichtsbücher und strich den Namen des früheren Premierminister Thaksin Shinawatra, seine Partei hatte seit 2001 alle Wahlen gewonnen.

5. Zensur

Activists reading books on BTS sky train as a protest against coup. Photo by Yostorn Triyos, Copyright @Demotix (6/13/2014)

Aktivisten lesen die Bücher in dem “BTS Sky Zug” als Protest gegen den Putsch. Foto von Yostorn Triyos, Copyright @Demotix (6/13/2014)

Zusammen mit anderen Formen des Widerstands, verbot die Junta alle kontroversen Bücher, wie beispielsweise George Orwell's “1984.”

6. Die Panda Gefahr

Former Thailand Prime Minister Yingluck Shinawatra (left) with her brother,  ousted Prime Minister Thaksin Shinawatra (center).  Photo from Facebook of Yingluck.

Die frühere thailändische Premierministerin Yingluck Shinawatra (links) mit ihrem Bruder, dem entlassenen Premierminister Thaksin Shinawatra (in der Mitte). Foto von Facebook of Yingluck.

Der Chef der Junta warnte und verbot Journalisten das Foto der beiden vorherigen Premierminister von Thailand, Thaksin Shinawatra and Yingluck Shinawatra, kuschelnd mit einem Panda, auf ihrem Besuch in China zu veröffentlichen, weil es eine “Gefahr für Thailand's nationale Sicherheit” darstelle. Das Foto wurde von einigen als Zeichen der politischen Unterstützung Pekings für demokratische Kräfte in Thailand gewertet.

7. Hunger Games im #DistrictThai

Anti Coup protesters raise their hands in a three finger salute as a symbol of struggle. Photo by Gonzalo Abad, Copyright @Demotix (6/1/2014)

Demonstranten gegen den Putsch heben ihre Hände im Drei-Finger Gruß als Symbol des Kampfes. Foto von Gonzalo Abad, Copyright @Demotix (6/1/2014)

Kurz nach dem Staatsstreich verwandten einige Demonstranten den Drei-Finger-Gruß, der durch den Film “Hunger Games” als Form des politischen Protests bekannt wurde. Als die Fortsetzung des Filmes weltweit ausgestrahlt wurde, organisierten thailändische Aktivisten online Kampagnen, um über das autoritäre politische System in ihrem Land aufzuklären. Sie inszenierten Demonstrationen vor den Kinos in großen Städten und forderten die Absetzung des Filmes in einigen Kinos Thailands.

Thailändische Armeeführer und der nun bestimmte Premierminister Prayut Chan-o-cha versprachen das Zivilrecht einzuführen und Wahlen durchzuführen – allerdings erst nachdem die Junta die politische Wahlreform eingeführt hat, um eine politische Stabilität im Land wiederherzustellen. In der Zwischenzeit werden thailändische Aktivisten weiter für das Ende der Militärdiktatur kämpfen.

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