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Israelische Netzbürger bejubeln Romneys Niederlage

Die israelischen Netzbürger verfolgten gespannt die Wahlen in den Vereinigten Staaten, viele von ihnen blieben sogar bis in die frühen Morgenstunden wach, um herauszufinden, welcher der beiden Kandidaten über die Schwelle von 270 Wahlmännerstimmen käme. Die israelische Szene der sozialen Medien und Blogwelt ist dominiert von Menschen, die eher linksorientiert sind. Deshalb hoffte man, dass Obama wiedergewählt werden würde. Liberale Israelis sind allgemein enttäuscht [en] von Obamas Untätigkeit bezüglich des Friedensprozesses und der Menschenrechtsverletzungen innerhalb Israels. Doch Romney wird als schlimmste der beiden Möglichkeiten angesehen. Netanyahu's indirekte Befürwortung [en] Romneys sowie seine konservative Haltung gegenüber den Rechten der Frauen [en], Rechten der Homosexuellen und sozialer Gleichberechtigung machten ihn ziemlich unbeliebt bei den israelischen Netzbürgern.

Sie reagierten auf Obamas Sieg meist im Bezug auf die israelische Politik – als Hieb für Netanyahu und Netanyahus und Romneys großzügigen Finanzier, den Milliardär Sheldon Adelson, dem auch die pro-Netanyahu Tageszeitung Israel Hayom gehört.

Der linke Blogger Kurt Tucholski postete [heb] auf Facebook:

הרשו לי לנבא את הכותרת של ישראל היום מחר: במירוץ לנשיאות ארצות הברית הגיע רומני למקום השני, אובמה הגיע למקום הלפני אחרון!

Lasst mich die morgige Schlagzeile der Israel Hayom vorhersagen: Im Kampf um die Präsidentschaft der USA kam Romney als Zweiter an, während Obama auf den vorletzten Platz kam!

Während diese lustige Vorhersage nicht wahr wurde, veröffentlichte die Zeitung tatsächlich einen Meinungskommentar [en] mit der Überschrift “Die USA wählte den Sozialismus” anknüpfend an den Sieg Obamas.

Asafsky Levy postete dieses Bild [en] Adelsons auf Facebook:

Der Text lautet: “Naja, wenigstens habe ich Bibi…”

Die feministische Bloggerin H. B. Hoffman beschrieb die generelle Stimmung der Israelis auf Twitter:

הפיד שטוף בשמחה לאיד וקריאות לאובמה להיכנס בנתניהו בכל הכוח, ואני רוצה להגיד שזה ממש לא יפה, שלא חיכיתם לי כדי שאוכל להצטרף. אובמה, כנס בו

@vandersister [heb]: Mein Feed ist voller Schadenfreude und Aufrufe an Obama, dass er Netanyahu einmal kräftig schlagen solle. Und ich möchte sagen, dass das wirklich nicht nett ist. Es ist nicht nett, dass ihr nicht auf mich gewartet habt, damit ich mitmachen kann. Komm schon, Obama, schlag ihn.

Der Journalist und Musiker Yuval Ben Ami postete [heb] auf Facebook:

לשלדון אדלסון נשפכו מאה מליון דולר לג'ורה. רק העובדה שזה גרושים בשבילו פוגמת לי בעונג השמחה לאיד.

Sheldon Adelson hat soeben 100 Millionen $ zum Fenster hinausgeworfen. Nur die Tatsache, dass es für ihn Kleingeld ist, verdirbt mir etwas die Schadenfreude.

Ouriel Daskal twitterte über Netanyahus gewagtes Unternehmen, Romney zu unterstützen:

איך ששלדון אדלסון, שעוסק בהימורים למחייה, וביבי, שעוסק כל היום בהימורים על החיים שלנו, נכשלו כל כך בגדול בהימור שלהם?

@odaskal [heb]: Wie kommt es, dass Sheldon Adelson, der mit Spekulationen seinen Lebensunterhalt verdient [er machte ein Vermögen durch den Bau von Kasinos] und Bibi [Netanyahu], der ständig mit unseren Leben spielt, sich so sehr mit ihrer Wette verschätzt haben?

Die israelischen Netzbürger freuten sich hämisch über das, was sie als Netanyahus Verlust ansehen:

Eyal Brave entwarf dieses Bild [heb], das auf Facebook groß die Runde machte:

“Benjamin, was geht? Sag mal, erinnerst du dich daran, wie du dich in die Präsidentschaftswahlen hier in den Vereinigten Staaten eingemischt hast und versucht hast, sie zu manipulieren?”
Netanyahu: “Ja. Warum?”
Obama: “Nur so.”

Der israelische linksorientierte Aktivist John Brown postete dieses Bild [heb]:

Der Text lautet: “Juhu, du Drecksau!”

Der israelische Meme-Künstler Amir Schiby entwarf dieses Bild [heb] als Antwort auf Netanyahus falsche Wette auf Romney:

Netanyahu: “All mein Geld auf Romney”. “Weißt du was? Meine Unterwäsche und Israel auch noch.”
Obama neben einem Haus mit den Schildern: “zwangsversteigert” und “zu verkaufen”: “Hast du nicht etwas vergessen?”

Shachar B. Cotani sprach die Hoffnung einiger Israelis aus, dass die baldigen Wahlen in Israel Netanyahus Niederlage bedeuten werden, indem er dieses weit verbreitete Bild [heb] erschuf:

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