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Internetkampagnen laden zum Besuch von Lateinamerika ein

Dieser Artikel wurde von Kerstin Küpper, Studierende des FTSK Germersheim, unter der Leitung von Dr. Eva Katrin Müller im Rahmen des Projektes „Global Voices“ übersetzt.

Die Lateinamerikaner sind sehr stolz auf ihre schöne und vielseitige Landschaft mit ihren Stränden, Wäldern und Bergen, und auf das Erbe, das die präkolumbischen Völker hinterlassen haben und das sich heute in Form von archäologischen Überresten über den gesamten Kontinent erstreckt, sowie auf die Verschmelzung von Bevölkerungsgruppen und Kulturen, die die modernen Städte Lateinamerikas prägen. Doch wenn dieser Teil der Erde so faszinierend ist, warum ist er dann nicht auch der meistbesuchte?

In den Statistiken über die meistbesuchten Länder des Jahres 2010 [es] wird als erstes lateinamerikanisches Land Mexiko auf dem zehnten Platz aufgeführt, gefolgt von Argentinien auf Platz 43. Bedenkt man außerdem noch, dass der erste Platz mit 77,3 Millionen Touristen von Frankreich belegt wird, während Mexiko seine Platzierung mit 22,6 Millionen und Argentinien seine mit 5,2 Millionen erreicht, zeigt dies bereits, das eigentlich nicht viele Menschen nach Lateinamerika reisen.

Betrachtet man die Statistiken jedoch aus historischer [es] Sicht, so hat der Tourismus in Lateinamerika zugenommen, zwar nicht massiv, aber ausreichend, damit die Regierungen dem Sektor nun größere Bedeutung beimessen. Einem Blogeintrag [es] des Internetradiosenders EnlaRedRadio zufolge birgt dieses Thema verschiedene Herausforderungen für den Großraum Lateinamerika:

Marco Antonio Serrato, director general de Educación Ejecutiva en el TEC de Monterrey en México, comenta que entre los temas que determinan el debate actual sobre el turismo en la región, destacan “el rol que la industria juega como motor del desarrollo económico y social en los países de América Latina; la puesta en valor de los activos, sean naturales, culturales, arqueológicos o humanos, con los que nuestros países cuentan para posicionar la actividad turística y las marcas país a nivel internacional; y la diversificación del turismo en variantes no solo de playa, sino de naturaleza, cultura, negocios, salud y congresos”.

Serrato añade que “el desarrollo de estrategias e infraestructuras que promuevan y faciliten un turismo sostenible y la mejora de servicios complementarios como los gastronómicos, telefonía móvil, renta de vehículos y hospitalarios, además de la profesionalización de los trabajadores que atienden a los usuarios, al igual que garantizar la seguridad de los turistas y reforzar la percepción de esta, son tareas que vienen aparejadas con los lineamientos de desarrollo más generales”.

Marco Antonio Serrato, Leiter des Weiterbildungsinstituts für Führungskräfte der Technischen Universität (TEC) in Monterrey, Mexiko, erläutert, dass aus den Themen, die die aktuelle Debatte zum Tourismus in Lateinamerika bestimmen, folgende besonders hervorstechen: „(…) die Rolle, die diese Industrie als Motor für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den lateinamerikanischen Ländern spielt, der richtige Einsatz der uns zur Verfügung stehenden natürlichen, kulturellen, archäologischen und personellen Ressourcen, um den Tourismus und die Ländermarken auf internationalem Niveau zu positionieren, sowie die Diversifizierung des Tourismus in verschiedene Sparten, damit nicht nur der Badetourismus, sondern auch der Natur-, Kultur-, Geschäfts-, Gesundheits- und Kongresstourismus weiterentwickelt werden.“

Serrato fügt hinzu, dass „folgende Aufgaben mit den wesentlichen Leitlinien für die Entwicklung einhergehen: Es müssen Strategien und Infrastrukturen entwickelt werden, die den nachhaltigen Tourismus fördern und unterstützen. Komplementäre Dienstleistungen wie Gastronomie, Mobilfunkdienste, Autoverleih, Unterkünfte sowie die Ausbildung der Beschäftigten in der Tourismusbranche müssen verbessert werden. Ebenso ist es wichtig, die Sicherheit der Touristen zu garantieren und dafür zu sorgen, dass diese Sicherheit von den Touristen auch stärker wahrgenommen wird.“

Jorge Gobbi, Autor bei Global Voices und Blogger mit Spezialisierung auf das Thema Tourismus, schrieb Anfang 2012 über diese Wachstumstendenz [es] im Bereich Tourismus in Lateinamerika in seinem Blog de Viajes [es]:

se pueden señalar al menos dos cosas. La primera, las cifras de crecimiento de las naciones sudamericanas se ubica entre el 8 al 14%, dos a tres veces más que la tasa de crecimiento mundial. Segundo, buena parte de ese crecimiento se está dando gracias al aumento del turismo regional. Lo que es una muy buena consecuencia de la mejor situación económica y del aumento del consumo en nuestros países.

Con esas perspectivas, es de esperar que para este 2012 los organismos de turismo sudamericanos se van a concentrar en incrementar su promoción en otros países de la región, sin apuntar tanto a América del Norte y Europa. Esperemos que 2012 sea la consolidación de una tendencia de crecimiento económico a mediano y largo plazo en América del Sur, ya que las perspectivas globales no parecen demasiado positivas.

(…) es sind mindestens zwei Tatsachen erkennbar. Erstens: Die Wachstumszahlen der südamerikanischen Länder betragen zwischen 8% und 14%, d. h. sie sind zwei- bis dreimal so hoch wie die weltweite Wachstumsrate. Zweitens: Ein großer Teil dieses Wachstums ist der Zunahme des Tourismus in der Region zuzuschreiben. Dies wiederum ist eine positive Folge der verbesserten Wirtschaftslage und des Konsumanstiegs in unseren Ländern.

Mit diesen Aussichten ist es wahrscheinlich, dass sich im Jahr 2012 die Akteure der südamerikanischen Tourismusindustrie darauf konzentrieren, ihre Werbemaßnahmen in anderen Ländern der Region zu erweitern und den Fokus nicht zu sehr auf Nordamerika und Europa zu richten. Es wäre wünschenswert, wenn das Jahr 2012 die Festigung einer mittel- und langfristigen Wachstumstendenz für die südamerikanische Wirtschaft erkennen ließe, denn die globalen Aussichten erscheinen nicht allzu positiv.

Aber welche Maßnahmen ergreifen die Regierungen oder die Unternehmer wirklich, um die Touristenströme in ihre Länder zu lenken? Neben den notwendigen Verbesserungen der Infrastruktur und der Professionalisierung des Dienstleistungssektors sind Werbekampagnen eine der weitverbreitetsten Strategien.

Zu den bekanntesten Kampagnen zur Stärkung des Tourismus zählt die von Kolumbien mit ihrem Slogan „Colombia, el riesgo es que te quieras quedar“ („Kolumbien – Das einzige Risiko ist, dass du bleiben willst.“), dem die Etablierung der Ländermarke „Colombia es pasión“ [es] („Kolumbien ist Leidenschaft“) vorausgegangen ist. Im Zuge dieser Kampagne wurde ein offizielles Tourismusportal eingerichtet und es wurden mehrere [es] Videos [es] zu Werbezwecken [es] produziert:

Auch das Nachbarland Venezuela versucht mithilfe der Initiative Venezuela Turismo Touristen anzulocken und wirbt dabei wie hier auf der Webseite Venezuela Tuya für viele interessante Reiseziele [es].

Ein weiteres Nachbarland Kolumbiens, Panama, hat vor kurzem seine Kampagne „Disfruta Panamá“ [es] („Genieße Panama“) gestartet, für die ein YouTube-Kanal und Facebook-Seiten auf Spanisch und Englisch sowie Twitter-Konten auf Spanisch und Englisch eingerichtet wurden. Daneben gibt es noch die Webseite Visit Panama [en].

Obwohl es eine länderübergreifende Kampagne [es] zur Stärkung des Tourismus im Mittelamerika-Raum gibt, setzen einige der mittelamerikanischen Länder auf eigene Kampagnen, wie im Fall von Guatemala mit „Corazón del Mundo Maya“ [es] („Herz der Maya-Welt“) oder Costa Rica mit „Sin Ingredientes Artificiales“ („Ohne künstliche Zutaten“).

Mexiko setzt gleich auf mehrere Kampagnen, von denen eine ähnlich wie die Guatemalas die antike Maya-Kultur hervorhebt: „Mundo Maya 2012“ [es] („Welt der Maya 2012“). Eine weitere ist „Visit Mexico“. Die mexikanische Regierung hat ein eigenes Ministerium für Tourismus, das einerseits die Entwicklung von Reisezielen und touristischen Aktivitäten unterstützt und andererseits bei Mexikanern und Ausländern für diese Reiseziele wirbt. Zudem koordiniert, entwirft und entwickelt die Mexikanische Tourismuskommission (ebenfalls von der Regierung initiiert) Strategien zur Förderung und Bekanntmachung der mexikanischen Tourismusziele im In- und Ausland.

Weiter südlich trifft man auf die Initiative „Chile es tuyo“ [es] („Chile gehört dir“), die sich hauptsächlich an einheimische Touristen richtet. Die argentinische Kampagne „Viajá por tu país“ [es] („Reise durch dein Land“) ist ähnlich angelegt. Aber in Argentinien findet man auch lokale Initiativen wie die der Tourismusbüros von Santa Cruz Patagonia [es] oder Mendoza [es]. Im Nachbarland Uruguay gibt es verschiedene Webseiten, die für den Tourismus in diesem Land werben, wie Club de Turistas [es], Viaje a Uruguay [es] und Turismo en Uruguay [es].

Im Rahmen der Etablierung der Ländermarke Peru [es] wurden verschiedene Kampagnen durchgeführt, wobei eine neue [es] gerade anläuft. Eine ältere Initiative, „Perú: Vive la leyenda“ („Peru: Lebe die Legende“), wurde letztes Jahr in Brasilien ausgezeichnet:

Anfang dieses Jahres hatte ich die Möglichkeit, mich in Lima mit dem bereits erwähnten argentinischen Journalisten Jorge Gobbi zu unterhalten und wir haben einen kleinen Podcast über den Tourismus in Lateinamerika aufgenommen:

Obwohl es sich hierbei nicht um eine umfangreiche Darstellung handelt, liefern Gobbis Ausführungen doch eine ungefähre Vorstellung davon, in welche Richtung sich das Thema Tourismusförderung in einer Region entwickelt, die sowohl einheimischen als auch ausländischen Touristen eine Vielzahl von Möglichkeiten bieten kann.

Vielen Dank an die lateinamerikanischen Kollegen von Global Voices für die Links und weiterführenden Informationen.
Originalartikel [es] im persönlichen Blog von Juan Arellano veröffentlicht.
Das kleine Bild von Machu Picchu stammt vom Flickr-Konto von Benjamin Dumas unter der Lizenz Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) (CC BY-NC-SA 2.0)

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