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Tadschikista: Ungerechte Verteilung des Wohlstands

In Tadschikistan ist ist es fast unmöglich profitabel zu arbeiten, wenn man sich alle Regeln und Vorschriften des Staats hält. Es wird gescherzt, der einfachste Weg, wohlhabend zu werden, ist es Regierungsbeamter zu werden, oder der Regierung nahe zu stehen. Vielleicht ist das wahr, und man wird so in gewisser Weise immun gegen die Überprüfungen, den Wettbewerb und die mögliche staatliche Verfolgung – je höher der Posten, desto mehr bekommt man. Neweurasia fasst eine Umfrage von Avesta News Agency über die reichen Tadschiken zusammen:

 Wenn man ein reicher Tadschike ist, bedeutet das entweder, man war früher Angestellter der Regierung (1), man ist es immer noch (2), man ist Geschäftsmann, der es vermeidet Steuern zu zahlen (3), man ist ein Unterhaltungs-Star (4) oder man schmuggelt Drogen (5). Wenn man reich ist und selbst nicht bei der Regierung arbeitet, muss man einen krisha haben (ein “Dach”, d.h. einen Patronen in der Regierung).

Der Bericht zeigt – und das ist auch relativ korrekt – dass man sogar Unterstützung aus der Regierung braucht, um ein Popstar zu werden. In einem anderen Artikel diskutiert neweurasia das Geschäftemachen in Tadschikistan:

Dein krisha kann ein Krimineller sein, ein hoher Beamter in der Regierung, vor allem in der Rechts-Vollstreckungsbehörde, oder ein früherer Warlord. Es ist besser, wen der krisha aus den Behörden kommen, weil die Kriminellen und früheren Warlords heute nicht mehr so einflussreich sind in Tadschikistan.

Trojvar redet [taj] über die Liste der reichsten Tadschiken:

Die Mitarbeiter der Regierung in Tadschikistan legen ihre Einkünfte nie offen, und behaupten, nur von ihren Gehältern zu leben – 200 USD im Monat, auch wenn das gar nicht reicht für ein Leben in der Hauptstadt. Ich frage mich: Warum sind die so wohlhabend, während ich zum Arbeiten nach Russland migrieren soll?

Um fair zu sein muss man zugeben, dass diejenigen, die jeweils Vorzüge genießen, ständig Gefahr laufen, ihr Geschäft zu verlieren, sobald der Besitz mal wieder innerhalb der Elite umverteilt wird; egal, wie mächtig der Patron heute ist: Man kann beides verlieren, Immunität und Besitz. Vergangene Woche wurde einer der erfolgreichsten tadschikischen Geschäftsmänner, Maruf Orifov, vom Obersten Gerichtshof zu 8,5 Jahren Haft verurteilt und sein Besitz beschlagnahmt, wegen angeblicher Bestechung und Steuerflucht. Er war Besitzer der größten Ladenkette in Dushanbe, “Orima”.

John Musarra beschreibt im Tajikistan Journal seine Erlebnisse beim Einkauf bei Orima, während Ravshan denkt [rus], das Urteil sei unangemessen hoch ausgefallen und werde das Investitionsklima im Land negativ beeinflussen. So oder so, viele Tadschiken vermuten, der Prozess war nicht mehr als die Attacke eines Kontrahenten, der das lukrativer Geschäft übernehmen möchte. Auch Tajeconomy glaubt [rus] das und führt aus:

Das ist der Kern der Intrige: Wer wird Orima privatisieren? Wenn der Prozess konstruiert wurde, um die “Orima”-Kette zu übernehmen, dann ist der nächste Besitzer (oder sein Patron) wohl der Drahtzieher des Verfahrens. Wenn das der Fall sein sollte: Wer hat so viel Macht und Mittel, um die Strafverfolgung zu manipulieren?

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