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Ägypten: YouTube sperrt Account von Aktivisten

Seit YouTube einige Videos gelöscht hat, in dem Polizisten Menschen foltern, braut sich in der ägyptischen Bloggosphäre etwas zusammen:

“Dies ist der bei weitem größte Schlag gegen die Foltergegner in Ägypten”, schreibt der preisgekrönte Wael Abbas, dessen Videos von Youtube entfernt wurden.

Folter in Ägypten (hochgeladen von fikrat) – Warnung: Das Video zeigt brutale Gewalt und könnte nicht für jeden Zuschauer geeignet sein.
Abbas erklärt weiter:

YouTube hat meinen privaten Account gesperrt, mit all den Videos von Demonstrationen und anderen Veranstaltungen und vor allem auch die Foltervideos aus dem Polizeirevier. YouTube gibt an, es hätte Beschwerden über meine Inhalte gegeben – ich bin geschockt und Versuche nun die Gründe nachzuvollziehen. Ich habe die um eine Erklärung gebeten, aber es ist offen, was passieren wird. Es könnte erfundene Beschwerden von der ägyptischen Regierung gegeben haben, vor allem nach der Inhaftierung Islam Nabihs, oder der Zusammenarbeit von YouTube mit dem ägyptischen Regime im Rahmen eines Handels – ins Besondere wo YouTube nun Google gehört. Es es ein Fehler gewesen, denn man korrigieren kann, oder arbeitet YouTube jetzt mit Diktatoren zusammen und unterstützt die Folter und die, die sie ausüben? Zum Schluss möchte ich sagen, dass dies nicht nur für mich eine große Katastrophe ist, sondern für alle Blogger, Leser und Aktivisten. Ich bitte euch, mir beizustehen.

Der Blogger Hossam Al Hamalawy hält das Löschen der Videos für “unglaublich“. Er fügt hinzu:

 YouTube hat soeben den vermutlich wichtigsten Channel der ägyptischen Blogosphäre gesperrt. Waels Videos haben eine zentrale Rolle gespielt im Kampf gegen die Brutalität der Polizei. YouTube sollte stolz sein, das die ägyptischen Folter-Aktivisten ihre Channels für den Kampf gegen Folter genutzt haben … aber stattdessen spielen die Admins Katz und Maus mit uns.

El Hamalawy schlägt vor, für den Kampf gegen Folter zu anderen Anbietern zu wechseln. Er schreibt:

 Im Moment ist es wichtig, dass wir die Videos auf verschiedene Seiten verstreuen. Die Antwort auf YouTubes Verhalten wird ein langsames Abwandern der Nutzer sein.

Mostafa Hussein kommentiert, dass YouTube seine rechte nicht überschritten habe:

Nun, YouTube gibt an, waelabbas verletze ihre Nutzungsbedingungen.

Wenn man die Nutzungsbedingungen mal unter die Lupe nimmt stellt man fest, dass sie recht haben. Die Inhalte solle die Richtlinien der Community einhalten. Diese sagen ganz deutlich, dass Gewaltdarstellungen nicht erlaubt sind. “Wenn Ihr Video zeigt, wie Menschen verletzt, angegriffen oder gedemütigt werden, laden Sie es nicht hoch.”

Das bedeutet, dass jedes Video, dass Staatsgewalt und Folter von Zivilisten zeigt entfernt werden könnte.

YouTube ist also ganz einfach nicht das richtige Werkzeug für die Aufgabe. Waelabbas und seine Mitstreiter sollten sich nach einer Seite mit anderen Bedingungen umsehen. Am besten eine Seite, die den Aktivisten freundlich gesonnen ist, ähnlich wie Indymedia.

Andere sind damit nicht zufrieden und The Big Pharaoh ruft zur Unterstützung auf, um gegen die Schließung von Abbas Account zu demonstrieren.

 Ich unterbreche meine Blogpause um euch zu bitten, YouTube E-Mails zu schreiben. Die haben Wael Abbas Account aus Gründen gesperrt, die keiner Nachvollziehen kann. […] Diese Videos sind die einzige Möglichkeit, die Geschehnisse in unseren Polizeirevieren aufzudecken – ohne sie werden die Schreie der Gefolterten ungehört bleiben. Ich verstehe wirklich nicht, wie YouTube zu dieser Entscheidung gekommen ist. Ich zähl auf euch.

Auch The Committee to Protect Bloggers äußert sich zu diesem Thema.

Geschrieben von Amira Al Hussaini.

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