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Russische Journalisten in Zentralafrikanischer Republik getötet

Orchan Dschemal (51), ein erfahrener Kriegsreporter aus Russland, wurde am 31. Juli 2018 in der Zentralafrikanischen Republik getötet. Screenshot von Echo of Moscow, YouTube.

In der Nacht vom 30. Juli 2018 wurden in der Zentralafrikanischen Republik an einem Kontrollpunkt außerhalb der Hauptstadt Bangui drei russische Journalisten getötet.

Orchan Dschemal, ein erfahrener Kriegsreporter, sowie seine beiden Kollegen, der preisgekrönte Filmemacher Alexander Rastorgujew und der Kameramann Kirill Radtschenko, wurden von unbekannten Angreifern an dem Checkpoint aus dem Hinterhalt erschossen.

Der Angriff ereignete sich inmitten eines anhaltenden Konflikts zwischen der Regierung des Landes und verschiedenen Rebellengruppen.

Der Tod der drei Journalisten wurde vom Investigation Control Center (TsUR, Tsentr Upravleniya Rassledovaniyami) bestätigt. Das Zentrum für investigative Berichterstattung wurde von dem früheren Ölmagnaten Michail Chodorkowski, der derzeit in London im Exil lebt, gegründet.

Laut Angaben der The Moscow Times unterstützte Russland die staatlichen Sicherheitskräfte der Zentralafrikanischen Republik in der Vergangenheit mit Waffen und stellte Ausbildungsteams zur Verfügung.

Dschemal, Rastorgujew und Radtschenko waren im Auftrag des TsUR in der Zentralafrikanischen Republik unterwegs und wollten nach Aussage des Zentrums einem Hinweis nachgehen, wonach sich eine Gruppe bewaffneter russischer Söldner in dem afrikanischen Land aufhalten könnte.

Die Existenz dieser bewaffneten Gruppe wurde bisher nicht offiziell bestätigt, obwohl zahlreiche journalistische Recherchen darauf hinweisen, dass sich die sogenannte „Wagner-Gruppe“ in Krisengebieten wie Syrien und der Ostukraine aufhält. Gegründet haben soll die Gruppe Jewgeni Prigoschin, der diese Vorwürfe allerdings immer wieder bestreitet. Prigoschin ist ein einflussreicher Unternehmer, der enge Verbindungen zu Wladimir Putin unterhält und von den USA wegen seiner angeblichen Einmischung in die US-Präsidentschaftswahlen 2016 mit Sanktionen belegt wurde. Auch diese Vorwürfe weist der Unternehmer von sich.

Die Medienschaffenden Dschemal, Rastorgujew und Radtschenko genossen hohes Ansehen unter ihren Kolleginnen und Kollegen. Orchan Dschemal war ein berühmter Kriegsreporter, dessen Karriere bereits in den frühen Jahren der unabhängigen Presse in Russland ihre Anfänge nahm. Alexander Rastorgujew wurde für seinen eindrücklichen Dokumentarfilm „Die Frist“ (Srok) aus dem Jahr 2013 über die gescheiterte Anti-Putin-Bewegung in Russland ausgezeichnet. Kirill Radtschenko war als Fernsehreporter in verschiedenen Kriegsgebieten, unter anderem in Syrien, tätig.

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