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Hunderte Österreicher und Deutsche heißen aus Ungarn anreisende Flüchtlinge willkommen

Vienna, Austria. 1 September 2015 -- A banner is held up by a group welcoming refugees arriving from Syria and Afghanistan at Vienna Railway Station where they plan to stay overnight en route to Germany. Photo by Martin Juen. Copyright Demotix

Wien, Österreich am 1. September 2015 – Ein Transparent wird von einer Gruppe gehalten, die Flüchtlinge willkommen heißt, die aus Syrien und Afghanistan am Bahnhof von Wien eintreffen. Hier werden sie eine Nacht verbringen, bevor sie weiter nach Deutschland reisen. Foto von Martin Juen. Copyright Demotix

Österreichische und deutsche Bürgerinnen und Bürger kamen zusammen, um tausende Flüchtlinge willkommen zu heißen, die am 1. September mit Zügen von der ungarischen Grenze eintrafen.

Am Abend zuvor hatte die ungarische Polizei am Bahnhof von Budapest den Flüchtlingen plötzlich gestattet, in die Züge in Richtung der Grenze nach Österreich einzusteigen. Zuvor waren die Flüchtlinge gezwungen worden, an den Bahnhöfen und in Übergangslagern in Ungarn zu bleiben.

Der Journalist Christoph Schattleitner beschreibt, wie am Bahnhof von Wien um 10 Uhr am Montagabend hunderte Menschen ankamen und Spenden bereithielten, die sie in den Supermärkten der Umgebung erworben hatten. Die Welle der Unterstützung durch Wasser, Lebensmittel und Hygieneartikel war überwältigend und einige Gleise mussten gesperrt werden. Schließlich baten die Behörden darum, weitere Spenden zu unterlassen.

Als die Menschen, die Berichten nach aus Afghanistan, Eritrea und Syrien geflohen sind, auf ihrem Weg nach Deutschland Wien erreichten, wurden sie mit Jubel und Applaus empfangen.

Voulunteers organize donations at the train station in Vienna. Picture by  Die Grünen Wienen.  Used with permission

Freiwillige organisieren Spenden auf dem Bahnhof von Wien. Foto von Die Grünen Wien. Verwendung genehmigt.

In München im Süden Deutschlands trafen am Dienstagmorgen 3.000 geflüchtete Menschen ein. Auch in Deutschland sammelten sich Bürgerinnen und Bürger am Bahnhof, um mit Spenden zu helfen und die erschöpften Flüchtlinge zu empfangen. Der Hashtag #trainofhope diente dazu, die Freiwilligen zu koordinieren, bekanntzugeben, an welchen Produkten Bedarf bestand und wie man sich bei der Hilfe beteiligen konnte.

Schließlich musste die Polizei in München die Menschen bitten, die Spendenflut zu stoppen:

Bitte bringt zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Waren. Die vorhandenen Spenden werden für die anwesenden und die heute noch kommenden Flüchtlinge ausreichen.

Andere Organisationen baten darum, dass Menschen ihre mobilen WLAN-Hotspots und Geschäfte in der Bahnhofshalle ihre Router für die ankommenden Flüchtlinge freigeben:

Menschen, die auf ihrer Flucht in Deutschland ankommen, waren bislang sehr auf das Entgegenkommen der Bürgerinnen und Bürger angewiesen, bis vor Kurzem die Regierung ihre eigenen Bemühungen intensivierte. Deutschland gab letzte Woche bekannt, dass alle syrischen Flüchtlingen bleiben und Asyl beantragen dürfen. Sie werden von nun an nicht mehr – wie es Verordnungen der Europäischen Union vorgeben – in das europäische Land zurückgeschickt, in dem sie das erste Mal registriert wurden.

Europa erlebt aufgrund der Konflikte in Syrien, Afghanistan und dem Irak und aufgrund der Gewalt und Instabilität an anderen Orten im Nahen Osten, Südasien und Afrika einen großen Zustrom von Menschen auf der Flucht. Gefährliche Überquerungen des Mittelmeers haben ebenfalls zugenommen. Bislang haben Länder, die an der Küste liegen, wie Griechenland oder Italien, eine überproportional hohe Anzahl von geflüchteten und asylsuchenden Menschen empfangen. Osteuropäische Länder dagegen wie Ungarn, die Slowakei, Tschechien und Polen haben sich bislang der Aufforderung widersetzt, Quoten einzuführen, nach denen asylsuchende Menschen unter den europäischen Mitgliedstaaten aufgeteilt werden.

Während sich die europäischen Staats- und Regierungsführer und -führerinnen darüber den Kopf zerbrechen, wie sie mit der Krise umgehen sollen, verlieren Menschen ihr Leben bei dem Versuch, auf dem Kontinent in Sicherheit zu kommen. Tausende Menschen sind auf dem Mittelmeer gestorben oder werden vermisst, so das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen. Ende August wurde auf dem Standstreifen einer österreichischen Autobahn ein Lastwagen mit den Leichen von 71 Menschen entdeckt. Die zuständigen Stellen sagen, dass die Opfer, von denen angenommen wird, dass es sich um Flüchtlinge handelt, erstickt sind.

Als sich diese Woche Flüchtlinge auf ihren Weg nach Deutschland machten, drückten viele Internetnutzerinnen und -nutzer ihre Dankbarkeit und Ehrfurcht vor der Welle an Solidarität unter den Deutschen, den Österreichern und Österreicherinnen aus:

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