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Indien beklagt mittlerweile die weltweit fünfthöchste Zahl an Hitzetoten

Indian people walk at holy sangam during duststorm in a hot day in Allahabad. Image by Ritesh Shukla. Copyright Demotix (28/5/2015)

Inder am heiligen Zusammenfluss Sangam in Allahabad während eines Sandsturmes. Bild: Ritesh Shukla. Copyright Demotix (28/5/2015)

Das Original dieser Übersetzung erschien bereits am 7. Juni 2015.

Die Hitze ist ein in großen Teilen Indiens zur Sommerzeit jährlich immer wiederkehrendes Phänomen, aber die jüngste Hitzewelle hat landesweit über 2.300 Menschen das Leben gekostet und wird somit als eine der fünf schlimmsten weltweit gehandelt.

Vor allem in den Bundesstaaten im Osten des Landes, in Andhra Pradesh und Telangana, sind viele Menschen dazu gezwungen, in ihren Behausungen zu bleiben. Am schlimmsten sind die Menschen von den steigenden Temperaturen betroffen, die sich vor der Hitze nicht in Sicherheit bringen können. Behörden zufolge fielen vor allem Bauarbeiter, ältere Menschen und Obdachlose durch Hitzeschlag oder Dehydrierung der Hitze zum Opfer.

In Andhra Pradesh und Telangana stiegen die Temperaturen auf bis zu 47 Grad an. Als Reaktion auf die Hitzewelle rief die Regierung von Andhra Pradesh eine Kampagne zur Vermeidung von Hitzeschlägen ins Leben, mit der sie die Bewohner dazu aufrief, in ihren Behausungen zu bleiben, viel Wasser zu trinken, Sonnenschirme zu benutzen und Kopf und Körper bedeckt zu halten.

Laut der Webseite der Nationalen Katastrophenschutzbehörde (NDMA) wird das Land aufgrund des globalen Klimawandels immer häufiger von extremen Hitzewellen heimgesucht.

Bei Twitter und vielen anderen Nachrichtenmedien wurde die Zahl der Toten kommentiert, jedoch nicht die Tatsache, dass viele der Opfer keine Möglichkeit hatten, der Hitze zu entkommen. Obwohl dieses von der Hindustan Times veröffentlichte Video mehrfach retweetet und weltweit verbreitet wurde, konnte Global Voices seine Echtheit nicht bestätigen.

Diese Straße in Delhi schmolz aufgrund der sengenden Hitze.

Einige wiesen auf die positive Seite hin, dass sich die Menschen gegenseitig und sogar Tieren halfen:

In diesen harten Zeiten der extremen Hitze, hier einmal ein schönes Foto…

Andere fragen sich, ob dies alles Vorzeichen der Zukunft sind:

Globale Erwärmung und Überbevölkerung. In Indien steigen die Temperaturen und die Anzahl der Toten. Ist dies ein Ausblick in die Zukunft?

Andere hingegen beschuldigten die Regierung.

Hier ist mein Artikel über die Hitzewelle.

Den Medien wurde vorgeworfen, dem Thema nicht genügend Bedeutung beizumessen:

Ginge es in Andhra Pradesh um Überschwemmungen oder ein Erdbeben, wäre es ein Trendthema. Dann würden die Leute sagen: “Oh Gott, 2.000 Tote, haltet durch, wir beten für euch…”.

Die meisten Opfer in Andhra Pradesh und Telengana waren Bauarbeiter, die auch noch unter Höchsttemperaturen weiter arbeiteten. Richard Mahapatra schlug bei youth news und auf der Webseite von Youth Ki Awaaz vor, wie Telangana und Andhra Pradesh sich das Vorgehen des Bundesstaates Odisha zur Vermeidung von Hitzeschlägen zum Vorbild nehmen könnten:

After the heavy casualties in 1998, the Odisha government treats it as a disaster on the scale of cyclone or flood.

By February-end, the government starts the preparation for fighting heat wave with a single objective in mind: no human casualty. Schools and colleges shift to early morning sessions. They open at 6.30am and end by 12 noon.

Government offices also follow the same timings. Examinations are held by March. Public transport does not operate between 12 noon and 3.30pm. Public wage programmes like, MGNREGA is halted from 11.30am to 3.30pm.

Nach der schweren Hitze von 1998 stuft die Regierung von Odisha diese Naturkatastrophe auf demselben Level ein wie einen Zyklon oder eine Flut.

Ab Ende Februar beginnt die Regierung mit den Vorbereitungen für die Hitzewelle und hat dabei nur ein Ziel: Keine Todesopfer. In Schulen und Universitäten wird nur noch am Vormittag unterrichtet. Beginn ist um 6 Uhr 30 und Ende um 12 Uhr.

Regierungsbüros haben dieselben Öffnungszeiten. Prüfungen finden im März statt. Die öffentlichen Verkehrsmittel unterbrechen ihren Betrieb zwischen 12 und 15 Uhr 30. Löhne im Rahmen von Beschäftigungsprogrammen wie MGNREGA werden nur für Arbeiten gezahlt, die nicht zwischen 11 Uhr 30 und 15 Uhr 30 verrichtet werden.

An Naga youth jump into the water to cool off beside a small stream on a hot summer day in the outskirt of Dimapur, Nagaland, India. Image by Caisii Mao. Copyright Demotix (23/5/2015)

Ein Jugendlicher der Ethnie Naga kühlt sich in einem Bach nahe der Stadt Dimapur, im Bundesstaat Nagaland ab. Foto: Caisii Mao. Copyright Demotix (23/5/2015)

Eine bei Nature Climate Change veröffentlichte Studie zeigte, dass die ansteigenden Temperaturen bereits jetzt Indiens Arbeitskapazitäten einschränkten. Eine andere Studie zeigt, dass die Hitze zukünftig “immer öfter” für die über 250 Millionen Landarbeiter den Tod bedeuten wird.

Strom und Klimaanlagen werden immer wichtiger werden. 2014 nahm der Premierminister Narendra Modi die allgemeine Stromversorgung für das Jahr 2019 in sein Wahlprogramm auf. Der Aufstieg der Mittelklasse und der Klimawandel haben bereits dieses Jahr die Nachfrage nach Klimaanlagen um 20 Prozent gesteigert.

Wie in Zukunft die Weltgemeinschaft Naturkatastrophen vorbeugen und sich auf diese vorbereiten kann, ist weiterhin offen. Glücklicherweise hat bereits in Kerala der Monsun eingesetzt, der bald über das ganze Land hinwegziehen wird.

Wenn der Monsunwind dreht und man an der südlichsten Spitze der Küste Keralas steht, kann man solch ein Naturschauspiel beobachten.

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