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Jemen: Politische Pläne vermehren sich, weitere Demonstranten getötet

Dieser Beitrag ist Teil unserer Sonderberichterstattung: Yemen Protests 2011.

Die Sicherheitskräfte des Jemen haben wieder mit scharfen Waffen geschossen und Demonstranten der Opposition getötet. Gleichzeitig versuchen Politiker und Protester hinter den Kulissen den wachsenden Stillstand aufzulösen, nachdem bald ein Monat mit Demonstrationen gegen die Regierung vergangen ist.

In Harf Sufyan wurden mindestens vier Demonstranten getötet als die Soldaten ihre Waffen auf die regierungsfeindlichen Demonstranten richteten, die sich für die Freitagsgebete versammelt hatten. Diese Gegend ist für ihre Unterstützung der Houthi Rebellen, bekannt, die nach einem fünfjährigen Krieg in 2009 einen Friedensvertrag mit der Regierung unterzeichneten. Der Houthi Anführer Abdel Malek al Houthi unterstützt die im ganzen Land stattfindenden Proteste gegen Präsident Ali Abdullah Saleh that have taken place throughout the country. Amnesty International sagt bis zum Freitag, 4. März seien seit Beginn der Demonstrationen Mitte Februar geschätzte 27 Demonstrationen getötet worden.


Foto eines Demonstranten im Taiz-Bezirk mit dem Wort “Geh” in seinen Haaren, von@AlaaIsam.

Sobald die Nachrichten über die neuen Todesfälle zu zirkulieren begannen, reagierten die Tweets:

@maguiremc: Tut die #UN auch etwas im #Yemen?? Kann nicht ruhig bleiben, nachdem Regierung Demonstranten in der nördlichen Region bombardiert.

@noora888: Der Druck auf #Yemen Präsident Ali Abdualla Saleh steigt, nachdem mehr als 100.000 Menschen einschließlich 2 große Stammesführer seinen Rücktritt gefordert haben.

@ArabsUnite: 22 Tote und 122 Verletzte bis jetzt in #Aden alleine und #alisaleh hat die Nerven Reden zu halten … #yemen #yf #aden #south

Demonstrationen
Die Demonstranten behaupten, Saleh habe den Kontakt zu den Menschen verloren – besonders im südlichen Teil des Landes – und die Wirtschaft in dieser Öl-produzierenden Nation verschlechtert sich. Tausende von Demonstranten versammeln sich routinemäßig auch in Sanaa, um den Präsidenten zu unterstützen, dessen Sturz, so sagen sie, den Jemen zurück in die Instabilität führen könnte, die Angriffe von Al-Quaida vermehren und vielleicht zur Trennung der früheren unabhängigen südlichen Provinzen führen könnte.

In anderen Teiles des Landes fanden auch Freitag-Proteste statt, aber es wurde von keinen Gewalttätigkeiten berichtet.

Hier ist ein Video von einem Demonstranten, wie er ein großes Foto von Präsident Saleh im Mansoorah Bezirk im Jemen durchschneidet.

Hier ist ein Video von den Freitag-Demonstrationen in Maalla.

Duellierende Friedens-Pläne
Um einige der Forderungen der Opposition zu erfüllen, erklärte Saleh, er würde nach den Präsidentschaftswahlen in 2013 zurücktreten. Und in dieser Woche hat der Präsident Gespräche mit Demonstranten und Oppositionsparteien angekündigt. Die Vorschläge verlangen(unter anderem) alle Formen öffentlichen Widerspruchs zu beenden, eine nationale Regierung der Versöhnung zu schaffen und das Parlament zu zwingen, eine Reihe neuer Wahlgesetze zu genehmigen. Die Oppositionsgruppen des Jemen wiesen die Vorschläge des Präsidenten mit der Behauptung zurück, sie seien nur Verzögerungstaktiken seitens der Regierung.

Der Präsident wies seinerseits einen Plan ab der von einigen Oppositionsgruppen vorgetragen wurde, die ein Recht auf Proteste forderten, die Untersuchung über die Gewalttaten gegen Demonstranten zu veranlassen und noch in diesem Jahr einen Zeitplan für einen Machtwechsel aufzustellen.

Das Jemen-Friedens-Projekt veröffentlichte eine Analyse der Pläne der Demonstranten von einem in Sanaa lebenden “anonymen Gelehrten”:

Es gibt zwei Merkwürdigkeiten, die in Bezug auf die fünf Punkte sehr interessant sind. Eins, was fehlt. Keiner dieser Punkte verlangt die Entfernung von Salehs Familienangehörigen aus Regierungspositionen. Das war eine der Hauptforderungen der Demonstranten von Sanaa bis Taiz und Aden. Zweitens nennt die Gruppe politische Akteure innerhalb und außerhalb des Jemen, was eindeutig auf südliche Exil-Führer hinweist. Präsident Saleh hat oft erwähnt, dass sie im Jemen willkommen sind und in den nationalen Dialogprozess eingebunden würden, doch glauben wenige Menschen im Jemen, dass es für al-Attas, al-Baidh oder Ali Nasser eine Rolle geben würde, ganz abgesehen von ihrer Sicherheit.

Bei Twitter gabe es ebenfalls Reaktionen auf die sich kreuzenden politischen Pläne und die Stimmung im Lande.

@YemenPeaceNews:
Al-Zindani's neuer 8-Punkte-Plan fordert eine Regierung der nationalen Einheit, Ende der öffentlichen Proteste. Ein totaler Non-Starter für die Jugend. http://bit.ly/hvyJk2 #Yemen #yf

@JNovak_Yemen: Saada, Amran, von der al Jawf Organisation bekräftigt die Solidarität in der Bewegung zum Sturz von #Saleh | Befreiungsarmeen: http://bit.ly/gSlaVo #Yemen

@peteskelley: Keine Erwähnung von Salehs Rücktritt oder der Wahl nur einer Einheit-Regierung – nicht sicher, ob dies die Angelegenheit vorwärts http://is.gd/uv49di

@snuraddin: Ich bin begeistert davon, wie die #Menschen des #Jemen über das was im Sinne von #Kreativität, #Verantwortung und #Identität vor sich geht, schreiben und kommentieren

@haroonmihtar: Ich habe das Gefühl, irgendetwas wird im #Jemen passieren, es gibt keine Dollar mehr in den Wechselstuben.

@Abou_3ali: Was auch immer nach dieser Revolution passiert, etwas Bedeutendes hat sich bereits verändert: Die Menschen haben keine Angst mehr über das zu sprechen, was sie denken!! #yemen #yf

Dieser Beitrag ist Teil unserer Sonderberichterstattung:Yemen Protests 2011.

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