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Saudi Arabien: Freiheit für Fouad – Update

FreeFouad

Der führende saudische Blogger Fouad Alfarha, der am 10. Dezember in Jeddah inhaftiert wurde, weil er auf seinem beliebtem Blog alfarhan.org von seiner Meinungsfreiheit Gebrauch machte, hat wenige Tage vor seiner Festnahme einen Brief an seinen Freund geschrieben:

 Ich habe gehört, dass ein hochrangiger beamter des Innenministeriums angeordnet hat, mich zu überprüfen. Sie werden mich irgendwann in den nächsten zwei Wochen mitnehmen.

Es geht darum, dass ich über die politischen Gefangenen in Saudi Arabien geschrieben hat, und man glaubt, dass ich sie mit einer Kampagne unterstützen wollte. Ich habe lediglich ein paar Artikel geschrieben, Buttons auf meine Seite gestellt – und andere aufgefordert, es mir gleich zu tun. Er forderte mich auf, eine Entschuldigung zu unterschreiben. Ich weiß nicht, ob ich dazu breit bin. Wofür entschuldigen? Dafür, dass ich es eine Lüge nenne, wenn die Regierung diesen Menschen Unterstützung von Terrorismus vorwerfen?

Schlimmstenfalls werde ich drei Tage inhaftiert, bis wir einen positiven Kommentar schreiben gehen können.

Vielleicht kommt es nicht bis zu Haft, und ein Entschuldigungsbrief reicht aus. Aber wenn es mehr als drei Tage werden, ist es aus. Ich will nicht im Gefängnis vergessen werden.

Seine Frau gab in unserem Gespräch mit ihr an, die Haft sei direkt mit seinen Blog-Aktivitäten verbunden. Er könnte für einen Monat in Untersuchungshaft bleiben. Nach dem Ablauf dieser Frist kann seine Familie ihn besuchen und wird über seinen Fall und die möglichen Vorwürfe informiert. Derzeit wird Foua ohne Anklage oder Verfahren in der Zentrale des Sicherheitsdienstes des Innenministeriums (al-Mabahith al-‘Amma) in Jeddah festgehalten. Er war in seinem Büro festgenommen worden und wurde dann von der Polizei nach Hause begleitet, wo sein Laptop beschlagnahmt wurde.

Fouad hat nicht zum ersten Mal Probleme mit den saudischen Behörden. Letztes jahr war er von Polizisten in Zivil befragt worden und wurde gezwungen, sein Blog abzuschalten. Nach einigen Monaten entschloss er sich, weiter zu bloggen.

Mehrer Blogger und Aktivisten organisieren online ein Free Fouad-Kampagne. Die Unterstützergruppe bei Facebook hat bislang 295 Mitglieder.

In einer Stellungsnahme vom 24.12.2007 verurteilte das Arabische Netzwerk für Informationen über Menschenrechte die “nicht gerechtfertigte Festnahme” des Bloggers Fouad Alfarhan und drängt die Regierung, die Gründe für die Festnahme zu nennen.  “Wenn die Regierung einen jungen Mann festnehm, der sich mit reifer Sprache gegen Terrorismus ausspricht und Reformen verlangt, ist das ein ernstes Anzeichen für den Einfluss der Fanatiker und der Feinde der Redefreiheit und der Reformen in Saudi Arabien”, sagt der Geschäftsführer des Netzwerkes, Mr. Gamal.

Geschrieben von Sami Ben Ghania.

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