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Venezuela: Luis Carlos Díaz wird wegen “Anstiftung zu Verbechen” angeklagt und vorerst entlassen

Kurz nach seiner Freilassung: Luis Carlos Díaz (rechts im Bild) und Marco Ruiz von der Pressegewerkschaft SNTP (links im Bild). Screenshot eines Videos, das von SNTP hochgeladen wurde.

Gegen Mitternacht des 12. März in Caracas bestätigte die Pressegewerkschaft Venezuelas, die SNTP (kurz für Sindicato Nacional de Trabajadores de la Prensa), dass der Journalist und Menschenrechtsaktivist Luis Carlos Díaz nach rund 24 Stunden in Gewahrsam von den venezolanischen Behörden freigelassen wurde.

Er wurde der „Anstiftung zu Verbrechen“ (im Original: instigación a delinquir) angeklagt und nur unter strikten Auflagen entlassen: Alle acht Tage muss er sich bei dem Geheimdienst SEBIN melden und darf Venezuela nicht verlassen. Zusätzlich ist es ihm untersagt, über seine Zeit in Gewahrsam zu reden.

Der 34-jährige Journalist verschwand am Abend des 11. März plötzlich. Mit angelegten Handschellen brachten ihn Agenten der Staatssicherheit am darauffolgenden Tag um 02.30 Uhr zu seiner Wohnung. Sie durchsuchten sein Zuhause, wo er gemeinsam mit seiner Frau lebt, und beschlagnahmten mehrere elektronische Geräte, bevor sie Díaz wieder mit sich nahmen.

Einige Stunden später versammelten sich zahlreiche Demonstranten vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft aus Solidariät mit Díaz und seiner Frau Naky Soto, die ebenfalls eine bekannte politische Analystin und Aktivistin ist.

Demonstranten vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft, die Díaz’ Freilassung verlangen. Schildaufschrift: „Verteidigen, informieren und seine Meinung äußern sind Menschenrechte“. Foto auf Twitter geteilt.

Seit dem frühen Morgen des 12. März wurde das Internet von Medienfreiheits- und Menschenrechtsnetzwerken aus aller Welt mit Nachrichten überschwemmt, die seine Freilassung forderten. Der Hashtag #DondeEstaLuisCarlos (Wo ist Luis Carlos?) wurde zu #LiberenALuisCarlos (Freiheit für Luis Carlos), der schnell zum Nummer-Eins-Trend der venezolanischen Twitter-Sphäre wurde und auch weltweit zu den Top-Trends auf Twitter gehörte.

Nach seiner Freilassung schickte Díaz über den Twitter-Account seiner Frau eine Nachricht an seine Kollegen, um sich für deren Unterstützung zu bedanken:

Letztlich wusste ich bereits, dass ich gute Freunde habe, fragte mich aber die ganze Zeit: Wie können sie sich miteinander in Verbindung setzen?

Ich hätte mir dieses Ergebnis niemals vorstellen können. Seit Stunden bin ich schon am lesen und bin immer noch nicht fertig. Ich danke euch.

Luis Carlos ist ein langjähriges und hochgeschätztes Mitglied der Global Voices-Community. Inmitten der anhaltenden Krise in Venezuela kämpft er seit über einem Jahrzehnt für Meinungsfreiheit und versucht mithilfe von digitalen Netzwerken, den Zugang zu Informationen für die Öffentlichkeit aufrechtzuerhalten. Gemeinsam mit Naky Soto moderiert er ein äußerst beliebtes Videoprogramm (erst auf YouTube und aktuell auf Patreon), in dem sie politische sowie humorvolle Beiträge übertragen.

Des Weiteren ist Luis Carlos vor allem für seine Scharfsinnigkeit, Kooperationsbereitschaft und Mentorenarbeit bekannt sowie für seine einzigartige Fähigkeit, das komplexe Feld der digitalen Kommunikation in Venezuela zu verstehen und zu erklären.

Wir bei Global Voices sind immens erleichtert, dass unser Kollege wieder in Sicherheit und bei seiner Familie ist. Seinen Fall und dessen Entwicklungen werden wir selbstverständlich weiterverfolgen.

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