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Die Gelbwestenbewegung in Frankreich: Was steht auf dem Spiel?

Gelbwesten protestieren am 8. Dezember 2018 auf dem Place de la Bastille in Paris. Bild von Actualités auf Flickr-CC-NC-20.

Die Bewegung der Gelbwesten (auf Französisch, Gilets Jaunes) begann im Oktober 2018, lange vor dem Aufruf zur Mobilisierung am 17. November. Was viele für einen einfachen Protest hielten, wurde zwei Monate lang fortgesetzt. Die Enttäuschung über die Treibstoffpreise löste den Protest aus, der sich dann zu einem Kampf gegen die Ungleichheit in der französischen Gesellschaft weiterentwickelte. Vor Kurzem fragten sich französische Beamte, ob russische politische Gruppen mit der Absicht Europa zu schwächen, die Bewegung gezielt mit einer Welle von Fehlinformationen beeinflusst hatte.

Global Voices bat Yannick Sourigues und Juke Carolina, sich über die Bedeutung der Gelbwestenbewegung zu äußern. Sourigues, ein Laboringenieur in Paris, ist seit Oktober aktiv an der Bewegung beteiligt. Juke, eine Beraterin in Ardennes (im Nordosten von Frankreich) und Mitwirkende bei Global Voices, verfolgt die Bewegung bereits von Anfang an aufmerksam.

Global Voices (GV): Die Bewegung der Gelbwesten will unpolitisch sein. Was war am Anfang das Ziel und was sind die Ziele der aktuellen Verhandlungsperiode?

Carolina Juke (CJ): Since the beginning, despite their claim, I feel that the Gilet Jaunes movement is prone to a certain political lenience. The inclination is inevitable to a movement that brands itself “popular” or “of the people”. Having to live in a small French town, in a region often called “region sinistrée,” I could sincerely feel a genuine despair of the population. For example, the hard working farming community and blue collar families have been traditionally under-represented and misrepresented. They have been fending themselves without the interference of … the central government … up to the point that they're bursting at the seam. Lack of opportunities and proper attention have shoved the community into bankruptcy, unemployment, suicides.

Carolina Juke (CJ): Ich denke, dass die Gilet Jaunes-Bewegung, trotz ihrer Behauptung, von Anfang an zu einer gewissen politischen Nachgiebigkeit neigt. Die Neigung ist unvermeidlich für eine Bewegung, die sich als „populär“ oder „volksnah“ bezeichnet. Ich lebe in einer französischen Kleinstadt, in einer Region, die oft als „région sinistrée“ (Notstandsgebiet) bezeichnet wird. Ich konnte aufrichtig eine echte Verzweiflung der Bevölkerung spüren. Beispielsweise sind die hart arbeitenden Bauern- und Arbeiterfamilien traditionell unterrepräsentiert und werden falsch dargestellt. Sie haben sich bisher ohne Einmischung von … der Zentralregierung … selbst vesorgt, sodass sie nun mit ihrer Kraft am Ende sind. Mangelnde Chancen und angemessene Aufmerksamkeit haben die Gemeinschaft in den Konkurs, Arbeitslosigkeit und Selbstmord getrieben.

Yannick Sourigues (YS): Ce mouvement a démarré suite aux augmentations successives des prix des carburants. Des citoyens (Priscillia Ludosky, Eric Drouet, Jacline Mouraud…) ont appelé à manifester et à signer des pétitions sur les réseaux sociaux, et les gilets jaunes (GJ) sont maintenant dans la rue depuis le 17 novembre. Mais les revendications de beaucoup vont bien au-delà du simple problème du pouvoir d’achat. Le mouvement est bien plus profond que ça. Les GJ veulent que les inégalités sociales qui durent depuis des décennies (et même plus) cessent, et avoir plus de contrôle sur leur vie, en mettant en place notamment un référendum d’initiative populaire.

Yannick Sourigues (YS): Diese Protestbewegung begann aufgrund des aufeinanderfolgenden Anstiegs der Treibstoffpreise. Einige Bürger (Priscillia Ludosky, Eric Drouet, Jacline Mouraud…) riefen zu Protesten auf und unterzeichneten Petitionen in sozialen Netzwerken. Seit dem 17. November sind die Gelbwesten auf der Straße. Die Ansprüche gehen jedoch weit über die Frage der Kaufkraft hinaus. Die Bewegung geht viel tiefer als das. Sie wollen, dass die sozialen Ungleichheiten der letzten Jahrzehnte (und mehr) aufhören, und mehr Kontrolle über ihr Leben erhalten, indem sie ein Referendum, das auf populärer Initiative beruht, abhalten.

Protest der Gelbwesten an einem Kreisverkehr in der Stadt Vesoul, Frankreich. Foto von Obier – CC-BY-4.0.

GV: Was ist Ihrer Meinung nach der Hauptgrund für die Frustration? Halten Sie die Position der Regierung für gerechtfertigt?

CJ: I keep hearing that people said that the movement was triggered by the ras-le-bol (tiredness) in general, how people are fed up being the cash cows for the government while being a part of lower-middle class — the government favors the rich in every way. The reason is very vague, but I believe that, in general, the current administration has failed to deliver its campaign promises. On the environment, for example. To be able to count on an idealist such as Nicolas Hulot, who has been rejecting ministerial positions in the past, is quite an accomplishment for the administration, but for some reason, Hulot and a few others resigned from their posts, leaving us to question what kind of dynamics are happening in the Elysée [Palace]. Undelivered campaign promises aren't something new in France, we see also [it] in previous administrations. However, today's populism, regardless of left or right leanings, detonated the ticking social bomb. When the president addressed the nation after the waves of protests, it was a ‘much adoed’ thing. His address managed to pacify slightly the movement who needed to be acknowledged by the head of state. However, I don't believe that the movement will stop.

CJ: Ich höre immer wieder, dass die Leute sagten, die Bewegung sei allgemein durch die „ras-le-bol“ (Müdigkeit) ausgelöst worden, und dass die Menschen es satt haben, die Goldesel der Regierung zu sein, obwohl sie der unteren Mittelschicht angehören – die Regierung bevorzugt die Reichen in jeder Hinsicht. Der Grund ist sehr vage, aber ich glaube, dass die derzeitige Regierung ihre Wahlversprechen nicht eingehalten hat. Zum Beispiel was die Umwelt betrifft. Auf einen Idealisten wie Nicolas Hulot zählen zu können, der in der Vergangenheit Ministerpositionen abgelehnt hat, ist für die Verwaltung eine ziemliche Leistung, aber aus irgendeinem Grund haben Hulot und einige andere ihre Ämter niedergelegt, sodass nun wir hinterfragen müssen, welche Art von Dynamik im Elysée-Palast vorherrscht. Nicht eingehaltene Wahlversprechen sind in Frankreich nichts Neues, wir sehen es auch bei früheren Regierugsverwaltungen. Der heutige Populismus, unabhängig von links oder rechts, ließ jedoch die tickende soziale Bombe explodieren. Als sich der Präsident nach den Protestwellen an die Nation wandte, war es eine „viel Lärm um nichts“ Sache. Durch seine Ansprache beruhigte sich die Bewegung ein wenig, die vom Staatsoberhaupt anerkannt werden musste. Ich glaube jedoch nicht, dass die Bewegung aufhören wird.

YS: En fait, les gens en ont marre de devoir travailler toute leur vie pour une misère, alors qu’ils voient une élite gagner des millions ou des milliards si facilement et être exemptée d’impôts par les gouvernements. Mais la plupart des Français ne sont pas fainéants, ne sont absolument pas jaloux et ne veulent pas être milliardaires.  Ils veulent tout simplement vivre, et non survivre. Nous vivons malheureusement dans un monde fou où l’argent est roi, et où on nous a toujours appris qu’il fallait avoir un emploi pour vivre, quitte à justifier les pires actes. La position du gouvernement n’est pas justifiable du tout pour moi. Un président méprisant, qui refuse de parler à son peuple, qui propose aux forces de l’ordre une prime de fin d’année pour contrôler ses citoyens, ou qui ose opposer GJ et écologie (alors que son bilan actuel sur l'écologie est loin d'être favorable), est clairement totalement déconnecté de son peuple. Même dans son discours du 11 décembre, on aurait dit que le président était une machine sans émotion. Comme beaucoup d’autres GJ, je pense qu’il est indispensable de changer le système actuel qui nous conduit à détruire la Nature, et donc nous conduit à notre perte.

YS: Grundsätzlich sind die Menschen müde, ihr ganzes Leben lang im Elend zu arbeiten, während eine Elite so leicht Millionen oder Milliarden einstreicht und durch die Regierung von der Steuer befreit wird. Aber die meisten Franzosen sind nicht faul, absolut nicht eifersüchtig und wollen nicht einmal Milliardäre sein. Sie wollen lediglich leben, nicht nur überleben. Leider leben wir in einer verrückten Welt, in der Geld regiert und in der uns immer vermittelt wurde, dass wir zum Leben einen Job brauchen, selbst wenn dies bedeutet, die schlimmsten Taten zu begehen. Die Position der Regierung kann überhaupt nicht gerechtfertigt werden. Ein verachtender Präsident, der sich weigert, mit seinem Volk zu sprechen, und der der Polizei am Jahresende einen Bonus zur Verfügung stellt, damit diese seine Bürger kontrolliert, oder der es wagt, sich gegen die Gelbwesten und die Ökologie zu widersetzen (obwohl seine Aussage über die ökologischen Auswirkungen zum Jahresende eindeutig weit davon entfernt ist, gesund zu sein) zeigt deutlich, wie gross die Kluft zwischen ihm und seinem eigenen Volk ist. Selbst in seiner Rede am 11. Dezember wirkte er wie eine leere Maschine ohne jegliche Emotionen. Wie viele andere Gelbwesten denke ich, dass es dringend notwendig ist, das gegenwärtige System zu ändern, das uns dazu bringt, die Natur zu zerstören und somit zu unserem eigenen Fall führt.

GV: Die Bewegung existiert nun seit einigen Wochen. Was wäre jetzt eine akzeptable Lösung für die Gelbwesten und für die Regierung?

CJ: We're now at the fifth week of street protests and the government is holding a meeting with representatives of the movement. This is a good start. Last Monday, the president spoke about how the administration wants to remedy the “economic and social emergency.” The question now is the deliverables and timeline. Only time will tell.

CJ: Wir befinden uns jetzt in der fünften Woche der Straßenproteste und die Regierung hält ein Treffen mit Vertretern der Bewegung ab. Das ist ein guter Anfang. Am vergangenen Montag sprach der Präsident darüber, wie die Regierung den „wirtschaftlichen und sozialen Notfall“ beheben will. Die Frage ist nun, welche Ergebnisse und in welchem Zeitrahmen. Es bleibt uns nur abzuwarten.

YS: Honnêtement, je ne sais pas. Une augmentation significative du pouvoir d’achat sera peut-être suffisante pour certains, mais d’autres, dont moi, veulent surtout que le peuple reprenne la main sur son destin. Un changement radical du système est nécessaire. J’ai participé au rassemblement pour la VIe République en mars 2017, et nous étions nombreux à vouloir par exemple un renversement de la Ve République, ce qui est demandé par une partie des GJ.

YS: Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Eine erhebliche Steigerung der Kaufkraft könnte für einige ausreichend sein, aber andere, darunter auch ich, möchten, dass die Franzosen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Ein radikaler Systemwechsel ist erforderlich. Ich habe an der Kundgebung für die 6. Republik im März 2017 teilgenommen, und viele von uns wollten zum Beispiel den Untergang der 5. Republik sehen, auch eine Forderung einiger Gelbwesten.

GV:  Es gab Gewalt und einige wurden verletzt. Was halten Sie von diesen Veranstaltungen?

CJ: [Is] the government justified in containing protests [using] full urban warfare style? No. Tear gas is inhumane and violent. I am personally anti-tear gas anywhere, [especially] in a peaceful protest. Tear gas is being used too much, too often. In a small town like Charleville-Mezieres, tear gas was launched against the trouble makers who deliberately smashed public property. However, there are always a few people who get caught in the mess without the intention to destruct. I also noticed that in Paris, the authorities are using the stop-and-frisk method, one I believe is a better method of containment.

CJ: Ist die Regierung berechtigt, einige Proteste mit dem vollen Arsenal urbaner Kriegsführung einzudämmen? Nein. Tränengas ist unmenschlich und gewalttätig. Ich bin persönlich überall gegen den Einsatz von Tränengas, vor allem in einem friedlichen Protest. Tränengas wird zu viel und zu oft verwendet. In einer kleinen Stadt wie Charleville-Mezieres wurde Tränengas gegen diejenigen eingesetzt, die absichtlich öffentliches Eigentum zertrümmerten. Es gibt jedoch immer ein paar Leute, die in solch eine Situation geraten, ohne die Absicht, Gewalt zu gebrauchen. Mir ist auch aufgefallen, dass die Behörden in Paris die Stop-and-Abtasten-Methode anwenden. Eine Methode, von der ich glaube, dass sie eine bessere Methode zur Eindämmung von Eskalationen ist.

YS: Il y a eu des centaines de blessés et huit morts depuis le 17 novembre et c’est très triste. Les moyens mis en œuvre par les forces de l’ordre ont été exagérés et, sur de nombreuses vidéos prises par les manifestants, on peut voir que ceux sont les forces de l'ordre qui ont commencé les agressions. On sait aussi que certains agents se sont fondé parmi les GJ. A voir. Sinon, je ne suis pas violent, mais je comprends tout à fait que certains s’en soient pris à des symboles de l’oligarchie financière comme Starbucks ou des banques

YS: Seit dem 17. November gab es Hunderte von Opfern und acht Todesfälle, und das ist sehr traurig. Die Methoden der Polizei waren extrem, und man kann in vielen Videos sehen, die von den Demonstranten gemacht wurden, dass die Polizei durch ihr provozierendes Verhalten Aggressionen hervorgerufen hat. Wir wissen auch, dass sich einige Agenten unter die Gelbwesten gemischt haben. Mal schauen. Ich bin nicht gewalttätig, aber ich verstehe vollkommen, dass einige [Demonstranten] gezielte Aktionen gegen Symbole der Finanzoligarchie wie Starbucks oder Banken unternommen haben.

GV: Was halten Sie davon, dass sich berühmte Politiker wie Florian Philippot, Toni Brunner, und sogar Donald Trump für die Bewegung aussprachen?

CJ: This is the problem of Yellow Vest movement. Since it's riding on social and economic issues, it can't be apolitical and has become a honeypot for populist politicians. This movement became something of free publicity to them, an unabridged opportunity to stay relevant until the next election. The extreme and ultra left as well as right wanted so badly to hijack the movement and its narratives and peddled false information on local Yellow Vest Facebook groups. And when people are angry, nobody cares to fact-check and debunk. I find this rather sad. A movement that could've been a true cry out that unites people turned into something so divisive.

CJ: Dies ist das Problem der Gelbwestenbewegung. Da es sich um soziale und wirtschaftliche Fragen handelt, kann die Bewegung nicht unpolitisch sein und ist zu einem Honigtopf für populistische Politiker geworden. Diese Bewegung wurde zu einer Art Gratis-Werbung für sie, eine unbegrenzte Gelegenheit, bis zu den nächsten Wahlen relevant zu bleiben. Die Ultralinken und Linksextremisten sowie die Rechten wollten sich unbedingt die Bewegung und ihre Erzählungen aneignen und verbreiteten falsche Informationen über lokale Gelbwesten-Facebook-Gruppen. Und wenn Menschen wütend sind, kümmert sich niemand darum, Fakten zu prüfen und [Fehlinformationen] zu entlarven. Ich finde das eher traurig. Eine Bewegung, die ein wahrer Aufschrei hätte sein können und die Menschen vereint, wurde zu etwas so entzweiendem.

YS: Ces personnes ne m’intéressent pas du tout. Le mouvement des GJ ne souhaite être associé à aucun parti politique.

YS:  Diese Leute interessieren mich überhaupt nicht. Die Bewegung der Gelbwesten möchte keiner politischen Partei zugeordnet werden.

GV: Es wurde eine Menge fabrizierter und mit bösen Absichten behafteter Informationen verbreitet. Wie kann man die Wahrheit von Fehlinformationen unterscheiden? 

CJ: In general, I don't engage in forums, I consider it a time waste to argue with angry people. But I have the habit to share links of verified news to debunk fake ones.

CJ: Im Allgemeinen engagiere ich mich nicht in Foren, ich betrachte es als Zeitverschwendung, mit wütenden Leuten zu streiten. Aber ich habe die Angewohnheit, Links mit verifizierten Nachrichten zu teilen, um falsche Informationen zu entlarven.

YS: Il est en effet très difficile de trier les informations, notamment sur Internet. J’ai évité de partager plusieurs informations d’amis sur Facebook par exemple car, après vérification, elles s’avéraient fausses. Pour se rapprocher de la vérité, il faut comparer plusieurs sources d’informations : les médias officiels (que vous n’avez pas à croire sur parole je rappelle), les médias alternatifs, les sites officiels des gouvernements, des institutions européennes ou mondiales… Suivant le domaine d’investigation (scientifique, historique…), il m’arrive de me tourner vers des sites universitaires, des MOOC, des chaînes Youtube… Lire les commentaires de certains internautes peut également s’avérer très enrichissant. Bref, ça demande parfois énormément de temps, mais c’est le prix à payer.

YS: Es ist in der Tat sehr schwierig, Informationen zu filtern, insbesondere aus dem Internet. Zum Beispiel habe ich es vermieden, einige Beiträge meiner Freunde auf Facebook zu veröffentlichen, da sich diese nach der Überprüfung als falsch herausstellten. Um der Wahrheit näher zu kommen, müssen Sie mehrere Informationsquellen miteinander vergleichen: offizielle Medien (ich erinnere Sie daran, dass Sie nicht jedes Wort davon glauben müssen), alternative Medien, offizielle Regierungswebsites, europäische oder internationale Institutionen… Abhängig davon, welches Thema untersucht wird (wissenschaftlich, historisch…). Manchmal überprüfe ich Websites von Universitäten, MOOCs und Youtube-Kanäle… Wie auch immer, es nimmt viel Zeit in Anspruch, aber es ist der Preis, den wir zahlen.

GV: Wie sehen Sie die kommenden Wochen und die langfristige Lösung dieses Konflikts?

CJ: I think things will be quieter now, especially with  … Christmas and terrorist shooting in the Christmas Market of Strasbourg [December 11]. The movement will fizzle off the streets but it won't die down. It will manifest in other forms through different protests. The Yellow Vest is now an emblem that unites those who protest.

CJ: Ich denke, es wird jetzt ruhiger, vor allem, im Zusammenhang mit … der Schießerei im Zuge des Terroranschlags auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt am 11. Dezember. Die Bewegung wird sich von den Straßen zurückziehen, aber sie wird nicht nachlassen. Sie wird sich in anderen Formen durch verschiedene Proteste manifestieren. Die Gelbweste ist jetzt ein Emblem, das die Protestierenden vereint.

YS: Franchement, personne ne peut vraiment prévoir ce qu’il va se passer. Il y a des chances que le mouvement se calme pendant les vacances de Noël, mais ça ne changera rien à la motivation des GJ. Les gens reviendront en début d’année si nécessaire. Je souhaite personnellement un éveil des citoyens du monde entier.

YS: Ehrlich gesagt, niemand kann wirklich wissen, was als nächstes passieren wird. Wahrscheinlich verlangsamt sich die Bewegung in den Weihnachtsferien, aber nichts ändert die Motivation der Gelbwesten. Die Leute werden wenn nötig nächstes Jahr wiederkommen. Ich persönlich hoffe auf ein Erwachen der Bürger der Welt.

GV: Gibt es eine Nachricht, die Sie an die Leser von Global Voices richten möchten?

CJ: Whenever I read the news about the Yellow Vest movement on non-French media, I get the impression that the media is missing many details and nuances. I see articles saying that the movement is part of an anti-green tax. That it's an anti-Macron protest. It's really not that simple. It's much more nuanced than what the media say. It's about the French people, their daily problems and their future. There are more peaceful protests than violent ones portrayed on TV and captured on cameras.

CJ: Immer, wenn ich in den nicht-französischen Medien die Nachrichten über die Bewegung der Gelbwesten lese, habe ich den Eindruck, dass den Medien viele Details und Nuancen fehlen. Ich sehe Artikel, die besagen, dass die Bewegung Teil einer anti-grünen Steuer ist. Dass es ein Anti-Macron-Protest ist. Es ist wirklich nicht so einfach. Es ist viel nuancierter als das, was die Medien sagen. Es geht um die Franzosen, ihre täglichen Probleme und ihre Zukunft. Es gibt friedlichere Proteste als die gewalttätigen Proteste, die im Fernsehen gezeigt und mit Kameras erfasst wurden.

YS: N’ayez pas peur de ce mouvement, qui se veut pacifiste avant tout. Les GJ sont de simples humains comme vous qui veulent que tous nous puissions vivre enfin sereinement. Le chemin est encore long mais nous sommes de plus en plus nombreux à vouloir un monde meilleur, que ce soit chez les GJ18 ou dans d’autres mouvements comme celui des Indignés. Le mouvement des GJ (ou quel que soit son nom) devrait être mondial. Prenez le temps de vous faire votre propre opinion.

YS: Haben Sie keine Angst vor der Bewegung, sie will vor allem pazifistisch sein. Die Gelbwesten sind einfache Menschen wie Sie und ich, die sich wünschen, wir könnten endlich in Frieden leben. Es ist noch ein weiter Weg, aber es gibt immer mehr von uns, die eine bessere Welt wollen, sei es bei den Gelbwesten im Jahr 2018 oder bei anderen Bewegungen wie der Occupy-Bewegung (Indignés auf Französisch). Die Bewegung der Gelbwesten (oder wie auch immer ihr Name lautet) hat das Potential, sich weltweit auszubreiten und aktiv zu sein. Nehmen Sie sich Zeit, sich Ihre eigenen Meinungen zu bilden.

(Titelbild: Paris, 08.12.18 – Gilets jaunes “acte 4″ von Olivier Ortepla (CC BY 2.0))

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