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Mazedonier bringen es fertig, über einen ernsten Namensstreit mit Griechenland zu witzeln

„Trommel, trommel …” – ein Comic von Darko Markovikj, der seine Interpretation des mazedonischen nationalistischen Brusttrommelns veranschaulicht, 2011 von Bürger für ein europäisches Mazedonien veröffentlicht. Mit Erlaubnis verwendet.

Während die meisten Bürger der Republik Mazedonien (RM) den Namensstreit mit Griechenland als ernste Angelegenheit betrachten, haben sich Einige mittels Humor und Satire mit dem Thema auseinandergesetzt.

Griechenland beschuldigt die RM seit Langem, sich einen Namen gegeben zu haben, der leicht zu Verwechslungen mit Makedonien, der benachbarten griechischen Region und dem antiken griechischen Königreich gleichen Namens, führt.

Der Namensstreit wird zusätzlich dadurch erschwert, dass Griechenland den Beitritt der RM zur Europäischen Union (EU) und dem Nordatlantikpakt (der NATO) blockiert, solange der Name nicht auf eine Art geändert wird, die eine Unterscheidung zu den griechischen nördlichen Verwaltungsbezirken ermöglicht. Dies hat zu einem gewissen Grad an Fremdenfeindlichkeit in beiden Ländern geführt. Die meisten Einwohner der RM sehen die Blockade als eine demütigende Form der Erpressung, während viele Griechen glauben, ihre nördlichen Nachbarn hegen einen Wunsch nach Eroberung.

Nationalisten beider Länder haben die Gefühle der Demütigung und Frustration geschürt, dadurch das Problem verschärft und dabei gleichzeitig verstärkt politischen Zuspruch für „Patriotismus“ bekommen. In der Tat hat das Andauern des Namensstreits Russlands Strategie, die Konsolidierung von EU und NATO in den Balkanländern zu verhindern, in die Hände gespielt.

Der einzige Punkt in dem Namensstreit, in dem Konsens zwischen Mazedonien und Griechenland herrscht, ist, dass es nicht zum Lachen ist. Während des vergangenen Vierteljahrhunderts war der Anteil satirischer oder humoristischer Inhalte über das Thema unwesentlich im Vergleich zu verbissenen Kommentaren und Hassrede. Absichtlich oder nicht, Satire wurde oft als Hassrede fehlinterpretiert.

Mazedoniens Top-Humoristen benennen Dinge durch Satire

Der Cartoonist Darko Markovikj (auch geschrieben Marković, 1940–2016) hat mit Mazedoniens führenden unabhängigen Medien gearbeitet, bis diese von der nationalistischen Regierung der VMRO-DPMNE (2006–2017), angeführt von dem starken Mann Nikola Gruevski, geschluckt oder geschlossen wurden.

Scherzhaft DarMar genannt (salopp für „Unordnung“ oder „Chaos“), benutzte Markovikj Karikaturen, Comics und Zeichentrick, um alltägliche Geschehnisse und politische Entwicklungen zu kommentieren. Im Laufe seiner langen Karriere unterstützte er liberale und prodemokratische Positionen, die oftmals in Konflikt zu dem etablierten Sozialismus (vor der Unabhängigkeit) und dem Nationalismus (nach der Unabhängigkeit) standen.

Als Gruevski im Jahr 2009 Aspekte der mazedonischen ethnischen Identität und Sprache in die Namensstreitverhandlungen einbrachte, verband DarMar dies vorausschauend mit dem Wunsch nach Macht:

„Ich bin für die NATO… Ich bin für die Europäische Union… Aber ich weigere mich meine Identität aufzugeben!” – Cartoon von Darko Markovikj veröffentlicht von Bürger für ein europäisches Mazedonien. Mit Erlaubnis verwendet.

Das Hinausziehen des Namensstreits hat bereits langfristige, negative Auswirkungen auf die internationale Stabilität gehabt und der Lebensgrundlage der mazedonischen Bürger unmittelbar geschadet. Das griechische Wirtschaftsembargo (1994–95) und das Ausgrenzen des Landes von der EU haben die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Entwicklung erheblich eingeschränkt.

DarMar kontrastiert dies mit der nationalistischen Rhetorik, die diskutiert, ob heutige ethnische Mazedonier das Recht haben, ihre Abstammung von den antiken Makedonen abzuleiten, oder nur von den Südslawen, die vor 1.600 Jahren in die Region kamen und von den griechischen Nationalisten dennoch als „Neuankömmlinge“ betrachtet werden:

„Ich bin nicht länger antiker Makedone… Ich bin auch kein mazedonischer Slawe …!” – „Was bist Du jetzt?” – „Jetzt bin ich ein mazedonischer entlassener Arbeiter.” Cartoon von Darko Markovikj veröffentlicht von Bürger für ein europäisches Mazedonien. Mit Erlaubnis verwendet.

Die bekannteste satirische Fernsehsendung „Die gestrigen Nachrichten“ („Fcerasni novosti“ auf Mazedonisch) hat den Namensstreit in jüngster Zeit humorvoll mit Sketchen im Stil von Monty Python thematisiert.

Ein Sketch bezieht sich auf den Vardar, der durch Skopje, die Hauptstadt der RM fließt, und sich dann südlich nach Griechenland wendet, wo er Axios genannt wird und in die Ägäis mündet. Die beiden Comedians scherzten, dass die in dem Fluss treibenden Plastikflaschen kein Abfall seien, sondern eher Flaschenpostnachrichten als „Teil des öko-geopolitischen Drucks auf unseren südlichen Nachbarn“. Sie fahren fort:

Seeing that Facebook statuses won’t help us protect our name, citizens decided to put a different type of pressure on Greece. They started sending messages in bottles down the Vardar, which flows down to the abovementioned southern neighbor.

Da Facebook-Statusmeldungen uns offensichtlich nicht helfen werden, unseren Namen zu schützen, haben Bürger beschlossen eine andere Art von Druck auf Griechenland auszuüben. Sie haben begonnen, Flaschenpostnachrichten den Vardar hinunterzuschicken, der zu dem oben genannten südlichen Nachbarn fließt.

Aco: A flock of plastic bottles…. Jetza, what’s shall I say, a flock or a herd?
Jelena: I don’t have a clue. Just read what’s written. … and don’t call me Jetza.
Aco: Thousands of bottles have been seen floating down the Vardar River, drawn there by the not-so-heavy rain. Malicious environmentalists may call this genocide to Vardar’s flora and fauna and a reflection of our own barbarism. But it is not what it seems.
Although these bottles look like trash thrown out by many uncaring litterers, or by a single uncaring litterer, they are part of the eco-geo-political pressure put on our southern neighbor. Seeing that Facebook statuses won’t help us protect our name, citizens decided to put a different type of pressure on Greece. They started sending messages in bottles down the Vardar, which flows down to the abovementioned southern neighbor.
You can remain calm. Our name, identity and language are secure as long as there are enough concerned citizens like this one.

Aco: Ein Schwarm Plastikflaschen…. Jetza, was soll ich sagen, ein Schwarm oder eine Herde?
Jelena: Ich habe keine Ahnung. Lies’ einfach, was da steht … und nenne mich nicht Jetza.
Aco: Tausende von Flaschen wurden gesichtet, wie sie den Vardar heruntertreiben, von dem nicht so starken Regen angeschwemmt. Boshafte Umweltschützer mögen das als Genozid an der Flora und Fauna des Vardar sehen und als eine Reflexion unserer eigenen Barbarei. Aber es ist nicht, was es zu sein scheint.
Obwohl diese Flaschen wie Abfall aussehen, der von vielen gleichgültigen Umweltsündern, oder von einem einzigen gleichgültigen Umweltsünder, weggeworfen wurde, sind sie Teil des öko-geopolitischen Drucks auf unseren südlichen Nachbarn. Da Facebook-Statusmeldungen uns offensichtlich nicht helfen werden, unseren Namen zu schützen, haben Bürger beschlossen eine andere Art von Druck auf Griechenland auszuüben. Sie haben begonnen, Flaschenpostnachrichten den Vardar hinunterzuschicken, der zu dem oben genannten südlichen Nachbarn fließt.
Sie können beruhigt sein. Unser Name, unsere Identität und unsere Sprache sind sicher, solange es genügend solcher besorgten Bürger wie diesen gibt.

Während Politiker sich um Namen streiten, machen die Bürger in Griechenland Urlaub

Während der Namensstreit weiterhin wütet, ist Griechenland, als die nächstgelegene Küste mit üppigem Budget und luxuriösen Reisemöglichkeiten, für viele Bürger der RM ein Hauptreiseziel.

Eine Tagestour zum Shopping gilt als Ausdruck eines bestimmten sozialen Status und bietet Bürgern die Gelegenheit, Marken zu kaufen, die es in Mazedonien nicht gibt. Zusätzlich kann man nur wenige Autostunden von Skopje entfernt, in Thessaloniki, einen „Kaffee am Meer“ genießen.

Während sich die Mazedonier dank zwei der größten nationalen Feiertage ab dem 24. Mai auf ein 4-tägiges Wochenende freuen, haben die Oppositionsparteien es abgelehnt, den neuesten Vorschlag der Premierminister Mazedoniens und Griechenlands zu einer Beilegung des Namensstreits zu akzeptieren. Ein Twitter-Nutzer witzelte über die „Auswirkungen“ der Ablehnung auf die Reisenden des langen Wochenendes:

Als Zeichen des Protests werden die Mazedonier Griechenland besetzen.
Der Angriff erfolgt am Donnerstag und wird in einer Blockade aller Grenzübergänge gipfeln. Die Operation wird bis Montag dauern. Die Kosten der Aktion werden sich auf mehrere Millionen Euro belaufen.
Die Gemeinschaft der griechischen Kaufleute und Hotelbesitzer hat erklärt, keine Angst zu haben. „Kommt nur!“, rufen sie.

Und natürlich haben sich schon am ersten Tag des langen Wochenendes mehr als 10.000 Mazedonier in Autos gestapelt auf den Weg nach Griechenland gemacht und dadurch lange Verzögerungen an den Grenzübergängen verursacht.

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