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Tunesien: Die vernachlässigten Verwundeten der Revolution

Dieser Beitrag ist Teil des Dossiers Tunesische Revolution 2011 [en].

Tunesier haben ihre Unzufriedenheit und ihre Wut über die schlechte Behandlung der Regierung in Bezug auf diejenigen, die während der Tunesischen Revolution verwundet wurden, zum Ausdruck gebracht.
Bevor Präsident Zine El Abidine Ben Ali abgesetzt wurde, wurden hunderte Menschen in Zusammenstößen mit der Polizei verwundet, doch niemand hat sich um sie gekümmert. Einige von ihnen haben noch immer Kugeln in ihren Körpern, die noch entfernt werden müssen, und andere, denen Gliedmaßen amputiert wurden, warten noch immer [en] auf Prothesen. Viele haben aufgrund der Komplexität ihrer Verletzungen die richtige medizinische Behandlung nicht erhalten.

Die prominente Bloggerin und Aktivistin Lina Ben Mhenni schrieb in einem Blogbeitrag mit dem Titel “Die Verwundeten der Revolution: Warten auf etwas, das nicht kommen wird” [ar] :

منذ أكثر من سنة و جرحى الثورة التونسية يعانون من اهمال و لا مبالاة أولئك الذين توالوا على دفّة الحكم من مسؤولي حكومات مؤقّتة. فتعدّدت المبرّرات و تنوّعت و كأنّ العلاج و حلّ المشاكل الصحية لمن ضحّوا في سبيل الوطن و يحتمل الانتظار , فتذرّعت كلّ حكومة باسباب واهية فمن الحكومات من تعلّلت بأنّها وقتيّة و لا تملك الصلوحيّات الكاملة لاتخاذ التدابير اللازمة لعلاج هؤلاء الأبطال الذين واجهوا عنف البوليس و عرّضوا أجسادهم للرصاص الحيّ حالمين بتغيير أحوال البلاد فلجأ بعض الجرحى الأبطال الى النضال بأجسادهم مرّة أخرى ليضمنوا حقّهم الشرعيّ في العلاج و هو أبسط ما يمكن أن نقدّمه لهم فدخلوا في اضراب مفتوح عن الطعام قبيل الانتخابات بفترة قصيرة و ذلك بعد أن طرقوا جميع الأبواب التي أوصدت في وجوهم مرات و مرات.
Seit mehr als einem Jahr haben diejenigen, die in der Tunesischen Revolution verwundet wurden, unter der Vernachlässigung und Gleichgültigkeit derer gelitten, die an die Macht kamen, die Amtspersonen der Übergangsregierung. Die Gründe dafür variierten und vervielfältigten sich, als ob die Behandlung der Verletzungen derer, die sich für die Nation geopfert haben, warten könnten. Jede Regierung hat fadenscheinige Gründe angegeben; eine der Regierungen sagte, sie sei provisorisch und hätte nicht die Macht, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen um die Helden zu behandeln, die sich der Polizeigewalt entgegen gestellt haben und ihre Körper den Kugeln ausgesetzt haben, mit dem Traum, die Situation des Landes zu verändern. Also verlegten einige der verwundeten Helden sich aufs Kämpfen, verwendeten wieder ihre Körper, um ihr legitimes Recht auf Behandlung abzusichern, was das Mindeste ist das wir ihnen anbieten können. Nachdem sie an jede Tür geklopft haben, und ihnen diese Türen wieder und wieder vor der Nase zugeschlagen wurden, begannen sie kurz vor den Wahlen einen offenen Hungerstreik [ar].

Sitzstreik der Familien von Männern, die während der Revolution verwundet wurden. Foto von machhad.com (CC BY-NC-ND 3.0).

Tarek Dziri und Muslim Bin Fraj Kasdallah, die am 18. April vor der nationalen verfassungsgebenden Versammlung damit drohten, sich selbst anzuzünden, bevor die Regierung entschied sie ins Ausland zu schicken um dort eine bessere Behandlung zu bekommen. Foto von machhad.com (CC BY-NC-ND 3.0).

Tarek Dziri und Muslim Bin Fraj Kasdallah, die am 18. April vor der nationalen verfassungsgebenden Versammlung damit drohten, sich selbst anzuzünden, bevor die Regierung entschied sie ins Ausland zu schicken, um dort eine bessere Behandlung zu bekommen. Foto von machhad.com (CC BY-NC-ND 3.0).

Der Blogger Hada Ana schrieb über einen Fall [ar]:

في تونس ما بعد الثورة, يموت جرحى ثورتنا في المستشفيات الغير مجهزة بمعدات قادرة على شفائهم .
اليوم في تونس ما بعد الثورة, و بعد صراع دام 8 أشهر قضها مقعد في فراشه و لا يجد من يتذكره ولا يواسيه في محنته, توفي جريح ثورتنا حسونة بن عمر
Im post-revolutionären Tunesien sterben die Verwundeten unserer Revolution in den Krankenhäusern, die nicht über die Ausrüstung verfügen um sie zu behandeln. Heute starb im post-revolutionären Tunesien nach einem acht Monate dauerndem Kampf in seinem Bett, Hassouna Ben Omar, ohne dass sich jemand an ihn erinnert und mit seinem Schmerz mitfühlt.
Mohamed Bin Tijani El-Hanchi hat eine Kugel in seinem Körper. Foto von machhad.com (CC BY-NC-ND 3.0).

Mohamed Bin Tijani El-Hanchi hat eine Kugel in seinem Körper. Foto von machhad.com (CC BY-NC-ND 3.0).

Die Eltern von Rashad El-Arbi begaben sich in einen Hungerstreik bevor die Regierung die Verantwortung für seine Behandlung übernahm. Foto von machhad.com (CC BY-NC-ND 3.0).

Yassine Ayari twitterte mit beißendem Spott über die regierende Partei Ennahda:

@yassayari: نواب النهضة بش يداويو جرحى الثورة بالقرأن و النشيد الوطني..
Die Ennahda Abgeordneten werden die Verwundeten der Revolution mit dem Koran und der Nationalhymne behandeln…

Der Blogger Abdelkader Hammami erwähnte einen anderen Aspekt der Angelegenheit [ar]:

وتنشر الصفحات القريبة من النهضة معلومات مثيرة لم نقدر على إثبات مصدرها جاء في بعضها: «من غرائب الثورة التونسية وجود 7 آلاف مطلب فوق مكتب سمير ديلو وزير حقوق الإنسان يدعي أصحابها أنهم جرحوا خلال الثورة، كثير منهم جرحوا في أحداث عنف لا علاقة لها بالثورة، ويجب أن تلاحقهم الدولة من أجل التحيل والابتزاز».
Mit Ennahda verbundene [Facebook] Seiten haben interessante Informationen veröffentlicht, deren Quelle wir nicht überprüfen können: “Eine der Besonderheiten der Tunesischen Revolution ist die Anwesenheit von siebentausend Anträgen auf dem Tisch von Samir Dilou, dem Minister für Menschenrechte. Die Antragsteller geben an, dass sie während der Revolution verletzt wurden, doch viele von ihnen wurden in nicht verbundenen gewaltsamen Vorfällen verletzt, und die Regierung sollte sie wegen Betrug und Erpressung belangen.”

Dieses Video [ar] von Melomanx vom 26. März 2012 zeigt einen Sitzstreik von Männern, die während der Revolution verwundet wurden, vor dem Ministerium für Menschenrechte und Übergangsgerechtigkeit:

Dieses Video [ar] von TunisiaTalks zeigt das Leid derer, die in der Revolution verwundet wurden:

Dieser Beitrag ist Teil des Dossiers Tunesische Revolution 2011 [en].

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