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Bahrain: Verlorene Fälle?

Kürzlich beschwerten sich mehrere Blogger über den Mangel an echter Bildung, kritischem Denken und politischem Engagement in Bahrain.

Coolred38, eine Amerikanerin in Bahrain, nennt einige der schlechten Erfahrungen, die ihre Kinder an staatlichen Schulen gemacht haben und listet die Fehler des Regierungssystems auf. Sie kommt zu dem Schluss:

Ich wünschte, ich könnte meine Kinder auf Privatschulen schicken… Ich wünschte, ich könnte sie mit Menschen umgeben, die sich für ihre Zukunft interessieren… auch wenn sie keine Bahrainer sind… denn ich glaube, denn meisten Bahrainern ist die Zukunft ihrer Kinder egal… immerhin erlauben sie diesen unqualifizierten Lehrern sich Tag für Tag und Jahr für Jahr um die Kinder zu kümmern. Man könnte einwenden, “wir haben keine Wahl, das entscheidet die Regierung” … arbeitet die Regierung nicht in eurem Auftrag? Wer nichts sagt, stimmt zu. Wenn ihr damit leben könnt, dass eure Kinder so (nicht-) unterrichtet werden, schön für euch … bleibt ruhig und beschwert euch nicht, wenn eure Kinder keinen Abschluss machen oder keinen Job bekommen, weil es ihnen an Basiswissen fehlt. Selbst die Kinder, die einen High School Abschluss schaffen, finden sich am Collage in einer ganz anderen Welt wieder. Einer Welt, in der man lesen muss, um gut zu sein … wo man nicht nur wissen muss, wo die Bibliothek ist, sondern auch, wie man sie nutzt. Eine Welt, in der es nicht reicht, auswendig zu lernen. Meine Tochter ist dieses Jahr aufs Collage gekommen und musste das harte Leben kennen lernen. Tatsächlich musste sie neu lernen, wie sie sih selbst unterrichten kann, um im Collage-Alltag bestehen zu können – obwohl sie bislang immer eine Einser-Schülerin war. Ich habe meinen Kindern gesagt, dass ich Beschwerde beim Bildungsministerium einreichen werde. […] Ich wünschte, mehr Eltern würden das Problem ernst genug nehmen um sich zu beschweren, und so etwas zu erreichen. Wer nichts sagt, stimmt zu, oder etwa nicht?

Nido stellt eine ähnliche Frage. Er weiß nicht, warum seine Generation unpolitischer ist als die Generation ihrer Eltern:

Niemand kann behaupten, wir wären so engagiert, wie sie es waren. Ich sage nicht, Bahrain sei heute weniger politisch aktiv. Ganz offensichtlich passiert in Bahrain politisch mehr als in den meisten anderen Ländern in der Region. Ich vergleiche die wohlhabende, eigentlich gut gebildete Jugend von damals und heute. Früher war es normal, sich politisch zu engagieren. Heute wagen wir nicht einmal von diesem Thema zu sprechen, es interessiert uns ja gar nicht. […] Warum sind wir so unengagiert und uninteressiert? … Woran liegt es? Gerade in einer Region die gerade durch die turbulenteste und wichtigste Episode ihrer Geschichte geht, einer Zeit, in der die Leben, Ideen, Normen, Wirtschaftssysteme, die Zukunft und sogar geografische Grenzen geschärft und nue definiert werden? Einer Zeit in der niemand mit größterem Einsatz spielt als wir? In der wirklich niemand einen größteren Grund hätte als wir, besorgt zu sein? […] Warum haben so wenige ein Problem mit alle dem, und wenn sie dann schon ein Problem haben, warum handeln sie dann kaum? Warum ist Politik für die meisten von uns ein so langweiliges Thema, dass wir ihm am liebsten aus dem Weg gehen? Warum haben wir nur die Courage uns an anonyme Blogs zu wenden, während wir uns unter unserem eigenen Namen zurückhalten?

The Soft kann nicht verstehen, wie Menschen, die den gleichen Glauben haben, so von einander entfernt sein können.

Während meines noch jungen Lebens bin ich auf die Menschen zugegangen und habe mich mit ihren Ideen auseinander gesetzt, und war offen für ihre Meinungen. Aber es gibt einen Teil in der Gesellschaf, der fanatische Ideen vertritt, und der andere Meinungen nicht akzeptieren kann, und der sagt, manche Belange und Glauben seinen blasphemisch…

[…]

Als ich in der dritten Klasse der weiterführenden Schule war, verlieh ich meine Bücher an Freunde und andere Kinder. Einmal gab ich einer Mitschülerin unter anderem ein Buch von Al Sayyad Al Shirazi (einem verehrten iranischen Kleriker) … nach einiger Zeit frage ich sie nach ihrer Meinung zu dem Buch. Sie sagte, ihre Mutter hätte ihr verboten, das Buch zu lesen. Ich fragte verwundert, warum, uns sie sagte nur, “Weil es Shirazi ist.” Ich frage nach den anderen Büchern, und sie sagte zögernd, dass sie Imam Ali nicht liebe … Ich musste lachen, und erzählte es den Mädchen, die bei uns saßen, und auch die lachten, als hätte das Mädchen einen Witz erzählt…

Auch Cookie ist unzufrieden mit ihrer Ausbildung:

Als ich den Wissenschaftsschwerpunkt wählte, dachte ich, dass ich etwas erfinden oder erforschen würde, oder zumindest ein bisschen Zeit im Labor mit echten Dingen verbringen würde! Aber mein Traum, bzw. meine Erwartungen wurden nicht erfüllt! Es war ein Schock für mich, denn wir sollten uns die Lerninhalte einfach vorstellen. Wir müssen uns physikalische Effekte vorstellen, Kreaturen und chemische Reaktionen – lauter Dinge, die man eigentlich sehen muss.

Ich dachte, ich würde einen eigenen Weg zu denken entwickeln, aber ich habe gelernt, dass ich wie ein Kopierer denken muss!

Ich dachte, ich würde ein kleiner Wissenschaftler werden ,aber ich bin ein kaputter Speicherchip geworden.

Ich glaube, dass Schule einen dumm macht, wenn man es nicht längst schon ist!

1 Kommentar

  • […] Beitrag erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Clemens Harten, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf […]

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