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Jemen: Eine Zivil-oder Proxy-Krieg?

Die Berichterstattung über den fortlaufenden Krieg im Jemen rechtfertigt sicherlich die Berichterstattung bei Global Voices Online, aber ich war doch schockiert, als ich merkte, dass es nicht viele Blogger gibt, die sich für diesen Konflikt interessieren. Hier sind ein paar Auszüge, die von Bloggern aus verschiedenen Ländern geschrieben wurden.

Der jemenitische Journalist Nasser Arrabye führt bei Blogspot ein Tagebuch über seine Berichterstattung. Im vergangenen August dieses Jahres schrieb er über die militärischen Aktionen zwischen der jemenitischen Regierung und den Houthi-Rebellen:

Die jemenitische Regierung sagte am Donnerstag, sie würde militärische Maßnahmen ergreifen, um die Schulen und Regierungsgebäude, die von den Al Houthi Rebellen in Sa'ada, im Norden des Landes, benutzt werden, zu befreien.

Er fuhr fort:

Die Erklärung erfolgte, nachdem Informationen über heftige Kämpfe zwischen den Rebellen und Regierungstruppen bekannt wurden, bei denen in dieser Woche auf beiden Seiten Dutzende getötet und verwundet wurden.
“Seit Präsident Ali Abdullah Saleh den Stop der militärischen Operationen anordnete, haben Saboteure und Terroristen ihre Angriffe auf Bürger und Sicherheitskräfte fortgesetzt und die abscheulichsten Verbrechen gegen Alle einschließlich von Kindern und Frauen begangen, zusätzlich zu den Entführungen und Zerstörungen von Straßen und Häusern.”

Es erscheint jedoch, dass die Houthi-Rebellen anderer Ansicht sind:

Die Al Houthi-Rebellen sagten, sie würden nur sich selbst verteidigen und dass sie keinen neuen Krieg wollen.

Ein paar Monate später war niemand in der Lage den andauernden Krieg zu beenden. Es wurde jedoch eine neue Frage aufgeworfen: Ist das ein Bürgerkrieg, der in Jemen stattfindet, oder gibt es andere Parteien, die auch an diesem Krieg teilnehmen.

Die Houthis behaupten, dass die Saudis an den fortwährenden Kriegen teilnehmen, und ihre Soldaten dazu da sind, der jemenitischen Regierung zu helfen. Die Regierung bestreitet dies jedoch. Nasser Arrabyee schrieb dazu:

Ein jemenitischer Militär-Sprecher bestritt am Montag die Vorwürfe der Rebellen, dass die Armee Saudi-Stützpunkte benutzt, um sie anzugreifen. Die saudischen Behörden haben “der jemenitischen Armee erlaubt, den Saudi-Stützpunkt in Jabal Al Dukhan zu benutzen, aus welchem die Angriffe erfolgten,” sagte Al Houthi in einer per E-Mail versandten Erklärung. Der Militärsprecher, der nicht namentlich genannt werden möchte, sagte, Al Houthi versucht nur die Niederlagen mit den Erklärungen über Saudi-Störungen zu verdecken. “Jabal Al Dukhan gehört dem Jemen, nicht den Saudis,” sagte er. Dies ist nicht das erste Mal, dass die Al Houthi-Rebellen die saudischen Behörden beschuldigen, sich in den Krieg einzumischen.

Aber einige Tage später schreibt Nasser Arrabyee in seinem Blog:

Mindestens 5 Saudi-Soldaten und 15 Al Houthi-Rebellen wurden in einer heftigen Auseinandersetzung getötet, die zwischen den Rebellen und Saudi-Militär in Al Khuba und Jabal Al Dukhan im Jaizan-Gebiet, im Süden des Königreiches, stattfand, sagten lokale Quellen am Donnerstag. Der Anführer der Rebellen, Abdul Malik Al Houthi, sagte am Donnerstag in einer Erklärung, dass die saudische Armee die Positionen seiner Kämpfer an der Al Malahaid Front, westlich von Sa'ada “mit allen möglichen Waffen”, bombardiere.

Die Behauptungen der Houthi über saudische Interventionen war also richtig, und das zwang Gregory, die folgenden Fragen zu stellen:

Ich habe den Eindruck, dass die Idee in diesen Morast des Aufstandes im Norden zu waden, von Saudi-Arabien nicht gut durchdacht worden ist. Und das bringt mich zu etwas Anderem, was ich seit einiger Zeit gefragt habe: Wer genau beaufsichtigt eigentlich das Jemen-Portfolio in Saudi Arabien? Es ist bestimmt nicht der Sultan. Und obwohl Muhammad bin Nayif eindeutig für den AQ-Abschnitt verantwortlich ist, ist Saudi-Arabien nicht die USA und konzentriert sich deshalb nicht nur auf al-Quaida. Mit dem Jemen bestehen facettenreiche Beziehungen. Mein Eindruck ist, dass keine Einzelperson zuständig ist, sondern dass sich verschiedene Personen beim Steuern des Dings abwechseln. Mit wenig Ahnung davon, wohin sie steuern, springen sie von Krise zu Krise und versuchen die verrückten Yemenis und ihre Probleme davon abzuhalten, über die Grenze zu strömen.

Sapphire hinterließ dann einen Kommentar zu Gregorys Bericht und versuchte darzulegen, warum Saudi-Arabien sich entschieden hatte, an dem Krieg teilzunehmen:

Warum entschieden sich die Saudis mit ihrer Armee in den Yemen zu marschieren? Nachdem Sie den Irak an der nördlichen Grenze an die Shiiten des Iraks verloren haben, können sie es nicht tolerieren, so wird behauptet, einen weiteren schiitischen Staat im Süden des Landes zu haben, vorausgesetzt, die Huthis besiegen die zentrale jemenitische Regierung und gewinnen die Unabhängigkeit.

Die ägyptische Bloggerin Zeinobia war über die Saudi-Intervention nicht glücklich:

Offiziell hat Saudi-Arabien den Houthi-Rebellen den Krieg erklärt. Ich möchte nicht diskutieren, ob das richtig oder falsch ist, oder ob das zu einem größeren regionalen Krieg führen wird. Ich möchte aber die Tatsache feststellen, dass Saudi-Arabien diesen Krieg wahrscheinlich kaum oder nicht so leicht gewinnen wird, wie es hofft, trotz all der Millionen Gadgets, die sie haben, denn hier handelt es sich um einen Guerilla-Krieg in den Bergen!

Sie fuhr fort:

Ich weiß nicht, warum die Saudis in den gleichen Sumpf steuern, wie wir das in der Mitte der 1960er Jahre taten. Natürlich ist das eine Ironie, weil sie damals die Jemeniten gegen uns unterstützt hatten !!! In der Tat wurde in einigen Nachrichten behauptet, dass KSA weißen Phosphor gegen die dortige Zivilbevölkerung eingesetzt hatte !! Ist das ein Déjà-Vu ??!!??

Aber waren es nur die Saudis, die in den Krieg verwickelt waren? In der Nähe der jemenitischen Küste wurde ein iranisches Schiff aufgegriffen. Und das ist es, was Nasser Arrabyee dazu brachte, das Folgende zu schreiben:

Ein mit Waffen beladenes iranisches Schiff, vermutlich auf dem Weg zu den Al Houthi-Rebellen, wurde am 26. Oktober 2009 vor der Küste des Midi Hafens im äußersten Nordwesten des Jemen aufgegriffen. In der jemenitischen Hauptstadt Sana'a wird jetzt die 6-köpfige Besatzung, bestehend aus fünf Iranern und einem Inder, verhört. Die iranische Botschaft in Sana'a bestritt zu jener Zeit, dass das Schiff Waffen an Bord hatte.

Und deshalb schrieb Gregory, dass im Jemen möglicherweise ein Proxy-Krieg stattfindet:

“Es ist also ein Saudi-iranischer Proxy-Krieg” sagte er. ( ‘er’ ist: Simon Henderson, Direktor der Golf und Energie Politik im Washington Institut für Nahost in Washington.)

Die Einbeziehung von Saudi-Arabien, Iran, Sunnis und Shiiten erweckte Abul Maali Fayeks Aufmerksamkeit, denn das war es, was er befürchtet hatte:

ى شيوخ الفضائيات أن يسنوا رماحهم ويجلسوا ليتفرجوا على معارك المسلمين بعضهم البعض،ولعل الشيخ عرعور وقناته الطائفية “قناة صفا” لعلهم يكونو قد استراحوا قليلا بعد أن شاهدوا الحرب الدائرة بين دولة عربية مسلمةوكبيرة فى الحجم والمقام هى المملكة العربية
السعودية وبين مسلمين آخرين فى اليمن الشقيق هم جماعة “الحوثيين الشيعة” واستمرار تلك المعارك ليس فى صالح أحد

Wovor ich gewarnt hatte, ist eingetreten, ein Religionskrieg zwischen Sunnis und Shiiten. Und jetzt sind die Kleriker des Satelliten Kanals dran, Öl auf die religiöse Auseinandersetzung zu gießen und die Kämpfe zwischen Muslimen zu beobachten. Und vielleicht kann dann Sheik Aarour und seine sektiererischer Kanal “Safa” glücklich beobachten, wie eine große und angesehene muslimische Nation, wie Saudi-Arabien, mit seinen Brüdern im Jemen Krieg führt. Die Fortführung dieser Kämpfe dient niemanden.

Und schließlich wundert sich Zeinobia, ob die Arabische Liga der Nationen noch existiere und warum sie keine Maßnahmen ergriff, diesen Krieg zu verhindern:

Ich weiß nicht, ob es ironisch oder traurig ist; arabisches und muslimisches Blut sollte nicht auf diese Art und Weise durch die Hände von anderen Arabern und Muslimen vergossen werden !! Letztendlich sind wir alle eins. Ich weiß nicht, worin die Rolle der Arabischen Liga besteht, wenn sie gebraucht wird. Amr Moussa scheint abwesend zu sein; raten wir mal, wieviel Punkte er als ein möglicher Präsidentschaftskandidat verlieren wird !!

*** Auch bei Global Voices Online: Saud-Arabien: Wir werden uns verteidigen, aus den richtigen Gründen

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