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Iran: Gonus Opfer, Krise in Palästina und eine verhinderte Steinigung

Vor etwa zwei Wochen traf der Tropensturm Gonu auf Oman und die iranische Provinz Sistan und Belutschistan. Iranische Blogger berichten, dass Opfer aus dieser verarmten Provinz nicht genug Hilfe von der Regierung erhalten haben, und dass vielen Menschen Wasser, Essen und medizinische Versorgung vorenthalten wird. Sie kritisieren die Untätigkeit der Regierung und das Schweigen der Medien.

Opfer von Sturm und Schweigen
Nazi Kavyani schreibt, dass Tausende Opfer in Gefahr sind, und viele Iraner haben noch nichts von den Bedingungen für die Opfer erfahren.

Der Blogger sagt:

350.000 Sind nun bedroht von Cholera, Malaria, anderen Krankheiten und Katastrophen. Höchstens 30% der Bevölkerung haben Zugang zu Trinkwasser. Das organisieren von Krisenhilfe war im Iran schon immer ein Problem, gemessen an den furchtbaren Bedingungen für die Erdbeben-Opfer der letzten Zeit.
Wegen blockierter und zerstörter Straßen kann nicht einmal die langsame Kriesenhilfe die Region erreichen. Bislang werden Nachrichten über die Tragödie nur schwach verbreitet, da die staatseigene „Iranian radio and Television“ (IRIB) zu den Ausmaßen der Katastrophe weitestgehend schweigt, und die Bedrohung durch weitere Komplikationen wächst an.
Tatsächlich wissen viele Iraner nichts über die Details und Ausmaße dieser wachsenden Katastrophe.

Razeno sagt [FA], dass er (oder sie) vor einigen Monaten in die Provinz Sistan und Belutschistan gereist war. Der Blogger berichtet, dass die Menschen dort sich stolz mit dem Iran identifizieren, obwohl sie vom Iran nichts als Armut bekommen. Wegen Gonu hätten 30 Prozent der Bevölkerung kein Wasser und müssen Infektionen und Krankheiten fürchten. Ranzeno findet es erstaunlich, dass die Iranische Regieung mit den Medien etwa für eine Flut in Lateinamerika mobilisieren, aber nicht versuchen den Iranern in dieser armen Provinz zu helfen.

Futurama bittet Blogger und Journalisten die Menschen über dieses Unglück zu informieren. Am dringensten bräuchten die Menschen Nahrung und Wasser, sowie medizinische Versorgung.

Die Iranischen Blogger schreiben nicht nur über diese Naturkatastrophe. Mehrere äußern sich über die Krise in Palästina.

„Ein überraschter Gott und sterbende Demokratie“

Haminjori sagt [FA], sogar Gott muss überrascht sein über den derzeitigen Krieg in Palästina zwischen Hamas und Fatah. Ihr Hauptziel müsse wohl Krieg sein… da sie nun nicht gegen Israel in den Krieg ziehen können, müssten sie stattdessen gegeneinander kämpfen.

Jomhour berichtet [FA], dass 100 Mitglieder von Hamas und Fatah in einer Woche getötet wurden – nicht von „Feindlichen Truppen“, sondern von Palästinensern. Mitglieder der Hamas seien um ein totes Fatah-Mitglied getanzt und IRIB schweige zum Thema.

Mohmmad Ali Abtahi, früherer Vizepräsident und ein Kleriker, sagt [FA], dass Palästinenserpräsident Abbas gestern die Regierung (geleitet von Hamas-Führer Ismail Haniyeh) entließ, gestützt von den USA. Abtahi nennt dieses Vorgehen einen Tod der Demokratie. Er meint, die Nahostpolitik der Vereinigten Staaten sei ein Hemmnis für die Demokratie in der Region.

Steinigung verschoben

Nicht alles war dies Woche negativ in den iranischen Blogs. Es scheint zumindest eine Nachricht zu geben, die viele der Blogger froh macht. Iranische Behörden haben eine Steinigung vorerst verschoben.

Bei Myedan steht dazu:

Die Steinigung von Mokarrameh Ebrahimi und dem Vater ihres elfjährigen, illegitimen Kindes wurde in einem schriftlichen Erlass der obersten Justizbehörde in Teheran, adressiert an die Behörden in Takistan, gestoppt. Sie war auf Donnerstagmorgen angesetzt worden, und der Erlass kam nicht einmal 24 Stunden vor dem angesetzten Termin.

Die 43-jährige Mokarrameh Ebrahimi saß die letzten 11 Jahre im Choubin Gefängnis in Ghazvin, nachdem sie zur Steinigung verurteilt worden war. Der Vater des Kindes saß ebensolange im Gefängnis und sollte mit ihr Gesteinigt werden. Sie wurden beschuldigt, eine illegale Beziehung miteinander gehabt zu haben.
Zeytoun glaubt [FA], dass die Steinigung aus Angst vor Protesten und den digitalen Medien, die Videos von der Steinigung ins Internet stellen könnten, ausgesetzt wurden.

von Hamid Tehrani

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