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Wohin gehen die von der Polizei beschlagnahmten Drogengelder in Mexiko, Kolumbien und den USA?

Las suntuosas fortunas confiscadas por instituciones de justicia en Colombia, México y Estados Unidos son reutilizados por distintos organismos y ven numerosos destinos en esferas públicas y privadas. Fotografía de Susana González Bloomberg vía Getty Images. Tomado por Univisión y republicada con permiso.

Die üppigen Vermögen, konfisziert von den Justizbehörden in Kolumbien, Mexiko und den USA, finden Verwendung bei verschiedenen Institutionen und in privater sowie öffentlicher Hand. Foto von Susana González Bloomberg über Getty Images. Von Univisión übernommen und mit Erlaubnis weiterveröffentlicht.

Die Originalversion dieses Berichts stammt von Mayra Rocha von Univisión USA und wurde auf CONNECTAS und gleichzeitig auf Global Voices dank einer Vereinbarung zur Veröffentlichung neu veröffentlicht.

Können Sie sich vorstellen, irgendwann nicht mehr zu wissen, wie viel Geld Sie haben? Das beichtete der kolumbianische Anführer des Cali-Kartells, Gilberto Rodríguez Orejuela, seiner Partnerin, die ihm acht Jahre zur Seite stand. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt des wirtschaftlichen Ausmaßes der illegalen Drogengeschäfte, die bereits zu multinationalen Unternehmen des Verbrechens geworden sind.

2011 platzierte das Magazin Forbes den Anführer des Sinaloa-Drogenkartells, Joaquín “El Chapo” Guzmán,  mit einem geschätzten Vermögen von einer Milliarde Dollar, als einen der reichsten Männer der Welt und als zweitreichsten Mann in Mexiko. Heute schätzt man sein Kapital auf mehrere Milliarden. Das Vermögen von Rodríguez Orejuela, ehemaliger Anführer des Cali-Kartells, überstieg laut kolumbianischer Staatsanwaltschaft zum Zeitpunkt seiner Festnahme 1995 eine Milliarde Dollar. Auch das Vermögen von Pablo Escobar, Anführer des Medellín-Kartells, schätzte man auf 9 bis 15 Milliarden Dollar.

Aber was passiert mit ihrem Besitz, wenn die Drogenhändler verhaftet werden? In den USA lässt man es der Stelle zugute kommen, die es beschlagnahmt. Zuerst gehen das gefundene Geld oder die konfiszierten Güter an einen Staatsanwalt, der entscheidet, ob es genügend Beweise gibt, die den Fall vor Gericht bringen. Sobald bestätigt wurde, dass es sich um illegal verdientes Geld handelt und die Opfer des Verbrechens entschädigt wurden, verteilt das Justizministerium der Vereinigten Staaten das restliche Geld an die Polizeibehörden, die an den Ermittlungen beteiligt waren. Das geschieht auf Grundlage des US-Gesetzes zur gerechten Verteilung von Geldern.

In diesem Bericht der Plattform für Journalismus in Lateinamerika CONNECTAS, erzählt Detective Rodolfo Rodríguez des Los Angeles Police Departement:

Por ley, 65 por ciento va al departamento que confiscó, 35 por ciento se divide entre el estado y los fiscales, para continuar operaciones antidroga.

Wie gesetzlich vorgeschrieben, gehen 65 Prozent an die Polizeibehörde, die die Konfiszierung durchgeführt hat und 35 Prozent werden zwischen Staat und Staatsanwälten aufgeteilt, um die Antidrogeneinsätze weiterzuführen.

So erhielten im Rahmen dieses Programms zwischen 2011 und 2014 laut einer Studie der Washington Post, die auf Statistiken des Justizministeriums zurückgreift, die Polizei in Los Angeles 18,4 Millionen Dollar, die Polizei in New York 27 Millionen Dollar und das Los Angeles Sheriff's Department 24,3 Millionen Dollar. Dieses Geld werde für die nötige Ausstattung, Technik, Trainings und Einsätze genutzt, um den Drogenhandel weiter zu bekämpfen. Wenn die Güter in einem Bundeseinsatz beschlagnahmt werden, an dem Behörden wie das FBI oder die DEA beteiligt sind, bleibt das Geld bei dem Finanz- sowie dem Justizministerium in Verwahrung und die anderen Besitztümer werden versteigert.

So war es auch im Falle der Villa des kolumbianischen Drogenbosses Pablo Escobar in Miami Beach. Ein Paar aus Florida kaufte es vor über 20 Jahren für weniger als eine Million Dollar, weit unter dem Marktwert eines Anwesens mit Blick auf den Ozean.

Besitztümer versteigert und andere Güter an Opfer verteilt

In Mexiko ist es egal, ob es sich um Häuser, südamerikanische Zuchtpferde oder um schnelle Autos handelt. Wenn die Güter nicht zurückgefordert werden, landen sie ebenfalls auf einer Versteigerung. Alonso Carriles ist der Vorsitzende der Eigentumsverwaltung und -veräußerung (Servicio de Administración y Enajenación de Bienes), eine Stelle des mexikanischen Finanzministeriums (Secretaría de Hacienda). Er sagt, neu eintreffende Güter werden durch die Generalstaatsanwaltschaft gesichert und aufbewahrt bis die Strafverfahren gegen ihre Besitzer eröffnet sind. Die Höhe der aufbewahrten Geldsumme könne bereits über 330 Millionen Dollar liegen.

Laut dem Anwalt Gabriel Regino, werden Gebäude, Grundstücke, Hotels und Privathäuser versteigert, wobei er betonte, dass Häuser am schwersten zu verkaufen sind. Denn ein Haus zu kaufen, in dem ein Drogenbaron oder seine Familie gewohnt hat, könne für die neuen Besitzer Probleme mit sich bringen. Daher hat sich die mexikanische Regierung entschlossen, sie an gemeinnützige Organisationen zu vermieten.

In Kolumbien gibt es ab dem Zeitpunkt der Beschlagnahmung der Güter ebenfalls einen Zeitraum, in dem der Betroffene sein Eigentum einfordern kann. Wenn bewiesen wird, dass die Güter auf illegale Weise erworben wurden, übergibt sie die Generalstaatsanwaltschaft an einen Vermögensverwalter des Fonds für Opferentschädigung und dem Kampf gegen organisiertes Verbrechen (Fondo de Reparación de Víctimas y Lucha contra el Crimen Organizado). Dort landeten auch viele Güter, die zuvor einmal Eigentum von Pablo Escobar und anderen Anführern der Medellín- und Cali-Kartells waren. Daher hat der Sohn Pablo Escobars öffentlich versichert, dass weder er noch seine Familie Geld oder andere Güter aus dem Drogenhandel behalten haben. Laut ihm sei alles in den Händen der Regierung verblieben. Er sagte, er habe nur eine Uhr seines Vaters geerbt.

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