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Infografiken sagen mehr als tausend Worte über die menschlichen Tragödien im Jemen

Alle Links in diesem Artikel führen, soweit nicht anders ersichtlich, zu Webseiten auf Englisch.

Ruba Aleryani, eine jemenitische Studentin an der Brown University in den USA, fasst die menschlichen Tragödien im Jemen in Aufmerksamkeit erregenden Infografiken zusammen. Die 20-jährige Ruba lebt und studiert in den USA die Fächer Entwicklung und Naher Osten. Sie beschreibt sich in ihrer Twitter-Biografie als aufstrebende Schriftstellerin und Fotografin und verwendet oft den Hashtag #YemenInNumbers in ihren Tweets, um auf die Situation in ihrem Heimatland nach einem Monat Krieg hinzuweisen. Sie beleuchtet künstlerisch die Themen, über die sonst kaum berichtet wird –– sie deckt die humanitäre Lage im Jemen durch Datenvisualisierung auf und zeigt das Land mittels Fotografie und Film in einem gänzlich neuen Licht.

Die Streitkräfte der arabischen Koalition bombardieren seit 26. März den Jemen unter der Führung Saudi-Arabiens aus der Luft. Die Angriffe sind jedoch nicht nur auf militärische Ziele oder das Hauptziel beschränkt, die Houthi-Kämpfer, die den Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi im Januar aus Sana'a, der Hauptstadt Jemens, vertrieben und die Stadt unter ihre Kontrolle brachten.

Die südliche Hafenstadt Aden, in der die Houthis und Kämpfer, die dem früheren Präsidenten Jemens, Ali Abdullah Saleh die Treue halten, ihre Gegenangriffe vorbereiten, wurde ebenfalls massiv zerstört.

Saleh dankte nach drei Jahrzehnten als Präsident nach Protesten der Bevölkerung im Jahr 2011 ab und übergab Hadi über eine vom Golfkooperationsrat unter der Leitung Saudi-Arabiens ausgehandelte Abmachung die Macht. Die gleichen Staaten bombardieren zurzeit den Jemen. Saleh kontrolliert weiterhin einen Großteil der jemenitischen Armee und hat ungebrochenen Einfluss auf das ärmste aller arabischen Länder.

Ruba begann am 7. April mit diesen Tweets, bevor sich die Anzahl der Opfer verdoppelte. Nach UNHCO-Angaben von Gesundheitseinrichtungen wurden bislang mindestens 1.244 Menschen getötet und 5.044 Menschen verletzt.

Ich fange die Serie “#Yemen in Numbers” (Jemen in Zahlen) an. Dies ist meine erste Infografik, die sich auf Statistiken der #UN stützt (schwankend/Schätzung).

— Ruba A. (@raleryan), 7. April 2015

Teil 2 meiner Reihe “#Yemen in Numbers” (Der Jemen in Zahlen). Mehr dann morgen. #YemeninNumbers

— Ruba A. (@raleryan), 7. April 2015

Sie twitterte über die jemenitischen Kinder, die im Krieg getötet wurden:

#YemeninNumbers: Laut einer Schätzung von UNICEF sind bisher 74 Kinder im Konflikt im #Yemen ums Leben gekommen. #KefayaWar

— Ruba A. (@raleryan), 8. April 2015

Und in 19 von 22 Gouvernements des Jemen können Kinder aufgrund der eskalierenden Gewalt nicht zur Schule gehen:

#YemenInNumbers: #UNICEF berichtet, dass mehr als 1 Million Kinder im #Yemen aufgrund des Konflikts die Schule nicht besuchen können.

— Ruba A. (@raleryan), 9. April 2015

Sie machte auch auf den Einsatz von Kindersoldaten im Jemen aufmerksam:

#YemeninNumbers: Ein Drittel der Kämpfer sind Kinder. #Yemen #UNICEF

— Ruba A. (@raleryan), 10. April 2015

Weitere Infos: Mindestens 115 Kinder im Krieg im Jemen getötet

Sie vergaß auch nicht auf die circa 10.000 im Ausland festsitzenden Jemeniten:

#YemenInNumbers: Es wird berichtet, dass ca. 4000 #Yemeniten in Flughäfen auf der ganzen Welt festsitzen.

— Ruba A. (@raleryan), 8. April 2015

Und sie wies auf die intern Vertriebenen hin, deren Anzahl sich seit ihrem Tweet verdreifacht hat:

#YemeninNumbers: Die Anzahl der intern im #Yemen vertriebenen Personen ist um mehr als 100.000 gestiegen. #KefayaWar

— Ruba A. (@raleryan), 10. April, 2015

Weitere Infos: Der Krieg lässt im Ausland festsitzende und im eigenen Land vertriebene Jemeniten zurück

Am 11. April machte sie auf die unsichere Versorgungslage Jemens und die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten aufmerksam:

#YemenInNumbers: 11,5 Millionen #Yemeniten konnten sich vor dem Krieg nur schwer Lebensmittel besorgen. #OpDecisiveStorm + #Houthis steigern die Unsicherheit der Versorgungslage.

— Ruba A. (@raleryan), 13. April 2015

Ruba aktualisiert ihre Infografiken laufend mit den neuesten Zahlen der Vereinten Nationen:

#YemenInNumbers: #Yemen hängt bei Weizen zu 90 % und bei Reis zu 100 % von Importen ab. #WFP #FoodCrisis

— Ruba A. (@raleryan), 11. April 2015

Am 14. April zeigte sie die Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und Medikamenten auf:

#YemenInNumbers: Laut #Oxfam haben sich die Lebensmittelpreise im #Yemen seit Beginn des Konflikts verdoppelt.

— Ruba A. (@raleryan), 14. April 2015

#YemenInNumbers: Die Preise für Medikamente haben sich aufgrund der Engpässe bei der medizinischen Versorgung um mehr als 300 % erhöht. #Yemen

— Ruba A. (@raleryan), 28. April 2015

#YemenInNumbers: Preise für Weizen und Mehl haben sich in einem Land, in dem mehr als 50 % unter der Armutsgrenze leben, um mehr als 40 % erhöht.

— Ruba A. (@raleryan), 28. April 2015

#YemenInNumbers: Laut @UNICEF wurden im #Yemen 115 Kinder getötet und 172 verstümmelt. #KefayaWar

— Ruba A. (@raleryan), 29. April 2015

Sie hat auch ein Video mit dem Titel „Voices of Yemen“ (Die Stimmen des Jemen) gedreht, in dem sie zu einem Ende des Krieges aufruft und die Kampagne #KefayaWar unterstützt:

Und vor Kurzem verfasste sie einen satirisches Test für sogenannte „Jemen-Experten“ auf Buzzfeed, den jeder, der einen Artikel über den Jemen schreiben will, zuerst bestehen sollte:

Ein Screenshot mit einer der 10 Fragen des Tests für "Jemen-Experten"

Ein Screenshot mit einer der 10 Fragen des Tests für „Jemen-Experten“

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