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Acht außergewöhnlich talentierte Menschen aus dem Jemen, die jeder kennen sollte

Alle Links führen, soweit nicht anders gekennzeichnet, zu englischsprachigen Webseiten.

Gibt man bei Google “Jemen” als Suchbegriff ein, erhält man als Suchergebnis wahrscheinlich Schlagzeilen über Drohnenangriffe, Al-Qaida-Angriffe, Entführungen und Tötungen. Allerdings besteht der Jemen aus mehr als nur Gewalt über die man in den Medien liest. Der Jemen ist ein Land reich an Geschichte, kulturellem Erbe und Menschlichkeit [de], doch der Fokus ist in letzter Zeit von all dem abgewichen.

Die Forscherin Atiaf Alwazir betont:

Wir sind nicht nur Schlagzeilen in den Medien. Wir sind ein Land reich an Vielfalt, Schönheit und Liebe. Besucht https://t.co/Dbw3Ey8v4L @HumansofYemen #Yemen

Im Folgenden werden einige der vielen talentierten jungen jemenitischen Menschen vorgestellt, die den meisten Lesern wahrscheinlich noch unbekannt sind. Manche von ihnen sind Regisseure, die sich in der Filmindustrie einen Namen gemacht haben, es ist aber auch ein Videograf dabei mit einem besonderen Talent dafür, Schönheit filmisch einzufangen, eine Fotografin, die soziale Normen und Stereotypen auf den Prüfstand stellt, ein talentierter Künstler mit einer Botschaft sowie ein Musiker, der auf beeindruckende Art und Weise auf einem orientalischen Instrument neue westliche Melodien spielt.

Sarah Ishaq

Ameen Alghabri, Sara Ishaq and AbduRahman Hussain at the Oscars

Ameen Alghabri, Sara Ishaq und Abdulrahman Hussain bei der Oscar-Verleihung

Sara ist eine 29-jährige jemenitisch-schottische Regisseurin, deren Film den blutigsten Tag der Revolution des Jemen dokumentiert, den 18. März 2011. Dieser Tag ist bekannt als Karama-Freitag oder auch Freitag der Würde. Zusammen mit zwei anderen Filmemachern, Ameen Alghabri und Abdulrahman Hussain, brachte ihr der Film “Karamah Has No Walls” (Würde hat keine Wände) 2104 eine Oscar-Nominierung in der Kategorie “Bester Dokumentar-Kurzfilm” ein. Sie war die erste Jemenitin und eine der wenigen Araberinnen, die es so weit geschafft hatten.

Sara führte auch bei “The Mulberry House” (Das Maulbeeren-Haus) Regie, einer persönlichen Erzählung über ihre Familie und die Revolution innerhalb ihres Zuhauses, die vom Umbruch in den eigenen vier Wänden während des Arabischen Frühlings handelt. Ihr zweiter Dokumentarfilm wurde bei vielen Filmfestivals vorgeführt, wie beispielsweise dem Internationalen Dokumentarfilmfestival und dem Human Rights Watch Film Festival. Sara arbeitet zur Zeit an ihrer dritten Dokumentation.

Ein Film des jemenitischen Regisseurs Mohammed Al-Asbahi schaffte es ins Finale von TropFest Arabia 2013. “Adults Only” (Nur für Erwachsene) ist eine tragische Geschichte über Kindsbräute im Jemen.

(Video von TROPFEST Arabia bei YouTube hochgeladen)

Der erste Spielfilm aus dem Jemen überhaupt und der erste jemenitische Film, der bei den Filmfestspielen in Cannes vorgeführt wurde, war der Film “A New Day in Old Sanaa'a” (Ein neuer Tag im alten Sanaa) aus dem Jahr 2005 von dem jemenitisch-britischen Regisseur Bader Ben Hirsi. Das 90-minütige romantische Drama zeigt den Konflikt zwischen modernen und alten Werten in der konservativen muslimischen Gesellschaft im Jemen.

(Video von abdullah4140 bei YouTube hochgeladen)

Abdulrahman M. Hussain

Dieser talentierte Filmemacher, unter seinen Freunden als Afro bekannt, ist das Rückgrat der SupportYemen-Medienkampagne, die soziale und politische Probleme im Jemen aufzeigen möchte. Abdulrahman schrieb und drehte in Zusammenarbeit mit Ziryab Alghabri den Film “The Gift Maker” (Der Geschenkemacher) und war bei “Karamah Has No Walls” mit regieführend. Außerdem war er bei allen Videos von SupportYemen für Regie und Schnitt zuständig. Die Videos gibt es hier zu sehen.

(Video von Zoomcompetition bei YouTube hochgeladen)

Ameen Alghabri

Ameen Alghabri ist ein vielseitig talentierter Film- und Fotoregisseur, der an zahlreichen jemenitischen Film- und Dokumentarproduktionen, wie beispielsweise “Karamah Has No Walls”, beteiligt war. Er ist zudem der beste Fotograf des Jemen, dem es gelingt die einzigartige Schönheit der jemenitischen Landschaft in Fotos festzuhalten. Auf seiner Webseite kann man einen Blick auf seine herausragenden und weitverbreiteten Fotografien werfen.

Ziryab Alghabri

Ziryab Alghabri ist ein talentierter Videograf, der bei Filmen wie “The Gift Maker”, Gewinner des British Council's Zoom-Wettbewerbs, Co-Regie führte und diese produzierte. Zuletzt produzierte er diesen großartigen Trailer über die Insel Sokotra, als Teil eines Projektes, mit Hilfe dessen für diese wunderschöne Insel im Jemen geworben werden soll.

(Video von Gabreez Studioz bei YouTube hochgeladen)

Abdulrahman Jaber

Addulrahman Jaber ist ein bildender Künstler, Designer und Fotograf mit einem kreativen Geist und einer Leidenschaft dafür Weltmarken zu kreieren. Seine Webseite beleuchtet seine vielen Talente und bietet einen Überblick über die Werke, an denen er mitgearbeitet hat.

Boushra Almutawakel

Boushra Almutawakel, Mutter von vier Kindern, arbeitet als freiberufliche Fotografin und wurde 1999 als die erste jemenitische Fotografin ausgezeichnet. Almutawakel ist für ihre mutigen Porträts der Hidschab-Serie bekannt. Ihre Arbeiten fordern sowohl die sozialen Normern heraus, mit denen sie aufgewachsen ist, als auch stereotypische westliche Vorstellungen über Frauen im Nahen Osten.

The Hijab Series: Mother, Daughter, Doll by Boushra Almutawakel

Die Hidschab-Serie: Mutter, Tochter, Puppe von Boushra Almutawakel

Murad Subay

Murad Subay at work

Murad Subay bei der Arbeit

Der 26-jährige Murad Subay, auch bekannt als Banksy des Jemen, ist ein talentierter Graffiti-Künstler, der Kunst nutzt um friedlich zum Handeln aufzurufen, indem er politische und soziale Nachrichten an den Wänden und Mauern der Stadt anbringt. Der junge Künstler startete seine erste Kamapgne “Color Your Street's Wall” (Bemale die Mauern deiner Straße) im März 2012, die erste dieser Art im Jemen. Im September 2012 malte er in seiner zweiten Kampagne mit dem Titel “The Walls Remember Their Faces” (Die Wände erinnern sich an ihre Gesichter) die Gesichter der “gewaltsam Verschwundenen” in Sanaa, Ibb, Taizz und al-Hudaida.

Am 4. Juli 2013 startete er eine weitere Kampagne mit dem Titel “12 Hours” (12 Stunden). Dabei bemalte er die Wände in der Hauptstadt Sanaa in zwölf aufeinanderfolgenden Monate für jeweils zwölf Stunden mit immer anderen Motiven. In seinen Kampagnen geht es um Themen wie staatlich ausgeführte Entführungen, Waffenkontrolle, Sektierertum oder den Kampf gegen Drohnen.

A graffiti by Murad Subay demanding a weapon-free peaceful life.

Ein Graffiti von Murad Subay, auf dem ein waffenfreies, friedliches Leben gefordert wird.

Seine Kunst beschreibt Murad folgendermaßen: “Street Art bietet die großartige Möglichkeit innerhalb kürzester Zeit ein Problem hervorzuheben. Nehmen wir zum Beispiel das Sektierertum, ich brauche keinen stundenlangen Vortrag, mit Street Art brauche ich nur einen Sekundenbruchteil.”

Al-Arabiya interviewte Subay 2012, während er an seiner ersten Kampagne arbeitete. In diesem Video sind einige seiner Wandgemälde zu sehen.

Subay wurde als Gewinner des “Art For Peace Award” [it] im Jahr 2014 ausgewählt. Dieser Preis wird von der italienischen Stiftung “Veornesi” jährlich an Künstler weltweit verliehen, die versuchen durch ihre Kunst die Kultur des Friedens zu verbreiten. Subay wird den Preis am 14. November bei der sechsten internationalen Friedenskonferenz in Mailand, Italien erhalten.

Die jemenitische Aktivistin Rooj Al-Wazir teilte über ihren Instagram-Account einige von Subays Werken und fügte diesen Kommentar hinzu:

Yemeni artists & activists often take their talents and opinions to the streets, the very place of resistance. These cement walls have been most useful for the creation of images for social justice. #art #graffiti #socialjustice #creativeresistance #sanaa #yemen

Jemenitische Künstler und Aktivisten tragen ihre Talente und Meinungen oft auf die Straße, den Ort des Widerstandes schlechthin. Diese Betonmauern waren äußerst hilfreich für die Kreation von Bildern für soziale Gerechtigkeit. #Kunst #Graffiti #SozialeGerechtigkeit #KreativerWiderstand #Sanaa #Jemen

Ahmed AlShaiba

Ahmed Alshaiba ist ein talentierter jemenitischer Musiker, der sein Können zum wiederholten Male unter Beweis stellt, indem er eine eigene Version der Titelmelodie von Fluch der Karibik auf der Ud, einem Saiteninstrument aus dem Nahen Osten, spielt.

(Video von Ahmed AlShaiba bei YouTube hochgeladen)
Sein erster sensationaller Hit “Smooth Criminal” verbreitete sich in Blitzesschnelle in den sozialen Medien.

Dies ist nur eine kurze Liste der zahlreichen jungen Multitalente, von denen es viele im Jemen gibt und auf die das Land sehr stolz ist. Wie man sieht, hat der Jemen jede Menge Talent!

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