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Saudi Arabien: Straßen gesperrt für Joggerinnen

Eine Straße in Asir, Saudi Arabien, in der früher viele Frauen Sport trieben, wurde vor kurzen für Joggerinnen gesperrt, weil der Ort von der Haia (der islamischen Religionspolizei) für unsicher erklärt wurde.

Die Haia begründet dieses vorgehen mir der schlechten Beleuchtung und der Kriminalität in der Umgebung. Trotzdem sind viele Blogger mit diesem Vorgehen nicht einverstanden, und vermuten andere Gründe für die Entscheidung.

Ahmed Faraz Rao, Kommentator bei Arab News, bittet:

Sollte der Platz unsicher sein für Frauen, dann macht ihn sicher,  statt den Frauen das Joggen zu verbieten.

Wenn ein Ort unsicher ist, sollten die Menschen dort dann verschwinden, oder sollte die Polizei sich einschalten und den Ort sicherer machen?

Saudi Jeans, der darauf hinweist dass Jogger aus der Gegend die Straße sowohl für gut beleuchtet als auch für sicher halten, fühlt sich an eine futuristische “Pre-Crime”-Einheit erinnert:

Man kann sagen, diese Entscheidung der Haia ist Teil eines Präventivschlags, der dem Opfer die Schuld gibt. Statt die Frauen in den angeblich unsicheren Gebieten zu schützen indem man Menschen verhaftet, die sie belästigen wollen, werden die Frauen am Sport gehindert… Natürlich ist dieses Verhalten nicht neu und verwundert bei der Haia auch nicht …

American Bedu weist darauf hin, dass die Entscheidung nicht ohne Vorgeschichte ist:

Die Ministerien haben bereits vorher in diesem Bereich durchgegriffen. Letztes Jahr wurden viele Fitness-Studios für Frauen verboten, die nicht von den Regierungsbehörde genehmigt wurden. Statt diese Orte als Geschäfte anzusehen, weil die Frauen hier Sport treiben statt einzukaufen oder sich die Haare machen zu lassen, war eine Genehmigung notwendig.

Und sie spricht auch die Schwierigkeit an, als Frau in Saudi Arabien fit zu bleiben:

Viele saudische Schulen haben keinen Sportunterricht für die Kinder. Frauen werden nicht dazu ermutigt, Sport zu treiben. Wenn eine Frau nicht sehr motiviert und diszipliniert ist und Zuhause trainiert, ist es nicht immer möglich die Gebühren für einen privates Fitnessstudio aufzubringen, beziehungsweise für den Transport dorthin. Männer hingegen können in bequemen Hosen einfach vor die Tür gehen und losjoggen. Fitnessstudios für Männer gibt es reichlich. Man kann die Center von der Straße aus sehen und den Männern durch die typischen großen Fensterscheiben beim Training zusehen.

America Bedu sagt auch, dass es bei Fitness nicht um Eitelkeit, sondern Gesundheit geht. Abu Sinan sieht das ähnlich, und schreibt in einem Kommentar zu diesem Artikel:

Das ist einer der Gründe, warum Diabetes so ein großes Problem ist bei den Saudischen Frauen: Kein Sport, ungesundes Essen, das kommt alles zusammen!

Qusay hat in seinen Kommentaren bei Saudi Jean einen recht zynischen Ansatz:

Ich würde wetten, dass da jemand Heimtrainer verkauft und nun sein Geschäft ankurbeln möchte, indem er Sport im Freien verbietet.

Meanwhile, Qusay commenting on Saudi Jean‘s blog has a more cynical approach to the matter:

I would like to bet that someone is selling home exercise equipment and trying to ban all activities outside so he would sell more

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