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Ägypten: Twitter als Hilfe für eine Gemeinde in Kairo

Dieser Artikel ist Teil unserer Sonderberichterstattung Revolution in Ägypten 2011.

Aufgrund der riesigen Wirkung, die soziale Medien auf die Revolution in Ägypten hatten, entschloss sich der ägyptische Blogger und Twitter-User Mahmoud Salem (@SandMonkey) mit einer lokalen Non-Profit-Organisation zusammenzuarbeiten, um die Macht von Twitter zum Sammeln von Spenden zu nutzen. Mit den Spenden sollte ein armer Stadtteil von Kairo mit grundlegenden Dienstleistungen versorgt werden.

Ezbet Khairalla ist eine der größten ungeplanten Siedlungen in Ägypten und umfasst eine Gemeinde von fast 650.000 Einwohnern. Die Siedlung erstreckt sich über ca. 12 Quadratkilometer auf einem felsigen Plateau im Süden von Kairo und wächst. Obwohl Ezbet Khairalla innerhalb der Stadtgrenze von Kairo liegt, fehlt es an den meisten grundlegenden Leistungen; nicht nur Abwasser und Müllabfuhr, sondern auch unzureichende Bildungseinrichtungen, ein schlechter allgemeiner Gesundheitszustand und schlechte soziale Dienste stellen Probleme dar.  Aufgrund dessen gilt das dicht besiedelte Gebiet als Nährboden für Kriminalität und soziale Unruhen.

Tweeps visited a kindergarten in Ezbet Khairallah, Cairo. Photo by @pakinamamer (July 30, 2011)

Tweeps besuchte einen Kindergarten in Ezbet Khairallah, Kairo. Foto von @pakinamamer (30. Juli 2011)

Ezbet Khairallah street

Straße in Ezbet Khairallah von @pakinamamer auf Yfrog

Um die Lebensqualität in Ezbet Khairalla zu verbessern, begann Khair Wa Baraka (Frieden und Überfluss), eine im Jahr 2004 gegründete Organisation, mit der Arbeit an Bildungs-, Gesundheits- und Umweltprogrammen. Diese wurden iniziiert, nachdem Recherchen ergaben, dass Müll und Abwasser die größten Probleme in der Gemeinde  darstellten. Außerdem wurden eine mobile medizinische Versorgung sowie Pilot-Bildungszentren eingerichtet.

Mit der Unterstützung von Twitter-Usern sammelte Frieden und Überfluss 2 Million Ägyptische Pfund (über 330.000 US-Dollar) und schaffte Bewusstsein für die Gemeinde. Salem nannte seine Initiative „tweetback“ (@tweetbackevent). Sie stützte sich auf das soziale Kapital von 20 äußerst aktiven Twitter-Usern, die zusammen über eine Viertel Million Follower haben. Jeder dieser User sammelte Spendengelder und bot teilnehmenden Unternehmen im Austausch PR unter ihren Followern an. Die Initiative erreichte durch die Hilfe dieser Twitter-User nicht nur einen hohen Bekanntheitsgrad, sie erklärten auch, wie geholfen werden kann.

Tweeten beim Tweetback-Event. Foto von Rania Helmy, einer Co-Organisatorin.

Frieden und Überfluss hielt am 26. Juli 2011 eine Spendenveranstaltung  im Marriott Hotel in Kairo ab, bei der bekanntgegeben wurde, dass bereits 1.349.000 Ägyptische Pfund (226.600 US-Dollar) zusammen gekommen waren.

Die anwesenden Twitter-User tweeteten außerdem jeden Spender mit dem jeweiligen Spendenbetrag. Unter den Spendern befanden sich z. B. ein Getränkeunternehmen, ein Mobilnetzbetreiber und sogar anonyme Spender. Außerdem wurde eine Kurzwahlnummer eingerichtet, über die per Anruf 3 Ägyptische Pfund (0,50 US-Dollar) gespendet werden konnten. Dabei wurde erneut Twitter zur Verbreitung der Informationen genutzt.

Die Organisatoren von Tweetback glauben, dass dies nur ein erster Schritt war. Salem schrieb auf seinem Blog: „Es wird nur dann mehr solcher Initiativen geben, wenn ihr diese erste Initiative unterstützt. Sie benötigt aufgrund des Timings und der Neuartigkeit dringend deine Hilfe durch Spenden.“ Frieden und Überfluss nannte Ezbet Khairalla den Prototyp einer „ungeplante Siedlung“, die entwickelt werden muss. Vielleicht gibt es in Zukunft mehr solcher Initiativen, um noch weitere ungeplante Siedlungen zu entwickeln.

Dieser Artikel ist Teil unserer Sonderberichterstattung Revolution in Ägypten 2011.

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