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Legale Abtreibung innerhalb und außerhalb Argentiniens: Solidarität und öffentliche Auftritte unterstützen die Bewegung

Kundgebung vor dem argentinischen Kongress. “Auf Initiative von argentinischen Journalistinnen und mit Unterstützung der Mitglieder aller Chartas, die die Abwicklung des Gesetzesentwurfes bis zu seiner Umsetzung verfolgen, wurde dieser Aufruf geboren. Gekleidet wie in dem Film ‘Die Geschichte der Dienerin’, mit gesenktem Kopf und in Stille… “. Screenshot des Videos von LaVacaTV auf YouTube.

Diesen Mittwoch, den 8. August, entscheidet eine verlängerte Sitzung des argentinischen Senats über den Gesetzesentwurf der Freiwilligen Unterbrechung der Schwangerschaft [auf Spanisch IVE = Interrupción Voluntaria del Embarazo), vorgelegt auf Bestreben der landesweiten Kampagne für legale, sichere und kostenfreie Abtreibung. Bereits die Hälfte der Abgeordneten gab dem Projekt am 13. Juni diesen Jahres nach einer ausgedehnten und anstrengenden Debatte, begleitet von Mahnwachen auf der Straße, ihre Stimme.

Die historische Errungenschaft in der Abgeordnetenkammer ging um die Welt und zog so die Aufmerksamkeit von Organisationen, Medien und Bürgern auf sich, die ihr Augenmerk bis zur endgültigen Abstimmung im Senat auf Argentinien richten. Die nationale Kampagne appellierte mit ihrem “pañuelazo internacional” (zu Deutsch: großes internationales Tuch) an die Solidarität in der Gesellschaft, dem feministische Bewegungen zahlreicher Städte der Welt folgten.

Der Kampf der Frauen und diese grüne Flut sind international! Aus London fordern wir gemeinsam: legale, sichere und kostenlose Abtreibung in Argentinien. Komm und schließe dich uns an, Solidarität ist unsere Waffe!

Am Mittwoch haben wir uns in Barcelona versammelt, damit legale, sichere und kostenlose Abtreibung in Argentinien zum Gesetz wird

Das Thema hat große soziale Sensibilität geweckt, weil es Aspekte berührt, die von politisch und ideologisch über persönlich und religiös reichen. In den sozialen Netzwerken und auf der Straße verstärkte sich die Bewegung, die Debatten für und gegen das Projekt nahmen zu. Die nationale Kampagne führte den sogenannten “grünen Dienstag” ein, der während der Kundgebungen jede Woche vor dem Kongress stattfindet. Es gab auch mehrere Demonstrationen gegen das Projekt: die letzte war am Samstag, den 4. August, als eine Menschenmasse einen großen Teil der Avenida 9 de Julio in Buenos Aires besetzte. Organisiert wurde sie von religiösen Gruppen und Pro-Life-Organisationen.

Gesegnet sei die Frucht… der Solidarität

Eine der beeindruckendsten Kampagnen mit der größten internationalen Wirkung war die Mahnwache des Kollektivs Periodistas Argentinas. Die Aktivistinnen demonstrierten und formierten sich vor dem Kongress mit roten Umhängen und weißen Hauben, eine Anspielung an “Der Report der Magd“, den Roman der kanadischen Schriftstellerin und Aktivistin Margaret Atwood, der unter dem Namen “Die Geschichte der Dienerin” verfilmt wurde.

Während der Kundgebung werden Zeilen der Autorin gelesen, in denen die Zusammenhänge zwischen dem Erscheinen des Romans und der Ideen, die diesen angetrieben haben, erklärt werden.

Am Mittwoch, den 8. August, wird zu einer landesweiten Mahnwache um den Kongress und in den wichtigsten Städten des Landes aufgerufen. Diese wird in verschiedensten Teilen der Welt mitverfolgt und von der Farbe Grün begleitet: als Zeichen für den Kampf um legale, sichere und kostenfreie Abtreibung.

In den auf Twitter verbreiteten Nachrichten kann man sehen, wie die Unterstützung dieser argentinischen Angelegenheit bald andere Anhänger fernab nationaler Grenzen gefunden hat. Zwei Beispiele sind die Fragen zur teilweisen Legalisierung der Abtreibung in Chile sowie die regionale Kampagne #VivasNosQueremos (zu Deutsch: lebend lieben wir uns). Dazu gehört der Protest gegen frauenfeindliche Gewalt in den 14 von 25 lateinamerikanischen Ländern mit der höchsten Quote an Frauenmorden.

Screenshot der gesammelten Bilder der Autorin dieses Posts, die die Solidaritätsbekundungen an die argentinische Bewegung für legale Abtreibung in mehreren Ländern zeigen.

Nur wenige Stunden vor dieser historischen Debatte zeichnet sich ein sehr umstrittenes Ende ab. Die Stimmenhochrechnungen, die aktuell erhoben werden, enthüllen eine Tendenz gegen die Verabschiedung des Gesetztes. Nur sehr wenige Senatsabgeordnete seien unentschieden, trotzdem sind Enthaltungen sowie Überraschungen in letzter Minute denkbar. Trotzdem: Der Kampf auf den Straßen geht weiter.

8. August, 12:00: Demonstration für legale Abtreibung in ARGENTINIEN UND PUERTO RICO

Royal Bank Building, Hato Rey
Cruce Calle Bolivia / Ave. Ponce de León

Diejenigen, die etwas zu entscheiden haben, sind hier: genau die hier!

An diesem 8. August sind wir in Ecuador mit all unserer Energie bei euch. Es handelt sich um einen großen Fortschritt für unser Südamerika.

Bildung, um zu entscheiden; Verhütung, um nicht abzutreiben; abtreiben, um nicht zu sterben.

Auch wir schließen uns dem Pañuelazo Internacional an und erwarten die Ergebnisse der Stimmauszählung im argentinischen Senat.

Diesen 8. August ist Abtreibung in Argentinien legal, morgen wird sie es in ganz Lateinamerika sein!

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