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Erneute Ausschreitungen gegenüber Immigranten überfluten Südafrika

Demonstration gegen Xenophobie in der Jeppe Street, Johannesburg, außerhalb von Little Ethiopia. 23. April 2015. Foto: Dyltong / CC 4.0

Südafrika wird zur Zeit erneut von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen gegenüber afrikanischen Immigranten überflutet. Begleitet von ihren eigenen xenophoben Sprechgesängen plünderten diese Woche Demonstranten in Pretoria sowie Johannesburg Geschäfte und Wohnungen von Ausländern und brannten diese nieder.

2008 und 2015 wurde das Land von ähnlichen Gewaltausbrüchen geplagt, bei denen mehrere Menschen getötet und ein großer Sachschaden verursacht wurde.

Nach einer großen Demonstration gegen Immigranten am Freitag in Pretoria setzte die Polizei Blendgranaten und Gummigeschosse ein, um die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Immigranten, die auf die offizielle Demonstration folgten, aufzulösen.

Die Demonstranten schreiben Südafrikas hohe Kriminalitätsrate – insbesondere den illegalen Drogenhandel und Prostitution – Immigranten zu und beschuldigen diese, Südafrikanern die Jobs wegzunehmen. Schätzungen zu Folge leben derzeit rund 2,2 Millionen Immigranten in Südafrika. Das Land ist eines der Hauptziele für Asylsuchende auf dem afrikanischen Kontinent.

Aussagen des südafrikanischen Präsidenten, Jacob Zuma, zu Folge sind Südafrikaner nicht xenophob. Sie haben aber die Nase voll von Kriminalität, sagt er.

Viele Menschen verurteilten die neueste Gewaltwelle gegenüber Immigranten im Internet und manche stellten Theorien auf, weshalb so viele Menschen in Südafrika dermaßen empfänglich für Xenophobie zu sein scheinen.

Laut Leandri J van Vuurens Tweet lässt sich alles auf das Versagen der Regierung zurückführen:

Gründe für Xenophobie in Südafrika: Ressourcenknappheit, Mangel an Wohnstätten, Dienstleistungserbringung, Bildung & Jobs. Die Regierung lässt uns im Stich.

Lola de Lola behauptete, dass Xenophobie Südafrikas Probleme im Sozialbereich nicht lösen könne:

Jede Gesellschaft in dieser verrückten Welt hat tiefgreifende soziale Probleme, aber Xenophobie ist keine Lösung, wir sollten uns schämen. Hör auf damit Südafrika.

“Lord Skibabs” twitterte, dass Kriminalität keine Staatsangehörigkeit habe:

“Bekämpft Kriminalität, nicht unsere afrikanischen Nachbarn” Kriminalität hat keine Staatsangehörigkeit.

Im Bild: Afrika halte zusammen. Sag nein zu Xenophobie.

Abdulrahman beklagte:

Südafrika… das entspricht nicht der Regenbogen-Nation, die du einmal warst!

Der Begriff “Rainbow nation” wurde 1994 zunächst von Erzbischof Desmond Tutu geprägt und beschreibt das Südafrika nach der Apartheid. Später verschaffte Nelson Mandela, Südafrikas erster Präsident, dem Ausspruch Bekanntheit.

Amandla bemerkte, dass die Gewalt größtenteils auf Staatsangehörige afrikanischer Länder gerichtet war, und schrieb:

“Südafrika gehört allen, die in diesem Land leben” lässt sich nicht auf Angehörige afrikanischer Staaten anwenden, aber auf weiße Ausländer? Sidakiwe la eMzansi.

Samba Thiam, Leiter der Wirtschaftsabteilung der senegalesischen Botschaft in Südafrika, teilte seine persönliche Erfahrung auf Twitter:

Ausländer mit Kriminalität in Verbindung zu bringen, ist so dumm. Mir ist Xenophobie vom ersten Tag in Südafrika an begegnet und ich habe immer noch damit zu schaffen.

Manche meinen, dass der Begriff “Afrophobie” den Begriff “Xenophobie” ersetzen sollte:

Es gibt keine Xenophobie in Südafrika, sondern Afrophobie. Inder, Pakistanis und Weiße sind von diesen Attacken nicht betroffen.

Ein anderer Twitter-Nutzer mit dem Namen Munyati schlug folgendes vor:

Wenn wir so weiter machen, dann sollten wir darüber nachdenken, das “Afrika” aus Südafrika zu streichen.

Motshubane forderte eine landesweite psychologische Evaluierung:

Südafrika muss sich einer Art psychologischer Evaluierung unterziehen… es stimmt etwas nicht mit der Art, wie wir die Dinge sehen.

Al Jazeera-Korrespondentin Haru Mutasa appellierte an Journalisten, Südafrikaner über die Rolle, die andere afrikanische Länder im Kampf gegen die Apartheid spielten, aufzuklären:

Xenophobie, Journalisten müssen darüber berichten, wie die Region Südafrika während der Apartheid geholfen hat, vielleicht kann sich Unwissen ja in Wissen verwandeln?

Auf Facebook gab Robert Shivambu, ein Medienmanager, der mit Amnesty International arbeitet, zu:

Today is one of those days that I am ashamed to say that I am South African. #NoToXenophobia

Heute ist einer dieser Tage, an denen ich mich schäme, Südafrikaner zu sein.

Diejenigen, die die Demonstranten unterstützen, lehnen den Begriff “Xenophobie” ab. Joe Selimo, zum Beispiel, meinte, dass Südafrikaner Drogen und Prostitution bekämpfen, und nicht Immigration oder andere Kulturen:

Wieso ist es Xenophobie, wenn Südafrikaner Drogen und Prostitution in ihrer Nachbarschaft bekämpfen.
Schlussendlich sind es ja sie, die darunter leiden.

“Lemenemene” fragte, ob es nicht die Kritiker der Demonstranten seien, die xenophobe Neigungen der Südafrikaner begrüßen zu scheinen:

Wie kann man der xenophoben Sichtweise vieler Immigranten, dass Südafrikaner faul seien,
entgegenwirken, ohne xenophob zu wirken?

Senzo Mncwabe schrieb, dass Südafrikaner einfach Abstand brauchen:

Das ist keine Xenophobie. Jeder Einzelne sollte dorthin gehen, wo er oder sie geboren ist. Wir brauchen Platz in Südafrika. Das ist hier bitteschön nicht China.

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