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Philippinische Bauern protestieren und verlangen Unterstützung nach Schäden durch El Niño

Die Trockenheit breitet sich in einigen Provinzen der Insel Mindanao aus. Foto: Facebookseite der Rural Missionaries of the Philippines (RMP-NMR)

Die Trockenheit breitet sich in einigen Provinzen der Insel Mindanao aus. Foto: Facebook-Seite der Rural Missionaries of the Philippines (RMP-NMR).

Alle Links in diesem Artikel führen zu englischsprachigen Webseiten.

Seit März protestieren tausende hungrige Bauern auf der Insel Mindanao im Süden der Philippinen. In den Zentren der Städte fordern sie mit verschiedenen Mitteln die sofortige Freigabe von Reis, der für Katastrophenfälle reserviert ist.

Das Wetterphänomen El Niño hat zu akutem Wassermangel und der Austrocknung künstlich bewässerter Felder in den ländlichen Gebieten des Landes geführt. Die Bauern waren daher seit Monaten nicht in der Lage, die Felder zu bestellen. Zu Jahresbeginn wurde der Katastrophenzustand in vielen Provinzen von Mindanao ausgerufen, damit die lokalen Behörden nun für die betroffenen Menschen die für die Nahrungsmittelhilfe reservierten Gelder bereitstellen konnten.

Im März jedoch beschwerten sich viele Bauern, dass der von der Regierung gekaufte Reis in ihren Dörfern noch nicht verteilt wurde. Mehr als viertausend Bauern versammelten sich vor einem Reislager der Regierung in Kidapawan City und forderten die Ausgabe von Reis und Hilfsgeldern. Anstatt jedoch Reis an die Bauern zu verteilen, trieb die Polizei am 1. April die Protestbarrikaden auf der Straße gewaltsam auseinander.

Nach diesem Vorfall wurde unter dem Hashtag #BigasHindiBala (Reis statt Patronenkugeln) die Entscheidung der Polizei in Frage gestellt, Bauern anzugreifen, die nur um Essen gebeten hatten. Viele Internetnutzer hielten es für tragisch, dass die Nahrungsmittelproduzenten des Landes hungerten, während die Politiker sich nur sehr langsam um die Folgen der Zerstörungen durch El Niño kümmerten.

Eine Spendenaktion für Reis wurde ins Leben gerufen und von vielen Hilfsorganisationen, engagierten Bürgern und Prominenten unterstützt.

In der Stadt Arakan wird Reis verteilt, der von privaten Gruppen gespendet wurde. Foto: Facebookseite Bigas Hindi Bala

In der Stadt Arakan wird Reis verteilt, der von privaten Gruppen gespendet wurde. Foto: Facebook-Seite Bigas Hindi Bala

Ein Dorf in der Nähe der Stadt Magpet erhält Reis aus einer Spendenkampagne. Foto: Facebookseite Bigas Hindi Bala

Ein Dorf in der Nähe der Stadt Magpet erhält Reis aus einer Spendenkampagne. Foto: Facebook-Seite Bigas Hindi Bala

Einige Tage nach der blutigen Auflösung der Proteste in Kidapawan organisierten die Bauern in benachbarten Provinzen Mindanaos ihren eigenen Protest, um von der Regierung Reis einzufordern.

Der Bauernführer Ireneo Udarbe erläutert die Auswirkungen von El Niño auf die ländlichen Gemeinschaften im Norden von Mindanao:

Our livelihood is dependent on the land which is now too parched to grow anything. Farmers are innovative. We can look for alternative crops to plant, find some growths that are edible. But right now there is simply nothing – just hectares of dust that even weed won’t grow on.

Unser Lebensunterhalt hängt von dem Land ab, das jetzt zu ausgetrocknet ist, als dass wir etwas anpflanzen könnten. Bauern sind erfinderisch. Wir können uns nach anderen Pflanzen umsehen, die trotz der Dürre essbare Früchte tragen. Aber im Moment ist da einfach gar nichts – nur viele Hektare Staub, auf denen noch nicht einmal Unkraut wächst.

Bauern in Valencia, Philippinen, protestieren auf den Straßen und verlangen die Freigabe der Hilfsgelder. Foto: RMP-NMR

Bauern in Valencia, Philippinen, protestieren auf den Straßen und verlangen die Freigabe der Hilfsgelder. Foto: RMP-NMR

Etwa fünftausend Bauern versammelten sich in den Städten Valencia und Malaybalay, um die Regierung dazu zu bringen, Reis an die Opfer der Dürre zu verteilen.

Bauern protestieren in der Hauptstadt der Provinz Bukidnon. Foto: Facebookseite RMP-NMR

Bauern protestieren in der Hauptstadt der Provinz Bukidnon. Foto: Facebook-Seite RMP-NMR

Bauern demonstrieren in der Provinz Bukidnon. Foto: Facebookseite RMP-NMR

Bauern demonstrieren in der Provinz Bukidnon. Foto: Facebook-Seite RMP-NMR

Ihr Protest war erfolgreich, und der Gouverneur der Provinz versprach, jeder von El Niño betroffenen Bauernfamilie einen Sack Reis zu geben. Er gelobte auch, in Vorbereitung für die nächste Aussaat einen Sack Saatgut und zwei Säcke Dünger pro Hektar auszuteilen.

Der Gouverneur der Provinz spricht zu einer Gruppe protestierender Bauern. Foto: Facebookseite RMP-NMR

Der Gouverneur der Provinz spricht zu einer Gruppe protestierender Bauern. Foto: Facebook-Seite RMP-NMR

In der regionalen Hauptstadt der Provinz Süd-Cotabato blockierten dreitausend Bauern eine Nationalstraße und forderten die Verteilung von Reis. Nach fünf Tagen erklärte sich die örtliche Regierung bereit, bis zum Beginn der nächsten Erntesaison monatlich 25 Kilo Reis an alle von der Dürre betroffenen Bauern der Region bereitzustellen.

Bauern blockieren eine Nationalstraße in Koronadal City. Auf dem großen Banner steht:“Nahrung und Gerechtigkeit”. Foto: Kath Cortez. Quelle: Facebook

Protestierende Bauern blockieren eine Nationalstraße. Foto: Ace R. Morandante. Quelle: davaotoday.com

Protestierende Bauern blockieren eine Nationalstraße. Foto: Ace R. Morandante. Quelle: davaotoday.com

Erfolgreicher Protest: Bauern erhalten Reis aus einem Lagerhaus der Regierung. Foto: Kath Cortez. Quelle: Facebook

Erfolgreicher Protest: Bauern erhalten Reis aus einem Lagerhaus der Regierung. Foto: Kath Cortez. Quelle: Facebook

Bauern erhalten Reisspenden von der Regierung. Foto: Kath Cortez. Quelle: Facebook

Bauern erhalten Reisspenden von der Regierung. Foto: Kath Cortez. Quelle: Facebook

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