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Plötzlicher Anstieg der Wilderei überschattet Anstrengungen zum Tigerschutz in Nepal

Der bengalische Tiger - Panthera Tigris. Quelle: Shaunak Modi auf Flickr. CC BY 2.0

Der bengalische Tiger – Panthera Tigris. Quelle: Shaunak Modi auf Flickr. CC BY 2.0

Alle Links in diesem Artikel führen zu englischsprachigen Webseiten.

Mehr als ein Dutzend Tiger fielen in einem Jahr der Wilderei zum Opfer – das sind tragische Nachrichten in einem Land, das für einen neuen Rekord beim Schutz der Nashörner gefeiert wird: Kein einziges Nashorn wurde innerhalb von drei Jahren getötet.

Wie die Tageszeitung Annapurna Post berichtet, wurden die meisten Tiger in und um den Bardia National Park gewildert. Erst kürzlich wurde bejubelt, dass zwischen Februar 2013 und Februar 2014 kein einziger Tiger getötet wurde.

Da die Wilderer die Tierkadaver mitnehmen, sind Fälle von Wilderei schwierig zu verfolgen. Der ganze Tigerkörper – Krallen, Fell, Knochen und Fleisch – wird von den Wilderern auf dem internationalen Markt verkauft. Erst wenn kleinkriminelle Händler mit Tigerfell und Knochen in ihrem Besitz erwischt werden, erfahren die Behörden, dass die Tiere von organisierten Banden getötet wurden, die hinter dem illegalen Handel stecken.

Im letzen Jahr erwischte die Polizei Wilderer mit Tigerfellen und Knochen an mehreren Orten im Land. Dank des Einsatzes der Behörden wurde ein Wilderer festgenommen, der jahrelang auf der Flucht war, nachdem er Namo Buddha, den ersten Tiger mit GPS-Halsband, getötet hatte. Dennoch ist der gehäufte Aufenthalt von Banjara-Nomaden im westlichen Nepal Grund zur Sorge für Tierschützer und Sicherheitsbehörden. Menschen dieser Volksgruppe stehen im Verdacht, an Wilderei und illegalem Handel mit Tigerteilen beteiligt zu sein.

Verdoppelung der Tiger bis 2022

Obwohl die Wilderei von Tigern ein ernstes Problem bleibt, zeigen aktuelle Zählungen, dass die Anzahl der Tiger im Vergleich zur letzten Zählung um 63% zugenommen hat. Die letzte Zählung ergab 198 Tiger.

Das erste Mal seit 100 Jahren wachsen Tigerpopulationen weltweit, dank der Zunahme an Tigern in Indien, Russland, Nepal und Bhutan.

Die nepalesische Regierung will gemeinsam mit Umweltschutzorganisationen wie dem World Wildlife Fund for Nature (WWF) und dem National Trust for Nature Conservation (NTNC) die Anzahl der Tiger bis zum Jahr 2022 verdoppeln. Dieses Ziel ist kein unwahrscheinlicher Traum, wenn der Trend der Zunahme an Tigern anhält, erfordert aber die Bekämpfung der Wilderei.

Im Jahr 2010 versprachen die Regierungen von Indien, Russland, Nepal und Bhutan, die Anzahl wilder Tiger bis 2022 zu verdoppeln.

Seltene Tigersichtungen

Obwohl es immer mehr Tiger gibt, ist es in Nepal immer noch ein seltenes Ereignis, einen Tiger in der Wildnis zu beobachten. Wenn Menschen einen Tiger sehen, ist das bemerkenswert – auf gute oder schlechte Weise.
Der Journalist Ujjwal Acharya twitterte, als sein Team einen Tiger im Chitwan National Park in Nepal sah:

Glück gehabt – wir haben am 1.Januar 2016 einen Tiger auf unserer Dschungelsafari im Chitwan Nationalpark gesehen. Er hat uns lange angestarrt!

Im Februar wurde die Geschichte des niederländischen Touristen Gerard Van Laar bekannt. Er war vor einem Tiger in einen Baum geflüchtet, und wurde erst von einem einheimischen Fremdenführer gerettet. Van Laar überlebte, indem er sich zwei Stunden lang an einen Baum klammerte, während der Tiger unten auf ihn lauerte.

Nepal- Niederländischer Tourist überlebt Angriff durch Tiger nur knapp

Die majestätischen Tiere faszinieren nicht nur normale Menschen, sondern auch berühmte Prominente. Als der britische Prinz Harry kürzlich den Bardia Nationalpark in Nepal besuchte, ahmte er die Bewegungen eines Tigers nach, duckte sich und lief wie ein Tiger, und ließ sich dabei von einer Tierbeobachtungskamera filmen.

Prinz Harry inspiziert eine Kamerafalle, die zur Beobachtung von Tigern genutzt wird. In Bardia leben 50 Tiger – ein Anstieg verglichen mit 18 Tigern im Jahr 2009

Der Oskargewinner Leonardo DiCaprio bildet keine Ausnahme. Er spendete drei Millionen US Dollar an Tigerschutzorganisationen, als er den Bardia Nationalpark besuchte.

Leonardo di Caprio ist begeistert von Nepals „guten Fortschritten im Tigerschutz“

Um die Wilderei zu bekämpfen, haben Umweltschutzorganisationen sich verbündet. Mit gemeinsamen Aktivitäten im westlichen Nepal an der Grenze zu Indien wollen sie Aufmerksamkeit wecken. Zusätzlich zu den Anstrengungen von Prominenten und Umweltschützern sind die lokalen Gemeinden sehr wichtig für den Schutz der gestreiften Katzen. Kürzliche Berichte über eine Zunahme der Waldfläche um mehr als fünf Prozent in Nepal sind Anlass zur Hoffnung.

Gute Neuigkeiten: Nepals Waldfläche wächst!

Die Koordination zwischen den betroffenen Regierungsbehörden, Umweltschutzorganisationen und Gemeinden wird entscheidend sein, um die Anzahl der Tiger bis 2022 zu verdoppeln. Ihr Schutz wird wiederum wichtige Auswirkungen auf das Ökosystem und damit das Überleben der Menschheit haben.

Wenn der Tiger geschützt ist, ist der Wald geschützt. Der geschützte Wald wird den Tiger schützen. Also schützen wir die Menschen auf diesem Planeten, indem wir den Tiger und den Wald schützen.

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