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Für Südostasien war 2015 ein Jahr der Korruptions-Skandale

The Bersih (change) rally in Malaysia gathered more than 100,000 people, the biggest political demonstration in Southeast Asia in 2015. The protesters were demanding the resignation of the Malaysian prime minister who was being implicated in a corruption scandal. Photo by Emran Mohd Tamil, Copyright @Demotix (8/29/2015)

Bei der Bersih (Veränderung) Kundgebung in Malaysia versammelten sich mehr als 100.000 Menschen. Die größte politische Demonstration in Südostasien in 2015. Die Demonstrierenden riefen zum Rücktritt des malaysischen Premierministers auf, der in einen Korruptionsskandal verwickelt war. Foto von Emran Mohd Tamil, Copyright @Demotix (8/29/2015)

Drei Themen gerieten in die Schlagzeilen in Südostasien in 2015, nämlich die historische Wahlniederlage der militärisch gestützten Partei in Myanmar, der indonesische Nebel, der durch die Waldbrände ausgelöst wurde und die Korruptionsskandale von führenden Parteimitgliedern.

In Malaysia wurde der Premierminister beschuldigt bei einer auffälligen Banktransaktion mit einer landesgeführten Investmentfirma mehr als 600 Millionen US Dollar veruntreut zu haben. In Thailand wird die Junta, die 2014 die Macht ergriffen hat, mit einem Korruptionsvorwurf im Rahmen eines gebauten Parkes konfrontiert. In Indonesien, trat der Sprecher des Repräsentantenhaus aufgrund seiner Verwicklungen in einen erpresserischen Skandal von seinem Amt zurück. Und in den Philippinen wird der Vizepräsident gejagt nach seinen Plünderungen.

Der malaysische Premierminister Najib Abdul Razak gestand, dass er 600 Millionen Dollar auf seinem Bankkonto hat, leugnete aber, dass das Geld aus der Staatskasse stammte. Er gab an, dass ein Förderer aus dem mittleren Osten ihm dieses Geld für eine Wahlkampagne der Regierungspartei gespendet hatte. Viele zweifeln seine Erklärung an und forderten seinen Rücktritt. Dieser Skandal sorgte für lustigen Spott im Internet, während zeitgleich große landesweite Proteste organisiert wurden.

Das Wall Street Journal veröffentlichte einen investigativen Artikel über den fragwürdigen Geldtransfer des Premierministers und der 1MDB (1Malaysia Development Berhad), der staatseigenen Investmentfirma:

Leute, haltet euer Popcorn bereit

In Thailand wurde das Anti-Korruptions-Versprechen der Junta unglaubwürdig, nachdem Beschuldigungen öffentlich wurden, dass hohe Schmiergelder zum Bau des Rajabhakti Park in der Prachuap Khiri Khan Province gefordert wurden. Die Junta hatte den Bau des Parkes in Auftrag gegeben, der auch sieben große Statuen beinhaltete, zur Ehre der berühmtesten Könige der Monarchie. Ein General gab die Unregelmäßigkeit zu, die zu den offiziellen Untersuchungen geführt hatte, obwohl der Regierungssprecher betonte, dass der Preis für den Park nicht überteuert sei. Im letzten Monat ordnete die Junta die Schließung des Parkes auf unbestimmte Dauer an, um so politischen Protesten vorzubeugen. Währenddessen wurde FacebooknutzerInnen, die Infografiken über den Parkskandal geteilt und “gelikt” hatten, vorgeworfen sie hätten die Monarchie beleidigt, eine Straftat die einige Jahre Inhaftierung zur Folge haben kann.

Neue Prüfungen bezüglich des Rajabhakti Parks

Dieser Cartoon zeigte wie der Führer der Junta die Demonstrierenden von den Demonstrationen im Park abhält.

Cartoon des Tages : Rajabhakti Park Korruptionsskandal

In Indonesien, wurde der Sprecher des Hauses Setya Novanto beschuldigt, den Anteil von 20 Prozent des Freeport Bergwerkes im Wert von 4 Milliarden US Dollar gefordert zu haben. Als Gegenleistung bot er dem Unternehmen einen Vertrag an, der die Weiterarbeit im Land ermöglicht. Eine Tonfnahme zwischen Novanto und Führungskräften von Freeport wurde als Beweisstück bei der Polizei vorgelegt. Novanto gab zu, dies gefordert zu haben, bestand allerdings darauf dass dies nur im Spaß gesagt worden wäre. Es wurde in seinem Fall wegen des Verdachtes auf unethisches Verhalten ermittelt und er trat als Sprecher des Hauses am 16.12.2015 zurück. Sein Verhalten wurde in den größen Anteilen in Indonesien verurteilt.

Novanto ist in diesem Verhandlungspunkt kein Fremder. Im letzten September nahm er an einer Kundgebung des amerikanischen Präsidentschaftskanditaten Donald Trump teil, wofür er stark kritisiert wurde

Donald Trump: Werde ich hier in Indonesien gemocht? Setya Novanto: Ja sehr, Fadli Zon: Trump ist ein Freund Indonesiens.

Auf den Philippinen muss sich Vizepräsident Jejomar Binay mehreren Korruptionsvorwürfen stellen, die in Verbindungen mit ungewöhnlichen Verträgen stehen, die unterzeichnet wurden als er noch der Bürgermeister von Makati City, dem finanziellen Zentrum des Landes, war. Binay, einer der Spitzenkandidaten in den Präsidentschaftswahlen 2016, beschrieb die Korruptionsfälle als politisch motiviert. Er stellte die Reihe an Beschuldigungen in Frage, da dieser seiner Meinung nach nur bestünden um ihn als Wahlkandidat zu disqualifizieren.

Hier ist eine der vielen Internet-Memes, die auf den Korruptionsvorwurf des Vizepräsidenten Binay anspielt:

Nieder mit der Korruption… nieder mit Binay

2015 wird in Erinnerung bleiben als das Jahr in dem Myanmar für eine Veränderung wählte. Aber andernorts in Südostasien bleibt die Politik wie sie war für die politischen Entscheidungsträger, die beschuldigt werden ihre Macht für ihren eigenen Vorteil zu missbrauchen.

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